Außerplanmäßige Einnahme aufgrund unerwartet Starker Hyperaktivität

Hallo und guten Abend,

da ich ja gefühlt einer der besonders krassen Fälle angeht was die Hyperaktivität angeht, habe ich inzwischen (nur) drei mal seit Beginn meiner Medikamentierung das Problem gehabt (Rund 15 Monate), dass ich irgendwann zu einem Zeitpunkt X am Tage (bspw. 12 Uhr, 14 Uhr / 17 Uhr) ein so starkes und krasses hyperaktivitätsgefühl/Unruhe/Nervösgefühl entwickelt habe, dass ich Gefühlt nicht mehr weiß wo oben und unten ist. Das ist teilweise exakt so stark, wie an den schlimmsten Tagen vor der Medikamentierung. An diesen drei Situationen gab es nichts was mir Abhilfe schaffen konnte. Ich fühlte mich wirklich verzweifelt.

Nach Stunden des Leidens hatte ich dann außerplanmäßig eine Attentineinnahme in geringster Dosis (5mg statt sonst 10mg) durchgeführt. Außerplanmäßig heißt bei mir, wenn es weniger als 11 Stunde nach Elvanseeinnahme passiert. Am krassesten Tag war es 5 Stunden nach Elvanseeinnahme. Nach der Einnahme/Wirkung der Extramedikation änderte sich für mich nur folgendes: Hyperaktivität (& Co) ging weg und es stellte sich die normale Wirkung ein, so wie ich sie täglich kenne.

Gibt es auch andere Betroffene, welche mein Problem teilen? Ich möchte Grundsätzlich so wenig Medikation einnehmen wie nötig und insbesondere solche Extraeinnahmen vermeiden.

Um es nochmal deutlich zu machen, hier geht’s mir um eine außerplanmäßige Einnahme, obwohl das ürsprüngliche Medikament noch wirken sollte und ob jemand hier schon Erfahrung hat oder einige gute Tipps hierzu hat damit umzugehen.

Danke und LG

Also wenn es bei dir so selten vorkommt und die extra Medikation half würde ich das als gute Hilfe sehen und mir keine weiteren Gedanken dazu machen.

Wenn es sonst nie vorkam , dann ist vielleicht wohl irgendwo was außergewöhnliches gewesen?

Hormone, Nahrung, einfach so schlecht drauf, Psyche , Wetter etc…pppp oder ich könnte mir gar vorstellen irgendwas an fehlproduktion mit der Kapsel

Danke für die Antwort,

ich denke so viel bereits in die Richtungen nach. An jedem Tage gab es bisher keinen psychischen Grund wie Verärgerung oder Stress.
Beim Thema Nahrung sehe ich Chancen, dass dies einen Einfluss hat oder Ursache sein könnte. Jedoch keinerlei Beweis beisher gefunden in Form eines Musters.

Es gibt doch einfach auch mal so Tage , da ist man irgendwie anders drauf , da ist alles anders und alles irgendwie nur kacke, obwohl eigentlich nichts besonderes war . Viellicht war das eines solcher Tage , die man einfach mal hat ?

Wir vergessen immer wieder dass es diese Tage auch trotz Medikation gibt so wie es die anderen Menschen ohne auch haben.

Es ist mir oft passiert. Wenn es so kommt nehme ich ein/zwei Schlückhen von meinem Elvansetrank, entsprechen ca. 10 mg. Elvanse.
Bei mir kann ich auch keinen Grund feststellen.

Danke für die Antworten,

das beruhigt mich doch etwas. Ich fahre mit den 70mg Elvanse und 10mg Attentin bisher doch äußerst gut.
Ich habe bei jeder Extra-Einnahme nur eine große Angst, dass durch dieses „Mehr“ irgendwann die bisherige Dosierung nicht mehr optimal ist - Stichwort „Gewöhnung“. Nicht im Sinne einer Sucht oder Bedürfnis.
In meinem Kopf sind die Mengen 70mg & 10mg festeingebrannt und diese möchte ich auf gar keinen Fall erhöhen. Lieber bin ich Übervorsichtig als irgendwann das einzige was mir ein halbwegs normales Leben gewährt zu verlieren.

