ADHS Partner nach Reha Gefühlschaos, weiß nicht weiter

Hallo. Ich hoffe ich bin in diesem Forum Leben lieben lachen richtig. Ich bin verzweifelt. Ich M31, aktuell in Psychotherapie wegen sozialer Angsstörung.. Mein Partner, M36 war zur Reha, ursprünglich wegen Depression, es stand schon länger sein Verdacht nach ADHS im Raum. Dort vor Ort hat er sich distanziert, was auch gut ist, und kam dann mit der Diagnose ADHS zurück. Er hat Elvanse, glaube 40mg verschrieben bekommen und viel mitgenommen.

In der Reha hat er mit einen Brief geschrieben, dass er sich mit einem dort sehr gut versteht. Tenor des ganzen ist dass er seine Gefühle nicht einschätzen konnte und verliebt war, da diese andere Person Hetero war, war es aber lt. seiner Therapeutin freundschaftliche Liebe. Das gleiche haben wir vor 2 Jahren durchgemacht, da hat er sich im Internet mit einem anderen homosexuellem Mann ausgetauscht, weil mein PArtner auch einfach das Gefühl hatte, auf dem Weg liegen geblieben zu sein. Das hat er aber alles verheimlicht, ich denke aus Scham, aber ich hab das rausgefunden und das war natürlich für beide seiten alles andere schön, vor allem als er dieser Person hinterhergeweint hat weil diese sich durch sein einnehmendes Verhalten belästigt gefühlt hatte.

Da habe ich aber die Tage verstanden, dass das ein Verhalten von ADHS sein kann, diese Starke Bindung zu einer Person mit der man sich identifizieren kann. Ich bin da noch nicht so im Thema weil das alles frisch ist, und da die Person jetzt ja auch hetero ist habe ich mir darüber erstmal keine Gedanken gemacht.

Am Folgewochendne war er nach Entlassung nochmal bei der Reha, um sich mit den Leuten zu treffen, auch im Gruppenraum, was wohl eigentlich nicht erlaubt ist. Fand ich grenzwertig, aber ok. Auch das folgende WE war er ein Tag da, also vorgestern. Allgemein hat er nach der Reha gesagt was sich ändern sollte bei uns, und damit war ich total fein, weil es auch mir gut tun würde.Danach jedoch hat er sich garnicht dran gehalten, nein sogar abgekapselt. Er war ständig spazieren, Rad Fahren, was auch super ok und gut ist. Aber von mir immer weiter entfernt, ist im Gästezimmer eingesperrt für sich gewesen.

Und jetzt ist er für “mehrere Wochen” ausgezogen. Er hat geweint und weiß aktuell nicht wie es weiter geht und kann seine Gefühle nicht einordnen. Auf der Nachfrage hin, ob das das gleiche Muster ist wie damals verneinte er. Im allgemeinen ist er sehr sensibel, lt. seiner schwester auch früher und anfällig für “andere Meinungen”. Beispiel: Jemand sagt man braucht keine Beziehnung, er glaubt es sofort.

