Dranbleiben/Motivation Arbeit

Hallo
Boh jetzt ist wieder über ein Jahr im neuen Job rum und die Motivation lässt wieder nach.
Es ist immer dasselbe.
Nach etwa einem Jahr in einem Job mag ich wieder weg.
Wie macht ihr das, wenn ihr nicht motiviert seid, um dran zu bleiben?
Ganz liebe Grüße

Innerhalb meines Jobs mir einen neue Herausforderung suchen, dadurch habe ich schon ewig den selben Arbeitgeber.

Tja, bei mir war es bisher so, dass mir ein neuer Job im Angestelltenverhältnis ca. 3-6 Monate Spaß gemacht hat. Wenn ich eingearbeitet war/mich eingearbeitet hatte, kam schnell Langeweile auf. Ich finde es auch nach wie vor schwer, zu „orakeln“, was man von mir erwartet sowie im Büro „Däumchen zu drehen“, weil zu wenig zu tun ist. Bei mir kommt auch noch die sexuelle Orientierung hinzu. Ich habe kein Problem damit, mich am Arbeitsplatz zu outen, habe es immer so gehandhabt, ganz selbstverständlich von meiner Freundin zu erzählen, wenn andere von ihren Partner*innen sprachen. Ich glaube, was „das Mann-Frau-Ding“ angeht, entgeht mir aber auch viel was Körpersprache/ „Subtext“ zwischen Heteros angeht.

Die Selbstständigkeit habe ich hingegen 5 Jahre durchgehalten. Ich hatte auch echt Pech nach dem Umzug und dann jetzt mit Corona. Dennoch habe ich das Gefühl, ich möchte was Neues. :roll: Ich fühle mich derzeit zum 1. Mal in meinem Leben echt ausgebrannt. Ich hatte letztes Jahr im Sommer eine Phase, in der ich dachte, dass alles umsonst war.

Ich überlege derzeit tatsächlich mich komplett umzuorientieren und eine Ausbildung zu machen, z.B. als Erzieherin, Gärtnerin oder Tierpfleger*in. Sieht wegen Corona aber auch gerade sehr mau aus.

Außerdem überlege ich, einen GdB und eine Teil-EU zu beantragen. Ich glaube, mit 40 kann ich inzwischen gut einschätzen, dass ich im Angestelltenverhältnis eher nicht klar komme. Nicht, weil ich nicht sozial kompatibel wäre, sondern ich mit diesem ganzen „Gewusel“ trotz Medikation nicht klar käme. In meinem Einzelbüro als Selbständige*r kam ich nach der Diagnose + Mediaktion richtig gut klar. Hier in der neuen Stadt, habe ich mir einen Arbeitsplatz in einer großen Bürogemeinschaft gesucht und kam dort mit dem „Gewusel“ trotz Medikation nicht klar.

Aber wenn du mit Gewusel in einem Großraumbüro nicht klarkommst wie willst du genau diese Problematik als Erzieher umgehen, da steht doch Gewusel auf dem Tagesplan ?

Hallo MelaMela

Ich bin da ein wenig bei @tosh
Anfänglich ist die „Euphorie“ & der „Tatendrang“ immer sehr groß gewesen, bei manchen Stellen habe ich mich zu Anfang richtig „rein gekniet“ und sogar versucht „etwas“ auf die Beine zu stellen". Das war -bei mir- dann aber nach spätestens einem halben Jahr wieder vorbei… Danach zog dann der „langweilige Alltag“ ein, an dem ich echt zu knabbern hatte. Die längste Zeit, die ich das ausgehalten haben, waren drei Jahre… In allen anderen Fällen bin ich schon viel früher „gegangen“…

Inzwischen bin ich so weit, dass ich für mich entschieden habe in meinem alten „Berufszweig“ nicht mehr zu arbeiten.
Da würde ich auf kurz oder lange nur wieder in genau die selbe „Falle“ tappen und würde im Endeffekt damit auch nicht weiter kommen.
Daher möchte ich mich (!) beruflich anders orientieren, um so eventuell etwas besser damit (im Arbeitsleben) umgehen zu können.

