AD-Entzug und keine Erhöhung von Elvanse

Hallo Zusammen,
ich brauche mal ein bisschen Input und Meinungen zu meinem Problem. Ich bin vor 2,5 Jahren mit ADHS diagnostiziert worden. Durch die späte Diagnose habe ich seit Jahren mit Depressionen und Panikattacken zu kämpfen. Aufgrund dessen habe ich 2 Jahre lang Venlafaxin (150mg) genommen. Zudem nehme ich 30mg Elvanse und habe auch eine Verhaltenstherapie gemacht, die mir - zusammen mit dem Elvanse - wirklich geholfen hat.
Nach der Beendigung meiner Therapie fühlte ich mich stabil genug das Venlafaxin abzusetzen. Ich habe dann in langsamen Schritten die Dosis reduziert. Es ging mir dabei auch recht gut. Nun habe ich allerdings vor 1,5 Wochen meine allerletzte Venlafaxin genommen (von 37,5mg auf 0). Und was soll ich sagen: Es geht mir so schlecht wie noch nie. Ich zitter, kann nicht schlafen, alles juckt, habe ständig aus dem nichts Heulanfälle, bin kraftlos, mein Kreislauf ist nicht mehr existent und psychisch fühle ich mich komplett ausgelaugt.
Ich hatte 1 Tag nachdem ich meine letzte Tablette genommen hatte bei meiner Ärztin. Da war ich noch super euphorisch, dass ich es nun „geschafft“ habe. Meine Ärztin fand das wäre eine super Leistung und damit war das Thema erledigt. 3 Tage später bin ich dann in ein tiefes, schwarzes Loch gefallen. Nach Recherche in diversen Foren dauert es tatsächlich bis zu 4 Tage nach der letzten Einnahme bis die Absetzsymptome auftreten können, da Venlafaxin eine relativ hohe Halbwertszeit hat. Ich wurde quasi komplett davon überrannt. Nun fühle ich mich von meiner Ärztin ziemlich im Stich gelassen. Ich finde es ist ihre Aufgabe mir zumindest den Hinweis zu geben „Es freut mich, dass sie es so gut geschafft haben, allerdings könnte es sein dass in den nächsten Tagen Sysmptome wie xy auftreten können…, da blabla bla“ Findet ihr dass ist zuviel verlangt?
An diesem Termin sprach ich sie auch auf eine Erhöung der Elvanse Dosis an. Ich nehme aktuell 30 mg und wollte auf 40mg raufgehen. Leider habe ich das Gefühl, dass mein Elvanse durch den Wegfall der AD´s nicht mehr so richtig wirkt. Venlafaxin wirkt ja auch antriebssteigernd. Da hat sie nur gelacht und meinte eh ich Drogen nehme solle ich doch dann lieber wieder das Venlafaxin nehmen. Sie ist so unfassbar schnell beim zücken des Venlafaxin-Rezeptes und für Elvanse muss ich auf Knien bitten wie der letzte Junkie.
Ich fühle mich von ihr überhaupt nicht ernst genommen. Sowohl meine Therapeutin als auch damals bei der ADHS-Testung sind zu dem Entschluss gekommen dass ich ADHS habe nur meine Ärztin zweifelt das jedes Mal an, und das wo wir kaum mehr als 2 Minuten miteinander sprechen. Ich habe ihr gesagt, dass ich das Venlafaxin nie wieder anrühren werde. Ich finde es weitaus schlimmer als Elvanse. Ich durchlebe grade etwas das sich anfühlt wie ein Heroinentzug und sie sagt mir ich solle das weiter nehmen? Ich will mich nicht mehr betäuben. Ich habe ADHS und möchte die Medikamete die mir helfen. Ja sicherlich sind es Betäubungsmittel, aber es ist nicht mein Problem, dass nur diese für die Behandlung von ADHS vorgesehen sind. Ich bin völlig verzweifelt und weiß wirklich nicht weiter. Ich kann auch nicht wechseln, weil alle anderen Psychiater voll sind.
Was soll ich jetzt machen?
Ich wollte mich einfach mal auskotzen, und danke schonmal an alle die bis hierhin gelesen haben.

