Eindosierung MPH unretardiert

Hallo!
Ich bin neu hier. Habe aber schon etliche Beiträge hier gelesen.
Ich bin 45, weiblich, aus Österreich und mir wurde gerade erst im August ADHS diagnostiziert (ziemlich ausgeprägt sogar).

Schon vor einigen Jahren hat mir ein Psychiater mal gesagt, ich hätte ADHS. Hab mich dann aber nicht viel damit beschäftigt, da ich andere Baustellen hatte.
Nun ja, außerdem kämpfe ich schon seit etwa 20 Jahren mit extremer Müdigkeit/Erschöpfung (so eine reine Müdigkeit des Hirns). Da hab ich so alles durchprobiert, aber es ist nie ein Grund für die Müdigkeit gefunden worden.

Dann bin ich im Frühling zufällig über einen Bericht einer Frau gestoßen, die durch ihr ADHS diese krasse Müdigkeit hatte.

Einer Kollegin und Freundin hab ich dann mal mein Leid geklagt und gesagt, dass ich halt erstmal Stimulanzien ausprobieren wollte, um überhaupt zu sehen, ob mir derartige Medis helfen würden. Und sie gab mir dann vereinzelte Medis ihres Sohnes, der ebenfalls ADHS hat. Das waren Medikinet retard 20 mg.
Ja, und dann war das erstaunliches Erlebnis: Ich wurde ruhig im Kopf, konnte viiiiill besser Auto fahren, hatte nicht irgendwelche schnellen Impulse und gegen die Müdigkeit half es auch und noch vieles mehr. Es war, als ob ich eine Brille fürs Hirn bekam.

Darum hab ich mich entschlossen, doch einen Psychiater aufzusuchen, der darauf spezialisiert ist.

So, nun aber zur Frage:
Ich habe eine Rezept bekommen für Ritalin unretardiert. Das sind Tabletten. Angefangen mit 5g morgens. In der zweiten Woche 5 mg morgens und 5 mg mittags und nun bin ich bei 10 mg morgens und 5 mg mittags. Nächste Woche dann 10 - 10 und so weiter bis ich bei einer therapeutischen Dosis bin.

So, die 10 mg merke ich schon etwas. Ich bin wacher im Kopf. Aber es ist noch nicht so wie damals mit Medikinet retardiert, aber das wird schon. Die 5 mg merke ich nur seehr subtil und eher an Verhaltensweisen (wie weniger Nägelkauen,…). Aber diese unretarierten Medis wirken bei mir nur ca. 2,5 Stunden. Das ist ja schon wenig. Und ich soll sie morgens und mittags nehmen. Aber ich komme damit ja nichtmal ansatzweise über den Vormittag.

Glaubt ihr, irgendwann bekomm ich dann doch ein retardiertes Präperat, das länger wirkt. Oder gibt es auch Psychiater, die auf diesem Einnahmeschema beharren? Weil dann müsste ich es eher situationsbedingt nehmen. Fände ich jetzt nicht so super, denn für die Lebensqualität wäre es schon super, wenn man auch den restlichen Tag was davon hat.

Nebenwirkungen habe ich übrigens gar keine. Nur positive Zusatzwirkungen auf den Körper: Ich schlafe besser, mein Asthma ist viel besser (erweitert anscheinend die Bronchien) und auch meine Blähungen sind weg (beruhigt scheinbar die Peristaltik). Kennst das jemand von euch? Finde ich ziemlich super!

Liebe Grüße
Moko

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Hallo liebe Moko und herzlich willkommen,

mit zwei unretardierten Tabletten kommt man nicht über den Tag, und mit einer Kapsel Medikinet Adult natürlich auch nicht.

Ich vermute aber, dass dein Arzt das weiß und dass es ihm erst einmal darum geht, dass du deine Einzeldosis herausfindest.

Bei mir persönlich, es ist bei jedem/r etwas anders, wirkt unretardiertes Methylphenidat ungefähr zweidreiviertel Stunden, d. h. um eine Lücke zu vermeiden, muss ich spätestens nach zweieinviertel Stunden nachnehmen. Früher, als es die Retardkapseln für Erwachsene noch nicht gab, habe ich fünf Tabletten am Tag genommen.

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Lieber Falschparker!

Danke für dein Schreiben!
Ja, du hast recht, tatsächlich stellt mich jetzt der Arzt auf Medikinet retard um, aber nur 1x am Tag. Dafür soll ich notfalls mittags noch eine unretardierte Ritalintablette nehmen.
In einem Monat gibt es den nächsten Termin und dann schauen wir, wie wir weitermachen.
Ich glaub, der Arzt macht das ganz gut.

Liebe Grüße
Moko