Arztwechsel für Eindosierung

Hallo zusammen,

ich bin gerade etwas verzweifelt und hoffe, dass ihr mir vielleicht weiterhelfen könnt.

Also ich habe im Februar die Diagnose bekommen und hatte wegen der Medikamente auch direkt danach einen Termin bei meiner Psychiaterin, bei der ich schon ein Paar Jahre wegen Depressionen in Behandlung bin. Nun hat sie mir auch ADHS-Medikamente verschrieben, allerdings hatte ich den Eindruck, dass sie zu ADHS (jedenfalls bei Erwachsenen) nicht viel Ahnung/Erfahrung hat. Deswegen habe ich jetzt versucht, woanders einen Termin zu bekommen und habe jetzt direkt zwei Termine bekommen. Zuerst nächsten Mittwoch bei einem Allgemeinmediziner, der auch Psychotherapeut ist. Ich weiß, dass er ADHS-Medikamente verschreibt, aber ich weiß nicht, ob es dort wirklich besser wäre als bei meiner jetzigen Psychiaterin. Danach habe ich einen bzw. zwei Termine in einer Spezialambulanz für ADHS im Erwachsenenalter. Diese beiden Termine sind allerdings erst im Mai.

Jetzt frage ich mich, zu welchem Termin ich gehen soll und ob es Probleme gibt, wenn ich jetzt zu dem Allgemeinmediziner gehe und, falls ich dort nicht zufrieden bin, dann im Mai in die Spezialambulanz gehe.

In der Spezialambulanz würde ich vorher komplett durchgechekt werden, mit Blutuntersuchung, EKG, aber auch einem Drogentest. Ich nehme keine Drogen, aber, wenn ich bis dahin die Medis nehme, die ich von meiner Psychiaterin oder dem Allgemeinmediziner bekomme, dann würde der Drogentest doch positiv sein. Und zudem, denke ich, dass die Blutuntersuchung und das EKG vor Beginn der Medikation erfolgen sollten, was ja dann nicht mehr geht und die Ergebnisse wären evtl. verfälscht.

Soll ich jetzt schon in der Spezialambulanz anrufen und direkt sagen, wie es ist oder erst beim Termin? Ich habe allerdings Angst, dass die mir dann den Termin wieder streichen, wenn ich bereits woanders in Behandlung bin. Nichts sagen geht ja wahrscheinlich auch nicht, wegen den ganzen Untersuchungen. Oder soll ich bis dahin komplett auf die Medikamente verzichten? Ich möchte allerdings auch ungerne noch so lange warten, da meine Lebenssituation mittlerweile echt schlimm ist und jeder Tag ohne Hilfe verschlimmert es immer mehr…

Und was soll ich am Mittwoch dem Allgemeinmediziner sagen?

Wie würdet ihr in dieser Situation verfahren?

Was hat sie dir denn verschrieben? Und woraus schließt du, dass sie keine Ahnung hat?

Ich persönlich würde die Medikamente der Psychiaterin einnehmen und mich vor dem Termin bei der Spezialambulanz im Mai bei dieser erkundigen, ob es eventuell sinnvoll, bzw. möglich ist, vor den ganzen Untersuchungen dort das Medikament zu pausieren um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Diese Frage würde ich ebenfalls der Psychaterin stellen. Den Hausarzttermin könntest Du ebenfalls wahrnehmen, aber solltest ihn trotzdem über Deine Pläne in Bezug auf Termine und Medikamente informieren. Eine 2. Möglichkeit wäre, bei der Spezialambulanz anzurufen und dort nachzufragen, ob Du Deine von der Psychaterin verschriebenen Medikamente jetzt schon vor der Untersuchung nehmen kannst, oder lieber noch bis danach abwarten solltest.

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Naja, es ist nur mein Eindruck. Sie hatte mir erst Medikinet adult verschrieben. Ich sollte mit 5 mg anfangen und wöchentlich um 10 mg steigern. Ich habe ihr dann gesagt, dass das bei vielen nicht so lange wirkt, worauf sie meinte, dass ich es dann mittags noch mal nehmen soll, aber insgesamt nicht mehr als 30 mg am Tag. Ich frage mich hier schon, warum sie die zweite Dosis erst auf Nachfrage erwähnt, wo es doch auch in der Packungsbeilage auch so steht. Und wieso nicht mehr als 30 mg pro Tag? Ich dachte bis jetzt, man soll langsam steigerm, bis man die richtige Dosierung herausgefunden hat und die Maximaldosis pro Tag ist doch 1 mg/kg.

