Hallo zusammen,
der Beitrag ist schon was älter, doch da ein Medikament desselben Herstellers benannt wird, reihe ich mich mal hier ein. Ich hoffe, das ist okay.
Ich bin weiblich, habe seit zwei Wochen die Diagnose ADHS-C (kombinierter Typ) und vor zwei Tagen mit der Eindosierung begonnen.
Methylphenidat AL von Aliud Pharma, 18mg, 1x täglich, für 7 - 10 Tage.
Laut Medikamentenplan folgen dann 27mg, 1x täglich, für 7 - 10 Tage, 36mg, 1x täglich, für 7 - 10 Tage und die Höchstdosis ist 54mg, 1x täglich. Je nachdem, mit welcher Dosis ich mich am Ende am wohlsten fühle.
Mein Psychiater meinte - und so hat er es auch in den Medikamentenplan geschrieben - ich kann das MPH unabhängig von den Mahlzeiten nehmen. Dennoch esse ich nun ein kleines, proteinlastiges Frühstück und trinke einen entkoffeinierten Milchkaffee dazu. Keine Säfte oder Früchte.
Ich habe einige Fragen, die mich beschäftigen und Nebenwirkungen, die mich verunsichern und wäre dankbar, hier Informationen dazu zu bekommen.
Als Generikum für Concerta habe ich Methylphenidat von Aliud Pharma erhalten. Einmal in der Dosierung 18mg, einmal in der Dosierung 27mg, beides sind jeweils Tabletten/ Presslinge und keine Kapseln (dass dies auf Rabattverträgen der Krankenkassen beruht, ist mir bekannt). Laut Apotheker ist die besondere Wirkstofffreigabe von Concerta bei MPH von Aliud Pharma identisch, bzw. nachempfunden. Bei meiner Recherche bekomme ich jedoch nur schwammige oder unterschiedliche Antworten. Zum einen, dass es eben nicht dieselbe, verzögerte Wirkstofffreigabe hat und demnach ausgeprägtere Rebounds folgen (können). Zum anderen soll es das Generikum von Ritalin sein, was ja auf eine ganz andere Wirkstofffreigabe setzt und den Rebound ebenfalls sehr unangenehm machen soll.
Der Verlauf meiner ersten Einnahme war okay. Ich habe die Tablette morgens, gegen 9 Uhr genommen und mich an einen Bericht gesetzt, den ich schreiben wollte. Nach ca. einer Stunde bemerkte ich, dass ich mich sehr gut auf den Bericht fokussieren konnte. Die Nebengeräusche in meinem Kopf wurden leiser, ich war kontinuierlich bei der Sache. Bemerkbar war, dass ich nicht das Bedürfnis hatte, mich ständig mit meinem Handy oder mich anders durch irgendwelche unnützen Aktionen abzulenken. Normalerweise ist es beim Bericht oder auch beim Mails schreiben so, dass ich von Absatz zu Absatz springe, meine Gedanken rasen und ich ewig für Formulierungen brauche, weil ich nie zufrieden damit bin oder nicht gut priorisieren kann. Zudem brauche ich mehrere Tage, weil ich mich nicht durchweg motivieren kann, etwas zuende zu bringen. Diesmal lies sich der Bericht einfach so in einem Rutsch wegschreiben und ich war in angemessener Zeit fertig - an einem Tag! Zwischendurch habe ich immer mal wieder Pausen gemacht und konnte danach gut wieder einsteigen. Gegen 14 Uhr habe ich zum ersten Mal das Gefühl gehabt, mich nicht mehr so gut konzentrieren zu können (Wirkungsabfall?), gegen 16 Uhr dann ganz deutlich, da war ich mit dem Bericht aber schon fertig. Ich hab mich, im Gegensatz zu sonst, insgesamt körperlich und gedanklich entspannt gefühlt, würde ich sagen. Hab nicht mit irgendwas rumgewurschtelt, wie sonst immer. Habe viel getrunken und zwischendurch einen kleinen Snack gegessen. Konnte gegen 22 Uhr gut schlafen.
Aber: Gegen 14:30 Uhr habe ich mit meiner Schwester telefoniert und das hat sich irgendwie seltsam angefühlt. Ich hatte Lust, mit ihr zu telefonieren, konnte ihr auch gut zuhören, hatte aber irgendwie keine Lust, selbst zu reden und wusste irgendwie nicht, was ich zu manchen Dingen sagen soll. Hab mich auch irgendwie so emotional distanziert (?) gefühlt.
Und: Ich hatte eine schlimm angespannte Wangenmuskulatur/Kiefermuskulatur, ohne mit den Zähnen zu pressen. Das ging bis abends, kurz vor dem Einschlafen.
Beides empfand ich als sehr unangenehm, sodass ich gestern erstmal ausgesetzt habe. Mich interessiert nun, ob es normal ist, bzw. andere das auch als Nebenwirkungen während der Eindosierung kennen? Ich mache mir einfach Gedanken, ob das nicht eher Überdosierungserscheinungen sind - kenne das in heftigerer Ausprägung von meinem vergangenen Drogenkonsum. Da habe ich natürlich anders und mehr konsumiert und ich weiß, dass Straßenamphe und Medis nicht vergleichbar sind. Dennoch beschäftigt mich das. Auch, weil mich die Diagnose überrascht hat und ich das noch nicht so ganz glauben kann und ich mich frage, ob das auch an der (ausbleibenden) Wirkung/ Nebenwirkungen erkennbar wäre.
Puh, ich hoffe, ich habe nicht so herumgeschwafelt und freue mich auf einen guten Austausch!
Viele Grüße!