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@KopfChaotin
Hallo :slight_smile:
Ich kenn das Gefühl was du gerade hast. Auch ich setze gerade Anti-Depressiva ab. Habe gemerkt das ich es gaaaaaaanz laaaaaangsaaaaammm absetzen muss . Was du für Symptome beschreibst hatte ich, als ich die AD zu schnell abgesetzt habe . Tatsächlich hörte ich von guten Quellen, dass wenn du diese Absetzsymptome hast, wieder die letzte Dosis einnimmst bis es dir wieder besser geht dann wenn du dich bereit fühlst gehst du ein kleines bisschen mit der Dosis runter . Das Ding ist halt, das gefühlt kein Arzt wirklich bescheid weiss und keine hilfe ist . So auch bei mir . Habe gründlich Recherchiert und seit dem ich das so mache geht es besser .

Wie geht es dir den gerade ?

Alles liebe Kristina

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Liebe @KopfChaotin , als ich das Venlafaxin ausgeschlichen hatte ging es mir auch ziemlich lange echt verdammt schlecht.
Ich habe das Absetzen von Venlafaxin definitiv wie einen Drogen Entzug in Erinnerung, es mit Heroin zu vergleichen ist mir selbst bis heute tatsächlich nicht mal eingefallen, aber jetzt wo Du das geschrieben hast, muss ich sagen: „Ja das hat was“.

Das Absetzen von Venlafaxin habe ich in so schlechter Erinnerung, dass ich mir geschworen habe das ich das nie mehr nehmen möchte, und nie mehr unter solchen Entzugserscheinungen wie nach dem Absetzen von Venlafaxin leiden möchte.

Und das wirklich schlimme dabei ist ja das, dass der Entzug nur allein vom Wirkstoff nur der eine Teil des Entzugs ist, der andere Teil ist der psychische Entzug, plötzlich ohne das gute Gefühl, die Happiness die einem das Venlafaxin gab wieder klar zu kommen, und auch den Antrieb den man durch das Venlafaxin hatte, dass alles ist ja dann weg, und deshalb fühlt man sich ja dann auch so schlecht.

Wenn man mit dem Rauchen aufhört ist es ja auch nicht nur das Nikotin das einem fehlt, sondern auch der psychische Aspekt der es einem so schwer macht das Rauchen aufzugeben.

Aber ich schweife ab, jedenfalls ist das entgültige Absetzen von Venlafaxin sehr schwer für mich gewesen, und ich habe lange gebraucht bis ich wieder ohne Venlafaxin funktionieren konnte.
Doch schlussendlich habe ich es doch geschafft, aber nur weil ich einen starken Willen dazu hatte und weil sich meine Lebensumstände inzwischen wieder so verbessert haben das ich inzwischen keine schweren Depressionen mehr habe.

Ich wünsche Dir alles Gute und ganz viel Kraft. :heart:

Venlaflaxin soll man mit der Kügelchen Methode ausschleichen. Meist benötigt man dafür ein anderes Präparat mit Kügelchen - viele haben ja mittlerweile Pellets.

Ich hatte davon schon mal im Forum geschrieben. Beschäftige dich mal mit der Kügelchen Methode.
Am besten wieder zurück zu 37,5 mg und dann nochmal viel Zeit einplanen um wirklich sanft auszuschleichen.

Man kann das nicht mit Elvanse kompensieren.

Ich würde an deiner Stelle versuchen, einen anderen Psychiater zu finden. Wenn deine Psychiaterin die ADHS Diagnose anzweifelt ist es wirklich schwierig.

Unabhängig davon würde ich dir aber auf jeden Fall zu einem sanften ausschleichen von Venlaflaxin raten.

Edit: hab nochmal deinen Beitrag gelesen, scheinbar ist’s keine Option zu wechseln.
Dann könntest du nur nochmal versuchen, mit ihr zu sprechen ob Elvanse erhöht werden kann. Aktuell wäre 50 mg die nächste Option. 40 mg kommen in Zukunft- aktuell wäre das aber nur Off Label möglich.

Momentan geht es mir furchtbar. Jedes kleinste bisschen bringt mich zum weinen, ich schlafe kaum, bin gerreizt und in meinem Kopf ist einfach nur Chaos…

Ich hab natürlich keine Ahnung wie sich ein Entzug von Heroin anfühlt, aber genau so stelle ich es mir vor. Ich zitter, mein Körper juckt und meine mentale Verfassung ist die einer Pusteblume…

Ich habe mir geschworen, und gerade jetzt wie ich weiß wie schwer es ist davon loszukommen, das Zeug nie wieder zu nehmen. Aber ich werde wohl nicht drum rum kommen. So kann ich mein Leben nicht weiter bestreiten.

