Auswendiglernen - nur wie?

Guten Abend,

ich bin derzeit ziemlich gefrustet, weswegen ich mich auch hier angemeldet habe (ADHS-Chaoten gibt es offensichtlich nicht mehr). Seit etwas über einem Jahr lerne ich mit Französisch eine neue Fremdsprache, was mich ungemein frustet. Ich hatte jahrelang Französisch in der Schule, aber… na ja. Als ich es nach der 11. abgewählt habe, konnte ich gar nichts. Das erste Semester letztes Jahr war noch in Ordnung, da ich diese Grund-Grund-Grundlagen noch mehrheitlich irgendwo im Hinterstübchen parat hatte. Generell habe ich auch kein Problem mit der Sprache, sondern mit dem Vokabeln lernen. Ich kriege die einfach nicht in den Kopf, im Englischen ist es genauso. Es frustriert mich ungemein, wenn ich Wörter lerne und lerne und trotzdem bleiben sie einfach nicht hängen. Wenn ich mir alte Karteikärtchen nochmal vornehme und davon dann einen Großteil vergessen habe, bin ich so gefrustet, dass ich am Liebsten alles hinschmeißen möchte.

Daher nun die Frage: Wie lernt Ihr Dinge auswendig? Gibt es eine Strategie für unsereins, um nicht pro Wort gefühlt 20 Jahre zu brauchen und es dann umgehend wieder zu vergessen, sobald man es zwei Tage nicht gebraucht hat?`

Vielen Dank im Voraus!

VG

PS: Wo kann ich dauerhaft die EInstellung verändern, dass die Posts von oben nach unten und nicht umgekehrt dargestellt werden? Das treibt mich schon jetzt in den Wahnsinn… Danke!

Ich gehe mal davon aus, du hast nicht die Möglichkeit die Sprachen zu sprechen.
Was mir damals geholfen hat war Texte übersetzen… Von Englisch auf Deutsch und umgekehrt…
Dann kannst du noch kleine Geschichten schreiben.

<URL url="https://adhs-forum.adxs.org/t/beitragsreihenfolge-umdrehen-neue-oben-alte-unten/58/1 text=„viewtopic.php?f=10&t=24“>https://adhs-forum.adxs.org/t/beitragsreihenfolge-umdrehen-neue-oben-alte-unten/58/1

Irgendwo in dem thread ist es erklärt

Im Persönlichen Bereich gehst du auf „Einstellungen“ dann auf „Anzeigeoptionen ändern“ dann unten auf „Sortiere Beiträge“ dass muss auf „Aufsteigend“.

Edit: Oh, Rocco war schneller.

Hast Du mal testweise in solche Bücher reingesehen:

<LINK_TEXT text=„https://www.amazon.de/gp/aw/d/386882468 … 3868824685“>https://www.amazon.de/gp/aw/d/3868824685/ref=dbs_a_w_dp_3868824685</LINK_TEXT> ?

Arbeitet mit Sprachbildern: La vache - die Kuh - wasch die Kuh.

Je nach Wörtern kann man auch die Wohnung mit Post Its an den Gegenständen (mit der Übersetzung) bekleben.

Und/oder mal die Lieblingsfilme oder -serien in der Fremdsprache suchen.

2, 3 Filme, die man quasi in beiden Sprachen „auswendiggeguckt“ hat, helfen m.E. sehr beim Wortschatzaufbau.

Vor allem aber Zusatzstress durch Selbstvorwurfsorgien unterbrechen. Du gibst Dir Mühe, und schon das verdient (Selbst-) Respekt. Dauert sonst nur länger…

Bonne chance!

ggf thematisch zu den Vokabeln gar "klein"Kinderfilme auf französisch schauen, Kinderfilme sind ja einfacher in der Sprache.

Hallo @123weg ,

ich beziehe mich jetzt mal nur auf das reine Auswendiglernen: Wenn Du mit Karteikarten lernst, nutzt Du dann das System der Lernkartei, das die Vergessenskurve berücksichtigt?

Lernkartei – Wikipedia

Wenn nein, würde ich es an Deiner Stelle probieren.
Wenn ja, würde ich es noch weiter individuell optimieren, also testen, in welchen Zeitabständen Du die Wörter, die Du leicht wieder vergisst, wiederholen musst.

