AD(H)S Bullshit Bingo

Mal etwas Anti-Bullshitbingo aus dem Munde einer Fachärztin ohne AdHs Expertise. …… sinngemäß……

Es gibt chaotische Dirigenten die extra einen Orchesterhelfer benötigen und in den Proben viel Chaos verursachen und letztendlich gemeinsam mit dem Orchester Weltbeste Auffführungen hinbekommen.

Es gibt strukturierte klare Dirigenten die in strukturierten Proben das Orchester zu Weltbesten Auffführungen führen .

Im Bezug zu meiner aktuellen Lebensituation wo ich grade etwas struggle und meine dass ich es alleine hinbekommen muss.

„Sie brauchen aktuell einfach einen strukturierten Dirigenten , der sie sicher durch diese Phase führt und ihnen Orientierung und Sicherheit gibt!“

Sie alleine wären der Chaotische Dirigent und Chaos tut ihnen aktuell nicht gut auch wenn es an anderen Stellen eine kreative Stärke ist !

Im Orchester zu sitzen kann unter beiden Sorten Dirigenten Spaß machen und zu Erfolg führen.

Aktuell entscheiden sie sich einfach für den strukturierten Dirigenten weil es grade besser passt und sie so besser ans Ziel kommen .

Sie sind nicht schlechter als Dirigent benötigen nur aktuell für sich selbst ein anderes dirigat . Warum sollten sie da nicht einfach die hilfreichere Wahl treffen?!

…. War voll lieb von ihr , weil sie die ganze Zeit nach einem hilfreichen Bild für mich suchte :innocent:

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Danke für’s Teilen, find ich gut die Metapher. :frog: :+1:

Mir helfen die gehassten Routinen für meine einerseits strukturierte Persönlichkeit, die dann aber natürlich wieder vom unstrukturierten Dirigenten zerschlagen werden und sich die chaos Persönlichkeit freut und im Nebel verschwindet. :prince: :+1:

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Echt tolle Metapher!

Ich kenne die Memes über ADHS, wo steht, dass ADHSler „Chaos lieben“ und Struktur brauchen, aber „hassen“ würden.

Es liegt vielleicht an meiner zusätzlichen ASS, aber ich bin kein Fan von Chaos/Unordnung. Ich liebe Struktur. Während NT kein Problem haben Struktur und Ordnung ziemlich konsequent ohne Überlegung einzuhalten, ist das Überlegen/Planen für mich immer ein zusätzlicher Arbeitsschritt den ich doch vergesse.

Mit Medikation ist es besser, aber ich muss dennoch daran denken diese Vorbereitung zu machen. Mit der Selbstedukation (Bücher, Podcasts, das Forum hier, Austausch mit anderen!) habe ich gelernt wie ich diese Vorbereitung angehen muss und dazu gehörte auch die Frage, ob das, was ich vorhabe, überhaupt notwendig ist. Das hat alles seine Zeit gebraucht und dennoch suche ich immer noch nach optimaleren Lösungswegen. Dazu kommen doch auch immer neue Situationen, für die ich kein Rezept haben werde und aus meiner Toolbox einen Cocktail als Lösung mixen muss. Dazu bin ich kein Mensch der gerne Hilfe anderer in Anspruch nimmt oder einfordert. Wohl auch, weil die Hilfe anderer nicht meiner „Hirnstruktur“ entspricht und mich dann noch mehr überfordert.

Dahingegen komme ich spontan sehr gut klar in stressigen, chaotischen Situationen wo andere (NT) überfordert sind und keine Lösung finden, in Panik ausbrechen. Am Ende bezweifeln NT einen/mich noch, weil sie meine Fähigkeiten unterschätzen und sagen dann ohne zu überlegen oder es sich erklären zu lassen: Das geht nicht!

Das verletzte mich dann auch, führte zu Resignation weil ich mich engagierte.