Und auch mir ist aufgefallen das es mal schlechtere und mal bessere Tage gibt. Bisher konnte ich folgende Auslöser für schlechte Tage / Unwirksamkeit ausmachen:

  • Krankheit & Krankheitsgefühl / Kopfschmerzen oder sonstige Schmerzen.
    → Grippe = mehrere Tage in Folge 0,0 Wirkung von Elvanse / Ritalin (damals).
    → Kopfschmerzen = Wirkverlust ab Beginn bis Tagesende
  • Mangelernährung
    → Wirkverlust macht sich bemerkbar durch Hyperaktivität und geht einige Zeit nach einem ausreichenden Essen.

Hast du vom Attentin so was wie ein Rebound? Die lezten zwei Tagen hatte ich eine unerträgliche Unruhe am Ende der Wirkzeit, gestern musste ich Tavor nehmen.
Ich weiß nicht, ob es mit dem Attentin zusammenhängt, oder weil ich am Tag zu wenig gegessen habe?
Wie spürst du das Abklingen des Attentins?

Ich versuche ein Wirkende immer in die Zeit zu legen, in welcher ich müde werde. Auch ohne Medikation - wenn ich müde werde, habe ich keinerlei Hyperaktivität oder der gleichen. Demnach habe ich keinen rebound.

Guten Morgen,

nach ein paar Monaten ist heute wieder so ein ominöser Tag des vegitieren.
Habe jetzt eigentlich ein paar Sachen zu tun. Zumindest sollte ich diese tun.
Aber ich fühle mich… Unruhig. Das geht so seit zwei Stunden und die Timeline wann ich diese Sachen erledigen kann wird kürzer und kürzer.
Es ist ja nichtmal was großes…maximal eine Stunde…

Heute, sowie dieses Jahr den 10.01 / 04.02 /21.03 (Ja führe Tagebuch) erfolgte eine extra Einnahme vom Attentin (nur 5mg) zu den 70mg Elvanse heute morgen. Es sind wenige Tage, aber mir gefällt das ganz und gar nicht.

Inzwischen hab ich seit 1-2 Monaten das Gefühl, als wenn meine Dosierung (70mg Elvanse / 10mg Attentin) wirklich nicht mehr optimal ist.
Das fühlt sich so an, als würde noch so ein kleines Tüpfelchen fehlen bis zur optimalen Wirkung. Dies merke ich inzwischen sehr deutlich, da durch ein Studium meine kognitiven Fähigkeiten stark gefordert sind. Natürlich ist durch die Medikation ein Tag/Nacht Unterschied gegeben. Ich sehne mich jedoch ein wenig nach der vollumfänglichen Unterstützung, so wie ich Sie vor einem Jahr hatte - als es perfekt wirkte für eine lange Zeit. Der Kopf schaltet gelentlich in den Vorlesungen und beim Lernen aus.
Ich habe letzten Freitag versucht Mathematik der 10. Klasse zu lernen. Ich habe für eine wirklich kleine Sache (PQ-Formel, vielleicht kennt es ja wer) ganze sechs Stunden gebraucht!!! Und bin nachwievor nicht sicher in der Anwendung.
Ich komme mir da einfach so super mega außerordentlich dumm vor. Erstens dass ich es JETZT noch lernen muss und zweitens ich es nicht hinkriege, weil ich einfach nicht die Leistung in meinem Kopf abrufen kann, die ich benötige…
… es gab aber in der Vorlesung noch eine andere (ehr unwichtige Sache). Die hat mich dann so interessiert, dass ich Stundenlang mich darüber informiert habe und das perfekt kann. Ich wünsche mir so sehr, dass ich meine Fähigkeiten die ich da hatte, auch auf die anderen Sachen anwenden kann.