Apps, die die Methode simulieren, gibt es jede Menge, auch kostenlos (z.B. Anki). Auch feste Lernprogramme wie Babbel und Mosalingua (weitere habe ich nicht ausprobiert), integrieren das Karteikastenprinzip.

Wenn es sehr schwierig ist, würde ich für die schwer zu behaltenden Wörter die 80/20-Regel anwenden, also nur 80% der schier unmerkbaren üben oder für 80% von ihnen Erfolg anstreben und für diese dann Zusatzhilfen wie von @Elementary beschrieben oder z.B. Post-Its an hoch frequentierten Stellen (Badezimmer, PC-Bildschirm) einsetzen.

Da wir hier Ratschläge ins Blaue geben, wäre es, falls Du weitere Hilfe möchtest, günstig, wenn Du beschreibst, wie Du bisher genau vorgehst.

Gutes Gelingen,

Cassiopeia

Vielen Dank für die hilfreichen Tipps. Prinzipiell lerne ich so, wie von Cassiopeia beschrieben, aber nicht in diesem Maße. Aber das werde ich jetzt so strukturieren, klingt sinnig. Mal schauen, ob es was bringt.

Da ich eigtl. so gut wie nie Filme oder gar Serien schaue, wird es hierbei schwierig. Außerdem ist das generell ein riesengroßes Problem, weil die Franzosen reden wie ein Maschinengewehr… Daher ist es auch schwierig, über ein paar Allgemeinsätze hinaus im Alltag das Erlernte anzuwenden. Aber ja, gerade was Elementary gesagt hat muss ich lernen: Keine Selbstvorwürfe. Ich glaube, das kennen wir vermutlich alle… Ich bin nie zufrieden.

Vielleicht auch ganz hilfreich: <LINK_TEXT text=„https://www.linkedin.com/pulse/4-fakten … hen-jaksch“>4 Fakten über deinen Hippocampus, die dich zum effizienteren Lerner machen.</LINK_TEXT>

:winken

Da ich gefühlt nie schlafen kann, ist das natürlich sehr ermutigend… :?


Kommt auf den Standpunkt an… wenn du deine Schlafprobleme irgendwie in den Griff oder wenigstens gebessert bekommst, gewinnst du vielleicht nicht nur an Lernfähigkeit sondern insgesamt an Lebensqualität!

Was genau heißt denn, dass du ‚gefühlt nie schlafen‘ kannst?

Huhu,
für mein Studium muss ich z.T. auch ziemlich viel auswendig lernen und ich schwöre auch auf Karteikarten, das ist einfach am effektivsten. Mir hilft da die App StudySmarter. Das gute dabei ist, dass die App einen „Gamification“- Ansatz hat, damit wird das Ganze etwas spielerischer. Man bekommt Punkte, steigt Level auf und sammelt Awards, wenn man mehr Karteikarten auswendiglernt. Außerdem gibt es bunte Statistiken zum Lernfortschritt. Die App ist schon eher für Studierende, aber man kann sie eigentlich für alles benutzen und muss auch Karteikarten oder Fächer nicht teilen. Und man kann die Karten verschieden sortieren lassen bzw. sich in unterschiedlichen Reihenfolge anzeigen lassen (von der „smart“- Funktion halte ich aber nicht so viel).
Generell lerne ich häufig, aber meist nur kurz am Tag und fange sehr früh an, damit ich häufig wiederholen kann. Meine Karteikarten sind auch kurz, damit ich mich gut abfragen kann, indem ich alles aufsagen muss, was draufsteht (diese Art freier Recall ist besser für die Konsolidierung, als nur alles immer wieder durchzulesen :slight_smile:). Dafür sind es immer so 200-300 pro Fach. Ich bin bisher immer erstaunlich gut durch die Klausuren gekommen.

edit: ich seh gerade, es geht ja um Sprachen :smiley: Da kann ich nur sagen, dass ich Babbel mega gut fand zum lernen, ist aber soweit ich weiß nicht kostenlos.

Hi,

werden bei Dir die alten Beiträge unten und die neuen Beiträge oben angezeigt?
Könntest Du das bitte nochmal bestätigen ?