Es brauchte immer Zeit, bis die Akzeptanz da war. Dann kommen sie mit ihren Problemen direkt zu mir.

Das waren so alles Aspekte, die ich in der Literatur immer wieder gelesen und mich wieder erkannt habe.

Personen mit einer bestimmten Position haben ja auch Helfer: Sekretäre, Assistenten, Chauffeure, Köche. Die Personen in den bestimmten Positionen können nicht alles und haben auch nicht die Zeit um bspw. eingehende E-Mails und Telefonate nach Priorität zu sortierten. Genauso kümmern die sich auch nicht darum, dass der Wagen betankt ist und wählen auch nicht die Strecke aus. So können sie sich auf das wesentliche konzentrieren und können dafür die meiste Zeit für ihre Kernkompetenz nutzen.

Ich komme morgens ins Büro und hatte 80 ungelesene E-Mails. Und jeder Absender empfindet sich als besonders wichtig. Dazu auch noch 15 Nachrichten auf dem Anrufbeantworter. Dazu gibt es Kollegen die früher da sind und gezielt warten bis man „grün“ ist und wird direkt mit Anrufen bombardiert. Da komme ich dann auch nicht zum Sortieren der vorigen Nachrichten. Da wünschte ich mir jemanden, der das für mich sortiert und in einen Stundenplan einträgt. Zudem sind Leute notorisch unfähig die Funktion „Priorität“ in E-Mails zu nutzen, mir alle notwendigen Infos zu liefern oder Deadlines einzutragen. Da geht die E-Mail mittlerweile abe(je wie ein Bumerang zurück an den Absender.

Habe ich eine Kollegin gebeten, ob sie die E-Mails mit mir mal durchgehen und priorisieren könnte, wurde ich nur wie E.T. unverständlich angeschaut. So viel zu „Wir arbeiten im Team zusammen. Teamfähigkeit ist uns wichtig.“

Da wusste ich aber von meinen Diagnosen noch nichts. Mittlerweile weiß ich, dass Teamfähigkeit meist (je nach Arbeitgeber und Abteilung) auch anders definiert wird als ich dachte.

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Das ist ja das Tückische am Bullshit - man glaubt es selbst. Vor allem die vielen Sätze dieser Art, die wir schon als Kinder gesagt bekamen.

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Bei der ADHS-Diagnostik:
„Wir mussten die Warteliste schließen, weil komplett überlaufen. Unsere Leitung will die Kapazitäten nicht erhöhen, weil ADHS wird gefälligst im Alter zwischen 8-10 diagnostiziert und nicht erst im Erwachsenenalter.“

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Da fällt mir der Satz eines Freundes ein (ja er ist immer noch ein Freund):
„Du bist offenbar nicht hyperaktiv, also hast Du kein ADHS.“

Dann kann ich noch an tollen Sätzen beisteuern:
„Ach mit deinen ganzen Psychosachen da, du solltest einfach mal aufhören, alle Medikamente zu nehmen und dann einfach glücklich sein mit deinem Leben.“

Und:
„So ein Quatsch, das ist ganz einfach, wenn du merkst, dass eine Panikattacke kommt, darfst du eben einfach nicht in Panik geraten.“

Ja genau. Und wenn ich puste, fliegt das Aua aus dem Fenster.

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Ein absoluter Lieblingsspruch meines Vaters gegenüber uns Kindern war: „Morgen, Morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute“.

Schon damals, sogar noch als kleines Kind, empfand ich diesen Spruch wie einen Schlag direkt in mein Gesicht.

Nachträglich hat dieser Spruch so extrem viele Schuldgefühle bei mir bewirkt, dass ich mich wahrscheinlich für den Rest meines Lebens nie mehr restlos von diesen Gefühlen endlos befreien werden kann, denn von klein auf empfinde ich mich deshalb als faul, als Versagerin, als ein Mensch der sowieso nichts in seinem Leben hin bekommen kann.

