Eindosierung Elvanse mit 3mg am Anfang

Hallo, ich bin gerade bei Tag 4 mit Elvanse und habe teilweise bei nur 6mg starke Müdigkeit für 1-2 Stunden und bin manchmal sehr verwirrt und unkonzentriert. Mein Hyperfokus hingegen ist super und das Lesen fällt mir zb viel viel leichter.
Ich sollte Tag 1-2 3mg Elvanse nehmen, dort spürte ich kaum etwas und heute und gestern 6mg.
Ich lese oft, dass andere gleich mit 10mg oder sogar 20mg starten und wollte fragen, ob jemand anderes auch ähnlich eindosiert wurde.

Hattet ihr am Anfang auch solche Nebenwirkungen und ist es mit der Zeit besser geworden?
Meine Ärztin meinte ich soll nun wieder auf 3mg reduzieren und dann schauen wir weiter.

Mich frustriert das sehr, es ist doch alles viel schwieriger als zuvor angenommen und ich hatte so viel Hoffnung in das Medikament gesteckt.
Meine Stimmung/ mein befinden ändert sich stundenweise und manchmal fühle ich mich sogar high. Das gefällt mir gar nicht. Dann merke ich aber auch, dass der Sport extrem gut läuft, meine Stimmung zeitweise sehr ausgeglichen ist und meine Impulse besser unter Kontrolle sind.

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht und was sind eure Gedanken dazu? Danke im Voraus!

Die Eindosierung startet laut Fachinformation vom Hersteller üblicherweise mit 30mg, nur in begründeten Ausnahmefällen mit 20mg.

Dass deine Ärztin 3mg empfiehlt ist also eher ungewöhnlich. Gibt es bei dir eine spezielle Vorgeschichte, dass sie mit so wenig startet?

Es gibt Betroffene, die brauchen deutlich weniger als 30mg, aber selbst der auf adxs.org empfohlene Eindosierungsleitfaden startet meines Wissens mit 5mg.

Man kann auch von einer Unterdosierung unerwünschte Nebenwirkungen haben. Das macht die Sache etwas tricky :roll_eyes:

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Hab mit 5mg gestartet

Hallo:)
Sie hat mir geschrieben, dass wir so die bestmögliche Dosis finden können. Sie scheint das wohl öfter so gemacht zu haben.
Ich bin jetzt wieder auf 3mg runter und warte ab, wie es mir die Tage geht.

Finde das irgendwie nicht gut von der Ärztin. Der Hersteller empfiehlt für Erwachsene mit 30mg zu starten und für geschätzt 98% der Menschen scheint das auch zu passen.

Da finde ich eine Eindosierung, orientiert an den 2% sehr kontraproduktiv. Vor allem wenn man weiß, dass diese niedrigen Dosierungen auch massive Nebenwirkungen hervorrufen können.

Ich würde deine Ärztin nochmal fragen, aus welchem Grund sie so stark von den Herstellerempfehlungen abweicht?

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Ich würde eher weiter hoch gehen. Manchmal wird es mit der übernächsten Stufe besser.

Bei Autismus oder bekannter hoher Empfindlichkeit auf Medikamente halte ich es auf jeden Fall für sinnvoll, niedrig einzusteigen und kleinschrittig hochzutitrieren.

Bei allen anderen kann man wohl links oder rechts um den Baum gehen.

Na ja, ich kann ja jetzt auch nicht ihre Vorgehensweise infrage stellen. Sie wird schon wissen, was sie tut. :sweat_smile:

Wie lief es da bei dir? Gab es eine besondere Begründung?

Du kannst sie fragen, natürlich. Du bist ja die Person, die die Nebenwirkungen abbekommt und da kannst du auch nachfragen, wieso sie so etwas macht.

Das musst du natürlich wissen und versteh auch, wenn dir das unangenehm ist!

Ich hab sie jetzt darauf angesprochen. Es ist mir super unangenehm, aber ich möchte schon wissen, was der Grund ist.

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Wegen dem verdacht von ass muss eine perfekte eindosierung stattfinden hab letztes mal nochmal mit einen psychologen geschrieben darf es hoer teilen

Julian Persichella Joerg ist ja auch ein echter Vollprofi in dem Bereich, dessen Arbeit und Engagement für die Community gar nicht zu beziffern ist. Das niedrige eindosieren bzw. der Beginn mit einer niedrigen Dosis und ein langsames Steigern ist einfach darin begründet, dass bei Stimulanzien keine zu erwartenden Milligrammwerte in Bezug auf Alter, Gewicht oder Geschlecht möglich sind. So gibt es große dicke Männer, die mit einer homöopathischen Dosis gut fahren und kleine dünne Frauen, die ein Vielfaches brauchen. Bei gleichzeitigem Vorliegen von Autismus zeigt sich oft eine starke Reaktion bereits auf niedrige Dosierungen. D. h. nicht, dass diese dann besonders wirksam wären. Ich vermute eher, dass eine Vielzahl von Menschen im Spektrum intensiver auf eine Veränderung der Innenwahrnehmung reagiert. D. h. in der Konsequenz nicht, dass man niedrig dosiert behandeln soll-sondern, dass man niedrig einsteigen soll und solange steigern, bis eine zufriedenstellende Wirkung auf die definierte Symptomatik der ADHS fühlbar/beobachtbar ist. Wenn die Wirkung nach 6 Stunden nachlässt, müsste man wissen, welches Präparat verordnet wurde und wie dieses freisetzt. Für mich klingt das nach einem fetten Rebound.

