Die Zeit zum Erhöhen

Wie genau merkt ihr, dass die Dosis nicht mehr ausreichend ist? Was mich am meisten interessiert ist, ob die Symptome dann negativ ausfallen?

Gestern und heute spür(t)e ich eine extreme Müdigkeit und Angepisstheit nachdem ich 20 mg. Ritalin genommen habe. Gestern Nachmittag nahm ich Attentin und die Welt sah wieder ganz anders aus, im positiven Sinne.
Heute habe ich diesen Zustand, Müdigkeit und so, drei Stunden ausgehalten und nahm zusätzlich weitere 10 mg. Ritalin. Ich war überzeugt, dass ich dann überdosiert werde. Aber nein, es fühlt sich so gerade richtig. Werde morgen direkt 30 mg. nehmen und hoffen, die Dosis passt wieder.

Jetzt grüble ich, warum ich so schnell bei Ritalin steigern muss und welche meine Enddosierung wohl sein wird.

Wenn ich anfange über die Medikation nachzudenken um diese zu optimieren, stimmt vermutlich etwas nicht, sonst hätte ich diese Gedanken nicht. Ich grübele dann immer darüber, wie ich das meinem Psychiater vermittelt bekomme und wie seine Reaktion darauf ist

So, ich mache mit meinem Monolog weiter.

Gestern musste ich ins Büro, da wir 4 Stunden Teamsitzung hatten. Hatte 30 mg. Ritalin genommen und die Wirkung war bis zur Sitzung super. Im Laufe der Sitzung merkte ich wie mich das ganze Gelaber kaputt macht. Nach dem Mittagessen war ich dann endgültig nicht mehr in der Lage zuzuhören. Also komplett erschöpft. D.h. für mich, Ritalin wirkte nach 5 Stunden nicht oder kaum mehr. Habe dann zunächst 2,5 mg. Attentin nachgenommen, was normalerweise für mich reicht. Die Wirkung war fast null. Eine Stunde später nahm ich weitere 2,5 mg. Ich war zwar klarer im Kopf und konnte mich konzentrieren, aber weiterhin erschöpft und ausgebrannt.

Außerdem sind die Zuckungen in den Beinen extrem geworden. Abends ist es wirklich unerträglich. Natürlich weiß ich nicht, ob es mit Attentin oder mit dem Duloxetin zusammenhängt.
Kann es sein, dass Ritalin/ Attentin mein Dopamin völlig ausschöpfen, dass nach der Wirkung kaum was übrig bleibt und daher diese Zuckungen? Heute werde ich spätabends etwas Attentin nachnehmen und hoffen, dass meine Beine still stehen und ich gut einschlafen kann.

Freut mich, dass auch andere zu Monologe und Grübeleien neigen. Hier in meinem Umfeld habe ich immer das Gefühl total den Schuss zu haben :?

Also ich hätte schon lauter Panikattacken nur bei dem Gedanken an ein 4 stündiges Meeting!! Keine Ahnung wie ihr das bisher gemanaged habt, ich konnte sowas noch nie wirklich durchhalten. Schon allein diese Vereinssitzungen stressen mich wahnsinnig.

Ich bin ja auch noch immer beim Ausprobieren, echt Neuland, dass man als Patient gesagt bekommt: da, probiere mal :lol: viel Erfolg!
Merke aber wirklich auch diese Schwankungen. Bei mir spielt dann noch das blöde Rheuma mit, sprich, wenn es mir von Rheumas Seite besser geht werde ich allgemein wieder aktiver, manchmal zu sehr, wie wahrscheinlich momentan. Dann fühl ich mich schon nach dem Frühstück richten so erschöpft!! Und eigentlich hatte ich gar nicht bemerkt, dass es zu viel war. Nur jetzt im Nachhinein, wenn ich alles sammle und es aus der Ferne betrachte, sehe ich, dass es wirklich zu viel war. Und dann hilft mir auch keine höhere Dosierung, dann geht einfach nichts mehr.
Mir hilft zwar dann das allgemeine Nichtstun, was allerdings kontraproduktiv ist in Bezug auf Job, Alltag und benötigte Reize, die ich dann dummerweise mit Süßkram einigermaßen stillen kann, was ich logischerweise noch irgendwie in den Griff bekommen muss!
Ach ja, und wie war das mit den Hormonen?!? :totlach die kommen ja auch noch dazu.
Diese Zuckunungen kenne ich auch, vor Jahren immer mal wieder am Auge, mittlerweile aber am ganzen Körper, und ich nehme kein Attentin (was ist das?) aber Fluoxitin nehme ich, klingt fast wie deines. Ich schlags mal nach.

Allgemein hilft mir das Medikinet um etwas klarer und strukturierter durch den Alltag zu stolpern. Aber ich glaube wir müssten noch mehr auf das innere Stress Management achten.