Es gibt gute Sprüche die Menschen wirklich positiv unterstützen können, aber es gibt auch diese negativen Sprüche, die einem Kind oder jungen Menschen den Rest seines Lebens definitiv für immer versauen können.

Und dazu zählt für mich persönlich genau dieser Spruch: „Morgen, Morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute“.

Für mich persönlich, einer von den negativsten Sprüchen die man an Kinder oder junge Menschen im allgemeinen eigentlich überhaupt richten kann.

Denn dadurch unterstellt man diesem Menschen, wohlgemerkt Kind und oder Jugendlichen, nicht nur das man denkt er* sei grundsätzlich faul, sondern lässt auch durchblicken das man grundsätzlich nicht an ihn* glaubt, einen für schwach, dumm und faul hält, für jemand der* es im Leben nie zu etwas bringen wird.

Und ganz ehrlich, wenn man sowas von klein auf von den eigenen Eltern zu hören bekommt, dass sie einen für faul, und damit unterbewusst auch oft für dumm halten, woher soll dann der Glaube an einen selbst jemals im Leben später überhaupt noch kommen?.

Denn wenn nicht mal die eigenen Eltern an einen glauben, wie soll man dann lernen selbst an sich zu glauben?.

Eltern sind nicht immer nur gut, sehr viele sind sogar das Gegenteil davon.

Nicht alle Eltern lieben ihre Kinder bedingslos, es gibt auch solche die ihre Kinder hassen, nur spricht darüber niemand öffentlich, so eine schonungslose Offenheit ist nach wie vor ein extremes Tabu Thema in unserer grossen und weiten modernen Welt.

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Und dann gibt es noch die Eltern, die aus Liebe und Sorge das genau komplett Falsche machen… :heart:

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@Jytski , Ja natürlich, auch zuviel LIEBE kann Kinder "erdrücken", falls Du darauf ansprichst, dann gebe ich Dir dahingehend Recht.

Wie immer ist weder das eine Extrem noch das andere Extrem gut für eine gesunde Entwicklung von Kindern.

Meiner persönlichen Meinung nach ist das wichtigste was man seinen Kindern für eine gesunde Entwicklung schenken kann zuallererst das man seine Kinder wirklich von ganzem Herzen liebt.

Das nächste ist das man seine Kinder nicht für Sachen bestraft für die sie nichts können, denn niemand kann sich aussuchen wo oder in was man als Kind hinein geboren wird, kein Kind auf dieser Welt könnte dafür jemals verantwortlich gemacht werden, denn die Lebensumstände in die wir hinein geboren werden, die kann man sich weder aussuchen, noch hat man als Kind die Macht, um sich gegen die jeweiligen Umstände zur Wehr zu setzen, es sind schlicht und einfach dann die Lebensumstände mit denen man lernen muss sich irgendwie in seinem Leben zurecht finden zu müssen, aber von einer eigenen Wahl kann man dann ja eigentlich in Wahrheit dabei niemals sprechen.

Wie auch immer, egal wo oder wie oder warum Kinder geboren werden, obliegt es den Eltern gut für ihre Kinder zu sorgen, und das sollte immer das wichtigste und hauptsächliche Anliegen gegenüber Kindern sein, denn unsere Kinder sind unser aller Zukunft, sowohl im guten als im schlechten, und WIR Eltern sind immer ihre Vorbilder, und das leider nicht immer und überall wirklich „zum besten“ der Kinder auf dieser grossen und weiten und Ach so tollen Welt.

Und Menschen die sich nicht darüber sicher sind ob sie Kindern gute Eltern sein können, warum auch immer, die sollten lieber darauf verzichten, und dafür gibt es sowas wie sexuelle Aufklärung und Verhütungsmittel.

Oh ja, das kenne ich gut von meinem Vater. Noch öfter sagte er mir: Am Abend werden die Faulen fleißig.