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Danke dir für den Tipp. Ich will dieses Teufelszeug zwar nicht mehr nehmen, aber so wie grade möchte ich mein Leben auch nicht leben müssen. Ich bin vollberufstätige Mama einer 4-Jährigen, ich kann es mir nicht erlauben zusammen zu brechen. Also werde ich die Kügelchen Methode direkt mal mit meiner Psychiaterin besprechen.
Wenn ich aber jetzt wieder die 37,5mg nehme, wirken die auch direkt bzw. nach ein paar Tagen wieder?

Wann hast du die Medis abgesetzt ? Habe nach 16 tagen ohne medis wieder angefangen ( wegen üblen Entzug ) dann ging es mir sofort besser . So lange der rest Spiegel noch da ist ( so habe ich es mir gedacht ), dockt es wieder an . Vorallem wenn man es länger genommen hat. Auch mein Arzt schrieb mir, dass wenn ich wieder zu starke Absetzphänomene habe , ich wieder die vorherige Dosis nehmen soll und dann, wenn ich mich stabiler und bereit fühle wieder etwas weniger nehmen soll . Aber so wie du dich fühlst ist es auch nicht ok ehrlich tue dir das nicht an bitte habe so mitgefühl mit dir . <3

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Danke dir für deine Lieben Worte :slight_smile:
Habe die letzte Tablette mit 37,5mg vor ca. 1,5 Wochen genommen. Ich fühlte mich auch super stabil aber seit 1 Woche geht es mir nun so schlecht. Wie lange kann das denn dauern? Habe gehört 2-4 Wochen.
Aber angenommen ich nehme jetzt wieder die letzte Dosis, dann habe ich doch sobald ich wieder versuche davon runter zu kommen die selben Probleme wieder, oder?

Das kann ,wie ich herausgefunden habe wie du sagst zwischen 2-4 wochen aber auch länger dauern ABER es kann auch sein wie es auch oft bestätigt wird von anderen Betroffenen, ein zu schnelles absetzen sein und daher auch die schlimmen Symptome . Ich war auch erstmal der Meinung , wenn ich jetzt wieder anfange die vorherige Dosis zu nehmen , ich wieder von vorne anfange , das stimmt aber nicht, ich bin schon viel weiter als zuvor und ein Absetzen , kann sehr schwierig sein vorallem wenn man keine unterstützung hat . Das ist auch einbisschen wie " sich die alte unpassende Haut abziehen " . Deswegen schaut man immer individuell wie " das ablösen " am besten passt . Wenn kein Kenner uns aufklärt müssen wir leider oftmals in sehr schwierigen Phasen für uns selbst entscheiden, was jetzt das beste für uns ist. Lieber ich mache es langsam aber dafür ohne „psycho prügel“ .
Was wäre jetzt die beste Erleichterung für dich ?
Ich weiss du willst das Zeugs genau wie ich nicht mehr nehmen aber wir haben irgendwann mal angefangen es zu nehmen und kennen die Substanz gar nicht genau und das absetzen ist noch viel schwirieger .
Du bist schon auf einem guten Weg du willst es sein lassen aber wir unterschätzen die Wirkung dieser Substanz und was sie mit unserem Körper macht . Viele berichten wie schwer es ist ein AD abzusetzen und gehe dafür sogar in die Klinik genau wegen den Symptomen die du beschreibst . AD sind wie eine Bombe und die muss man langsam aus sich entfernen sonst zerstört sie alles um sich herum . So und so ähnlich :slight_smile:

Wie lange hast du das AD genommen und wie lange hast du reduziert und in welchen Schritten ? Bei mir zeigt sich auch erst nach 3-4 Tagen ob der Absetzschritt okay für mich war. Selbstwahrnehmung habe ich daduch gelernt , war hart aber hat mir geholfen meine Grenzen kennenzulernen . Schnell bedeutet nicht immer gut . Wollte es immer schnell los werden , hat leider die letzten male nicht funktioniert bei mir . Ist mein 3. Anlauf abzusetzen und jetzt klappt es.

