ADHS wird nicht als Problem gesehen

Wie ich bereits berichtete, war ich die letzten 3 Monate in einer Tagesklinik. Zwar hat das mir auch was gebracht, aber das ADHS haben die er nicht so beachtet. Zu der Unkonzentriertheit meinten sie, dass könne auch an der Persönlichkeitsstörung liegen. Wenn ich Medikamente nehme, sollten die Symptome weg sein, hieß es. In der Klinik (Schön Klinik Bad Bramstedt) in der ich vorher war, hätte man mir nur Quatsch erzählt. Partout hat man in meiner Vergangenheit gesucht, warum ich psychisch krank. Meine Eltern müssten in der Erziehung was falsch gemacht und würden mich heute noch nicht loslassen wollen. Dass das ADHS für die Persönlichkeitsstörung verantwortlich ist, weil es zu spät diagnostiziert wurde, wollten sie nicht hören.
Wie gesagt, ich habe auch gute Dinge mitgenommen, aber es beschäftigt mich. Habt ihr ähnliches schon erlebt?

Erlebt gottseidank nicht. Gehört leidergottes schon.
Kannst Du mir bitte ne PN schicken, danit ich ne entsprechende Warnung in die Adressenliste aufnehmen kann?

Danke Dir im Namen aller Betroffener, die die Info schützt :wink:

Hallo Valerina, ich bin gerade auf deinen Beitrag hier gestoßen und finde ihn sehr erhellend. Ich komme gerade von einer Informationsveranstaltung einer Tagesklinik und befürchte, dass genau das dort geschehen wird, was du berichtest. Psychologische Probleme werden anscheinend immer auf verdrängte Probleme zurückgeführt und eine „Heilung“ durch „Aufbrechen“ bzw. Bewusstmachung dieser Themen in Aussicht gestellt. Die Vorstellung, dass mir statt der Unterstützung bei der Bewältigung von sehr realen ads-spezifischen Herausforderungen des Alltags, meine realistische Wahrnehmungsfähigkeit abgesprochen wird (Verzerrung durch irgendwelche Wahrheiten, die ich nicht einsehen will), gruselt mich. Tatsächlich erlebte ich das immer und immer wieder innerhalb Psychotherapeuter Kontexte und muss sagen, dass mich das oft zusätzlich zurück warf. Diesen Beitrag jetzt zu lesen bestärkt mich zusätzlich, diesen Mist dieses mal nicht mitzumachen und stattdessen nach ADS-spezifischer Unterstützung weiter Aussicht zu halten. Ich hoffe du konntest dahingehend mittlerweile auch noch passendere Unterstützungsangebote ausfindig machen und wünsche Dir alles Gute auf deinen Weg!:four_leaf_clover:

Falls dies jemand liest und ähnlich erlebt hat- egal ob Tagesklinik, vollstationär oder ambulant- freue ich mich über Erfahrungsaustausch!

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Vielleicht ein Coach? Oder wenn Therapie, wäre wahrscheinlich Schematherapie sehr hilfreich, um die erlernten Muster zu erkennen und zu ändern.
Leider sind Adxs Hirne nicht gerade fähig, sich Sachen längerfristig zu merken, daher muss man richtig konsequent und geduldig sein.
Und in einer Klinik, wo die Adxs nicht anerkannt ist, kann man sich keine gute Hilfe erhoffen.
Viel Glück bei der Suche, bleibe am Ball!

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Vielen Dank für die Tipps und guten Wünsche!
Ich denke ich werde mich nun wirklich nach einem Coach umsehen :+1:t2: Zu der Schematherapie werde ich mich noch mal belesen.

Vom Klinikpersonal würde ich mir mehr Differenzierung und Bescheidenheit wünschen für das angebotene Therapieverfahren anstatt den Patienten fast schon „gewaltvoll“ das eigene Verfahren aufzudrücken.

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Weisskittelnarzissmus…

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