Agressivität, Konzentrationsprobleme als kurzfristige Nebenwikungen?

Hallo zusammen

Nachedem bei zwei Mph-Präparaten (Concetta, Focalin) der Versuch gescheitert ist, bin ich nun bei Elvanse angekommen.

Beim Mph spürte ich keine positive Wirkung und fühlte mich beim Steigern schnell überdosiert. Bei Concerta schon bei der Minimaldosis 18mg, und bei Focalin bei 5 etwa 5mg / 7.5 mg.

Elvanse fühlt sich etwas besser an. Jedoch kommen bei 10mg, je nach Tagesform, bereits die ersten Nebenwirkungen, zu denen ich ich die Frage stellen will.

Und zwar sind das vermehrte Agressivität, Ungeduld, Konzentrationsschwierigkeiten und depressive Verstimmung. Natürlich genau das, was sich eigentlich verbessern sollte.

Nun frage ich mich, ob das zwangsläufig auf Überdosierung hinweist.
Und was mich am meisten interessieren würde; könnten es auch Nebenwirkungen sein, die nach einiger Zeit verschwinden? Und dass die Wirkung erst später „kehrt“?

Unter 10 mg verspüre ich (noch?) Keine Besserung meiner ADHS-Symptome.
Ich habe hier zwar viel gelesen über kleine Veränderungen, die man kaum bemerkt. Oder die Wirkung sich erst nach einiger Zeit bemerkbar macht. Aber das kann es echt nicht gewesen sein! Gestern im Supermarkt war das Einkaufen unendlich anstrengend; keine Reizfilterung, keine Konzentration, sehr ungeduldig, verzetteln.
Naja, das ist hier ja nicht das Thema; mir geht es wirklich gerade um die Frage der oben genannten Nebenwirkungen bei leichter Dosissteigerung.

Ja, ich bin vielleicht auch etwas ungeduldig. Aber ich habe so riesen Angst vor der Zukunft! Ohne eine Verbessurung der Symptome stecke ich im Hamsterrad fest. Mir geht die Kraft aus! Ich schaffe es so, wie es bisher immer war, nicht noch einmal 40 Jahre. Habe Schiss, auf keinen Wirkstoff anzusprechen…

Habt einen schönen Sonntag :slight_smile:

Bei mir kommen diese Symptome, die du beschreibst, wenn ich überdosiert bin.
Seit wann nimmst du Elvanse? Entweder du reduzierst auf 5 mg. und steigerst langsam nach z.B. einer Woche oder fährst noch eine Woche mit 10 weiter mit der Hoffnung es pendelt sich.
Ich hätte tatsächlich reduziert, denn diese Symptome sind wirklich scheisse! Du kannst nach einer Stunde etwas nachnehmen wenn du merkst es ist doch zu wenig. Aber bitte steigere wirklich in kleinen Schritten.

Hallo Prokostine

Ich nehne jetzt seit ca 2 Wochen Elvanse 30
Meine Konzentration ist dadurch bedeutend besser geworden!
Aber ich habe an manchen Tagen depressive Verstimmungen und Agressionen.
Woran merkt man denn ob man überdosiert ist.
Elvanse ist mein erstes Adhs Medikament ich habe noch keine Erfahrungen.
Manchmal habe ich auch das Gefühl das die Wirku g wenn ich morgens aufstehe noch nicht ganz abgeflaut ist.
Aber ich kann jetzt mit dem Medikament trotz lauter Musik die meine Männer hören noch Texte schreiben.
Musik hat mich sonst immer aggresiv gemacht!
I

Je nach Stoffwechsel kann das tatsächlich vorkommen.
Es war bei mir am Anfang auch so, jetzt hat es sich gegeben oder ich nehme es nicht so deutlich wahr.
Nimmst du Elvanse immer zur Selben Uhrzeit?

Ja ich nehme mein Elvanse immer so gegen 8:00 Uhr morgens.
War gestern abend um 22:30 immer noch gut konzentriert und konnte noch lange Texte schreiben.

Danke dir!

Nunja, erst seit einer Woche… Und ich werde mir deinen Vorschlag zu Herzen nehmen. Ist halt sooo fummelig mit dem Teilen. Das alleine macht mich schon aggressiv :aufsmaul :wink:

Alles in Allem kann ich sagen, dass es alleine mit dem SSRI besser war. Der einzige Vorteil an den Stimulanzien bei mir ist, dass ich vorläufig wieder trocken bin.

