Elvanse runterdosieren - plötzlich Nebenwirkung?

Ich melde mich mal ganz verzweifelt mit einem Funken Hoffnung, dass Elvanse vielleicht doch mein Medikament sein könnte, nur bisher die Dosis nicht passte.
Vorweg: Ich,w35, bin wegen komorbider Depression in einer Tagesklinik, schon 3 Wochen vorher wurde ich mit Elvanse eingestellt. Ich trinke NIE Kaffee, keine Cola, rauche nicht.

Ich habe nun über mehrere Wochen seit dem 6.5.24 das Elvanse eingenommen, zuerst 20mg, weil ich mich nicht recht traute. Da hatte ich 2 Tage nen Aufräumflash (Honeymoon?), nach 5 Tagen hab ich dann 30mg genommen. Das war vor allem in den ersten Wochen sehr hilfreich, Antrieb und Stimmung besser, ADHS-Symptome aber nicht merkbar verändert (mein Mann findet aber schon) und mir fehlte die Wirkung am Nachmittag.

Ich habe den Arzt in der Tagesklinik vor 2 Wochen gebeten, die Dosis zu steigern, da ich mir eine längere Wirkung erhoffte, jedoch scheint er mir nicht sehr erfahren mit Elvanse. Er ordnete 20-20-0 an, was zu Unruhe nach 4 Std und Nachmittags nur sehr kurzen Wirkzeiten führte (7 Tage probiert).

Als ich dann 40-0-0 (etwas in Eigenregie, weil ichs da irgendwie sinnvoller fand und die Pflegerinnen meinten, das sei ok) ausprobierte, ging dies 2 Tage gut (nach 6 Std einmal Tinnitus, abends seehr müde, ansonsten emotional recht gut), mit Einsetzen der Periode dann plötzlich vermehrt Herzrasen. Bei der ärztlichen Untersuchung (müssen 1x wöchentlich wiegen und Bd messen) gab es dann einen Verdacht auf Extrasystolen, Blutuntersuchung war dann aber ok. Der Arzt war trotzdem nicht begeistert. Also nach 4 Tagen wieder auf 30mg zurück.
Für einen Nachmittag probierte ich ergänzend 10mg Medikinet adult retard, von denen ich nur kurz Entspannung merkte, dann aber nach 3 Stunden bereits heftigen Rebound - stark überreizt, depressiv und sozialer Rückzug. Ich muss dazu sagen, dass der Klinikarzt irgendwie standardmäßig lieber mit MPH behandelt. Er meint, Elvanse sei nichts für mich.

Nun ist es so, dass ich mich nun mit 30mg vermehrt angespannt und mehr depressiv fühle. Weiterhin merkbares Herzrasen nach 1,5 Std nach Einnahme sowie zum Wirkpeak nach ca. 4 Std.

Ist es möglich, dass ich mit 30 mg Elvanse auf einmal zu viel habe? Oder ist das Runterdosieren von 40 auf 30 zu schnell gewesen? Mir hatte das mit dem Herzkasper echt Angst gemacht. Vielleicht bin ich auch jetzt empfindlicher, weil ich bei jedem höheren Puls Schiss bekomme…?!
Sollte ich nochmal 20 mg testen? Oder gehe ich dann die Gefahr ein, dass ich unterdosiere, weil mein Körper jetzt schon die höheren Dosen kennt?

Auf 5mg-Schritte wird sich der Arzt nicht einlassen, unter 20 geht wohl auch nicht. Das Problem ist, dass ich wegen der Klinik-BTM nur für max 3 Tage (übers WE) die Pillen bekomme und der Arzt einfach da am längeren Hebel sitzt.

Ich habe morgen die Visite mit ihm und wäre gern vorbereitet. Vielleicht hat jemand einen Tipp oder Einschätzung, ob 20mg noch eine Option wären und wie ich das argumentiere.

Omg, dieser Text ist soo weird, ich hoffe man kann dieses Medi-Chaos nachvollziehen. Danke, dass du bis hier gelesen hast.
Ich bin dankbar für jeden Tipp/Erfahrung/Einschätzung. Auch, wenn nur einzelne Fragen beantwortet werden.

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Hi…

ich meine, Du solltest zuerst einmal mit deinem Arzt arbeiten und nicht an ihm vorbei.
Aich er muss erst Erfahrung sammeln mit deinen Erfahrungen, um dann lenken zu können. Wenn du da dazwischenwurschtelst machst du es nicht besser.

Ungeduld ist ein ADHS-Symptom. Hier kann es dir den Weg zu einer passenden Medikamentierung verbauen.

Du solltest genau beobachten und dokumentieren. Lade den Eindosierungshilfetabelle aus dem Downloadbereich des Forums herunter und arbeite damit.

Genauer anschauen wprdi ich mir die Wirkdauer einer Einzeldosis Elvanse. Was du beschreibst, könnte schon nach einer sehr kurzen Wirkdauer klingen, und da ist eine 20-20-0-Anordnung, wie sie dein Arzt vorgesehen hat, durchaus sinnvoll. Vielleicht ist sogar das noch zu weit auseinander. Aber ohne genaue Dokumentation kann dein Arzt auch nur raten.

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Danke für deine Rückmeldung.

Die Eindosierungshilfetabelle führe ich. Zusätzlich überwache ich meinen Puls.

Ich glaube ich bin etwas verunsichert, weil der Arzt schon zu Beginn meine Dignose angezweifelt hatte und ich sie nochmals beweisen musste. Das Vertrauen ist einfach ziemlich angeknackst.

Der „Alleingang“, wenn auch abgesprochen mit den Schwestern, war keine gute Idee, das weiß ich selbst.

Mir ging es, wie gesagt eher um Erfahrungswerte beim Runterdosieren in der Eindosierungsphase.

Ich habe nun für einen ganzen Tag jeweils 10mg Medikinet bekommen. Er ist der Meinung, dass das Herzrasen nicht gut für mich sei. Gleichzeitig ist es heute schon besser gewesen (Tag 6 der ursprünglichen Dosis) und könnte ja auch
noch besser werden. Aber gut, wir probieren es.
Werde es natürlich dokumentieren.

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Vielleich noch hilfreich … bei mir waren die ersten 2/3 Tage nach Hochdosierungen UND nach Runterdosierungen immer erstmal positiver als der vorherige Zustand.

Ob es wirklich passt zeigt sich mMn erst so nach 7 Tagen. Dementsprechend kann ich meinem Vorredner mit der Geduld nur zustimmen.

Mein Psychiater glaubt auch nicht wirklich an ADHS. Er kennt sich auch kaum damit aus. Aber er glaubt an die Wirkung von Medikamenten. Hier lässt er mir viel freie Hand, aber ich gehe auch offen und ehrlich mit ihm um und tue nicht Klugscheißen oder ähnliches.

Zeig ihm, dass du verantwortungsvoll damit umgehst und er wird mehr und mehr Vertrauen gewinnen und dir deine Punkte anhören.