Eindosierung Elvanse erstmal am Wochenende?

Bei mir steht die Eindosierung von Elvanse an. Habt Ihr das erstmal am Wochenende/Urlaub genommen, oder seid Ihr direkt damit arbeiten gegangen? Ich habe ja schon ziemlich Respekt davor und will nicht auf der Arbeit mit Nebenwirkungen dastehen. Geichzeitig bin ich Überraschung sehr ungeduldig und würde natürlich gerne durchstarten, sobald ich das Medikament habe. Außerdem hat das Wochenende ja nur 2 Tage und Montags wäre ich dann eh arbeiten.

  • Donnerstag Diagnostik
  • Freitag Morgen Rezept bekommen und gleich angefangen
  • Dann am Wochenende ohne Stress fein beobachtet und aufgeschrieben, was mir auffiel.
  • Dann während der Arbeitswoche fein beobachtet und alles aufgeschrieben, was mir auffiel.

Auf der Arbeit Bescheid gegeben, dass ich ein Medikament eindosiere und nicht weiß, wie es wirken wird und wie eventuelle Nebenwirkungen ausfallen werden.

Die Alternative fürs Management wäre ansonsten Urlaub oder eine Krankmeldung gewesen, aber man nimmt es doch eh jeden Tag und kann dann die Wirkung am Wochenende (ohne Stress) gleich mit der Arbeitswoche vergleichen.

Ich durfte jederzeit weg vom Bildschirm, Extra Pausen machen wann ich sie brauchte usw.

Alles gar kein Problem. Und wäre es nicht gegangen, dann eben Rest des Tages frei genommen oder krank.

Mach dich nicht verrückt.
Du drehst nicht am Rad oder so und wenn du gestresst, gereizt, müde werden solltest, dann meldest du dich ab.

Die ersten Tage waren eher gut gelaunt, ganz viele Aha und Wow Momente, bissl Euphorie, mehr Antrieb und irgendwann dann ein müdes Loch und später bissl Rebound.

Solltest du eine Angststörung haben und dich jetzt schon bekloppt machen, kann sich das eventuell auch darauf auswirken. Dann beobachtest du dich zu sehr und bist schon gestresst bevor es losgeht.

Vielleicht wirds ja einfach super? :slight_smile:

Mir hat der Vergleich vom ersten Tag zum Wochenende und dann zur vollen Arbeitswoche geholfen, das bisschen einschätzen zu lernen.

Entspannung. Alles wird gut :slight_smile:
Hab Oktober 23 angefangen und lebe immer noch :slight_smile:

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Fang an einem freien Tag an.

Naja, arbeiten kann man sein ganzes Leben noch.

Du wirst ja sehen wie es dir bspw. am So geht. Weil ein Absetzen während der Eindosierung ist nicht gut.

Wenn du dich für Montag als „arbeitsunfähig“ siehst, gehst halt sicherheitshalber nicht zur Arbeit, sondern zum Arzt. Das ist der Back-up-Plan. Es soll Leute geben, die sonntags feiern und sich betrinken und sich verkatert am Montag arbeitsunfähig melden.

Jeder reagiert auf Medikamente anders. Ich würde mir da keine Sorgen machen. Aber ich verstehe deine Sorgen. Ich hätte die Sorge „aufzufallen“.

Arbeitsunfähig bedeutet nicht „krank“, sondern eine Verhinderung durch andere Umstände. Das kann auch schlechter Schlaf sein….

Bitte bloß nicht! Das geht den Arbeitgeber und selbst Kollegen nichts an. Beim Thema „Eindosieren“ denkt jeder an etwas psychiatrisches! Migräne oder Rücken reicht völlig falls man doch mal gefragt wird und was sagen will damit man Ruhe hat.

Bitte auch keinen Urlaub. Urlaub dient der Erholung und nicht der Gesundheitsversorgung.

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Arbeite in einem Großbetrieb und dann noch in Ausland. Keine Ahnung, was in DE abgeht, oder welche negativen Erfahrungen du machen musstest, aber bei mir wars überhaupt kein Problem.

Die Personalabteilung weiß gar nix. Wäre aber auch nicht schlimm. Ich arbeite doch, wie andere auch :man_shrugging:

Mein direkter Chef weiß es und die Kollegen im Team.

Ob man das anspricht, oder nicht, hängt natürlich davon ab, welches Verhältnis man zu den direkten Kollegen hat und in meinem Fall war es sogar sehr befreiend. Muss halt jeder für sich selber einschätzen, was man preisgibt.

Dass ich 2017 meinen ersten Burnout hatte wussten die ja auch. War ja nicht mal eben ein 3/4 Jahr weg für Popcorn holen und mit manchen Kollegen hat man auch ein freundschaftliches Verhältnis und quatscht über alles mögliche.

Ich bin da nicht so negativ und im direkten Umfeld eher offen und das hat mir nach der Diagnose viel Rückhalt verschafft.

Nachdem ich verstand, warum ich da immer so gereizt war (u.a. Ablenkung durch andere per Messenger usw.), durfte ich mich sogar abschirmen.

