Der richtige Zeitpunkt

Es ist doch manchmal echt skurril.
Eben gerade habe ich in einer Stunde „einfach mal“ die Dinge erledigt, die ich seit Wochen, Monaten und eine Sache tatsächlich schon seit Jahren vor mir herschiebe, die zum Teil mit viel emotionalem Stress und Scham behaftet sind/waren. Und mir fällt gerade sogar ein, dass ich meine Medis heute noch nicht genommen habe…

Und das wirklich „einfach mal so“. Ohne Gejammer, ohne Stress, ohne Blockade, ganz unaufgeregt, ohne irgendwas. Und darunter waren Dinge, die mir sonst wirklich sehr schwer fallen (Einrichten einer Handy-App z.B.).

Versteht mich nicht falsch: Das ist total klasse, dass ich das geschafft habe :partying_face:, auch wenn mein innerer Kritiker und Forderer sich sehr einig sind, dass das ja total normal, absolut nichts Besonderes und schon gar kein Anlass zum Feiern oder zur Selbstbeweihräucherung sei… :unamused:

Nichtsdestotrotz: Warum ist das so? Warum geht das heute aus heiterem Himmel auf einmal, einfach eben mal so? Warum muss es sonst immer so unendlich anstrengend sein? :weary: (ich befürchte, ich kenne die Antwort, aber die Frage will dennoch heraus.)

Ich verbringe dadurch so viel Zeit in meinem Leben damit, auf „den richtigen Zeitpunkt“ zu warten - was meistens dazu führt, dass der „Haufen der Schande“ exorbitant groß wird, alles stressig wird und der richtige Zeitpunkt oft genug auch gar nicht kommt.

Hinzu kommt, wie oben schon gesagt: Es fühlt sich jetzt gerade einfach nicht an, als hätte ich „etwas Großes geleistet“. Ich sage es mir selbst, hole mir Feedback von anderen dazu (vielleicht glaube ich denen mehr als mir) und gönne mir heute auf jeden Fall noch etwas Schönes als Belohnung (aber das ist eine kognitive Entscheidung, keine emotionale). Da ich das Ganze völlig ungeplant, völlig unspektakulär erledigt habe und es (im Gegensatz zu sonst) mir ja total leicht fiel, fühlt es sich schlichtweg nicht so an, als hätte ich tatsächlich was geleistet.

Wie geht ihr damit um? Habt ihr Wege gefunden, das zu nutzen, zu umgehen? Sollte ich es einfach akzeptieren? seufz Und all dieses Zerdenken darüber, dass es sonst nicht klappt, „zerstört“ den erzielten Erfolg noch etwas mehr… :crazy_face:

in diesem Sinne: Ich gönn mir jetzt mal was!

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Ich halts mal kurz (versuche es jedenfalls) :grin:

  • Akzeptanz is the key (wenn auch nicht immer leicht)

  • Es muss auch gute Tage geben und darf auch mal etwas (scheinbar in diesem Fall ohne Krücke) funktionieren

  • Super gemacht, egal wie! :adxs_anfeuer: :partying_face: jetzt gönn dir

  • Der innere Kritiker ist ne doofe Kuh und bekommt dann eben keinen Eisbecher, oder was auch immer Gutes du dir tun wirst :adxs_zunge:

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Vielen Dank für die lieben Worte! :heart:

Manchmal muss der Frust halt irgendwie raus. - Auch wenn es paradox ist, frustriert zu sein, wenn doch eigentlich was Gutes passiert ist :sweat_smile:

Wenn mein Mann mich mal wieder darauf hinweist, dass ich nur am Meckern bin, sage ich inzwischen „Das kann ich doch so gut!“

Mir ist klar, dass jeder Mensch Dinge hat, die er auf schiebt, dass jeder sich organisieren muss und dass es gute und schlechte Tage gibt. Aber irgendwie habe ich in meinem Kopf die Vorstellung, dass neurotypische Menschen immer die Dinge so erledigen könnten und bin dann immer etwas neidisch. Ist vermutlich auch eher Wunschdenken :joy:

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