Elvanse- Fokus-Probleme

Hallo ihrs,

ich find nicht so recht zum Thema (Forensuche) was ich suche. Deswegen starte ich das Thema hier mal

Ich habe vor längerer Zeit Elvanse eindosiert. Anfangs hatte ich recht große Probleme mit Geräuschempfindlichkeit. Ansonsten merke ich vor allem, dass es meine Stimmung bessert. Strukturierung von mir selbst kann ich nicht gut beurteilen. Mein Umfeld sagt, es würde besser verstehen, was ich sagen will (verbal besser ausdrücken, oder geordneter oder so).
Wegen der Geräuschempfindlichkeit wollte ich anfangs garnicht mehr höher Dosieren, war froh, dass es so irgendwann geklappt hatte. Ich nehme es nun etwa ein Jahr. Vor einigen Wochen hatte ich ausversehen im morgendlichen Tran die Pille zwei Mal genommen und garkeinen Unterschied bemerkt!! Meine Ärztin meinte dazu, ich könne gern probieren, höher zu dosieren. Das habe ich dann auch gemacht. Leider ist sie jetzt gerade mehrere Wochen im Urlaub und hatte mir das nicht gesagt. Ich kann sie nicht fragen zu meinen Unsicherheiten.

Also im großen und ganzen habe ich das Gefühl, dass meine Stimmung noch stabiler ist, als würde es mich vor Stress schützen. Eigentlich ist das ja nicht Hauptaufgabe, aber das merke ich am meisten und bringt mir gefühlt auch den größten Nutzen.
Probleme habe ich nun aber teilweise sehr, den Fokus zu halten. Vorher hatte ich das, glaube ich auch, aber irgendwie anders (?) Ich bin unsicher, ob ich nun mehr merke, dass ich dauernd abschweife, oder ob es eher ein Zeichen für Überdosierung ist. Mein Fokus zwitscht teilweise total hin und her. Ein bisschen habe ich das Gefühl, dass es mit der Zeit besser wird (oder ich gewöhne mich daran?). Ich habe den EIndruck, dies ist vor allem auch dann der Fall, wenn ich mich selbst organisieren muss (Zuhause). Wenn ich woanders mich konzentrieren muss, scheint es besser zu klappen.
Da ich keinen Beruf habe sondern eine Fördereinrichtung besuche, wo gerade viel mit Urlaubszeiten ist, kann ich es nicht so gut vergleichen.

Mittags hatte ich nach der Dosissteigerung auch relativ viel „Kopfsummen“. Das hatte ich laut meinen Aufzeichnungen anfangs beim ersten Eindosieren auch. Ich habe versucht, morgens zwei Dosen mit etwas Abstand zu nehmen. Einmal dachte ich, ich hätte die zweite Dosis vergessen. Musste aber abends feststellen, dass ich sie sehr wohl genommen hatte. Manchmal merke ich also mehr (Neben-)Wirkungen, manchmal scheint es total gut zu wirken. Ich komme nicht so ganz mit. Mein Frühstück morgens ist eigentlich immer recht gleich (ein oder zwei Brote, meist mit Käse und einen Milchkaffee. Zur Zeit immer Koffeeinfrei!). Ich habe den Eindruck, dass es (teilweise) hilft, morgens auf zwei Dosen aufzuteilen (auch wenn nur 30 Minuten dazwischen liegen)

Ich vermute, dass ich das an- und abfluten jetzt auch stärker wahrnehme.

Wie sind eure Erfahrungen und Wahrnehmungen so? Vor allem in Bezug auf diese Fokus-Sache


Kenne ich, fühlt sich an wie eine dickere Haut - oder ein Schutz, vergleichbar mit dem Magenschutz …


Lustig, das ist auch mein Eindruck. Kann Dir da aber auch keine Antwort geben. Ich könnte mir vorstellen, dass es ein bisschen von beidem ist - und sich dann irgendwann „auswächst“. Weil ja doch mehr Kontrolle da ist.

Ich könnte mir vorstellen, dass man, wenn man eine soziale Kontrolle hat, automatisch mehr Selbstaufmerksamkeit aufbringt, während man zuhause so „laufen lässt“.
Ich weiß auch nicht, was davon einfach auch angewöhnt ist. Ich habe den Eindruck, alles was ich bewusst kontrollieren kann /soll geht besser, wenn ich es denn aktiv kontrolliere.

