Diagnostizierung mit über 50

Hallo zusammen,

Ich hatte schon immer das Gefühl anders zu sein, konnte das aber nie einordnen. Ich war halt fauler als alle anderen. War auch immer erschöpft, konnte mich nie zu irgendwas aufraffen.

Vor ein paar Jahren, beim Prokrastinieren auf Youtube und Twitch bin ich dann drauf gekommen das das ADHS sein könne.

Da ich aber bisher immer irgendwie zurecht gekommen bin (sowohl Arbeit als auch Privat) habe ich den Gedanken beiseite geschoben. In letzter Zeit wird es aber wieder schlimmer mit der ständigen Erschöpfung, kann mich auch auf der Arbeit nur für das absolut notwendigste aufraffen.

Die Frage dich ich mir stelle macht es überhaupt Sinn sich mit über 50 noch diagnostizieren zu lassen oder ist es da schon zu spät? Irgendwie zurecht gekommen bin ich ja immer.

Vielen Dank für eure Meinungen hierzu.

P.S.:
Da hier im Forum häufig von den Grundschulzeugnissen gesprochen wird habe ich mir die mal rausgesucht. Da finden sich Anmerkungen wie „wechselndes Interesse“, „seine Aufmerksamkeit liess zu wünschen übrig“, „muß fleißiger arbeiten“.

Der Symptomtest V5 hier auf der Seite sagt 29 von 43 möglichen Symptomen…

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Hallo @Finbar,

ich bin 59 und wurde auch erst vor kurzem diagnostiziert. Du schreibst mehrfach, dass du „irgendwie“ zurechtgekommen bist, das bedeutet für mich, dass es nicht gut war. Ich würde es mal probieren.

Hallo Finbar und herzlich willkommen, :adxs_knuddel:

du hast die Frage selbst beantwortet:

Du kommst wie du selbst schreibst immer schlechter irgendwie zurecht. Das Lebensalter ist kein Grund, das hinzunehmen.

Auch mit 90 hätte es noch Sinn, oder gerade dann.

Diese Gedanken kenne ich gut, bin bald 53 und erst seit ein paar Wochen diagnostiziert
Ich hatte früher schon viele Probleme, die auch behandelt wurden, wenn auch mit falscher oder zumindest nicht ganz zutreffender Diagnose.
Bin auch irgendwie (von außen betrachtet sogar recht gut) zurecht gekommen, bis es dann eben irgendwann mal nicht mehr ging.
Die Frage nach dem „warum“ bleibt doch immer bestehen.
Für mich war die Diagnose wichtig.
Einmal, weil sich dadurch sehr vieles erklärt hat und ich doch einige Antworten bekommen habe und nicht zuletzt hier im Forum Viele gute Impulse.
Zum zweiten, weil ich jetzt Medikamente bekomme, die mir Den Alltag doch um einiges leichter machen.

Ich danke für eure Einschätzung. Ich habe die Adressliste angefordert und schaue mal ob esMöglichkeiten zur Diagnose gibt.

Hallo Finbar,
ich bin seit gestern offiziell diagnostiziert und erleichtert. Bin auch schon jenseits der 50.
Mir ging’s genauso wie du es beschreibst und da ich in drei Monaten eine große Abschlussprüfung für eine Weiterbildung vor mir habe, war das das Zünglein an der Waage, mir einen Diagnosetermin zu besorgen.

Ich habe heute das erste mal Elvanse genommen und habe mich tatsächlich so gut wie schon lange nicht mehr gefühlt. Keine Erschöpfung. Ab Nachmittag kamen dann leider Kopfschmerzen.

Anyway. Was hast du zu verlieren eine Diagnostik machen zu lassen? Falls Du ADHS hast kannst du medikamentös und verhaltenstherapeutisch was dagegen machen. Falls nicht, ist es ja vielleicht auch gut wenn ein Arzt dich mit deinen Symptomen mal sieht und hört und dann gibt es vielleicht auch Wege.

Also eigentlich hast du nichts zu verlieren. :wink:

Oder vielleicht doch, eine höhere Lebensqualität, falls du es einfach so weiter laufen lässt.

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