Hallo, ich bräuchte mal euren Rat und euer Wissen zur Eindosierung.
Meine Hausärztin sagte mir, dass sie mir ein ADHS-Medikament verschreiben darf, sobald die Verdachtsdiagnose von einem Facharzt bestätigt wurde. Das ist nun der Fall, und kommenden Mittwoch habe ich einen Termin bei meiner Ärztin. Läuft alles glatt, bekomme ich das Rezept.
Da ich nicht glaube, dass meine Ärztin sehr erfahren mit BTM-Eindosierungen ist, ich aber nicht bis zum Termin beim Psychiater (September 2026) warten kann, würde ich gerne Vorschläge für die Eindosierung mit zu dem Termin nehmen.
Es geht um Methylphenidat von “Medical Valley” (retardiert) - ich weiß nicht, ob es das in Deutschland von dieser Marke gibt, aber meine, dass es einfach eine günstigere Alternative zu Concerta ist. Concerta gibt es auch hier, aber da ich erst mal komplett selbst zahlen muss, versuche ich es zunächst mit Medical Valley.
Verfügbar als 18mg, 27mg, 36mg und 54mg
Ich habe das Medikament schon mal genommen, aber nur eine Tablette als “Test”. Das waren 36mg retardiert, was bei mir ungefähr 10 Std. gewirkt hat (evtl auch kürzer, da ich nach etwa 9 Stunden schon müder wurde, aber es meinem Kopf sonst noch soweit gut ging).
Keine Nebenwirkungen bzw nur am Tag danach (Darmprobleme🙈). Am Tag selbst: nach etwa 4 Stunden schnellerer Herzschlag und leichtes Zittern in den Händen, was aber beides nach ca 20-30 Minuten verschwunden ist (hatte da dann auch was gegessen).
Mein Gedanke war nun, die Ärztin zu fragen, ob sie mir eine Packung mit 18mg und eine Packung mit 27mg verschreiben kann, und dann evtl wie folgt vorzugehen:
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5 Tage: 1x18mg morgens
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5 Tage: 1x27mg morgens
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5 Tage: 2x18mg morgens
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1-5 Tage: 2x27mg morgens
So würde ich mich “durchtesten” können. Das mit den 2x27mg würde ich aber nur dann 5 Tage lang testen, wenn ich es gut vertragen würde, und ansonsten wohl maximal 2 Tage - aber ich denke, dass das eher zu viel sein wird, da 36mg am “Testtag” eigentlich eine sehr positive Wirkung hatten.
Nun zu meinen Fragen:
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Ich arbeite in Schichten. Ich würde das Medikament daher eigentlich gerne so nehmen, wie ich es am ehesten brauche, also zB erst mittags, wenn ich 15-22 Uhr arbeiten muss. Aber in der Eindosierungsphase bzw generell soll man es immer vormittags nehmen, wenn ich das recht verstehe? Ich war am “Testtag” abends sehr müde und hab geschlafen wie ein Baby (Einnahme um 11:15 Uhr) - was für mich sehr positiv war, weil ich sonst sehr starke Probleme mit dem einschlafen habe. Aber mitten in der Schicht in der Pflege ist das ja eher ungünstig. Kann man das Medikament in der Eindosierungsphase evtl flexibel nehmen, also einen Tag zB um 8 Uhr und am nächsten Tag dann erst gegen 12 Uhr? Oder muss man da in den sauren Apfel beißen und den Rebound (?) mitten in der Schicht in Kauf nehmen?
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Wenn die passende Dosis gefunden ist (sagen wir mal es passt zB mit 36mg): Wie kann ich eine bessere Tagesabdeckung bekommen? Sollte man dann 36-18-0 testen oder wie kann man da vorgehen? Oder wäre es besser, direkt beim Einstieg mit zwei Dosen zu testen, also 5-7 Tage lang 18-0-0 und dann 5-7 Tage lang 18-18-0 und dann nach 5 Tagen mal 36-18-0 oder ggf 18-18-18? Denn 8-10 Stunden reichen mir nicht an allen Tagen. Manchmal habe ich sehr lange Tage von 7 Uhr bis Mitternacht, und das macht mir etwas Sorgen mit der Abdeckung.
Ein unretardiertes Präparat möchte ich möglichst vermeiden, aber ich habe noch nicht ganz verstanden, ob man denn tatsächlich zB 2-3x am Tag retardiertes Methylphenidat nehmen kann oder ob jede weitere Dosis auf jeden Fall immer unretardiert und dann deutlich geringer sein sollte..?
Ich hoffe, dass mir hier evtl jemand weiterhelfen kann, auch wenn ich natürlich weiß, dass das alles sehr individuell ist. ![]()