Wobei er kein schlechter Vater war. Er war ja selbst ADHS-ler und hat es mir vererbt. Er war selbstständig, wie ich heute auch, er wäre langfristig nicht mit einem Chef klargekommen und ich auch nicht.

Ein häufiger Ablauf war, dass er kurz vor 20:00 sein Geschäft verließ, um Tagesschau zu gucken und dabei zu Abend zu essen. Häufig schlief er dabei vorm Fernseher ein.

Um dann gegen 22:00 nochmal zu seiner Arbeit zurück zu kehren, um Unerledigtes zu tun. D. h. mit dem Spruch von den Faulen am Abend predigte er sich selbst. :adxs_grins:

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Wenn er immer noch dein Freund ist, konntest du ihn vom Gegenteil überzeugen oder vermeidet ihr jetzt einfach das Thema?

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Nein, irgendwann habe ich aufgegeben. Das war ja nicht der einzige Spruch dieser Art. Seitdem achte ich sehr darauf, welchem meiner Freunde ich was mitteile.

Also ich will ja nicht fies klingen, oder abwertend sein…

Natürlich kann man als freunde auch unterschiedlicher meinung in mancherlei hinsicht sein. Das ist auch völlig ok so und gehört dazu. Wir sind alle unterschiedlich.

Allerdings würde ich ich niemanden als „freund“ bezeichnen, der mich mit solchen sprüchen angeht und damit mich als person quasi schon leugnet.
Keine Ahnung, ich würde mir sowas einfach nicht bieten lassen und bin da sehr empfindlich und lasse da auch nicht mit mir verhandeln. Ich wurde leider schon im leben viel zu oft von solchen „freunden“ mit abwertenden sprüchen abgewertet und das hat am ende nur zu starken kränkungen und verletzungen geführt, die ich heute noch als nicht sichtbare narben habe.
Das ist verletzend, uncool, invalidierend, respektlos und ich würde so eine Freundschaft nicht lange fortführen, einfach weil ich das nicht mit mir vereinbaren kann und will.

Wollte jetzt einfach nochmal nen blick darauf werfen, wie sowas sich äußern kann, wenns in einer Freundschaft so auftaucht, weil ich die Erfahrung machen durfte, wie mies sich das anfühlt und konnte das nicht unkommentiert stehen lassen.

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Ist zwar schon ein altes Buch , bin ich zufällig drauf gestolpert und dachte ,
ab mit und sofort ins Bullshit Bingo :rofl:

Urgh :nauseated_face:

Habs überflogen. Nope. Man muss wirklich nicht zu allem eine Meinung haben, liebe Frau Stiehler.

Vor allem Konzentrationserziehung klingt auch so richtig unterstützend und liebevoll. :joy::rofl:…eigentlich eher wie hiebevoll… :wink:

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Ah… komm

Son paar Hiebe… „Hat ja mir auch nicht geschadet!eins11!“ :crazy_face:

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„Negativ fällt auf, dass die Endbearbeitung, das Korrekturlesen des Buches sehr unkonzentriert durchgeführt wurde, es fehlen immer wieder Buchstaben, Wordteile oder Wörter oder sind zuviel oder verdoppelt. Auch das umfangreiche Literaturverzeichnis lässt Ordnung und Einheitlichkeit vermissen, zum Teil werden Literaturstellen mit dem Vornamen des Autors zitiert und entsprechend des Vornamens im Verzeichnis aufgeführt. Ermüdend fand ich auch die langen Aneinanderreihungen von Zitaten“ (Quelle s. oben)

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… :wink:

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Dann fehlt der Autorin wohl noch ein wenig Konzentrationserziehung , sonst wäre dass nicht passiert :wink::crazy_face:

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Müsste man das Wort vielleicht eher so schreiben:

„Konzentrrrrationserziehung“

und es mit einem gewissen kernigen deutschen Akzent aussprechen???

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