Am kommenden Freitag habe ich nach langer Zeit auch wieder einen Termin beim Psychologen. Klar werde ich hiervon berichten. Und sicherlich wird er mir die kleine Erhöhung der Dosis vorschlagen (Er vertraut mir da, ich bin ihm so dankbar).
Aber aktuell - zu einem überwiegenderen Teil - möchte ich das gar nicht.

Einerseits ist das natürlich aufwändiger (Elvanse 50mg+Elvanse 30mg nehmen sowie Attentin 20mg (davon jedoch nur 3/4)…
Andernseits habe ich wie seit Tag eins wirklich die befürchtung, dass ich in einem Jahr wieder dann da stehe und wieder 10% erhöhen muss…
Also das ich irgendwann vielleicht nicht mehr eine „ausreichende“ Wirkung habe und meinen „heiligen Gral“ verliere, weil ich nach Absprache höher Dosiert habe.

Diese Medi-Sache ist wie der Führerschein für mich: Auf gar keinen Fall und unter keinen Umständen wird das aufs Spiel gesetzt. Ich habe Angst, mich eine Zeit besser zu fühlen und dann in einer Zeit X alles zu verlieren… ich hoffe ich konnte richtig Beschreiben, was ich fühle. Ansonsten gerne nachfragen, dann probiere ich es nochmal anders.

Liebe Grüße

Das verstehe ich sehr gut, habe auch solche Befürchtungen bei mir, aber ich nehme noch zu wenig, daher wird es Zeit brauchen.

Kannst du dir leisten, eine Woche oder ein Wochenende eine Medipause zu machen? Oder für eine Weile einen anderen Wirkstoff zu nehmen? Also Ritalin/Medikinet?

Wieviel Attentin nimmst du zur Zeit? Verstehe ich richtig, 15 mg. am Tag zusätzlich zu 50 mg.? Mich hauen 2,5 mg. Attentin abends echt um, daher nehme ich momentan nur die Hälfte davon.

Danke für die Antwort.
Eine Medipause würde ich in betracht ziehen, wenn ich kein Wirkgefühl mehr hätte. Ich denke es wirkt so zu 80-90% von dem was es optimalerweise sollte.
MPH finde ich persönlich zu „hart“, beim Ritalin gab es ordentliche maxima der Wirkung die wirklich unangenehm waren. Nach diesen maxima war jedoch wie Wirkung gefühlt kaum vorhanden. Eine Achterbahn.

Aktuell nehme ich 70mg Elvanse täglich.
Attentin wird 10mg genommen, wenn ich einen normalen Arbeitstag habe (= sehr langer Tag) oder ich am Wochende abends noch weg bin (jedenfalls vor Corona).
Kurzrum durchschnittlich: Mo-Fr: 70mg Elvanse + Abends 10mg Attentin | Sa-So: nur 70mg Elvanse.

PS: Mit den nun 5mg welche extra genommen worden sind, habe ich nun die Sachen welche zu tun waren erfolgreich anfangen und beenden können. Das „Extra“ brachte einfach nur die optimale Wirkung sowie das höchstmaß an Konzentration. „Stärker“ als ich es kenne wirkt es glücklicherweise nicht.

Glückwunsch, dass Dein Plan aufgegangen ist. Kann es trotzdem sein, dass Du mit den Formulierungen hier nah an der Wurzel bist?

Verzeih den Ausflug in die Tierwelt, aber wenn ich als Springpferd auf ein Hindernis zulaufe, das schwierig und wichtig ist und wenn es nicht klappt, kriege ich noch ein „Du bist so mega außerordentlich dumm und solltest das schon seit der 9 Klasse können“ mit der Gerte ab, würde ich doch vielleicht auch eher blockieren, als wenn ich auf was Unwichtiges, aber Interessantes, eher Neues und nicht mit x „Vorwürfen vergangenen Versagens“ Belastetes zugeritten werden.

