Eindosierung mit Medikinet - Verunsicherung bzgl. Wirkung

Hallo zusammen,

Ich (w, 36) bin seit 2 Wochen diagnostiziert - bzw. Habe das mündlich mitgeteilt bekommen. Mein Arzt/Therapeut meinte wegen eventueller Komorbiditäten bedarf es noch weiterer Sitzungen. Seit vergangener Woche Montag nehme ich Medikinet.

Da ich etwas verunsichert bin bzgl der Wirkung, dachte ich, teile ich mal meine Erfahrungen und würde mich sehr freuen, wenn ich mal berichten würdet, ob ihr etwas ähnliches erlebt habt.

Zunächst hatte ich 10mg zum Testen und sollte je eine Tablette nach dem Frühstück und eine nach dem Mittagessen. Wenn das am ersten Tag gut funktionierte sollte ich direkt mal 20-20 testen.

Zwischenfazit:

Tag 1: 10-10-0
Innere Unruhe, körperliche Anspannung und Chaos im Kopf nahmen nach ca. 40 Minuten ab. Konzentration war wenn überhaupt nur leicht verbessert. Eintritt und Nachlassen der Wirkung habe ich deutlich gespürt. Wirkdauer je Tablette nur so ca. 3 Stunden. War sehr unangenehm weil ich nachmittags im Meeting plötzlich voll den Einbruch hatte :see_no_evil:

Tag 2: 20-20-0
Wirkung in etwa gleich aber sie beginnt und endet subtiler. Wirkdauer etwa 5 Stunden und keine „Einbrüche“ mehr mitten am Tag. Morgens hatte ich einen Workshop bei dem ich mich plötzlich super konzentrieren konnte, trotz schwierigem Thema und vieler Teilnehmer, die durcheinander geredet haben. Nachmittags war aber trotz rechtzeitiger Einnahme alles wie immer.

Verschrieben bekommen habe ich dann nach Rücksprache mit dem Arzt 20mg. Soll ich erst mal so weiter nehmen, also 20-20.

Fazit nach einer Woche:

Wirkung gegen die innere Unruhe in der Regel gut. An zwei Tagen habe ich Aufgaben im Haushalt erledigt vor denen ich mich sonst drücken würde. Meine Vorgehensweise war irgendwie sinnvoller, hab mich weniger verzettelt und ich musste mich nicht so sehr dazu zwingen wie sonst immer. Am Wochenende konnte ich sogar endlich mal wieder für ne Stunde ein Hörbuch hören ohne ständig von meinen eigenen Gedanken abgelenkt zu werden. Und am (verkaufsoffenen :point_up:t2:) Sonntag war ich mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt und fand es eigentlich ganz angenehm. Zuletzt war ich da immer völlig überreizt.

Jetzt aber zu dem, was mich verunsichert:
Gestern war ich zwar an sich ruhiger als sonst aber ich habe mich irgendwie innerlich zittrig gefühlt. Nicht nervös oder so aber da war ein inneres Flattern - weiß auch nicht wie ich das besser beschreiben soll :see_no_evil: Zudem war ich unglaublich müde und auch sehr unkonzentriert.

Heißt das, ich bin eigentlich schon überdosiert?

Zudem falle ich abends immer irgendwie ein Loch. Die körperliche Anspannung und die innere Unruhe sind wieder voll (oder sogar verstärkt?) da. Kennt das jemand?

Ich hab das Gefühl, dass sich das Medikinet auch positiv auf meine Stimmung auswirkt. Kann es sein, dass ich am Ende gar kein ADHS habe sondern depressiv bin? :see_no_evil:

Außerdem ist der Effekt irgendwie sehr schwankend. Mal merke ich mehr mal weniger. Auch das verunsichert mich, weil ich ja auch schon vor Medikinet mal gute und mal schlechte Tage hatte.

Zu den Rahmenbedingungen:
Ich habe direkt vor jeder Einnahme gegessen (was mir vor allem morgens sehr schwer fiel) und habe keinen Koffein zu mir genommen. Ich mag aber ohnehin keinen Kaffee.
Ich bin seit Mittwoch erkältet und bekomme irgendwann diese Woche meine Tage (habe gelesen, dass der Zyklus auch eine Rolle spielen kann).
Habe zuletzt wegen der Erkältung und der Diagnose, die mich sehr aufgewühlt hat, schlecht und deutlich zu kurz geschlafen. Einschlafen ist sowieso ne Katastrophe bei mir.
Ich habe in den letzten Jahren stark zugenommen und bin trotz an sich sportlicher Figur seitdem stark übergewichtig - daher gehe ich davon aus, dass 20mg für mich nicht viel sind?

Hi Dachshund,

Die Dosierung ist nicht vom Gewicht abhängig, es gibt da nur Maximalvorgaben die sich am Gewicht orientieren. Die Wirkung ist gut, wenn die ADHS-Symptomatik zurück geht. Die Symptome gehen auch nicht komplett weg, viel mehr ermöglicht das Medikament eine bessere Selbststeuerung.

Du bist jetzt am Anfang. Dein Organismus muss sich da erst daran gewöhnen. Eine Erkältung oder auch der Zyklus “erschüttern” den Organismus, das dauert bis es sich ausgleicht. Die Medikation kann eine große Umstellung für den Organismus sein. Selbst beobachten und schauen wie es in 2 Wochen aussieht. Ausreichend trinken und essen. Blutdruck und Puls kontrollieren. Vielleicht gibt es da Hinweise.

Die Medikation löst anfangs durchaus auch Stimmungshochs aus. Nennt sich Honeymoon in ADHS Kreisen.. Vergeht mit der Zeit.

Es gibt ja nicht nur Medikinet adult, sondern auch andere Medikamente die länger wirken und nicht öfters genommen werden müssen am Tag: Übersicht Medikamente bei ADHS. Es kann sein, dass du mit etwas anderem besser funktionierst. Das braucht alles seine Zeit und Geduld. Das Finden des Ideals inkl. Dosierung kann locker ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. :grinning:

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