Um die Wirkung von Atomoxetin bewerten zu können, müsstest du retrospektiv einmal schauen ob das Medikament leitliniengerecht eindosiert wurde. In den allermeisten Fällen wird unspezifisch eine Dosissteigerung entlang der verfügbaren Tabletten gemacht. Das Medikament ist aber nur dann wirksam, wenn es aufs Körpergewicht eindosiert wird. Ein Gefühl von Sedierung oder sich geplättet fühlen ist genau wie bei Stimulanzien oftmals ein Ausdruck einer zu niedrigen Dosis. Diese sorgt dann dafür, dass mehr innere Ruhe besteht, ohne dass der Antrieb ausreichend gesteigert ist um Dinge umzusetzen. Ähnliche Effekte gibt es auch bei Unterdosierungen mit Methylphenidat oder Elvanse. Ein anderes denkbares Szenario wäre, dass initial bei Ansprechen einer Pharmakotherapie überhaupt erst bemerkt wird wie erschöpft man eigentlich wirklich ist. Wenn dies der Fall ist, reguliert sich diese Art Abgeschlagenheit nach einigen Wochen.

Die Idee Atomoxetin als Basistherapie zu nehmen, finde ich bei gleichzeitigem Autismus eigentlich ganz gut. Die noradrenergen Medikamente (Atomoxetin, Off Label Venlafaxin) haben ja in erster Linie einen stimmungsstabilisierenden und Impulsivität mindernden Effekt auch bei Meltdowns. Der Vorteil der Spiegelmedikamente ist ja, dass sie 24 Stunden am Tag wirken. Wenn ASS und ADHS gleichzeitig vorliegen sollte außerdem in die Bewertung mit einbezogen werden, dass zu beiden Syndromen eine verminderte Konzentration gehört. Bei ADHS unabhängig von der Situation und bei Autismus er durch Reizüberflutung. Ein ADHS Medikament sollte, wenn Probleme mit der Reizüberflutung bestehen, vor allem in reizarmer Umgebung bewertet werden. Eine Alternative könnte eine Basistherapie Mittel und Elontril/Bupropion sein. Das ist ja auch ein Amphetamin, das wird verzögert freisetzt und fällt damit nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Auf die ADHS Symptomatik hat es in der Regel keinen zufriedenstellenden Effekt in Bezug auf die Konzentration. Meiner Erfahrung nach hat es aber einen stark stimmungsstabilisierenden und Impulsivität mindern den Effekt. Beide Medikamente Atomoxetin und Elontril können zudem mit Methylphenidat oder Elvanse kombiniert werden, sodass tagsüber gegebenenfalls eine geringe Dosis von Stimulanzien on top gegeben werden kann.

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Vielleicht ist die die dosierung gut genug für das adhs

Und muss mit einem spiegelmedikament die Konzentration etc aufheben

Und du bräuchtest halt das passende spiegelmedikament
Und bist mit 3mg gut dabei die adhs Symptome zu lindern

Werde am 23 dies auch ansprechen
Und vllt kriege ich das passende spiegelmedikament
Und kann elvanse runterdosieren

Wie ich letztens mitbekommen habe ich nur den verdacht einer ass

Somit kann er wahrscheinlich mit der erhöhung
Von elvanse die bestätigung der ass geben

Wegen der innere wahrnehmung und kann dann runterdosieren wenn das spiegelmedikament wirkt

Ich weiß es nicht

Kann auch bei zu hoher Dosis auftreten - inverted U…

Danke für deine ausführliche Antwort. Sie hat mir sehr weitergeholfen!

Das ist ja das problem was ich empfinde mit der zusätzlichen ass
Hinterfragen auch jetz aufeinmal meine dosierung

Heute habe ich meinen ersten Tag mit 30mg.
Ihr hattet recht :see_no_evil:
Mittlerweile keine Nebenwirkungen außer leichte Kopfschmerzen. Mein Kopf ist so viel ruhiger, meine Freundin hat gefragt, ob ich gekifft habe, weil ich so entspannt bin. Also, danke!

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Vielen Dank für das Teilen @Speedy ,
Mein Psychiater ist genauso bei mir vorgegangen. Ich habe aber nie gefragt warum, sondern versucht es mit Belesen selbst heraus zu finden.

Ich bin mit ASS und stark überdeckenden ADHS seit März diagnostiziert. Und ist kompliziert mit den Medikamenten. Aktuell nehme ich 150 mg Bupropion (geringste Dosis) und 30 mg Elvanse. Ich befinde mich noch in der Eindosierung.

Bupropion habe ich als Antidepressivum verschrieben bekommen, als ich nur den Verdacht auf ADHS hatte. Ich möchte es aber wieder absetzen. Tatsächlich habe ich aber damit eine bessere Konzentration. Aber der Schlaf :grimacing: ich schlafe nur 5 Stunden. Bupropion ist das AD, welches am meisten auf den Schlaf wirkt. Ich brauchte zudem 3 Wochen, bis die Übelkeit und Kopfschmerzen aufhörten. Bei Spiegelmedikamenten bin ich immer sehr empfindlich, was die Eindosierung und das Absetzen angeht.

Deshalb habe ich bei dem Vorschlag Atomoxetin zu versuchen, abgelehnt. Ich hatte angst vor den Nebenwirkungen. Es kann wohl mehrere Wochen dauern.

Ich kann von mir ebenfalls behaupten, dass ich es mir einfacher mit Stimulanzien vorgestellt habe. Wie soll man bei einer Dauererschöpfung feststellen, wann die richtige Dosis erreicht ist.

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