Die „allgemeine“ Motivation habe ich in den letzten zwei, drei Jahren versucht wesentlich „geringer“ anzusetzen. Nicht mehr mit all zu hohen Erwartungen ran zu gehen.
Als Beispiel… Ich wollte mich schon vor zig Jahren regelmäßig draußen bewegen (Der klassische Spaziergang). War anfänglich auch super motiviert, hab mir sogar Fitnesstracker gekauft und sah mich schon vor meinem innerlichen Auge, jeden Tag min 15km durch die Gegend spazieren. Dass das natürlich nicht von jetzt auf gleich klappt, ist klar. Und somit habe ich dieses Vorhaben auch immer recht schnell wieder über den Haufen geworfen.

Im letzten Jahr dann (während der ganzen Corona-Sache), habe ich „einfach mal so“ wieder angefangen. Ganz ohne konkreten Anlass oder „Plan“. Einfach mal losgegangen. Anfänglich immer nur kleine Strecken… So 10 bis 15 Minuten. Das hat sich dann allmählich (ganz von selbst) gesteigert, bis ich irgendwann mal -einfach so- fast 2h „Spazieren“ war. Und auch wenn ich zwischenzeitlich mal Tage habe, an denen ich kein „Bock“ drauf habe, dann setze ich mich damit auch nicht mehr unter Druck und gestehe mir auch solche Tage mal ein…

Long Story short:
Ich mache inzwischen in allen Belangen nur noch kleine Schritte, auch um mich damit nicht selbst zu überfordern.
Somit ist es auch viel „einfacher“ die Motivation aufrecht zu halten, denn das „Bewusstsein“ das es zwar in kleinen Schritten „vorangeht“ aber zumindest voran geht, „pusht“ meine Motivation schon ganz deutlich…

Da sitze ich nicht im Büro und muss mich nicht auf einen anstrengenden Schriftsatz konzentrieren… Freunde aus meiner Sparte, die kein ADHS haben, haben mir gesagt, dass auch sie so nicht klar kämen.

Im Erzieherberuf sitz ich nicht 8-12h am Schreibtisch und kann mich viel bewegen. „Angst“ würden mir da potenziell eher Gespräche mit den (Helikopter-)Eltern machen… Aber, wenn ich dort keine „Führungskraft“ bin, müsste ich solche Gespräche wohl ohnehin eher nicht führen…

Ich habe schon öfter festgestellt, dass mich Geräusche von Kindern so gar nicht stören. Ich freue mich dann eher. Was mich richtig nervt, sind Geräusche von Autos, Hubschraubern und (Fracht-)Flugzeugen.

@Ruhrpottmensch Darf ich mal fragen, welche Branche dir für die Zukunft vorschwebt. Falls du es nicht öffentlich schreiben magst, gern auch per PN.

LG!

Ich möchte gern, wenn ich wieder einigermaßen „in der Spur bin“, eine Ausbildung zum EX-IN und irgendwann vielleicht auch mal zum Resilienztrainer machen…

Dementsprechend dann in dem Bereich auch mal irgendwann arbeiten. Halbtags wäre schön, eine Vollzeitstelle natürlich der Traum (Wobei das sicherlich auch nicht direkt zum Einstieg).

Dem Erzieherberuf wird schon ne Menge abverlangt, auch im Dokumenations - und Berichtswesen und um die Helikoptern kommst Du nicht drum herum , egal welche Position. :wink:

Ich glaube das der Erzieherberuf in vielen Dinge wirklich pro oder halt contra ADHS ist. Mach am besten ein paar Tage ein Praktikum in dem Bereich wo du es dir vorstellen kannst, dann ist das besser einzuschätzen. Würde ich aber auch mit den anderen Berufen machen , die du dir vorstellen kannst.

Da mir alles irgendwann langweilig wird, weiß ich dass eine berufliche Veränderung zu nichts Neues führt und mir ein neuer Beruf irgendwann wieder langweilig wird.Ich habe oft Phasen wo ich denke, ich schmeiße alles und fange irgendwo neu an. Die Motivation lässt aber schnell nach. Ich habe angefangen, die Bequemlichkeit zu schätzen. Und da ich extrem faul bin, passt mir meine Arbeit super gut. Ich möchte es nicht missen.

Man muss immer die positiven und negativen Seiten abwägen.
Bei dir @MelaMela habe ich das Gefühl, dass du mehr negative Erfahrungen als positive bis jetzt gesammelt hast, Stichwort Tiroler Nuss und so?