Wie üblich, lange Rede - kurzer Sinn, versuch vielleicht mal n bissl runter zu kommen und gaaaanz viele nur positive Gedanken zuzulassen. Mir hilft das mittlerweile wieder einigermaßen in die Spur zu kommen.

Wünsche dir baldige Besserung :stuck_out_tongue:

Hallo @Jessabelle ,

Attentin ist wie Elvanse aber unretardiert. Leider nur für Kinder und Jugendliche zugelassen, d.h. ich bekomme es auf Privatrezept.

Zu den Meetings: Diese lassen sich nicht vermeiden, da ich aber super Kolleginnen habe, ist es auch selten langweilig und sogar oft lustig. Das Problem ist, dass mich sowohl privat als auch beruflich länger dauernde Gespräche oder allgemein Versammlungen weiterhin sehr erschöpfen. Ich merke auch, wie ich mich häufiger zurückziehe, wenn die Kolleginnen versammelt am Labbern sind und will lieber arbeiten. Echt Neuland für mich. Früher saß ich da und zwingte mich zuzuhören und mitzumachen. Jetzt wird es mir schnell langweilig und ich haue ab.
Mit Elvanse in der richtigen Dosierung war/ist nicht so. Ich gebe Elvanse allerdings endgültig auf, da ich mit der Dosierung einfach nicht klarkomme.

Als ich gestern nach Hause kam musste ich natürlich einiges noch machen. Habe nur das Nötigste geschafft und bin um 20:30 Uhr ins Bett gegangen. Nun grübele ich, wie es weiter gehen soll wenn ich keine mobile Arbeit mehr machen darf und jeden Tag ins Büro fahren muss. Wie habe ich es früher geschafft? Ist aber vielleicht eine Sache der Gewöhnung, d.h. ich bin aus der Übung raus.

Kurz zusammengefasst: Mit Ritalin/Attentin bin ich klarer im Kopf und deutlich entspannter. Momentan macht es mir etwas Angst, dass ich plötzlich so hohe Dosierung nehmen muss. Besonders bei Ritalin hätte ich so eine schnelle Steigerung nicht erwartet. Und auch, dass ich nach dem Essen in so ein Loch falle und total müde werde. Es kann aber auch daran liegen, dass ich ziemlich spät esse, meistens so ab 11:00 Uhr das erste Mal. Zuhause kann ich mich hinlegen und eine Stunde pennen, im Büro geht es leider nicht. Obwohl, ich habe mir überlegt eine Luftmatratze fürs Büro zu kaufen :lol:

Schau zu, dass Du da nichts verwechselst:
Es kann gut sein, dass Du einfach erschöpft warst. Mit Ritalin nimmst Du mehr auf - aber Du bist das auch nicht gewöhnt.
So geht es mir zumindest. Dann ist ne Pause angesagt, und / oder was zu essen oder zu trinken.
Ich habe auch das Gefühl, dass ich mehr brauche je intensiver und effektiver die Arbeit ist.
Das heißt noch nicht, dass man generell höher dosieren muss.

Vielleicht bist Du da einfach auch ein wenig unempfindlicher geworden, wenn es darum geht, anderen etwas recht machen zu wollen.
Gerade wir weiblich sozialisierten Wesen sind da ja drauf getrimmt … und mit ADHS ja nochmal deutlich mehr.
Diese Entwicklung sehe ich bei mir auch - so als Sahnehäubchen. Einfach mal entspannt verpillern ohne gleich Angst zu haben, „verstoßen“ zu werden.

Dann wäre es ja eine positive Entwicklung. Allerdings würde ich schon drauf achten, das nicht immer zu machen und mich dann auch zu erklären.

Wenn Du Dich gut fühlst und wenig Nebenwirkungen hast - dann ist das doch gut.

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Ich sehe es auch als positive Entwicklung, denn ich merke schnell was mir gut tut und was nicht und kann dann schnell reagieren. Das Problem ist, dass ich trotzdem danach erschöpft bin.

Das kommt auch dazu. Angst vor Ablenkung habe ich zwar weiterhin, aber nicht so wie früher.

Bist auch nach längeren Gesprächen so ausgebrannt, trotz Elvanse?

Du meinst Ablehnung?
Ich auch, aber wenn sie mein Handeln nicht mehr bestimmt, dann scheint sie wohl nicht mehr so stark zu sein.

Definitiv.
Auch genervt. Ich habe manchmal das Gefühl, ich bin ein wenig leergequatscht… wäre jetzt auch nicht weiter verwunderlich :mrgreen: :nothere

[quote=Hibbelanna post_id=31582 time=1625219955 user_id=83]

Das klingt auch plausibel. Durch die natürliche Verpeiltheit war man ja immer etwas ausgebremst…

Ähm, da lief wohl mal wieder was schief :jammer entschuldigt bitte…