Das klingt jetzt alles so als ob ich schlecht über ihn schreibe, aber so ist das nicht gemeint. Mein Problem ist aktuell einfach, ich weiß nicht wie es weitergeht. Wir sind zwar nicht verheiratet, haben aber ein Haus zusammen. NAtürlich haben wir höhen und tiefen, psychisch durch uns beide bedingt habe ich mir sehr erhofft dass wir beide Lernen, wie wir ticken und wie wir aneinander arbeiten können, um die Tiefen abzuflachen. Aber aktuell weiß ich nicht weiter. Er sortiert scheinbar seine Gefühle, aber ist eine räumliche Trennung nicht automatisch eine Trennung? Traut er es sich nur nicht mir das zu sagen? Oder kommt er nach 3 Wochen wieder und kann seine Gefühle für mich wieder klar einordnen? Kann das passieren? Er trauert schon länger der Person bei der Reha hinterher. Vielleicht hat er aber dadurch entdeckt, dass es nicht sein Leben ist , was er leben kann? Dann bin ich aber tolerant und sage: Dann ist es so. Nur ich fühl mich mies. Wochenlang auf der Warmhaltebank nun zu sein in dem ungewissen, wie sieht die Zukunft aus. Sehr, sehr gerne möchte ich eine weitere Zukunft. Aber nicht hingehalten werden. Natürlich, ich weiß nicht ,wenn er in 3 Wochen kommt und sagt hey sorry, meine Gefühle brannten durch, lcih liebe dich aber, ob ich dann Freudensprünge mache, weil die Zeit zwischen verletzend ist. Ich habe überlegt, ihm einen Brief zu schicken, aber ich befürchte, das verschließt ihn noch mehr, weil er schon immer war, dass er sich zurückgezogen hat, je mehr man ihn konfrontiert hat. Wie gesagt, ich wünschte, ich hätte eine Perspektive, mit der ich arbeiten kann, entweder jetzt sagt er es ist nichts oder aber er braucht nur abstand, aber liebt mich noch. Und das ist schwierig. Ich befürchte, dass wird sich hier keiner bis zum Ende durchlesen und es ist ziemlich wirr, nur weiß ich einfach nicht wohin mit mir oder was ich machen kann.

Liebe Grüße

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Wo wohnt er denn zur Zeit? Beim Kurschatten? Wenn er ständig solche Sprünge macht würde ich die Sache beenden..

Wenn er ständig irgendwem hinterher läuft

Hi. Ne bei seinem besten Kumpel n paar Orte weiter. Und der Kurschatten ist in dem Sinne ja keiner, weil der ja auf Frauen steht. Im Grunde weiss ich auch nicht ob das auch wirklich der Auslöser ist ich vermute es nur anhand des Briefes den er während der Reha schrieb. Gestern war er nur mit den anderen von der Reha zum schnacken da. Es ähnelt sich aber wie damals aber Beweise habe ich nicht, die Abtrennung und zurückgezogennheit ist zumindest die gleiche

Hallo und herzlich willkommen,

ich verstehe gerade nicht, welche Antwort du dir von uns erhoffst und was du glaubst, das Verhalten deines Freundes mit ADHS zu tun hat?

Es kann wohl sein dass manche (!) ADHS-ler ein Problem haben mit Treue, keine Ahnung.

Aber ob ADHS oder nicht, er ist verantwortlich für das was er tut. Niemand hat deinen Freund zu etwas gezwungen.

Und wer hat gesagt, man müsse seinen Gefühlen immer nachgehen? Wenn ich das Gefühl habe, ich muss das Auto meines Nachbarn klauen, mache ich das doch trotzdem nicht?

Ein Kleinkind lässt sich vielleicht auf den Boden fallen und schreit, wenn seine Eltern ihm keine Süßigkeit kaufen. Aber ein Erwachsener doch eigentlich nicht?

Ob man mit einem Menschen sein Leben verbringt, ist eine Entscheidung. Ich seid vielleicht nicht verheiratet, aber ihr habt euch geeinigt, euer Leben miteinander zu verbringen. Oder gilt das nur, solange man ein bestimmtes Gefühl hat? Niemand kann sich auf seine Gefühle verlassen, das kann sich doch von einem auf den anderen Moment ändern.

Du musst ihm keinen Brief schicken, ich gehe davon aus, er weiß selbst, dass du weiter mit ihm zusammen sein möchtest. Schließlich ist er ausgezogen und nicht du.

Du musst für dich entscheiden, was du willst und wie lange du seine Wanderschaft duldest. Und auch, ob du dich durch eine gemeinsame Immobilie weiter abhängig machst von jemand, der so handelt.

Ich gebe dir recht. Ich hatte halt die Vermutung durch seine Depressionen, durch die Erkenntnis nach Adhs, durch die Reha das einfach alles durchgegangen ist mit ihm. Er ist halt sehr sensibel was es nicht entschuldigt. Wenn er neue Leute kennenlernt, war er schon immer ultr anhänglich denen grgenübrr. Und wenn sie sich distanzieren fühlt er sich immer wie weggeschmissen was ja unreal ist. Und es ist hier ja nur nicht so dass er jemanden anderen auf romantische Art liebt, aber es ist wie ihr schreibt ja trotzdem was anderes, ob ich Durcheinander Gefühle bei allem habe, oder aber durcheinander aber die Liebe zuhause bleibt immer ein Anker.