Hallo
Danke für Eure interessanten Antworten.
Ich habe lange Zeit als Erzieherin gearbeitet- Kindergarten fand ich als introvertierte Person extrem stressig.
Hab das als Wunsch meiner Eltern gelernt.
Später im Bereich Einzelbetreuung im Behindertenbereich war es dann einfacher.Wellnessbereich-Massage-Ausbildung gemacht und in der Realität erfahren, wie verheizt man da wird. Ich hätte lieber was Richtung Bibliothek/Kunstgeschichte/Psychologie gemacht oder mit viel Reisen.Hätte mehr aus mir und meinem Leben machen können, aber nie dran geblieben und mehr zugetraut.
Jetzt bin ich älter und wurstel mich so durch in Jobs, die einigermaßen ok sind.
Vielleicht bin ich deswegen auch immer jobmässig auf dem Sprung.
Liebe Grüße

Den Beruf als Erzieher/in mit AD(H)S stell ich mir extrem fordernd und anstrengend vor. So viele Geräusche und Gewusel gleichzeitig, das würde mich nach einiger Zeit ziemlich überfordern. Wenn ich mir dann noch vorstelle, ich muss mit meiner Kollegin/ meinem Kollegen ein Gespräch in der Gruppe führen während um mich herum Kinder herumschreien, wuseln, würde mich das schnell an meine Grenzen bringen.

Bezüglich Motivation im Job allgemein: Mir geht es tatsächlich ähnlich, nach 6-12 Monaten ist die Luft raus, was leider in einigen Positionen durchaus sehr schwierig werden kann, da man sehr stark gefordert wird, Stichwort Führungsposition etc. Und wenn eh schon generell der Antrieb fehlt bzw. man extrem viel Kraft aufwenden muss um in einem Job zu funktionieren und dann nach 6-12 Monaten diese zusätzliche Langeweile und Demotivation einsetzt, ist das extrem belastend. Ich sag dann immer, dass Anspruch und Wirklichkeit einfach nicht mehr zusammenpassen. Man möchte ja eigentlich Leistung zeigen und einen guten Job machen, aber man ist einfach nicht mehr in der Lage und das belastet einen sehr.

Ich habe in meinen Jobs dann immer angefangen nebenher an meinen Hobbys zu arbeiten und es irgendwie geschafft so die Arbeit quasi „abzuhaken“ und auf ein absolut erträgliches Minimum zu reduzieren, ohne das es nach Außen aufgefallen ist.

Bei mir geht die Überlegung zur Zeit genau in die andere Richtung. Ich möchte eigentlich wieder zurück in meinen alten Berufszweig, da ich hier einfach „vom Fach“ bin und mein Berufsleben einfach erträglicher ist, da mein Selbstwertgefühl deutlich stärker ist: „Ich weiß ich kann das“. Ich kann auch besser mal abschalten und lasse mich nicht so schnell „kleinreden“. In neuen Berufszweigen habe ich schnell die Erfahrung gemacht, dass wenn das Umfeld ablehnend ist, und man selber unsicher ist, dann entsteht eine furchtbare Arbeitsumgebung, mit der ich absolut nicht klar komme und die mich zur Verzweiflung bringt.

Bei mir kommt noch dazu, dass ich weitgehendes einen guten Arbeitgeber habe und einfach auch denke , egal wo ich anfange dass Problem kommt eh wieder auf mich zu, dann nutze ich lieber die Vorzüge plus eben auch etwas Beqemlichkiet und versuche mich an Ort und Stelle damit auseinanderzusetzen. Es wird eh immer was sein was mir Probleme Bereitet , dass wird nie ein neuere Job lösen können.

Mir ist ein bisschen durch einige Kommentare von Menschen klar geworden, dass es eben so normal zu sein scheint, dass man immer bei einem Beruf oder einer Tätigkeit bleibt. Also in unserer Gesellschaft oder wo auch immer. Zum Beispiel war ich heute beim Friseur und wurde gefragt,was ich so beruflich mache. Und ob ich das schon immer gemacht habe, dann habe ich das verneint, und dann hat sie gemeint warum nicht, und war sehr neugierig und hat gar nicht verstanden, wie man einen Beruf wechseln kann ohne einen Berufsunfall etc.
Und das wird nicht der Einzelfall sein. Auch mein Sohn, der noch sehr jung ist,fragte mich schon, warum ich nicht mein Leben lang bei einer Sache geblieben bin. Und dann denke ich, warum können wir nicht einfach das tun, was wir in dem Moment für richtig halten, warum sollte man sich auf eine Sache fest halten, es ist doch viel schöner und individueller im Leben, verschiedene Dinge auszuprobieren. Zumindest wenn man das will.

