Bei wem wurde schon der Amphetaminspiegel im Blut gemessen?

Die Feststellung der Amphetaminkonzentration im Blut ist eine ganz beliebte und regelmässige Massnahme - bei Polizeibehörden. :slightly_smiling_face:

Denn zum Nachweis einer Ordnungswidrigkeit bedarf es einer Mindestmenge von Amphetamin im Blut. Es sind dies 25 Mikrogramm/Liter. (Die offizielle Abkürzung lautet ug/l; die hier zum besseren Verständnis von mir gebrauchte mg/l für MikroGramm/Liter.)

Es stellt sich nun die Frage, warum von der Möglichkeit einer Amphetaminkonzentrationsfestellung im Blut von den Behörden grundsätzlich regelmäßig und von Amphetamin verschreibenden Psychiatern grundsätzlich nie Gebrauch gemacht wird?

Der therapeutisch wirksame Bereich von Amphetamin liegt zwischen 2o und 1oo mg/l; ab Werten von 2oo mg/l wird von einer Intoxikation, also Vergiftung/Rausch/Lebensgefahr ausgegangen. Juristisch gesprochen: unzurechnungsfähig, nicht mehr Herr seiner Sinne, nur noch eingeschränkt schuldfähig.

Mein Psychhiater kam bei der vorletzten Sitzung auf eine geradezu geniale Idee. Sonst fällt ihm nicht so viel ein, aber da war er firm. :slightly_smiling_face:

Ohne Vorankündigung zapfte er mir Blut ab, und zwar weil er den Verdacht hatte, dass ich Amphetamin weit über den von ihm verordneten Bereich hinaus gebrauchen/missbrauchen würde.

Dies ist gewissermassen richtig, weil ich statt der verordneten 1 Kapsel Elvanse 5o gleich zwei gefuttert hatte.

Dieser Verdacht sollte sich nun in der Amphetaminkonzentration in meinem Blut schwarz auf weiss niederschlagen. Der Junkie sollte entlarvt werden. Sehr gut. Supi Aktion. :+1:

Umso erstaunter war mein Psychiater, als er heute die Ergebnisse des Labors studierte: Amphentaminkonzentration: 15 mg/l.

Weder wurde der therapeutische Bereich, ab dem Amphetamin überhaupt wirken kann, erreicht, noch der Wert für eine polizeiliche Ordnungswidrigkeit, von einer Straftat ganz zu schweigen.

Jetzt war guter Rat teuer.

In seiner unnachamlichen Genialität folgerte mein Psychiater aus der Tatsache, dass mit zwei Kapseln Elvanse 5o noch nicht einmal der unterste therapeutische Bereich erreicht wurde, mir künftig nur noch EINE Kapsel Elvanse 5o zuzugestehen.

Eine Logik, wie sie nur Psychiatern (und manchen Frauen, die ich kenne - den „Weibern“ darf ich ja nicht mehr sagen, weil dies für ein unzulässiges Pauschalurteil gehalten wird :adxs_zwinker:) zu eigen ist. :slightly_smiling_face:

Interessant nicht?

Seine Theorie: Die Schwierigkeiten, die ein Arzt bekommen kann, wenn er über die zugelassene Höchstmenge von einer Kapsel Elvanse hinausgeht, stehen in keinem Verhältnis zu der Tatsache, dass Elvanse in der zugelassenen Höchstdosierung von einer Kapsel gar nicht wirken kann.

Da habt ihr`s. :slightly_smiling_face:

Meine Frage also:

Wer hat es auch mit Psychiatern zu tun, die bei der Dosierung von Amphetamin mit Blutspiegeln arbeiten? (Bei Antidepressiva sicherlich weit verbreiteter.)

Ich finde die ganze Sache im Prinzip eine begrüssenswerte Idee, wenn sie nicht nur dazu verwandt würde, den „bösen“ Patienten eines missbräuchlichen Stimulanzienkonsums zu überführen, sondern eventuell auch den Psychiater einer fahrlässigen Unterdosierung.

(Was natürlich nicht vorkommen kann, da der Psychiater in seinem Selbstverständnis grundsätzlich unfehlbar ist. Wäre es anders, könnte er die härtesten Psychopharmaka auch gar nicht guten Gewissens verorden. Also das Bewusstsein, das unfehlbar richtige zu tun, gehört unbedingt zum Berufsstand. Das will ich gar nicht kritisieren. An dem Tag, an dem es ihnen dämmern würde, dass sie im Vergleich zu Zahnärzten oder Chirurgen nur Scharlatane sind, könnten sie ihren Job nicht mehr ausführen. Auch klar, nicht?)

Wenn es mit rechten Dingen auf und zu ginge, was freilich im Zusammenhang mit Psychiatern überhaupt noch nie vorgekommen ist, müsste nach meinem Dafürhalten bei einer Blutspiegelermittlung von Amphetamin in beiden Richtungen ermittelt werden.