Lässt mich gerade wieder an PEP denken (<LINK_TEXT text=„https://www.innen-leben.org/wp-content/ … itung1.pdf“>https://www.innen-leben.org/wp-content/uploads/2020/03/PEP_Krisenhilfe_Anleitung1.pdf</LINK_TEXT>): Auch wenn ich für die PQ-Formel sechs Stunden brauche, achte und schätze ich mich, wie ich bin?

Danke jedenfalls: Hat mich gerade selbst wieder erinnert, wie ich mein bockendes Pferd konstruktiver satteln kann. „Auch wenn ich mich in Blockaden selbst nicht mehr an meine besten Anti-Blockier-und-Prokrastinations-Strategien erinnere, spreche ich mir nicht sämtliche Menschenrechte ab. (Und sei es nur, weil das tiefer in die Blockade führt und nicht aus ihr heraus.)“

In heart and brain-Bildern: <LINK_TEXT text=„https://twitter.com/theawkwardyeti/stat … 85/photo/1“>https://twitter.com/theawkwardyeti/status/1397548503367393285/photo/1</LINK_TEXT>

Guten Morgen,

ich musste wirklich schmunzeln beim Lesen. Ich liebe diese Antworten!! :slight_smile:
Also ich muss wirklich zugeben, ich formuliere manchmal etwas überspitzt, in der Hoffnung, dass ich so besser den Kern meiner Aussage in den Fokus rücken kann.

Bei mir ist das auch so, dass ich dieses (für mich) leichte runter machen brauche. Auch negative Kommentare etc. haben nicht nur negatives für mich.
Das gibt mir Energie, Motivation und Antrieb etwas zu verbessern oder zu ändern. Ohne das hätte ich niemals diesen Ehrgeiz gehabt alle nennenswerten Ziele in meinem Leben zu erreichen.
(In etwa so wie ein Torwart im fremden Stadion, wo die Zuschauer des Gegners beim Elfmeter sagen, „den hälst du nicht“. Trotz dieser Aussagen den Ball zu halten ist doch sicherlich ein absolut geiles Gefühl → und so ähnlich ist das bei mir im alltäglichen Leben).

Wohingegen einfühlsame Worte like „du schaffst das, ich glaube an dich“ wirklich süß sind!! aber letztlich in mir drin nicht allzuviel verändern. Wahrscheinlich weil mir das keine Herausforderung gibt, weil es nichts gäbe wo ich hier Siegen könnte oder etwas beweisen könnte. (OHNE!! das jetzt schlecht reden zu wollen). Kann gar nicht einschätzen ob ich zu einer minderheit gehöre, die so denkt.

Ich hatte übrigens meinen Termin beim Psychologen. War schön Ihn mal wieder zu sehen und mal so zu erzählen was so das Jahr passiert ist. Ich habe genau Protokoll geführt an welchen Tagen ich denn Attentin extra genommen hatte, mit Uhrzeiten sowie Gründe und was an dem Tag so war.
Jedenfalls vertraut er mir (und das bedeutet mir viel) und sagte mir, dass ich das nach eigenem ermessen machen kann mit den 5mg mehr nehmen. Für mich heißt das, dass dies notwendig ist an Tagen an welcher ich eine große Leistung im Kopf abrufen muss. (Aktuell morgens und das an drei Tagen in der Woche).

Zur Verdeutlichung:
Elvanse 70mg wirkt meistens bei mir wie folgt: Ruhe im Magen bzgl. Hyperaktivität, Fokus kann besser gesteuert werden, Verhalte mich relativ durchschnittlich, Kompliziertere Gedanken können teilweise verfolgt werden. Quasi an jedem Tag ausreichend.
Elvanse 70mg + 5mg Attentin: Selbiges wie zuvor, jedoch ist es nun möglich komplizierte und längere Gedankengänge zu folgen und zu verinnerlichen. Es fühlt sich an, als wenn ich tatsächlich alles Geben kann was ich zur Verfügung habe. Kurzum: Einfach logisch sofort verstehen können was ich tue ohne das neue Wissen immer und immer neu zu durchdenken bis ich es verstehe.