Angst vor Einnahme von Medikinet - wie begründet ist sie?

Hallo!

Ich nehme seit etwa 7 Jahren 15mg Escitalopram, seit neuerem habe ich die Diagnose „schon seit Kindheit enorm ADHS, offensichtlich!“ und hab Medikinet verschrieben bekommen, 5mg, nachdem ich meine Ängste vor den möglichen Unannehmlichkeiten wie Unruhe und Nervosität geschildert hab.

Zu meiner Psyche gehört auch eine teils krasse Angststörung, die ich mit Escitalopram recht gut im Griff hab. Als das damals anfing zu wirken und nach 2 Wochen schlagartig seine volle Wirkung erreichte, hat mich das komplett geschockt, dann aber war es ein Traum (positiv).

Ich hab jetzt einfach Angst vor einer Wirkung, die ich ähnlich einem Rausch empfinde, wie bei Gras beispielsweise, wo ich eine gewisse psychische Veränderungen empfinde und entweder Kontrollverlust befürchte oder einfach Panik, weil sich schlagartig etwas in mir verändert. Meine Ängste und meine Müidgkeit waren ja auch immer eine Reaktion auf die Depression: was, wenn ich auf einmal gezwungenermaßen wach bin und nicht mich nicht von mir ablenken kann, was, wenn ich absolut fokussiert und und meiner empfundenen Sinnlosigkeit ausgesetzt bin?

Ich hab wenige Erfahrungen mit Drogen, allein bei Gras habe ich es als furchtbar empfunden, in der Kontrolle der Droge zu sein und zu wissen, dass ich das jetzt noch Stunden aushalten muss. Das möchte ich einfach nicht wieder so haben…hoffe aber, dass einfach das Gegenteil eintritt und ich das Gefühl bekomme, meine Gedanken haben nicht mehr mich unter Kontrolle und machen mich fast wahnsinnig, permanent nervös zumindest…

Das sind alles so Ängste, die gerade überwiegen gegenüber den Wünschen, konzentriert zu sein, Zwangsgedanken zu lindern und wieder mehr Lebensfreude zu haben. Werde bald in Gegenwart meiner besten Freundin mal 5mg probieren. Vielleicht kann mir jemand was Aufmunterndes, Beruhigendes sagen?

Liebe Grüße!

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Liebe(r) Gästezwiebel,

herzlich willkommen!

Aufmunterndes - gegen eine richtige Angststörung werde ich kaum anschreiben können.

Vor einem Rausch, vor Jeglichem wo ich die Kontrolle verliere, hätte ich auch große Angst. Deswegen habe ich auch nie große Mengen Alkohol trinken wollen, ich fand das unangenehm und beängstigend. Seit ich Methylphenidat (Medikinet u. a.) nehme, trinke ich gar keinen Alkohol mehr und vermisse auch nichts davon.

Methylphenidat hat mit einem Rausch oder einer Droge rein gar nichts zu tun. Hat dir das irgendjemand, der es regelmäßig einnimmt, gesagt? Wie kommst du auf diesen Gedanken?

Die Meisten, die Methylphenidat nehmen, fühlen sich endlich normal, ich habe das Gefühl ich bin damit „mehr ich“ als ohne, wach und mit geordneten Gedanken und emotional ausgeglichener. In keiner Weise fremd oder bedröhnt.

Wenn die Dosis zu hoch ist, merkst du es, dann ist es vielleicht wie zu viel Kaffee getrunken und man hat eventuell Herzklopfen, es lässt dann aber bald wieder nach und beim nächsten Mal weiß man dann Bescheid und nimmt wieder etwas weniger.

Von 5 mg (wenn es sich um die Kapsel handelt, also Medikinet Adult) wirst du vermutlich gar nichts spüren, aber das ist gerade für dich gut, dich langsam heranzutasten. Denk dran, dazu oder vorher genug zu essen, sonst funktioniert die Retardierung nicht. Für Frühstücksmuffel gibt es auf die Dauer andere Kapselsorten.

Viele Grüße und alles Gute
Falschparker

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Tatsächlich habe ich es direkt eingeworfen, nachdem ich deine Antwort las. Gleich danach kam eine Freundin und war meine »Tripsitterin«. 5mg für Kinder ab 6.

Nachdem ich Escitalopram einnahm kam sofort eine Art Schwindel zusammen mit einer Matschbirne und leichter Übelkeit. Ähnliches habe ich gestern auch bemerkt, allerdings ging das dann ganz gut, weil ich nicht alleine war und die Nervosität, Ängstlichkeit keine Chance hatte. Ich konnte dann tatsächlich sehr lange und ziemlich konzentriert neben ihr liegen und lesen, wobei ich normalerweise nach 30 Minuten total müde gewesen wäre. Zwar kamen auch hier kurze Müdigkeitsgefühle, aber die konnte ich endlich mal ignorieren und am Ende durfte ich dann spät aber sehr schnell einschlafen.

Heute war das etwas anders. Ich wurde recht nervös allein, dieses Gefühl, wie, nachdem man am Vortag gekifft hat, dieses leicht befremdliche Gefühl im Gesicht, war doch recht arg. Hab mich dann etwas hingelegt und konnte zum Glück schlafen. Meine Angst, wach zu sein, konzentriert und von der Angst gefangen zu sein, war irgendwie sehr akut. Nicht, dass es eintraf - ich konnte mich trotz lauter Nervosität ablenken bzw. konzentriert zuhören - aber das neue Körpergefühl hat mich erstmal verunsichert. Erst sehr viel später am Abend dann, als die Wirkung abnahm, hab ich gemerkt, dass ich wieder unruhiger werde und mich schlechter auf Musik oder Literatur konzentrieren konnte.

Das waren zwei Formen von Nervosität: Die Angst vor der Angst und die Nervosität vom Überfordertsein. Als ich mit meiner Freundin spazieren ging hat sie mir gesagt, dass es eine Situation gab, nämlich als ich ihre Jacke in meinen Beutel gesteckt hab, gleichzeitig in der anderen Hand etwas trug und dabei etwas herunterfiel, in der ich ohne Medikament total nervös und total überfordert gewesen wäre, etwas geflucht hätte, immer mit Humor, aber schon so, dass man merkt, wie mich solche Situationen automatisch in eine Unruhe bringen. Gestern war das gar nicht so und das ist wunderschön. Wie ich Ruhe habe und Dinge geswchehen lassen kann.

Mir wurde von dem unangenhemen Herunterkommen erzählt und, dass manche bei zu wenig oder zu viel sich unwohl fühlten. Escitalopram macht ja auch keinen Rausch »in dem Sinne«, aber man findet sich, wenn dann die Wirkung nach 2 Wochen richtig einsetzt, doch in einem neuen Zustand wieder.

Danke dir ganz doll. Es war gut, das zu lesen, was du schriebst.