Noch einmal: Er behauptet, mehr als eine Kapsel Elvanse zu verordnen, ist einem deutschen Arzt JURISTISCH nicht möglich, unabhängig davon, ob es sich um eine Kapsel 3o, 5o oder 7o Elvanse handelt.

Wortwörtlich sagte er: Eine Kapsel am Tag kriegst Du, such Dir eine aus. An Deiner Stelle würde ich die 7oer nehmen.

Ich sagte: Ich habe ein Jahr gebraucht, um unter ständiger Verstärkung meiner Depression, die halbwegs richtige Dosierung von Elvanse 5o herauszubekommen(*). Ich fange unter keinen Umständen dieses Spiel jetzt mit der 7oer wieder von vorne an.

(*) Meine Methode ist, wen`s interessiert, 3 Kapseln Elvanse 5o, im Abstand von 2 bis drei Stunden zwischen der 1. und 2. Kapsel und im Abstand von 5 bis 6 h zur dritten. So dass man also davon ausgehen kann, dass wenn ich morgens um 8 Uhr anfange, ich ungefähr zwischen 15 und 17 Uhr für den Rest des Tages auf der ungefähr richtigen Dosierung unterwegs bin. (Ich bitte dies als höchst subjektive, im Grunde idiotenhafte Aktion zu betrachten. Und keineswegs gar als Vorschlag zur Nachahmung.)

Eher zum besseren Unverständnis, da diese Abkürzung für Milligramm geläufig ist :see_no_evil:

Da hast Du leider recht;aber ich hab dieses komische „u“ nirgends auf meiner Tastatur gefunden.
ES HANDELT SICH BEI ALLEN ANGABEN UM MIKROGRAMM/LITER, abekürzt ug/l, wobei das „u“ kein „u“ ist sondern einen komischen Schlenker unten links hat.

Ich präsentiere…

µ

Nur für dich! Schnapp es dir, bevor es wegläuft! :wink:

Heiliger Bimbamm!!! Dir kann kein Mensch ein X für ein U vormachen! :adxs_lol:

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Mein Psychiater macht es leider nicht. Ich selbst habe jedoch bereits ein Labor kontaktiert um zu fragen ob die eine solche Analyse für mich machen. Da meine Partnerin Blut abnehmen kann und darf würde ich gerne jede Stunde abzapfen lassen um dann den VERLAUF über den Tag zu sehen. Die genaue Konzentration ist für mich zweit- oder fünftrangig. Die Kosten würde ich auch selbst tragen, aber das ist nicht so einfach weil die Labore nicht einfach von jedem Blut annehmen (können/dürfen/wollen…).

Aber ja, das war auch mein erster Gedanke warum so eine simple Methode nicht angewendet wird um die Dosierung zu prüfen. Aber da spielen dann zu viele andere Faktoren mit rein und der gemessene Wert ist dann zwar absolut, sagt aber nur wenig über die Wirkung aus weil die bei den Patienten unterschiedlich ist und verschiedene Mengen benötigt werden. (So wurde es mir zumindest gesagt).

Daher habe ich mich auf den Verlauf über den Tag „eingeschossen“ , dass ich den gerne sehen will.

Wenn du mit 70 mg Elvanse nicht über den Tag kommst und auch keinen anderen Arzt findest, der mehr mitgeht, wäre eine Kombinationsmedikation zusammen mit Atomoxetin eine Option.
Siehe Kombinationsmedikation bei ADxsS.org.

Ein Beitrag ohne internalisierte Misogynie ist dir anscheinend nicht möglich.

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Was ihr immer mit Eurer Misogynie habt. :slightly_smiling_face:

Es wird jetzt mit Mirtazapin kombiniert. Das soll angeblich eine dopaminerge Komponente haben.

Abwarten. Müde macht es jedenfalls nicht. Das ist schon Mal ein Hoffnungsschimmer.

Kombination mit Strattera hatten wir schon. Hat nur Nebenwirkungen produziert.

Dann bist du Schnellverstoffwechsler vermutlich, oder?
Was machst du denn jetzt? Nimmst du weiterhin 3x 50mg täglich? Oder 70 und teilst auf?

Eigentlich nicht.

Ich kann aber sagen, dass ich im Falle meines Vitamin 3-Mangels ein Vielfaches des vom Arzt verordneten Stoffes nehmen musste, um eine signifikante Erhöhung zu erreichen.

Beim Testosteronmangel kann ich sagen, dass das Gel überhaupt keine Wirkung gehabt hat und auch Einspritzungen den Spiegel nur unwesentlich erhöht haben.

Ja, ich nehme weiterhin 3 Kapseln. Dann muss ich den Rest des Monats darben. Ich hoffe nach wie vor darauf, dass Amphetamin zur Herstellung von Kapseln irgend wann mal wieder lieferbar sein wird. Denn Elvanse war an sich schon nur eine Notlösung.