Alle, ausser relevante Abteilungen in MS Teams haben mich in Ruhe zu lassen. Chats werden ungelesen gelöscht. Im Status steht klar, wessen Nachrichten ich beantworte. Alle anderen haben Email zu benutzen. Da kann ichs dann priorisieren und der Reihe nach abarbeiten. Und all sowas.

Und keiner meckert. Wird akzeptiert :man_shrugging:
Kein Geblinke mehr in der Taskbar. Keine unnötigen Anrufe (Firmen Handy ist sogar meist lautlos).

Wenns was schnelles aus meinem Team ist, kein Problem. Wenn es länger dauert, buchen die ein Meeting. Chats beantwortet ich, wenn ich Zeit habe. Durchs fehlende Geblinke störts mich nicht und die wissen, ich melde mich wenn es die Zeit erlaubt.

Mein direkter Chef achtet sogar darauf, dass ich Pausen mache, dass ich Überstunden kompensiere und all sowas. Erst letzte Woche sprach er mich auf Urlaub an, weil der letzte schon wieder eine Weile her ist und er sieht, was ich da leiste.

Der macht sich mehr Gedanken als ich und gibt wertvolles Feedback. Vor allem hilfts bei dem Probleme mit der Selbstwahrnehmung vs. wie andere es da wahrnehmen. Dazwischen liegen oft Welten. So kann ich dran arbeiten und immer mehr erkennen, wo meine Probleme liegen.

Ich will zwischendurch irgendwohin, um was privates zu regeln? Kein Problem.

Wir haben schon 2-3h privat nach Feierabend Calls gehabt und er ist auch sensibilisiert, da seine Tochter an Angststörung leidet und Bipolar ist.

Die Welt ist nicht nur schwarz und nicht jeder will dir schaden. Es gibt nette Menschen da draußen.
Da rennt auch keiner rum und erzählt, ich wäre ein Psycho oder sowas. Im Gegenteil. Die schätzen die offene Art, genauso wie ich sie an denen schätze und damit fahre ich schon immer besser.

Anderen habe ichs natürlich wiederum nicht erzählt. Renne da bestimmt nicht zum Vice President und erzähle ihm davon.
Aber selbst der würde es wohl verstehen und schon gar nicht schlimm finden :smile:

Könnte auch zur HR gehen und mir z.B. einen elektrischen Schreibtisch und andere Sachen organisieren, die mir in Büro helfen könnten.
Brauche ich wegen Home Office aber alles nicht und habe mich selber eingerichtet.

Was sollte denn eigentlich im schlimmsten Fall passieren? Kenne andere, die Burnout hatten und mind. einen, der ne Bipolare Störung hat.

Die arbeiten wie die anderen auch und da redet keiner „haste gehört…xyz hat ne Störung… mimimi fününü“.

Da wird auch keiner benachteiligt oder sowas.
Müsste offiziell eigentlich sogar wieder 3 Tage ins Büro (wobei das ein Flex Büro wäre, hab theoretisch keinen festen Platz bzw. wäre der knapp 100km eine Strecke entfernt).

Ich will nicht ins Büro, weil ich die Dosis anpasse?

Andere treffen sich inkl. Management, aber ich will nicht fahren?

Überhaupt kein Problem :slight_smile:

Habe noch nie schlechte Erfahrungen diesbezüglich machen dürfen.

In den 16+Jahren nicht. Und ich habe ein gutes Networking da Abteilungen übergreifend und auch international.

Noch nie davon gehört, dass jemand wegen einer Diagnose oder einem Handicap Probleme bekam.

Da gibts natürlich auch Menschen, mit denen ich nix am Hut haben wollen würde. Denen würde ichs sicher nicht direkt auf die Nase binden. Es würde mich aber auch nicht stören, würden solche „Kollegen“ von meiner Diagnose wissen.

Am Ende zählt meine Arbeit und die mache ich perfektionistisch und mit Hingabe.

Und seit dem Medikament läufts besser und Sachen, die ich viele jahre nicht 100% durchblickt und vermieden habe, weils zu viel, zu komplex war, da steige ich mittlerweile tief rein und bilde mich da weiter. Das können die, die nach mir ins Team kamen, nicht mehr aufholen.

Die brauchen Hilfe von mir, nicht anders herum.

Die Erfahrung wird geschätzt. Hat der neue Chef letztes Jahr auch sofort im 1-1 Call bemerkt, wie ich da ticke, als ich ihn als Bewerber auf den Posten interviewen sollte.

Muss zwar auf mich achten und lernen, mich abzugrenzen, um nicht zu viel für andere zu denken oder ausgenutzt zu werden, aber das bemerke ich mittlerweile und wehre mich dagegen.

Hier also einfach mal ein positives Beispiel, wie es auch laufen könnte :slight_smile:

Gut, war iwie n‘ langes Beispiel :adxs_grins:

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Es ist keine Sache des Landes. Sondern individuell, wie vieles andere auch. Job, regionale Kultur, Firmenkultur, Branche, Einstellung der Leitung, die Stellung der Person (Auf dem Kicker?)