So schön, dass du eine positive Wirkung verspürst!
Ach super, das ist toll wegen der Musik. Bei mir ist die Reizfilterung nach wie vor katastrophal. Musik im Kaufhaus :aufsmaul :evil:

Das mit dem Morgen kann ich gar nicht beurteilen. Denke, möglich ist es schon…

Weiterhin viel Glück dir!

Was mir halt schon immer aufgefallen ist: Wenn ich mein SSRI reduziere oder absetze, werde ich wahnsinnig unberechenbar, impulsiv, aggressiv und auch sehr unkonzentriert.

Das mit der Impulsivität macht für mich mittlerweile Sinn, das Serotonin einen Einfluss darauf haben soll.

Stutzig macht mich das mit der Konzentration.
Ich frage mich, ob es bei mir eher ein Serotonin-Problem sein könnte. Aber dass dieses solche Auswirkung auf die Konzentration haben kann? Würde das wohl ADHS widersprechen? Obwohl ich mir zu 99% sicher bin, dass die Diagnose stimmt.
Naja, mehr als meine ehemals 30mg Cipralex kann ich ja dann wohl auch nicht nehmen…

So ging es mir mit Sertralin auch, bei jeder Dosiserhöhung. Dazu noch ein Krankheitsgefühl.
Gebe Elvanse eine Chance und habe etwas Geduld. Schließlich kannst du noch Ritalin, Medikinet oder Attentin probieren.
Und trocken bleiben ist ein riesiger Fortschritt.

@allmighty


Bei dir bei der Dosisehöhung? Ist ja interessant.
Ja, ich versuche etwas geduldiger zu sein.
Vielen Dank dir!

Meine Erfahrung (ohne SSRI) ist ja, dass nicht bearbeiteter chronischer Stress (z.B. auch Angststress) durch ADHS-Medikamente verstärkt wird. Wenn ich das recht sehe, wird durch die SSRI dieser Stress gesenkt, dh beim Weglassen steigt er entsprechend an.

Vielleicht reagiert ADHS reagiert auf den Grundstress. Mit Beißen, Kratzen, Wegdröhnen.
Die ADHS-Medikation wirkt auf das ADHS, aber nicht auf den chronischen oder den Angststress, den verstärkt sie bei mir eher.
Wenn ADHS besser wird, wird auch der chronische Stress weniger. Aber das braucht seine Zeit.

Bei mir funktionieren die ADHS-Medikamente erst ganz richtig, seit ich konsequent meditiere… das ist ja sozusagen meine Alternative zu den SSRIs (oder verstehe ich da jetzt was komplett falsch?).
Vielleicht könnte das eine Lösung sein: SSRI sozusagen erst dann senken, wenn man sie mit Bordmitteln kompensieren kann. Und Elvanse sehr langsam aufdosieren.

Die Erfahrung mit der Verpeiltheit in der Einstellphase hatte ich auch. Gerade bei Routinetätigkeiten, ich hatte auch so ein Supermarkterlebnis - peinlich …
Das hat sich aber nach und nach gegeben. Ist halt eine Neuverdrahtung, ein bissel Schwund ist immer.

Das Gefühl, am nächsten Morgen das Medikament noch nicht ganz abgebaut zu haben, kenne ich auch.
Allerdings vor allem in Kombination mit Alkohol am Vorabend (auch wenns nur wenig ist).
Daher lasse ich das auch ganz. Die Medikation teilt sich halt die Leberkapazitäten mit dem Alkohol…
Und mein Leberchen ist mir mittlerweile heilig.

Lustig, das mit der Musik! Ich bin tatsächlich geräuschempfindlicher geworden.

Ja, ich auch. Ehrlichgesagt merke ich erst seit der Medikation wie geräuschempfindlich ich bin. Früher habe ich Geräusche einfach so hingenommen, haben mich zwar gestresst, aber nicht so sehr wie jetzt.

Also ich blicke langsam nicht mehr so durch :ai
Sollte sich nicht gerade DAS bessern?

@Hibbelanna
Danke dir für deine Inputs!

Och mann. Also meine Hoffnung war ja eher, dass ich durch die Stimulanzien fähig werde, an den anderen (Stress)baustellen zu arbeiten. Aber erst den ganzen Stress beseitigen wird wohl noch einmal ein halbes Leben dauern… Aber wie dass ADHS besser werden soll, wenn die Symprome schlechter werden ist mir gerade noch etwas schleierhaft…also eher vollkommen schleierhaft.