Ich weiss aber wirklich nicht was ich mir davon erhofft hab hier zu schreiben, irgendwie sowas wie das das sein kann bei jemanden in seiner Lage, wollt euch damit auch nicht belästigen. Hab halt einfach gehofft das passt hier am besten irgendwie :confused:

Hallo pk25,

das ist okay, du belästigst uns nicht. :adxs_daumen:

Du belästigst uns nicht. Man muss dir ja nicht antworten…

Ich habe eine Frage… könnt ihr euch in dem Haus nicht aus dem Weg gehen? Wir könnten hier wochenlang aneinander vorbeigehen, weil es einfach genug Möglichkeiten gibt. Der einzige wirklich gemeinsam zu nutzende Raum wäre die Küche, was aber auch irgendwie gehen würde…

Wie komme ich darauf… Wir hatten hier auch schon die Situation (mit anderem Kontext), dass wir uns quasi getrennt haben, am Ende aber nur eine Verschnaufpause brauchten… Da haben wir im gleichen Haus getrennt gelebt, sozusagen… und eigentlich können wir beide uns die Zukunft nicht ohne den anderen vorstellen…

Nun ist die Situation ja nicht ganz neu für dich… Wie war das denn für dich? Habt ihr euch ausgesprochen und alle Zweifel ausgeräumt? Oder kommt jetzt etwas hoch, was schon damals unerledigt geblieben ist?

Hier gab es neulich einen Thread um dieses seltsame Verliebtsein bei ADHS
Hyperfokus auf (Autoritäts)personen
Vielleicht geht es in diese Richtung, dann wäre zumindest klar, dass ADHS eine Rolle spielt und du kannst es besser einordnen. Das bedeutet dann aber auch, dass das immer wieder mal passieren kann.

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Medikamente etc. können fordern auch überfordernd sein, doch ich würde wetten je mehr Action du machst desto schneller könnte unkontrolliert was passieren.

Solche Phasen hatte ich auch in der Einstdllung - und bei mir gibt es dann nie mehr ein zurück.

Ich denke mal jetzt hilft nur Zeit , Geduld und finden lassen was er in sich sucht oder sortieren muß alleine schon das er lange falsch behandelt wurde für Dinge die aus der Adhs rühren nehmen bei mir Raum ein…

Hey. Das wäre möglich. Mir würde es natürlich sehr schwer fallen und ich wüsste dann nicht ist ob es besser macht. Was Libido angeht ist da schon lange nix aber da hab ich mich dran gewöhnt und meine Methoden entwickelt. Und auch das er mir nicht mal was schenkt, joa jetzt weiss ich es durch adhs es sind die kleinen Dinge, die es dann ausmachen.

Manchmal bin ich ja auch am zweifeln, sind wie nur ein Paar oder nur dicke Freunde, weil das was man vom Sinnbild eines Paares hat sind wir eigentlich nicht wobei wir nach außen hin immer oft gesagt bekommen wir sind wie das Vorzeigepaar und passen wie Arsch auf Eimer - was mir aber nie so vorkommt.

Ohja das glaube ich

Hätt man früher gewusst an was er ist hätte es vieles einfacher gemacht.

Ich habe in der Reha die Erfahrung gemacht dass sich ganz schnell idealisierte „Bekanntschaften „ , „Freundschaften“ und gefühlt überharmonische Gruppierungen bilden . Bei so einigen ein zwischenmenschliches Miteinander welches sie vorher leider noch nie erleben durften oder konnten.
In diesem Schonraum von Reha ist man verletzlicher, öffnet sich mehr und ist auf fremde Bekanntschaften angewiesen , weil sonst ist man mit sich allein .
Man versucht so viel wie möglich miteinander zu machen und es geht manchmal nicht mal mehr darum „Welches Angebot der Reha möchte ich für mich nutzen „ sondern „ Wofür entscheide ich mich mit den anderen ?“