Freut mich, dass es für bei dir funktioniert. :smiley: Aber das ist nicht die Regel oder Norm. Die Norm ist, dass Menschen stigmatisiert werden. Und man weckt nicht unnötig schlafende Hunde. Arbeitskollegen sind für mich bspw. auch keine Freunde und die Firma keine „Familie“ ( :nauseated_face: ). Ich erinnere mich an eine Kollegin, die im „Team“ vor Monaten erzählt hatte, dass sie mit ihrem Mann zur Eheberatung ginge und es sich da gut entwickelt. Zwischenzeitlich kam durch, dass man sie gerne befördern will. Irgendein Lappen hat sich bei den Entscheidern eingeschleimt und diese Info mit der Eheberatung gebracht. Die Entscheider sagten ihr dann ab, weil sie von ihrem „instabilen Umfeld“ mitbekommen hätten.

Das ist toll. :smiley: Aber medizinischen Kram empfehle ich gegenüber Arbeitgeber und Kollegen echt vorsichtig zu sein. Ich hab da letztens ein witziges (gestelltes) Reel gesehen, wo der Chef so neugierig war weshalb der Mitarbeiter einen Arzttermin während der Arbeitszeit hat. Mitarbeiter so: „Wenn sie schon so neugierig sind, dann erzähle ich es ihnen natürlich. Ich lasse mir am Hodensack die Krampfadern ziehen.“ Der Mitarbeiter erklärte den Eingriff während der Chef die ganze Zeit „Ja, bitte hören sie auf“ sagte. :joy:

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Ich habe in der Familie einige „Vorbilder“, die negativ und skeptisch gegenüber vielem und jedem sind. Die ecken aber leider auch an und das schürt deren Groll noch weiter. Viele von denen sind leider zu verbittert.

Verstehe zwar, woher das kommt, aber ich bin da der Ausreißer in meiner Familie.

Wahrscheinlich wehrt sich ein Teil in mir deswegen dagegen, so zu denken, weil ich meine Familie immer schon beobachtet habe und so nicht werden wollte. Bin zu emphatisch und sensibel für sowas. Habe aber auch gewisse Schwarzmaler Züge in mir, gegen die ich mich mein Leben lang schon wehre.

Wurde dann eben der People Pleaser und Überangepasste, woran ich aktuell arbeite, da die Balance zu finden.

In mir tobt seit der Diagnose auch ein kleiner Rebell, weil ich nicht mehr maskieren kann und will und mittlerweile erkenne, wo ich ungerecht behandelt wurde und es nicht gesehen habe, oder wo sich auf der Arbeit z.B. andere auf mir ausgeruht haben. Muss da aber vorsichtig sein und bei mir bleiben, sonst geht so eine Spirale ganz schnell mal abwärts.

Aber insgesamt bin ich mit Offenheit und dem Glauben an das Gute im Menschen bisher gut gefahren.

Klar, war ich dadurch auch oft genug naiv und habs früher sicher auch mal nicht mitbekommen, dass diese Gutmütigkeit ausgenutzt wurde.

Aber trotz allem was mir bisher passiert ist, trotz aller traumatischen Erfahrungen in 40 Jahren, den Depressionen und der Angststörung, kann ich leider nicht so denken, dass das die Norm sein soll.

Arschkrampen gibts immer und überall und gerade in der Berufswelt auch mal Stutenbissigkeit und sowas. Damit habe ich zum Glück nix am Hut. Bin zufrieden mit der Rolle in der ich aktuell seit 10+ Jahren bin und steige automatisch auf.

Ins Management will ich nicht. Wobei die da wirklich mal einen IT Programm Manager gebrauchen könnten, der aus der Entwickler Ecke kommt und die Systeme versteht, statt bloß ein Meeting nach dem anderen zu erstellen, viel zu reden und tolle Reports zu erstellen.

Bin aber lieber still im Hintergrund und agiere von da aus. Das Rampenlicht muss ich nicht haben.

Mir sind lobende Erwähnungen am Ende eines Projekts von Kunden, die ich implementiert habe, lieber, als von unserem Management, das größtenteils keine Ahnung von dem hat, was ich da genau mache.

Gott, weiß gar nicht, wie ich jetzt hierhin gekommen bin. Es ging ja ursprünglich um Eindosierung.

Ääh… äääh… ruder ruder…

Also bisschen Skepsis und Vorsicht kann mir ruhig jemand abgegeben, so ist das nicht.
So ne gesunde Mischung aus allem wäre vielleicht toll. Aber ich war ja mein Leben lang schon so und werde diese Offenheit und Gutgläubigkeit wahrscheinlich nicht mehr abstellen können :see_no_evil:

Achso, jetzt noch irgendwie nen Abschluss finden hier.

Ääh… äh…

Die Blumen sind bunt…
Das Leben ist schön…
Erdnussbutter…
Fön…

Macht keinen Sinn, is aber wirklich so :adxs_grins:

Hab ich heute eigentlich meine Medikamente…? :adxs_gruebel: … ja, doch hab ich genommen :smile:

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