Falls es so wäre, wäre das (inzwischen) keine Absicht (mehr).
Das hatte ich schon zwei mal der IT gesagt, dass sie das endlich zurückumstellen sollen… Dachte die hätten das gemacht und die Einstellung wprde vielleicht nur bei neuen Mitgliedern wirken… Wenn es bei Dir aber auch nicht so ist, haben die da Murks gebaut…

Zum lernen:

Bei AD(H)S ist ja unter anderem die Motivierbarkeit schwer beeinträchtigt.
Sprich, AD(H)S-Betroffene können sich schwerer zu etwas motivieren, das sie nicht interessiert, als Nichtbetroffene.
Das ist keine Faulheit, sondern ein Selbstlenkungsdefizit.
<LINK_TEXT text=„https://www.adxs.org/symptome-von-adhs/ … sprobleme/“>https://www.adxs.org/symptome-von-adhs/vertiefte-darstellung-einzelner-adhs-symptome/motivationsprobleme/</LINK_TEXT>

Das merkt man andersherum daran, dass AD(H)S-Betroffene auf einmal viel weniger Symptome haben, wenn sie etwas machen, das sie wirklich interessiert.

Vokabeln lernen ist per se etwas, das nicht zielorientiert ist.
Das ist wie für jemanden, der gerne Fussball spielt, das langweilige Training unter der Woche für das Spiel am Wochenende. Es ist eine vorausbauende Übung. Etwas, das man sich anfressen muss, um irgendwann mal was damit anfangen zu können.
Das funktioniert bei AD(H)S sehr schlecht. Entferntere Belohnungen werden im Vergleich zu Nichtbetroffenen niedriger bewertet (nahe Belohnungen dagegen ungefähr gleich).
Bei AD(H)S kann es tatsächlich helfen, anstatt geduldigem aufeinanderaufbauens direkt in die Sache reinzustolpern und aus den Fehlern beim machen zu lernen.

Was also funktionieren könnte, wäre, wenn Du Dir einen französischen Text suchst über etwas, was Dich wirklich wirklich interessiert.
Am perfektesten wäre es, wenn es den Text nicht in Deutsch gibt :wink:
Wenn Du versuchst, diesen Text zu lesen, wirst Du die Vokabeln sehr viel schneller lernen als wenn Du sie Dir kontextlos in den Kopp kloppst.

Nur liest sich ein französischer Text nicht so sehr flüssig, wenn einem die Vokabeln fehlen…
Die Lösung dafür ist
a. Deepl
b. Google Übersetzer

Deepl ist deutlich besser als Google, aber beide sind für solche Zwecke brauchbar.

In Chrome kann man einfach einen Text markieren und die Übersetzung wird angezeigt (solange nur ein paar Worte markiert sind). Jedenfalls wenn man man es Chrome erlaubt oder die Google-Übersetzer-App installiert hat.
Die Deepl-App für Windows macht das mit Strg+c+c
(Beides ist kostenlos).

Klappt vielleicht auch erst, wenn man wenigstens schon mal die ganz ganz groben Grundlagen geschafft hat.
Aber auch die lernen sich nach und nach damit weiter…

Viel Erfolg !

Ich tu mir mit dem Auswendiglernen und vorallem Behalten auch schwer. Wie oft habe ich Kurse angefangen und dann aufgehört, und Gelerntes ist wie ausgelöscht im Kopf.
Beim Sprachenlernen habe ich mir oft Bildwörterbücher zugelegt, da ich visuell besser lernen kann.
Ein Rollenspiel mit sich selbst war manchmal auch ok: Ich spiele Lehrer und erkläre mir den Lernstoff und entwerfe selbst Arbeitsblätter und teste mich dann damit.
Ich habe auch gemerkt, was mich sehr interessiert, das geht schneller rein, aber ist keine Garantie fürs Bleiben im Kopf.
Ich bin oft so verträumt und wieder abwesend, dass auch Routineaufgaben immer wieder neu gelesen werden müssen.
Manchmal denke ich, es wäre schön, mehr behalten zu können. Dann könnte ich jetzt so viel mehr wissen und können.

Bei Lernschwierigkeiten scheint mir aber auch der Weg in Teufelskreise teuflisch kurz. Wie schnell landet man in so einem selbsthypnotischen „Ich kann mir das nicht behalten. Das ist bei mir / bei ADxS / … eben so“.

Es lohnt sich doch, immer mal wieder zu überlegen, warum Du allenfalls „oft“ so verträumt bist und eben nicht immer … und was anders ist bei Themen, die dann doch hängenbleiben und bei denen Du nicht verträumt bist.