Keine Chance habe ich, wenn Emotion mit reinspielt. Emotion (Angst, Euphorie) schaltet die Medikation bei mir genauso aus wie Hormone… Aber vielleicht ist das auch nur ein Wahrnehmungsproblem? Da bricht dann auch der Schutz weg.
Ich trau mich aber nicht, da aufzudosieren und versuche, soweit möglich, die Emotion aktiv runterzuregeln (Kopfrechnen, bewusst Atmen, Achtsamkeitsübung oder so). Da habe ich noch jede Menge Arbeit vor mir.

Ich habe den Eindruck, dass die Medikation mir die Chance gibt, Lernprozesse nachzuholen. Das ist mit Mitte 50 halt ne Menge Holz. Aber da ich ja alt und erfahren bin :lol: , kann ich da ja bewusst vorgehen, was die Sache doch etwas beschleunigen könnte.
Vieles wächst sich sicher auch von alleine zurecht.
Stubenrein bin ich schon :mrgreen:

Aber wenn ich mir überlege, ob ich tatsächlich ohne Medikation SOOOOO chaotisch war / bin - uh. Erstaunlich eigentlich, dass ich überhaupt über die Straße kam ohne überfahren zu werden.

@Hibbelanna

ich wünschte, die hormone könnte ich in der hinsicht mal ne weile ausstellen- nur um mal klarer vergleichen zu können, wann welche wirkung (nichtwirkung) woher kommt. weil meine menstruation nicht immer so pünktlich ist, sind die tabellen da auch nur bedingt hilfreich… fakt ist, sie haben bei mir definitiv viel einfluss!

ich war jetzt ein paar tage aus dem alltag raus, nur wandern/ zelten. da habe ich GARNIX gemerkt (also keine negativen wirkungen, nichtmal herzklopfen!)- habe schon gemutmaßt, dass die medis durch die hitze „kaputt gegangen“ sind :wink: (zumindest die gläschen mit abgemessenem wirkstoff). da scheint doch auch sehr viel einfluss zu sein, worauf ich mich gerade konzentrieren muss/ will und wieviel stress ich vielleicht doch tatsächlich im alltag habe. (ok, wegen zu viel urlaub :rotwerd habe ich gerade seit wochen massiv stress) (prokrastination von vorbereitungen, angst vor dem, was evtl kommt, nicht alles vorab planen zu können aber von dem planungswunsch gleichzeitig überfordert :panik :fischglas :sauer :ai :jammer )
mein frühstück war dort aber auch gleich wie zuhause.

Bleibt wohl erstmal wieder nur abwarten wie es sich weiter entwickelt… und die ärztin endlich wieder da ist… :roll:

ich merke jedenfalls an der stimmung wann die wirkung weg ist/ unter einem gewissen level sinkt


Haben sie! Die Meinigen sind so gut wie ausgestellt - was für eine Erleichterung! Grätschen nur ab und an mal rein. Dann aber wirklich sehr unerwartet… .

Du könntest die Liste nutzen und andere somatische Marker finden.
Ich hätte jahrelang mit Gewichtskurve verhüten können… das Anlegen einer Kurve und tägliches Wiegen hatte eine enorme Aussagekraft (Zyklusmitte: +2,5 kg, danach wieder leichter Rückgang auf +1,5 kg, jeweils gegenüber dem 5. Zyklustag als Referenz…). Manchmal sind es Stimmungen, eine ganz bestimmte Art von Gereiztheit, Dünnhäutigkeit, vielleicht ängstlicher oder stressanfälliger als sonst, unterschiedliches Verhalten in immer wiederkehrenden Situationen … Nervosität… Stuhlgang - alles kann ein Marker sein der Dir sagt: Guxi, es ist Zeit ein wenig aufzudosieren!!!

Deine Beobachtung wg. Stress finde ich höchst interessant und bestätigt mich sehr. Prokrastination und Stress haben eben diese ADHS-ähnliche Wirkung, sprechen aber nicht auf die Medikation an… bleibt nur: aktiv Entspannen oder Meditieren oder so, um den Cortisolspiegel runterzubekommen (<-meine Privatansicht…).