Vielleicht liegt es tatsächlich auch an der Situation gerade; wir fahren morgen in den Urlaub. Und das Organisieren und Packen ist für mich eine der schlimmsten und schwierigsten Aufgaben.
Ich habe regelmässig Pack-Albträume, wo sich das Packen endlos hinzieht. Echt der Horror für mich.

Mmmmh, Meditation statt ssri, klingt spannend.
Ich bin mittlerweile auf Venlafaxin umgestiegen. Die werde ich garantiert nicht senken. Jedenfalls nicht, bis eine deutliche Stabilität erreicht ist.

Da kann ich Dich beruhigen: das geht schneller als man denkt! Und: es kann bei Dir auch ganz anders sein. Ich hatte ja keine SSRIs, dh. ich musste überhaupt erst merken, DASS ich Angst-Stress habe, welche Ängste dahinterstecken. Dann Angst und ADHS unterscheiden lernen. Dann mal auf den Trichter kommen, damit umzugehen.–

Ebenso wie viele Kleinigkeiten die Stressschraube zuziehen bis sie sich nicht mehr bewegt, so sind es auch die vielen kleinen Wirkungen von Diagnose und MediKATAtion, die, sobald die Schraube angelöst ist, sie wieder aufdrehen.
Bei mir hat das eineinhalb Jahre gedauert, vom Anfang mit Elvanse bis jetzt, wobei es so ziemlich von Anfang an die kleinen Wirkungen waren, die die Schraube spürbar gelockert haben. Das schwippschwappt so hin und her - kleines ADHSchen reduziert → kleines Stresschen reduziert … usw. Mühsam ernährt sich das Eichhorn, aber es ernährt sich.
Ich finds nur wichtig, das auf dem Schirm zu haben. Wenn es dann schneller geht, kann man sich ja freuen.

Frag mich nicht …
Mein Fingerknaubeltick hat sich auch verstärkt.
Ich nehme an, dass das die Umbauphase ist, die Neuverdrahtung - ein bisschen Schwund.
Vermutlich wird das auch irgendwann wieder besser. Kann ich mir nicht anders vorstellen.

@Hibbelanna Ich konnte bei mir, im Verlauf meiner MediKATation (tolles Wort- danke!), fast die dieselben Effekte entdecken.
Auf einmal öffnen sich diverse unterdrückte Gefühle, Angstbaustellen und sonstige Baustellen, die ich die letzten Jahrzehnte angesammelt hatte. Mit Elvanse habe ich das Gefühl, diese betrachten, anzunehmen und einordnen zu können.

Das mit dem Fingerknubbeln mache ich auch! Habe das lange unter Self-Stimulation geschoben. Es hilft mir tatsächlich etwas zu entspannen. :winken

Ist der Hammer, oder? Ich dachte nicht, dass ich DA mal eine Chance drauf habe. Von daher - wenn man mal weiß, was da abgeht, dann ist es auch nicht schlimm sondern alles immer ein Schritt in die richtige Richtung.


Ich schiebe es auf meine Überempfindlichkeit: die Nagelhaut wächst am Nagel fest - und das Spannungsgefühl ist unangenehm. Aber ich hoffe, dass die Überempfindlichkeit etwas nachlässt. Bei mir hält es die Spannung eher aufrecht… funktioniert also nicht.


@Hibbelanna
Vielen lieben Dank!

Ich habe Elvanse nun doch schon aufgegeben. Selbst 5mg fühlten sich so dermassen falsch an. Ich will mir auch nicht mehr Zeit geben, weil ich das meiner Familie nicht noch länger zumuten will, und weil ich teilweise echt düstere Gedanken hatte.
Es ist nun so, als wäre eine Last von mir gefallen. Ich habe die ssri wieder etwas erhöht, und es fühlt sich so definitiv besser an. Ist echt ein Frust, dass das mit den Stimulanzien nicht zu klappen scheint.


Dann ist das auch richtig so.
Vielleicht macht es Sinn, erst die eine Baustelle (Angst) aktiv zu bearbeiten.
Du weißt ja jetzt, dass ADHS dahintersteckt. Ich könnte mir vorstellen - bzw. bei mir war es so - dass Ängste ganz anders wahrgenommen und bearbeitet werden können wenn klar ist, dass sie komorbid sind.
Außerdem gibt es noch andere Wirkstoffe.
Ich hatte das mit den düsteren Gedanken nur kurz mit Medikinet - das geht, wenn überhaupt, nur sehr bewusst und über eine entsprechend kurze Zeit. Das macht ja was mit einem, auch wenns durch Medikamente verursacht ist.
:stirnkuss

Du bist ja trotzdem auf dem Weg!