Dosiere ich mich mit Medikinet über?

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank an alle Beteiligten für die vielen hilfreichen Beiträge, war jetzt ein paar Wochen stiller Mitleser.
Bei mir hat die Ungeduld zugeschlagen und ich würde mich über eure Einschätzung freuen, dazu kurz etwas über mich:
Ich bin 36, jüngst mit dem gemischten Erscheinungsbild diagnostiziert und bin seit einer Woche in der Eindosierung von Medikinet adult.
Ich trinke generell keinen Kaffe, verzichte seit Beginn der Eindosierung auch auf andere Koffeinquellen, mache 5-6 mal die Woche Kraftsport und nehme keine anderen Medikamente. Drogen habe ich nie genommen und bei Betäubungen z.B. beim Zahnarzt brauche ich glaube ich etwas höhere Dosierungen. Mein ADHS konnte ich immer schon (unterbewusst) seht gut maskieren. Meine Hauptproblematik ist, dass ich unfähig bin, mir übers Lernen theoretisches Wissen anzueignen und in den letzten Jahren habe ich immer mehr meinen Fokus verloren, sodass ich zwanghaft immer mehrere Sachen gleichzeitig mache und dadurch Gesprächen nicht mehr wirklich folge.

Natürlich habe ich mich nicht an die Eindosierungsempfehlungen gehalten. An Tag 1 mit 10 mg angefangen, null Effekt. Am nächsten Tag auf 20mg hochgegangen und dort 5 Tage geblieben. Ich habe Tagebuch geführt und eine leichte Motivationssteigerung notiert, die aber auch am Placebo-Effekt gelegen haben könnte. Das mache ich z.B. daran fest, dass ich mich morgens auch schon vor Einnahme der Tabletten an den Rechner gesetzt und mich einer Aufgabe gewidmet hatte.
Als Nebenwirkung hatte ich konstant ganz leichte -aber erträgliche- Kopfschmerzen.
Gestern hab ich es dann mal mit 30mg versucht und keinen Unterschied zu den 20 gespürt.
Objektiv weiß ich, dass ich das viel zu schnell steigere, trotzdem habe ich mir heute Morgen mal 40mg einverleibt. Hiermit habe ich deutliche Verbesserungen wahrgenommen, z.B. habe ich 1,5 Stunden komplett ablenkungsfrei ein Meeting mit einer Kollegin abgehalten. Ich konnte mich auf sie und unser Thema konzentrieren, habe nichts nebenbei gemacht, hatte nicht das Bedürfnis aufzustehen und bekam keine innere Unruhe, die mich sonst immer zwingt, das Gespräch möglichst schnell zu beenden (bei ihr erreiche diesen Punkt sonst im Zeitfenster 10-20 Minuten).
Die Kopfschmerzen waren vom Gefühl her auch niedriger als bei den schwächeren Dosierungen.

Bei allen Dosierungen kriege ich zum abend hin etwas stärkere Kopfschmerzen, vergleichbar mit denen, die einem sagen, dass man zu wenig getrunken hat (was bei mir nicht der Fall ist, ich trinke 3-4 Liter am Tag) und die ich beim Training ganz gut weg bekomme.
Das Ende der Wirkung kommt bei mir scheinbar sehr schleichend, aktuell würde ich sagen, dass ich mit der Einnahme gegen 8 Uhr ohne nachzulegen über den Arbeitstag komme.

Jetzt frage ich mich: Was mache ich denn nun? Auf jeden Fall scheint Medikinet zu wirken und ich bleibe da (erstmal) bei. Die Kopfschmerzen sind für die Anfangszeit ja offenbar ein normales Phänomen und zu keinem Zeitpunkt unerträglich.
Die 40mg heute könnten aus verschiedensten Gründen besser gewesen sein als die 30 gestern, jeweils nur ein Tag ist nicht aussagekräftig, deswegen gehe ich auf jeden Fall wieder runter.
Nur wohin? Eine Woche auf 30 oder doch nochmal auf 20? An 10 würde ich mal nen Haken machen, da ich dort ja gar nichts bemerkt habe.

Hey @Pinguin und willkommen erstmal :slight_smile:

Was hat denn dein Arzt gesagt bzgl. der Eindosierung? Hast du da einen Plan bekommen? Ist eine 2. Dosis eingeplant?

Und isst du ausreichend vor Einnahme?

Viele Grüße!

Hi. Die Kopfschmerzen hatte ich anfänglich auch. Haben sich mit ein paar Wochen erübrigt. Ich habe die Eindosierung fast wie verordnet durch geführt. Könnte also somit schon Unterschiede geben.

Was mir geholfen hat, falls du das nicht schon eh tust, sehr regelmäßig Zucker zu mir zu nehmen. Saft zb, Süßkram. Ich denke Datteln oder Trockenfrüchte, Obst vielleicht auch, würden es auch tun.
Ich hatte da was zu gelesen, über Google auch schnell zu finden. Das bei adhs und Einnahme des Medikamentes zu Glukose Mangel kommen könne, schneller als üblich. Jedenfalls wenn ich da sehr drauf geachtet habe, hat mir das geholfen.