Die Angst vor dem Unerwarteten - Stress durch zu viel Urlaub… ja, das kommt mir doch sehr vertraut vor. Da grätscht wohl eine ängstliche Auslenkung (aka Autismus oder so) mit rein?
wichtig ist, das ernstzunehmen. Wenn alles abseits des Routinierten so viel Stress macht, dann macht es vielleicht Sinn, auch das irgendwo zu vermerken und den Urlaub entsprechend dann grob vorzustrukturieren, wenn man noch im ruhigen Arbeitsfahrwasser ist.

Was meinst du damit?

Ja, genau. Eine Autismus-Diagnose habe ich auch. Das gehört hier auch ganz klar dazu. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr mich auch freudige Sachen (wie der Urlaub) aus dem Gleichgewicht bringen können… Im Prinzip alles, was ich nicht schonmal gemacht habe bringt erstmal Nervosität…
Meine Fitnessuhr hat vor der Zelttour mir relativ hohe Pulswerte auch in der Nacht gezeigt. Ich wusste nicht, ob es an der Dosisänderung lag oder an der inneren Aufregung. Beim Zelten habe ich dann trotz (gefühlt) unruhigen Schlafs Spitzenwerte nach Unten gehabt (Ruhepuls von 50 als Minimum! Etwa 10 Schläge weniger) Da war ich doch sehr erstaunt!

Ich muss dazu sagen, dass meine bisherige Betreuerin gerade ins Sabbatjahr gegangen ist und ich die Neue im Prinzip noch nicht kenne (3 Termine bisher gehabt). Meine andere Bezugsperson hatte mir zugesagt, in dieser Zeit vor dem Urlaub da zu sein für Hilfe. Dann war sie aber auch in Urlaub!!! Da habe ich mich auch arg hängen gelassen gefühlt. Solches „Sicherheitsgefühl“, dass ich notfalls auf Hilfen zurückgreifen kann beeinflussen mich auch immer sehr. Normalerweise würde ich auch nie zwei Urlaube so aneinanderquetschen. Es waren nun äußere Umstände/ Wünsche, die das so haben werden lassen. Ich bin froh, es machen zu können, aber mir war von anfang an klar, dass es auf diese Art auch viel Stress gibt. Vielleicht kam da auch die (vielleicht in letzter Insatanz etwas Impulsive (für meine Verhältnisse)) Aktion mit den Medis erhöhen (auch wenn es ärztlich abgesprochen war).
Die allerbeste Idee es in dieser Phase zu machen war es nicht (das war mir aber auch klar). Noch "monatelang) zu warten (bis September) wollte ich aber eben auch nicht, wo ich gemerkt hatte, dass die doppelte Dosis keine krassen Ausfälle gebracht hatte (und damit die Hoffnung, dass es noch besser werden könnte)
Noch 2,5 Tage Zeit alles fertig zu machen für die nächste Tour :anfeuer

Naja, so blabla… :winken

Wechseljahre sind fast durch - ein Träumchen!

Genau aus dem Grund hatte ich 2 Jahre Verhaltenstherapie.
Ich habe eine gute Idee? → Stress → Blockade → Prokrastination.
Es läuft grade richtig gut? spätestens an dem Punkt, an dem mir das auffällt: → Stress … usw.
Das hatte mich in einen fiesen Burnout und immer wieder in heftige Depressionen gestürzt: denn ich prokrastiniere damit die Dinge, die ich liebe, die ich können könnte und wollte…

Das ist das, was meine Psychologin in den Wahnsinn getrieben hat und was sich in den Prokrastinationsbüchern nicht finden lässt: Es sind eben nicht die negativen, lästigen Dinge, die ich prokrastiniere. Ganz im Gegenteil: da bin ich meist gelassener, habe kaum Stress.
Denn dieser positive oder negative Stress überlagert dann auch die Medikamentenwirkung. Dh. bei der Eindosierung kann ich nur so langsam hochdosieren, wie ich parallel mein Stresslevel senken kann.

Selbstregulation ist da das Stichwort.

Für mich ist damit der Abbau von Stress die Hauptaufgabe.
Einmal durch Lebensgestaltung, dann durch Ausdauersport - und zunehmend wichtiger: über MBSR, Achtsamkeitsmediation.
Neurofeedback wäre sicherlich an dem Punkt auch gut, aber für mich reicht das Meditieren auch aus.