Der Trennungsschmerz später ist groß und man will unbedingt den Kontakt halten um dieses plötzliche „Ideal“ weiterleben zu können und gibt vielleicht auch noch ein eher ungesundes Übermaß an Energie und Zeit darein .
In der Reha ist man etwas behütet und der blanke Alltag liegt fern und genau diese entlastende Stimmung möchte man behalten .
Manchmal bleiben da bestimmt feste Freundschaften über , aber ich glaube vieles verläuft auch irgendwann im Sande .
Vielleicht ist dein Partner mit mehreren in einer Falle und Freude der Idealisierung getappt ??? Damit kann man sich auch schön vom eigentlichen Alltag ablenken.???

Mein Partner und eine Freundin hat diese Dynamiken in der Reha auch so beobachtet.

Vielleicht ist es nur eine Phase ? Wieviel Freiraum und Zeit du ihm geben magst und kannst , dass kannst nur du entscheiden.
Es sind ja meist tiefe Wunden aus der Kindheit die solche Dynamik auslöst .
Aber das gibt ihm trotzdem keinen Freischein.

Mit ADHS kann das bedingt was zu tun haben und sowas darf auch passieren aber man bleibt trotzdem mit verantwortlich für seine nahe stehenden Beziehungen und dem Lebensalltag.

Aber letztendlich wenn es ADHS bedingt wäre müssten ja im Vergleich zu anderen Rehabilitierenden nach der Reha auffällig häufig solche Probleme auftreten .

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Danke. Du sprichst mir aus der Seele. Genau so hab ich den Eindruck. Allein dass er 2x nach der Reha zurückgekehrt ist. Er ist sehr anfällig für sowas. Irgendwie ist es ja verständlich, dass andere auch die Last haben, aber es ist ja nicht gesund so weiterzumachen. Ich hoffe die Reha Nachsorge oder die allgemeine Psychotgerapie die er bald beginnt hilft ihm.

Dennoch muss ihm bewusst sein selbst wenn we sich sortiert hat das es einen Krater hinterlassen hat. Da muss dann schon Zeit vergehen um zu merken, er meint es ernst. Gestern Nacht bin ich zusammengebrochen, war kurz davor die Seelsorge anzurufen, weil ich selber durch meine heftige Bindung bzw soziale Angst solche Verlustgefühle hatte, dass ich meine gesamte Skillpalette auspacken musste. Heute lief das in Phasen. Aber es geht gerade relativ gut. Manchmal fühl ich mich gleichgültig, aber vielleicht ist es mein Körper der erschöpft ist weil machen kann ich eh nichts. Ich bin auf dem Nachhausw weg gespannt wenn ich nach der Arbeit wieder allein zuhause bin.

Ich finde es gut, hier mehrere Seiten zu lesen. Das macht für mich den Eindruxk, es gibt nicht die eine Lösung. Denn wäre es in die eine wäre es ja ich bin völlig verblendet, in die andere wäre es für mich das Gefühl ich bin verrückt. Ich danke euch, auch wenn man sich nicht kennt.

Was ich auch sehr komisch finde er hat ja elvanse bekommen und erstmal vom Hausarzt weiterverschrieben bekommen, muss er nicht zum Psychiater oder Neurologe der ihn auf längere Zeit einstellt?

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Hallo,

wenn aus dem Bericht der Reha die langfristige Medikation hervor geht und der Hausarzt nur das Rezept schreibt nicht.

Nach einem oder spätestens zwei Jahren wird der Hausarzt aber einen neuen Bericht von einem Facharzt haben wollen.

Das ist übrigens eine sehr gute Idee. Vielleicht sollte man das viel öfter auf dem Schirm haben.

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Mein Hausarzt schreibt keine BTM Rezepte… manche machen es wohl

Da kann ich nur zustimmen. Ich habe das manchmal auch schon in Anspruch genommen. Wenn es nicht um Patentlösungen geht, sondern den großen Kummer etwas einzunorden, ist Seelsorge viel sinnvoller als zu lange damit allein zu sein. :+1: