Elvanse + Gelegentlich Cannabis Straßenverkehr

Hallo,

Jetzt wo Cannabis Legal ist, überlege ich ab und an zu Kiffen. Was Wechsel oder Nebenwirkungen angeht würde ich mich sehr vorsichtig rantasten und nicht übertreiben, das sollte hierfür aber eher keine Rolle spielen.

Ich nehme momentan Elvanse adult mit 15mg und wollte mich erkundigen, ob ihr genaueres dazu wisst, wie es bei einer Verkehrskontrolle aussieht, wenn bei mir dann Amphetamin aufgrund von Elvanse und Cannabis durch einen Joint von vor ein paar Tagen festgestellt werden würde.
Kommt es dann gleich zu einem Entzug der Fahrerlaubnis und MPU wegen Mischkonsum o.Ä.?

Freue mich auf eure Antworten!

Hallo Mika,

Das Thema ist ernst und keiner von uns ist ein Anwalt. Ich rate dir Beratung bei einem Anwalt zu holen.

Da es ja auch nicht lange legal ist, wird vermutlich keiner Erfahrungen diesbezüglich haben.

Außerdem wird im Forum ein Mischkonsum ohne ärztliche Anweisung nicht unterstützt.

Gruß

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Hallo,

du musst unterscheiden: Cannabis ist nicht legal, sondern es gibt legale Vertriebswege. Entweder Mitglied zu sein in einem so genannten Social Club oder eine eigene Pflanze zu haben.

Cannabis auf der Straße zu kaufen ist natürlich weiterhin nicht legal. Es ist straffrei, eine bestimmte Menge mit sich zu führen, aber das macht den Vertriebsweg nicht legal. Genauso wenig wie schwarz gebrannter Schnaps.

Für die Teilnahme am Straßenverkehr gibt es bestimmte Grenzwerte, da habe ich keine Ahnung aber du kannst es herausfinden.

Die andere Frage ist, ob deine Ärztin dir Cannabis neben Elvanse erlaubt. Hast du sie gefragt? Falls nein solltest du es lassen. Das hat auch nichts mit Legalität zu tun.

Zu einem Entzug der Fahrerlaubnis wird es wegen verordnetem Elvanse natürlich nicht kommen. Es sei denn du zeigst Ausfallerscheinungen, die deine Fahrtauglichkeit beeinträchtigen.

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Ich weiß gerade nicht, inwiefern der Grenzwert angepasst wurde und ob die Urintests, die von der Polizei verwendet werden, immer noch auf THC Abbauprodukte (THC-COOH) testen, oder ob es um den aktiven THC Wert geht.

Ich nehme einfach mal an, dass immer noch die gleichen Tests verwendet werden, also könnte man am THC-COOH Wert zumindest abschätzen, wie lange der Konsum her ist bzw. wie häufig konsumiert wird.

Bei einer Verkehrskontrolle wird einem allerdings sowieso geraten, keinerlei Tests mitzumachen.

Dann würde man wahrscheinlich zur Blutabnahme auf der Wache landen. Vorher würde man dann wahrscheinlich erwähnen, dass man ADHS Stimulanzien einnimmt und mit Kopien der Rezepte wedeln.

Mal angenommen, man muss trotzdem mit zur Blutabnahme und einem wird die Weiterfahrt untersagt und der Führerschein vorerst abgenommen… und bei der Blutanalyse wird dann zusätzlich zum Amfetamin auch noch ein positiver THC-COOH, oder aktiver THC Wert festgestellt und man müsste später dann zur MPU (die Einladung kommt in der Regel Monate später erst und dann wird normalerweise nochmal ein Drogen Screening durchgeführt)…

…dann versetze ich mich einfach mal in den Kopf eines Verkehrspsychologen…

Erfahrungen habe ich keine, aber ich würde meinen Lappen so definitiv nicht riskieren wollen.

Was die einem daraus drehen könnten… nee lass mal :adxs_noooin:

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Bitte nicht wieder die Verkehrskontrolldebatte!

Überlegt lieber mal, was wäre klug, also möchtest du Cannabis neben Elvanse nehmen?

Und falls ja, möchtest du dann auch noch am Straßenverkehr teilnehmen? Ich meine, selbst wenn das niemand kontrollieren würde, ist es für dich und andere Verkehrsteilnehmer hundertprozentig gefahrlos?

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Es sollte eh keine Debatte sein, aber potentielle Risiken sollte man halt schon so grob kennen.

Mit einer Verkehrskontrolle oder Verwicklung in einen Unfall beginnt das ganze Szenario eben meist.

Ohne kommt man in diese Situation wohl eher nicht und müsste sich um sowas keine Gedanken machen.

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- Möchte er?

Offensichtlich. Entnehme ich einfach der Frage.

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- Kann man mit Cannabis sicher fahren?

Ja, je nach Genetik und Terpene Profil und bei passendem Dopaminausgleich bestimmt.

Habe ich schliesslich vor der ADHS Diagnostik 8 Monate lang in Therapieform gemacht und war beim Fahren so wach, konzentriert und reaktionsfähig wie nie zuvor.

Als Dauermedikation in Mikrodosen sicher nochmal etwas anderes, als bei einem Freizeitkonsumenten.

Aber hier geht es ja nicht um die aktive Teilnahme im Strassenverkehr gleich nach dem Konsum, sondern später (daher THC-COOH wahrscheinlich relevanter als aktives THC im Blutserum).

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- Ist es sinnvoll in Form von Mischkonsum?

Wahrscheinlich nicht.

Jedenfalls wärs mir das Risiko einfach nicht wert und was ein Verkehrspsychologe daraus machen könnte, dafür braucht man nicht viel Fantasie.

Dem gehts am Ende darum, dass man verantwortungsbewusst ein Fahrzeug führen kann.

Ob da die Chancen steigen, wenn man sowohl bei der Verkehrskontrolle, als vielleicht auch Monate später nach einer offiziellen Einladung zum Screening, positive Ergebnisse liefert?

Ich denke nicht.

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In so eine Situation könnte man auch kommen, wenn man nur offiziell zugelassene Medikamente einnimmt, für die man ein Rezept hat und sich an die vorgegebenen Dosierungen hält.

Hier würde ich mir allerdings bedeutend weniger Risiken ausmalen, da Medikament unter ärztlicher Begleitung und alles begründbar :man_shrugging:

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Danke erstmal für die vielen Antworten, ich möchte nochmal sagen, dass es mir nicht darum geht bekifft zu fahren oder sonstiges, sondern eher, dass wenn ich mal im Urlaub oder am WE bspw. Keine Medikamente nehme aber dafür kiffe, bei einer Verkehrskontrolle sowohl Restbestände von Cannabis als auch von Amphetamin habe.

Ich würde erst einige Tage nach dem Cannabis Konsum wieder fahren und daher kein erhöhtes Risiko für den Verkehr darstellen.

Dennoch hätte ich bei einer Kontrolle ziemliche Probleme, sollte sowohl Cannabis als auch Amphetamin positiv ausfallen oder?

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Das macht es bestimmt noch schwieriger als nur nachzuweisen, dass die Amphetaminspuren in Deinen Blut von einem verschriebenen Medikament kommen.
Und Du nicht unter Drogeneinfluss Auto fährst

Schau doch lieber, daß du dir von deinem Arzt ein Attest oder ein Privatrezept für Canabis ausstellen läßt, dann ist es wesentlich leichter.

Das große Problem wird sein, wenn du in eine Kontrolle kommst und denkst, daß du fahrtauglich bist, es dann aber aufgrund von Grenzwerten dann doch nicht bist, du sogar in den erlaubten Grenzwerten bist, aber aufgrund der Kombination dann mit deinen Reaktionen als nicht fahrtauglich gilst.
Die Probleme sind dann ganz schnell, daß du da nicht eben nur mit einer MPU raus kommst, denn in den Packungsbeilagen steht immer, daß es für gewöhnlich nach 14 Tagen mit der gleichen Dosis keine Bedenken für die Teilnahme am Straßenverkehr gibt, doch das Empfinden und die Tagesform… ausschlaggebend sind und du nicht fahren darfst, wenn du nur den leistesten Verdacht hast, daß du nicht zu 100% fahrtauglich bist kann das ganz schnell anders gewertet werden und auch böse ausgelegt werden zumal Canabis in die ähnliche Einstufung wie bei mir Morphium fallen dürfte und es ohne Verordnung/ Empfehlung vom Arzt kritischer bewertet werden könnte.

Ich würde mir da eine Rechtsberatung suchen, da Canabis und Grenzwerte viel zu neu sind und dadurch viel kritischer geguckt werden wird wie in 5 oder 8 Jahren und entsprechend die Folgen schwer wiegen können (nicht müssen, aber können…)

Ich würds schlichtweg lassen :woman_shrugging:t3:

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… einzig vernünftige Antwort!

Es gibt Grenzwerte, wobei kein Mensch die einordnen kann, du weißt ja nicht was in deinem Blut los ist.

insoweit einfach nicht kiffen und autofahren die Folgen für dich und vor allem für andere (!) sind überhaupt nicht abschätzbar und schon gar nicht zusammen mit Elvanse

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So da steht es ganz klar drin:

  • Mischkonsum ist verboten
  • Medizinisches Cannabis wird anders behandelt! Gilt als Medikament
    ferner ist dann davon auszugehen wenn der Arzt es verschreibt, du es auch täglich nimmst → entsprechend nach 14 Tagen bis 3 Wochen in der verordneten Dosis eine Gewöhnung eintritt, die es dann erlaubt nicht mehr berauscht, benebelt, eine veränderte Wahrnehmung zu haben und damit dann als fahrtüchtig zu gelt. Nur bei Dosisanpassung dann wieder 14 Tage bis 3 Wochen kein Fahrzeug bewegt werden darf. So wird es auch mit Tramal, Tillidin, Morphium gehandharbt und vielen Psychopharmaka gehandhabt

Vorab:
Dies ist KEINE Anleitung/Aufforderung zum Fahren unter Mischkonsum jedweder Substanzen!

So klar steht es da nicht drin. :wink:
Mischkonsum ist nicht generell verboten. Ausdrücklich verboten ist nur der Mischkonsum von Cannabis und Alkohol. Andere Substanzen sind dabei gar nicht erwähnt. Müssen sie auch nicht, weil die -ohne ärztliche Verordnung- auch bei Einzelkonsum verboten sind. Das ändert sich ja nicht, wenn noch was zusätzlich konsumiert wird :wink:.

Für Alkohol und THC musste jetzt eine gesonderte Regelung her, weil es nun zwei „Grenzwertsubstanzen“ gibt. Daher wurde festgelegt, dass die Grenzwerte nur für Einzelkonsum gelten.
Haste beides im Blut, ist der Lappen erst Mal weg (vorläufig sichergestellt) - egal wie viel es ist und auch dann, wenn beides unterhalb der Grenzwerte liegt.

Nun kommt die Ausnahmeregelung für den bestimmungsgemäßen Gebrauch ärztlich verschriebener Arzneimittel ins Spiel:

Wenn Du Cannabis auf Rezept -in der verordneten Dosis- konsumierst, Dir ein Bier gönnst und bei einer Kontrolle positiv auf THC und Alk getestet wirst, dann „zählt“ das THC (eigentlich) nicht.

Weiter gedacht:
Du nimmst Elvanse (in der ärztlich verordneten Dosis) und kiffst („einfach so“), bis Du positiv auf AMP und THC. Dann „zählt“ AMP (eigentlich) nicht, weil ärztlich verordnet.

Trotzdem:
Hat man auf jeden Fall Stress und Ärger am Hals, bis das geklärt ist - also die Blutprobe ausgewertet und amtlich festgestellt wurde, dass die Ausnahmeregelung gilt und trotz Mischkonsum von Medikament und „Grenzwertsubstanz“ keine Fahruntüchtigkeit vorliegt. So lange bleibt der Lappen vorläufig „einkassiert“.

Und:
Auch wenn eine ärztliche Verordnung für MPH/THC vorliegt und der erlaubte Höchstwert der „Grenzwertsubstanz“ nicht erreicht ist, kann ein Arzt/Gutachter trotzdem zu dem Schluss kommen, dass der Konsum beider Substanzen Fahruntüchtigkeit zur Folge hat. Der Gegenbeweis könnte schwer bis unmöglich werden.

Also:
Auch wenn Alkohol, THC, verordnete Medikamente…, in gewissen Grenzen erlaubt sind und man sich absolut fahrtauglich fühlt, ist Fahren unter Mischkonsum eine eher schlechte Idee, wenn man an seinem Führerschein hängt.

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Aber warum solltest du das tun?

Und wenn doch, dann warte eben mit dem Fahren, bis alle Rückstände weg sind.

Mir fällt auf, dass du bisher nicht viel über dich schreibst. Wie lange nimmst du denn schon Elvanse? Und hast du das bisher schon gemacht - an einzelnen Tagen kein Elvanse genommen und dafür Cannabis? Bringt das etwas? Ist deine Ärztin informiert und einverstanden?

Und hast du tatsächlich eine legale Quelle?