Das spricht das für die Effektivität Deines Gehirns - use it or lose it… (ja, ich weiß, der war echt gut und sinnvoll :rotwerd )
Ohne Spaß, wenn Du sie nicht brauchst, gehen sie verloren.
Die eine Möglichkeit hat @Cassiopeia schon aufgezeigt. Ich habe dict.cc für meine Vokabeln, da laufen die automatisch in einen Lernkarteikasten rein. Allerdings muss man sich die dann echt auf Termin legen. Wir ADHSler pflegen ja in Zeitlöcher zu fallen - und dann ist eben die Vergessensgrenze schnell überschritten.

Bleibt aber das träge Wissen.

Bleibt Dir nur, Dir die Vokabeln wichtig zu machen. Bau sie in Sätze ein, rhythmisiere sie - versehe sie mit Melodien.
Arbeite mit verschiedenen Sinneskanälen. Sätze aufsprechen und abhören, aufschreiben… schon die Beschäftigung damit welche Methode man da nimmt, hilft.
Sätze lernen sich entsprechend besser, weil sie eine Bedeutung haben.

Und dann gibts eben noch die Lernapps mit Sprachbots oder Apps, hier ist ein netter Artikel.
Sprachbots müssen halt ernährt werden…
<LINK_TEXT text=„Sprachen lernen mit Chatbots oder „Adieu“ Vokabelpauken? - mediaworx bloggt … belpauken/“>Sprachen lernen mit Chatbots oder „Adieu“ Vokabelpauken? - mediaworx bloggt</LINK_TEXT>

Ich brauche generell eigtl. immer Stunden, um einzuschlafen. Dann schlafe ich total unruhig, bin meinem Empfinden nach viel wach und wache auch sehr früh auf. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal aufgewacht bin und halbwegs fit war. Seltsam ist, dass, sobald jemand neben mir schläft, mir erzählt wird, wie gut ich doch geschlafen habe, während es mir vorkam, dass ich durchgehend wach war. War auch bereits im Schlaflabor und dort lief es exakt genauso ab: Ich lag die ganze Nacht wach. Morgens kam die Schwester rein, schloss das Fenster und ging wieder. Als sie wiederkam, meinte sie, dass ich so gut geschlafen hätte und sie mich nicht wecken wollte. Ich habe das aber alles mitbekommen gehabt… Bei der Nachuntersuchung hieß es, ich hätte ganz normale Tiefschlafphasen gehabt, es gab keinerlei Auffälligkeiten.

Als ich mal auf Ritalin eingestellt wurde, habe ich das dem Psychiater erzählt. Der erzählte mir dann von einer Schlafkrankheit, bei der der Kopf nicht schläft, sondern nur der Körper, was die Werte im Schlaflabor erklären würde. Habe den Namen der Krankheit vergessen, aber als ich damals auf Wiki die Symptome durchgelesen habe, kam mir das sehr bekannt vor. :frowning:

Ja, das war der Fall, bevor ich es händisch im Profil umgestellt habe.

Klar, alles was ich nicht regelmäßig nutze, ist weg. Das ist generell total frustrierend, weil ich ständig Sachen wieder und wieder lesen muss. Und natürlich hilft es, wenn man die Dinge direkt nutzt. Ich muss mich irgendwie dazu bringen, direkt TExte zu schreiben, in denen ich die neuen Vokabeln unterbringe. Aber das kann ich schlecht jeden Tag machen, mir fehlt absolut die Zeit zum Lernen. Alles nicht ganz einfach…

Hi,

hast Du einen eher nach hinten verschobenen Tagesrhythmus ?
Schon mal Melatonin probiert ?

<LINK_TEXT text=„https://www.adxs.org/adhs-behandlung-th … -bei-adhs/“>https://www.adxs.org/adhs-behandlung-therapie/medikamente-bei-adhs-uebersicht/geeignete-medikamente-bei-adhs/melatonin-bei-adhs/</LINK_TEXT>

Für alle Nachteulen wäre das ein Versuch wert.
Bis 1 mg rezeptfrei im Drogeriemarkt.
Eher erst mal mit 0,5 mg eindosieren.
Achtung, auch wenn rezept- und apothekenfrei, ist es dennoch kein Spielzeug…

Irgendwie schon lustig…
…wir machen uns dafür fertig, dass wir uns Sachen nicht merken können, die wir nicht brauchen…