Elvanse: Geräuschempfindlichkeit

Hallo :winken ,
ich habe beim Suchen nichts zum Thema gefunden, daher frag ich mal separat nach.

ich nehme seit einigen Wochen Elvanse, zur Zeit mit 25 mg (knapp 2 Wochen auf dieser Dosis).
Schon am ersten Tag hatte ich das Gefühl, das manche Geräusche jetzt extrem laut sind. Ein bisschen konnte ich mich an die veränderte Wahrnehmung gewöhnen, aber ich habe nicht wirklich den Eindruck, dass es verschwindet, oder weniger wird. Andere Nebenwirkungen (z.B. schneller Herzschlag) sind weggegangen.
Ich kann unter der Medikation schon z.B. besser es im Einkaufsladen aushalten (von den Reizen her). Trotzdem bin ich auch für außenstehende „dünnhäutiger“ geworden was Geräusche angeht. Es sind eher kleinere Geräusche, glaube ich (z.B. das Blubbern von Mineralwasser, Ticken von Uhren, „wuseln“ von Menschen, die während einer Unterhaltung irgendwas rumkramen).
Ich muss dazu sagen, dass ich auch Autistin bin.
Unter MPH hatte ich dieses Problem nicht.
Ansonsten scheint mir das Medikament zu helfen.
Ich bin noch unsicher, ob ich manchmal Stimmungsschwankungen habe, oder nur nun es besser wahr nehme und besser darauf reagieren kann. Das muss ich noch beobachten. mit der Langzeit-Selbstbeobachtung bin ich leider nicht ganz so gut.
Das mit den Geräuschen ist aber doch sehr belastend und ich weiß nicht, ob ich auf Dauer damit klar komme. Wenn ich ruhige Tage habe geht es mir gut mit dem Medikament. Dann bin ich zufrieden. Meine Stimmung ist auch insgesamt viel besser (unter MPH war ich depressiv geworden).

Hat jemand von euch bezüglich der Geräuschwahrnehmung ähnliches erfahren oder weiß irgendwas dazu?
Meine Ergotherapeutin hatte noch die Idee, dass ich vielleicht nur nun Geräusche besser aus dem ganzen Geräuschbrei raushören kann. (Aber dann hätte es unter dem MPH ja auch sein müssen?)

Ja, ich hatte es auch am Anfang mit Elvanse, nicht nur Geräusche, sondern auch Gerüche. Es hat sich gelegt mit der Zeit oder ich glaube ich habe mich daran gewöhnt. Ich glaube, dass was deine Ergotherapeutin meint, ergibt viel Sinn.
Unter Medikinet hatte ich es nicht. Bin auf die Erfahrungen von anderen gespannt.

tja, sind wir wohl allein damit… @allmighty :quasimodo

Ich konnte heute morgen kaum mit meiner betreuerin reden. Hab von 25 auf 30 mg hochdosiert und das hirn voller geräusche gehabt. musste mich saumäßig konzentrieren um irgendwas rauszubekommen ohne dabei den satz zu vergessen! :ai

Geräusche , Gerüche , Gedanken …

Bei mir waren es plötzlich unendlich viele Erinnerungen an Gegenständen und Sachen die ich mal hatte … das war auch ein bisschen spooky , hat sich aber wieder gelegt.

Vielleicht war heute 30mg bei dir auch noch zu viel ?

Wie lange nimmst du Elvanse?
Ich finde es nicht unbedingt schlecht, denn jetzt weiß ich, was mich u.a. so erschöpft und kann was dagegen tun.

Seit 1. September. Also jetzt knapp 1 Monat.
Ich habe gerade den Eindruck, dass mein Hirn manchmal kaum den Fokus halten kann. Ich vermute mal, dass es mir jetzt nur auffällt. Ich hoffe, dass es nicht eine nebenwirkung ist :wink: Mit den 30mg das kann ich im Moment nicht gut beurteilen @Nelumba_Nucifera . ich hatte schon einigen stress auch. ich habe auch sehr unterschiedliche tagesabläufe, was es bei der beurteilung nicht unbedingt leichter macht.
die ersten beiden Tage auf 30 mg waren nun etwas „nervös“ im sinne von (morgens/ vormittags) hibbelig sein. Aber das kenne ich auch von mir, wenn ich stress habe. also kann auch gut sein, dass es so oder so so wäre. montag war ich noch wandern, was an sich ganz ok war. heute war ich heut morgen etwas durch den wind, aber da weiß ich nicht, ob das medi überhaupt schon richtig gewirkt hatte bis ich vor die tür musste. weil ich spät dran war, mein tagesplan für heute eh durcheinander (wegen terminabsagen (autistisches problem)) und das wetter so übelst mies und ich natürlich nass und zu spät war ich unausgeglichen. mittags habe ich (sinnvoll!) eingekauft und(!!) gekocht (was allein schon sehr viel heißen will) und dann mein pensum meinem befinden angepasst (nix mehr gemacht :lol: ), was mir meistens auch schwer fällt. dann war ich auch entspannt, auch wenn meine laune etwas schlechter war (definitiv mein anspruchsdenken!).
ich muss abwarten, vielleicht morgen früh es „ruhig angehen“ lassen obwohl ich eigentlich anderes wollte… :neiiin Aber dann kann ich wohl am besten sehen, wie es ohne stress wirkt. denn wenn ich wegen zu viel medi nervös wäre, wäre es mit und ohne stress so, oder?

den stress mit den geräuschen habe ich tendenziell eher, wenn ich z.b. in der tagesstätte bin (gruppen) oder mich sehr konzentriert unterhalten muss (also z.b. zwei-personen-gespräch in ruhiger umgebung wo aber dann jemand im flur nebenan redet > dann kann ich über das gerede nicht hinweghören und es erfüllt mein ganzes hirn, so dass ich z.t. garnicht mehr weiß, worum es überhaupt ging oder was ich selbst sagen wollte).

Hmmmm…
Eigentlich sollten Stimulanzien den Reizfilter verbesdern so dass leise Geräusche weniger stören.
Spricht für eine unpassende Wirkung, falls das so bliebe…

@UlBre
Ich hatte Donnerstag einen Termin bei meiner Psychiaterin. Sie war dazu auch etwas erstaunt. Bei MPH hatte ich auch sofort „Ruhe“. Das war so wunderschön!!! Es hatte (Straßenbahn-)Bahnfahren von „unerträglich“ zu „machbar“ gemacht. Ich bin weiterhin frustriert über diesen Aspekt.

Wegen der ansonsten aber auch guten Wirkungen ist meine Ärztin dafür, es trotzdem weiter zu probieren, in der Hoffnung, dass es doch noch verschwindet.
Ich weiß nicht, ob sowas wie sensorische Integrationstherapie auch für akustische Sachen geht. Vielleicht muss mein Hirn nur irgendwas anders lernen :roll: hoffentlich… :jammer

(Das Hibbelige lag am Stress, kann ich jetzt sagen)

Ich finde das Anfluten auch immer noch unangenehm weil es sich in meinem Frontalhirn so komisch anfühlt (auch wenn sich das vielleicht seltsam anhört).

Na, da bin ich aber mal gespannt, ob das sich legt…
Berichtest Du ?

Hallo,
ich wollte mal zurückmelden, dass sich der Geräusche-Stress gelegt hat über die Zeit. Ob es eine Art gewöhnungseffekt ist oder ich tatsächlich besser damit klar komme, finde ich nachwievor schwer zu sagen. wegen der corona-bedingungen bin ich auch eher wenig in den früher üblichen lauteren bedingungen. ich musste heute seit ewigkeiten mal wieder mit der bahn fahren, und fand es ähnlich stressig, wie sonst auch (ich war noch nervöser, was aber an corona usw lag, der geräuschpegel war immer noch zu laut, das war unter MPH so viel besser).
ich finde es auch in gesprächen immer noch schwieriger, den faden zu behalten, wenn etwas störendes kommt (geräusche, andere menschen). Aber nicht so schlimm wie in der Eingewöhnungsphase. Ich weiß da aber auch nicht, ob ich es nur besser merke oder es tatsählich „schlimmer“ ist. im alltag finde ich mich teilweise schon abgelenkter (ich brauche deutlich länger mit elvanse um aus dem haus zu kommen). andere sachen bekomme ich dafür besser hin. ich kapier das nicht.

ich bin trotzdem froh, weil es sich insg. positiv auf meine stimmung auswirkt (gibt natürlich trotzdem genug schlechte tage, aber insg. etwas stabiler). schätze ich werde die gründe so schnell nicht rausfinden.
meine ärztin ist sehr zufrieden. mein umfeld meint, ich könne mich soviel besser mitteilen (merk ich echt nix von!!) Es sagten aber auch leute, die nix davon wussten, also muss schon irgendwas daran sein.

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