Nun gut, ich habe das Medikinet adult ausprobiert und habe festgestellt, dass es bei mir etwa 3 Stunden wirkt, was extrem wenig ist. Ich war nach zwei Wochen wieder da und habe ihr das geschildert und dass ich es mehr als zwei Mal am Tag genommen habe. Darauf meinte sie, dass man es trotzdem nur zwei mal am Tag nehmen soll. Und was soll ich danach machen? Mein Tag ist dann noch lange nicht zu Ende. Sie wollte mir dann Concerta verschreiben, aber ich habe sie um Elvanse gebeten. Sie hat mir dann die 30er Kapseln verschrieben, die ich nur einmal am Tag nehmen sollte. Auf die Frage, was wenn es auch nicht so lange wirkt, wie es soll, meinte sie, ich soll es trotzdem nur einmal am Tag nehmen. Von wöchentlichen Steigerungen hat sie mir erst gar nichts gesagt und nichts dafür verschrieben.

Am Anfang hatte sie noch gefragt, wie es mir geht. Ich sagte ihr, dass ich nicht mehr so erschöpft bin. (Ich leide schon ewig an dieser ständigen Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit… Bis jetzt hat mir nichts geholfen, die Schilddrüsenhormone wegen der Schilddrüsenunterfunktiom nicht, Eisen beim Eisenmangel nicht, Vitamin D beim Vitamin D-Mangel nicht, keine anderen NEMs und die Antidepressiva Bupropion 300 mg und Fluoxetin 20 mg auch nicht.) Nun war ich so froh, dass nicht mehr so erschöpft bin, auch wenn ich bis dahin keine anderen Verbesserungen durch Medikinet adult festgestellt habe. Und da meinte sie, mich leicht belächelnd, dass das kein ADHS-Symptom ist und dafür sind die Medikamente nicht da.

Bezüglich körperlicher Untersuchung vor der Medikation meinte sie, da braucht man nichts machen. Ich sollte mir nur für zu Hause ein Blutdruckmessgerät kaufen und ab und zu den Blutdruck messen.

Sie hatte mir dann wegen der Antriebslosigkeit gesagt, ich könnte das Fluoxetin noch weiter bis 40 mg steigern, aber durch diese gesamte Situation hatte ich mich nicht mehr wirklich Ernst genommen gefühlt. Und ich habe Zweifel, dass ich dort eine vernünftige Einstellung bekomme.

Ach ja, und die 30er Elvanse wirken auch nur etwa 5 Stunden.

Hattest du denn reichhaltig von der Einnahme von Medikinet gegessen. Wenn du nicht reichhaltig ißt kann es sein das es nicht die voll Zeit wirkt, weil beide Dosen zu ähnlichen Zeitpunkten aktiviert werden können = bei Wirkphasen können dann gleichzeitig oder fast gleichzeitig anfluten und kürzer wirken

Klingt für mich sehr kompetent. Für den Einstieg absolut richtig.
Wenn sie keine Ahnung hätte, wäre sie höher eingestiegen.

Könnte es sein, das du ein Angstthema hast?

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Ich sag ja auch nichts wegen der langsamen Eindosierung. Aber der Rest und vor allem, dass sie mich und meine Symptome nicht richtig ernst nimmt, was auch nicht das erste Mal ist.

Ein Angstthema habe ich nicht!

Das habe ich erst gemacht, aber weil die Wirkdauer so kurz ist, konnte ich dann nicht alle drei Stunden etwas essen…

Dann funktioniert die Retardierung Medikinet aber nicht.
Wieso alle 3 Stunden? Alle 3 Stunden nähme man unretardiertes MPH.

Weil es nur etwa 3 Studen wirkt, auch wenn ich es zum Essen einnehme.

Also ich kann nur von meiner Erfahrung sprechen und ich sollte mit elvanse eindosiert werden aber haben den Psychiater überzeugen können das wir mit Medikinet anfangen.

Vorteil für mich bei Medikinet sind geringer Nebenwirkungen und durch die 4-5 Stunden wirkdauer würde das gut passen wenn ich es morgens um 9 einnehme zur Arbeit kann ich bis es wirkt so etwa bis 15uhr konzentriert damit arbeiten und zum Feierabend hin würde die Wirkung dann nachlassen so das ich privat wieder auf dem normalen Stand wäre.

Es ist Geschmacksache finde ich.

Die einen wollen auch privat weiter von der Wirkung profitieren und andere wollen privat eher wieder sie selbst sein und die Wirkung nicht überstrapazieren.

Die halbwertskurve von Medikinet ist auch geringer als zu elvanse zb. War auch ein Grund für mich der mehr für Medikinet sprach.

Leider hat mein Psychiater nur nicht lange Medikinet testen wollen und ich habe 1 Woche mit 30mg und die zweite Woche mit 40 gestartet ohne Änderung so das er direkt zu elvanse wechseln wollte.

Bin jetzt mittlerweile bei elvanse 50mg ohne spürbare Änderungen. :man_shrugging:t2: