Eindosierung Elvanse - bin ratlos und bitte um eure Einschätzung

Hallo zusammen,

ich habe das Forum schon viel durchstöbert und merke nun aber, ich würde mich freuen, wenn mir jemand zu meiner Eindosierung was raten kann.

Kurz zu mir: 49J, Frau in den Wechseljahren, Diagnose seit 3 Jahren und da einen Versuch mit Medikinet gehabt - da kam ich mir nur vor wie ein Duracell-Hase und blieb nach der EInnahme immer völlig erschöpt zurück.

Nun also ein neuer Versuch seit knapp vier Wochen. Ich habe leider bislang keinen Psychiater-Termin bekommen, mein (befreundeter) Hausarzt hat mir Elvanse 30mg verordnet, während ich mit Dringlichkeitscode auf einen Psychiater-Termin warte. Leider hat er keine Erfahrung mit Elvanse und mir die Eindosierung überlassen. Mit den Tipps zur Eindosierung hier aus dem Forum begann ich mit 5mg - und hatte schlimmste Unterdosierungssymptome - ich stand total neben mir, hatte starke Wortfindungsstörungen und war total im Nebel.

Unter 20mg hatte ich ein paar Tage das Gefühl, viel mehr erledigen zu können, das war toll. Davon ist jetzt eigentlich kaum noch was übrig. Daher die Versuche hochzudosieren, dann erst eine Woche mit 25mg und nun seit 6 Tagen 30mg.

Ich versuche die Tabelle auszufüllen zur Selbsbeobachtung - finde das aber leider so schwer. Entweder vergesse ich es andauernd oder ich kann es alles nicht richtig einschätzen.

Aktuell bin ich nun also bei 30mg - und habe das ganze Wochenende im Hyperfokus strickend auf dem Sofa verbracht. Hunger? Durst? Sonstige Bedürfnisse - Fehlanzeige. Am Ende Selbstvorwürfe, was ich doch alles hätte machen sollen/wollen… Meine Stimmung ist eher bedrückt und ich reagiere bislang bei jeder Dosierung noch empfindlicher auf Geräusche, als zuvor. Ein Wirkende merke ich am ehesten am zurückkehrenden Appetit am Abend, um spätestens 23:00h falle ich hundemüde ins Bett. Immer wieder merke ich auch eine kürzere Zündschnur, reagiere teilweise etwas gereizter.

Wie würdet Ihr fortfahren? Ich weiß nun gar nicht mehr, ob abwarten, rauf- oder runterdosieren?

Ich danke euch schon mal, wer bis hierhin gelesen hat,

herzlichen Gruß vom Kopfgeruschel

1 „Gefällt mir“

Ich würde empfehlen als nächstes 40mg zu testen.

Vielleicht auch mal den 10mg - Schritt wagen (wie auch vorgesehen), dass du deutlicher die Unterschied merkst.

Gereiztheit, gedrückte Stimmung kann sowohl zu viel, als auch zu wenig sein.

Ich konnte das oft rausfinden durch Puls messen, wenn ich gereizt war und Blutdruck/ Puls hoch waren war es zu viel

Da hilft nur ausprobieren…

3 „Gefällt mir“

Hallo @Kopfgeruschel

Auf dem Forum gibt es Tabellen zur Eindosierung wenn du das noch nicht weißt, die können sehr nützlich sein.

Reizüberflutung, fehlender Appetit und Gereiztheit sind bei mir Symptome einer Unterdosierung bei Elvanse. Ich würde an deiner Stelle daher die Dosis langsam weiter erhöhen wenn du dich damit wohl fühlst. Aus meiner Erfahrung kann es sich bei Elvanse lohnen sich etwas Zeit zu lassen bei der Eindosierung, wenn man die Geduld hat. Ich messe bei Dosiserhöhungen regelmäßig meinen Blutdruck. Wichtig ist auf jeden Fall während der Eindosierung Koffein wegzulassen. Deine Hormone machen das ganze wahrscheinlich komplizierter, ich hab auf dem Forum schon öfters von Leuten in den Wechseljahren gelesen die Probleme hatten das passende Medikament mit der passenden Dosis zu finden. Viel Glück auf jeden Fall​:crossed_fingers:

1 „Gefällt mir“

Bei mir waren das Symptome einer Überdosierung mit Elvanse (40mg in meinem Fall).

Kann also auch sein, dass es zu viel ist- ich lebe gerade mit 20mg sehr glücklich.

Wichtig ist, du musst die einzelnen Dosen wirklich längers ausprobieren - vielleicht auch mal 4 Wochen. Jede Woche erhöhen und dann gfg wieder runter gehen, ist nicht immer zielführend.

2 „Gefällt mir“

Ich danke euch sehr für eure Rückmeldungen :heart: Und ja, wahrscheinlich geht es genau darum, geduldiger zu sein. Wenn die Stimmung aber so in den Keller fährt, finde ich das echt schwer. Ich hatte gestern dann ermutigt von den ersten zwei Kommis auf 40mg erhöht. Meine Stimmung war definitiv besser, es war ein voller Tag, an dem ich viel schaffen musste. Ich denke, ich bleibe erstmal bei 40mg und versuche gleichzeitig, abends die Wirkung einzuschätzen und zu notieren. Blutdruckmessgerät liegt bereit. Ich habe von Hause aus einen eher niedrigen Blutdruck mit kompensatorisch höherem Puls (oft um 80/85). Würde ich eine Überdosierung dann am hohen Blutdruck oder Puls bemerken?

Viele Grüße und einen schönen Tag euch

2 „Gefällt mir“

Kann ein Indikator sein. Aber muss nicht zwangsläufig.

1 „Gefällt mir“

Persönlich habe ich es daran festgemacht, aber es ist sicher auch eine Altersfrage, Körpergefühl und die Werte in Kombi waren mir eine große Hilfe.

Möge der Erfolg mit dir sein.

:four_leaf_clover:

1 „Gefällt mir“

Oh je, nun habe ich den 2.Tag 40mg hinter mir - und es fühlt sich doch nicht sehr gut an.

Endlich mal zum Blutdruckmessen gekommen, 110/75, mit einem Puls von 95… Das erklärt mein Ohrenrauschen und dieses innere getriebene Gefühl. Ich verpeile grad ständig die Zeit, hatte heute richtig Mühe, den roten Faden in Gesprächen zu behalten und bin ziemlich schreckhaft bei plötzlichen Geräuschen.

Ich habe die Selbstbeobachtungsliste leider nicht täglich ausgefüllt und weiß daher gar nicht, was ich machen soll. Reduzieren möchte ich gerne, das mit 40mg erscheint mir doch too much.

Wäre es zu krass, wenn ich jetzt doch nochmal auf 25mg runtergehe? Da ging es mir ganz okay, anfangs unter 20mg hatte ich so einen tollen Antriebsschub und konnte einiges viel leichter erledigen. Das hörte schon nach ein paar Tagen wieder auf und seither versuche ich mit meinen Dosiserhöhungen diesen Zustand wieder zu erreichen - aber irgendwie habe ich mich total verzettelt​:grimacing:

1 „Gefällt mir“

Hm, ich tue mich sehr schwer, dir da etwas zu raten…

Dem würde ich am ehesten zustimmen. Selbst habe ich mir auch jeweils vier Wochen bzw eine Packung lang, Zeit gegeben. Alter, andere Erkrankungen, da wollte ich nicht hetzen.

Blutdruck & Puls habe ich 2x täglich notiert, nach dem Aufstehen und am Abend, dann den Mittelwert errechnet. Klar gab es auch mal Ausreißer, aber es ist ja auch nicht jeder Tag gleich.

War es anstrengend, absolut, manchmal total nervig, aber es hat sich gelohnt.

Es muß / sollte ja auch in dein Lebensmodel passen bzw in deinen Tagesablauf.

:people_hugging:

1 „Gefällt mir“

Ich danke dir für deine Antwort.

Ich glaube, ich mache mich total wuschig, weil ich so viel gelesen habe, dass sowohl Unter - wie auch Überdosierung Symptome machen kann. Und dann 4 Wochen im einen oder anderen festzuhängen, finde ich dann echt schwierig. Soviel zur emotionalen Regulierung :grimacing:.

Irgendwie muss ich jetzt zu einer Dosis finden, die „okay genug“ ist und die ich dann versuche, für länger zu halten. Das hochdosieren nach 6/7 Tagen hat jedenfalls nicht viel gebracht, sehe ich ein…

2 „Gefällt mir“

Erkenntnis ist der erste schritt zu Besserung :innocent:

2 „Gefällt mir“

Inzwischen denke ich, dass du wohl recht hast… Ich suche diesen Punkt vom Anfang wieder, wo endlich mal mehr Antrieb und innere Struktur war für nicht ganz so liebsame Aufgaben… Das war dann leider schnell wieder weg und daher dosiere ich im Wochentakt hoch. Macht aber leider nichts wirklich besser. Unter 20 oder 25mg habe ich einfach kaum Wirkung gespürt. Aber vielleicht sollte ich dennoch da mal zurückrudern und wie du sagst, noch länger bei bleiben…

Dieser Punkt wird nicht umsonst „Honeymoon“ genannt…

:adxs_trost:

von daher…

Was aber nicht bedeuten muß, daß sich nichts tut, nur die Ungeduld ist eben ne Bitch, isso.

Vielleicht in Fünfer oder Zehnerschritten zurück, um deine persönliche Wohlfühldosis zu entdecken und eben jeweils länger…

:four_leaf_clover:

3 „Gefällt mir“

Mein Impuls wäre jetzt zurück zu 25mg zu gehen. Da hatte ich zwar das Gefühl, wenig zu merken, aber immerhin nicht diesen ganzen extremen Hyperfokus-Kram… Oder wäre das zu krass?

Hm, ich würde tatsächlich rückwärts gehen, es sei denn, du legst eine komplette Pause ein und lässt den Wirkstoff ganz raus, um dann wieder neu zu starten.

Weniger anstrengend und verwirrend für den Körper stelle ich mir dieses schrittweise verringern vor.

Der Spiegel nimmt dann peu a peu ab und pegelt sich neu ein.

1 „Gefällt mir“

Wenn du dich mit 25 so gefühlt hast, dass du das mal 2-3 Wochen durchhalten kannst, würde ich das versuchen.

Eine gute Wirkung kann sich ganz unspektakulär anfühlen. Aber mit der Zeit merkst du plötzlich, wie du ausgeglichener bist und langsam aber stetig sich Dinge zum besseren wenden.

3 „Gefällt mir“

Also nochmal meinen herzlichen Dank an alle, die mir hier Tipps gegeben haben. Waren zum Teil ja in unterschiedliche Richtungen - das hat mir nur noch mehr bewusst gemacht, dass es wirklich ein Prozess ist, bei dem ich mit Geduld letztendlich selbst herausfinden muss, was für mich gut passt. Es hat mir auf jeden Fall geholfen, meine Gedanken mal zu formulieren - und eure Anregungen zu lesen. Danke auch für die guten Wünsche. Liebe Grüße in die Runde vom Kopfgeruschel

5 „Gefällt mir“

Mir ging es ähnlich wie dir. Auch erst Medikenet, was sich aber seltsam nach einer Zeit anfühlte.
Erst mal nix genommen und dann Elvanse. Habe erst mit 20mg angefangen. Hatte das Gefühl es bringt nix und nach ein paar Tagen auf 30mg. Ohrrauschen, Zähne malmen, kribbeln im Körper, ein Gefühl wie auf Droge. Hab ich alles abgesetzt, dann noch mal langsam nach 14 Tagen mit 20 mg täglich angefangen. Und siehe da, nach 30 Tagen merkte ich alles gut sowie es ist. Im Urlaub mit meiner Freundin habe ich dann 14 Tage lang 30mg genommen, die mir auch super bekommen sind. Ich wollte ihr einfach nicht mit meiner Art Stress machen.

Nun bin ich wieder bei 20mg täglich. Und wenn ich weiß, ich muss früher aufstehen und habe einen anstrengend Tag vor mir, achte ich darauf früher ins Bett zukommen und ausreichend zu schlafen ( klappt natürlich nicht immer) und nehme dann auch schon mal 30 mg.

Liebe Grüße Mo