Nein du hast nicht das selbe Problem wenn du es jetzt wieder nimmst , weil du es dann angenehmer und nach dem Tempo deines Körpers- Psyche machst.
Oder du ziehst das jetzt durch und siehst was passiert , vielleicht wird es ja besser .

Hallo @KopfChaotin,

Ich habe auch jahrelang Venlafaxin genommen und es war die Hölle. Ich habe es selbst mehrfach versucht auszuschleichen mit genau denselben Symptomen. Musste mich übergeben, hab gezittert und Heulanfälle gehabt und habe das auch als „ich fühle mich wie ein Junkie ohne Stoff“ beschrieben.

Letztes Jahr in der Klinik haben die das Venlafaxin bei mir von jetzt auf gleich abgesetzt. Von 225mg auf 0.
Es war die schlimmste Zeit, ich dachte nicht dass ich das überlebe. Es war verantwortungslos von denen.
Ich konnte kein Essen drin behalten, nicht schlafen, habe geheult und gezittert, mir war schwindelig…
Es hat bestimmt 4 Wochen gedauert, bis ich mich etwas OK gefühlt habe.

Du bist jetzt schon 1,5 Wochen ohne. Ich persönlich würde dir nicht raten, es wieder zu nehmen. Aber ich bin kein Arzt und kann deine Situation natürlich nicht einschätzen. Aber deine Ärztin macht mir Sorgen, weil sie dich nicht aufgeklärt hat und dir nicht zur Seite steht. Hast du eine Alternative? Mal in einer Klinik bei dir nachfragen/deine Situation schildern?

Ich fühle mit dir und es tut mir so leid für dich! :heart:

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Oh Gott das macht mir ganz schön Angst.
Ich nehme völlig wirkungsfrei seit zwei Jahren Duloxetin (Cymbalta) und will das endlich absetzen.

Bereits einmal erfolglos probiert mit Ausschleichen, ich hab erst die halbe Dosis genommen und dann ganz aufgehört, davon diese Brain Zaps bekommen bis ich es nicht mehr ausgehalten habe.

Warum verschreiben die Psychiater ADs wie Gummibärchen?

Hallo Leute,
das klingt ja furchtbar! Das war mir überhaupt nicht klar.
Liegt das am Venlafaxin oder an der Dosierung oder an der Einnahme-Dauer? Oder hat ein bestimmter Prozentsatz Menschen einfach „Pech“?
Ich wünsche dir jedenfalls viel Kraft und Glück beim Absetzen

Oder ist es der Mix Elvanse und AD?

Ich möchte niemandem Angst machen. Aber ein gesunder Respekt vor AD‘s ist sicherlich angebracht. Ja Venlafaxin hat mir geholfen, aber das ist ja alles nichts mehr wert, wenn ich mich jetzt durch so einen Entzug kämpfen muss. Aber keine Panik, habe auch Erfahrungsberichte gelesen bei denen es nicht so schlimm war. Aber jetzt habe ich kommenden Dienstag 2 Wochen geschafft. Jetzt ziehe ich auch durch!

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Definitiv nicht! Aus meiner Sicht federt das Elvanse die Absetzerscheinungen sogar etwas ab.

Ich glaube viele Psychiater gehen da für sich den einfacheren Weg. Schön die Patienten ruhigstellen und man geht denen nicht auf den Keks. Immer wenn ich sagte ich habe grade wieder eine schwierige Phase: Zack, Rezeptblock und sofort Erhöhung der Dosis. Ich war am Ende so gefühlstot, dass ich es einfach absetzen musste.
Ich war letztens bei der Urlaubsvertretung meiner Ärztin für ein Rezept. Der Typ war gefühlt schon weit nach der Rente, aber als ich ihm erzählte, dass ich grade meinen Venla-Entzug starte meinte er dafür sehe ich aber noch gut aus. Er sagte, dass er den Mist gar nicht mehr verschreibt, weil Wirksamkeit und der Entzug in keiner Relation stehen. Versuche nun zu ihm in die Praxis zu wechseln.

Danke dir für deine Unterstützung. Ich bin mittlerweile auch eher dafür, jetzt durchzuziehen. Am Dienstag sind es schon 2 Wochen, wenn ich jetzt wieder Venla nehme war ja all die Quälerei für die Katz.

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