Jetzt hat sich dieses Problem wie gesagt erledigt. Ich muss da nicht mehr drauf achten, bekomme auch keine Kopfschmerzen mehr. Die waren bei doch recht heftig (da ich sonst auch nie welche habe).

Zur Dosierung, ich weiß es ist schwer und auch blöd überhaupt zu sagen, weil wer bin ich das zu sagen. Aber ich würde etwas runter fahren und mit Zeit beobachten.

Hallo Pinguin,

ja, die 30 mg solltest du auch erstmal fünf Tage ausprobieren. Auf 20 mg warst du ja schon lange genug, wenn ich dich richtig verstanden habe.

Du isst auch gut zu der Kapsel? Edit: Hatte @Zoi auch schon gefragt! :adxs_wink:

Und wenn du in die Bereiche von 30 oder 40 mg kommst, stellt sich schon die Frage nach der zweiten Dosis. Ich nehme morgens auch 40 mg ein - aber 40 mg und dann gar nichts mehr ergibt eine harte Landung!

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Hi Zoi,
danke :slight_smile:

Mein Arzt lässt mir zur Erhöhung gut freie Hand ohne starre Vorgabe, wobei er das mit der zu schnellen Hochdosierung sicherlich nicht so witzig finden wird.

Ich nehme die Tabletten immer nach einem ordentlichen Frühstück.
Durch mein Training und Gesundheitsbewusstsein achte ich ganz gut auf meine Ernährung, im schlechtesten Fall gucke ich, dass ich trotzdem auf genug Kalorien und Protein komme.

@Jjh Danke, das mit der Glucose gucke ich mir mal genauer an, guter Tipp.
Ich esse gar kein Zucker (bei sowas funktionieren für mich Extreme sehr gut, bin bei sowas leider ein alles oder nichts Typ), dementsprechend auch kein Obst und keine Säfte.
Aber wenn es der Sache dient, werd ich zumindest mal wieder etwas Obst dazu aufnehmen.

@Falschparker Ja, 5 Tage auf 20. Ich glaub, ich werde tatsächlich/trotzdem nochmal wieder auf 20 runtergehen und schauen, wie das ist. Zweite Dosis möchte ich noch nicht nehmen, weil ich erstmal rausfinden will, wie lange die erste überhaupt wirkt…ist halt echt subtil und ich glaube, dass die Wirkung nach langer Wirkdauer echt schleichend nachlässt oder ich es tatsächlich erst „bemerke“, wenn ich das unter Medikinet angefangene Thema beende.
Auf jeden Fall hab ich die harte Landung eben erfahren dürfen, habe mein Training lieber abgebrochen, weil ich mich plötzlich irgendwie krank gefühlt habe.
Die stärker werdenen Kopfschmerzen gestern Abend nach den 30mg morgens konnte ich mir beim Training gut wegdrücken, da hatte ich im Gegensatz zu heute wohl nen Schluck Dopamin selbst produziert.
Zusammenfassend merke ich selbst, dass ich jeder Stufe mehr Zeit geben muss, um sie vernünftig bewerten zu können. Scheiße :sweat_smile:

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20 mg morgens nehme ich aktuell (längere Bewertungszeit möglich. 3 Wochen.) mit ähnlichen Gewohnheiten wie du. Ich spüre leicht 6-7h etwas, reicht aber nicht den Abend hinein.
Kommt auf Obst an. Zuckerarmes Obst ist empfehlenswert. Beerenobst, Papaya. Bananen oder Äpfel sind auch nicht verkehrt.

Jo, ich denk, Bananen und Äpfel werdens bei mir, sind auch am praktischsten zu transportieren :slight_smile:

Habs heute mit 20|10|0 versucht, kein spürbarer Effekt. Werde das trotzdem erstmal so weiter nehmen und mir morgen mal eine Aufgabe suchen, die längeren Fokus benötigt, heute habe ich mir alles rausgepickt, was schnell zu erledigen ist. Immerhin hab ich überhaupt Sachen gemacht, aber da kann ich gerade schlecht sagen, ob das am Medikinet liegt oder weil ich mich mit Beginn der Eindosierung allgemein in einen neuen Flow begeben habe, um mit dem Rückenwind der Medikamente meinen Kram in den Griff zu kriegen.

Das habe ich auch sehr früh begonnen. Hatte in der ersten Woche ab Tag 3 Unterzuckererscheinungen (Schwindel, Kopfschmerz) und habe genau das mit der Glucose gelesen, seitdem Traubenzucker bei mir und nehme alle 2 Stündchen 1-2 von den Dingern. Hat mich gut durch den Tag gebracht.
Vielleicht war es Zufall, vielleicht auch genau das richtige.

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