Heute hatte ich wieder ein Gespräch mit meinem Cheff.
Ich habe halt grosse Konzentrations Probleme durch das Mobbing in der vor letzten Arbeitsstelle.

Ich habe gestern einen schlimmen Fehler gemacht. Und weiß jetzt das ich erst einmal zur Ruhe kommen und gesund werden muß bevor ich wieder eine neue Stelle anfange.
Mein Cheff hat mir geraten mich krank schreiben zu lassen und erst einmal meine Therapie zu beenden.
Außerdem mache ich ja bei dem Mann meiner Freundin (er ist Neurologe) erst einmal den Test auf Adxs.
Dann schauen wir weiter.

So jetzt bin ich ab Montag arbeitslos, und werde mich krank schreiben lassen damit ich mich vollständig regenerieren kann
Hat jemand Erfahrung wie ich da am besten vorgehe.
Erst arbeitslos melden und später krankschreiben lassen.
Ich möchte nicht gleich wieder eine neue Stelle anfangen ich brauche erst einmal Ruhe
:nothere

@Ratte68 Ich kann Dir da leider nicht weiterhelfen - aber ich kann mir vorstellen, dass Dir eine Pause gut tut.
Allerdings - meinst Du wirklich, dass Dein derzeitiger Zustand nur auf das Mobbing zurückzuführen ist?
Den drastischen Verlust an Konzentration und dieses Durcheinandersein, das kenne ich seit dem Beginn der Wechseljahre.
Das bedeutet ja auch Kontrollverlust und Unsicherheit, dazu noch eine deutlich erhöhte Empfindlichkeit…

Rückblickend - und mit dem Wissen über ADHS im Rücken - würde ich frühzeitig auf weiteren Untersuchungen bestehen, auch wenn man sie selbst zahlen muss.
Also Schilddrüse - richtig untersuchen.
Hormone - Hormonspiegel, evtl. HET.
Leider ist es nach wie vor so, dass das bei Frauen oft nicht ernst genommen wird.

Ich fühlte mich in der Zeit wie eine frisch geschlüpfte Libelle - ganz dünnhäutig, durchlässig, un-entfaltet…
Wenn der Wechsel derart reinknallt, dann ist mit hoher Sicherheit ADHS beteiligt.

Ich halte Dir ganz fest die Daumen, dass Du Deinen Zustand gut in den Griff bekommst!
Du bist in jedem Fall nicht alleine damit. :stirnkuss

Hallo


Ich nehme mal an, es geht um Leistungen nach SGB III (ALG1)?!
Dazu solltest Du wissen, dass man im ALG1 nur 6 Wochen eine AUB haben „darf“ und man dann ins Krankengeld fällt (Also ähnlich wie im regulären Arbeitsleben).
Daher ist es eher nicht ratsam, im ALG1 Bezug (langfristig) AU zu sein. Sonst werden nach 6 Wochen die Leistungen eingestellt und die KK (mit dem gesamten „Rattenschwanz“) ist mit KG am Zug…

Darf ich fragen, ob Du gekündigt worden bist, einen Aufhebungsvertrag abgeschlossen oder gar selbst gekündigt hast?

@Ratte68
Ich habe gerade die gleiche Situation! Ich wurde auf 30.04. im Rahmen der Probezeit gekündigt.( im gegenseitigem Einvernehmen, da ich mich weder körperlich noch mental dazu in der Lage fühlte dort weiterzuarbeiten)
Wurdest du denn gekündigt? Wenn ja, lass dich krankschreiben. Die krankenkasse zahlt dann Krankengeld und das dürfte höher sein als der ALG- Satz! Zudem kannst du dich garnicht arbeitslos melden, solange du krankgeschrieben bist!

Dann wünsch ich dir mal viel Ruhe und eine Besserung deiner derzeitigen Situation!

Grüße :winken

@Ruhrpottmensch
Was meinst du denn mit dem Rattenschwanz?