Elvanse - Was ist meine richtige Dosis? Überdosierung/Unterdosierung?

Kurzfassung: 30-40 mg bringen mir mittlerweile so wenig, dass es sich fast schon nicht lohnt und 50 mg fühlen sich prinzipiell zwar super an, aber meine Produktivität leidet immens dadrunter.

Hallo liebes Forum,

ich weiß, die Frage wurde schon oft im Forum behandelt, aber leider kann sich mein Hirn die ganzen Informationen nicht sinnvoll zusammensetzen, deswegen versuche ich hiermit mal mein Glück.

Ich bin momentan noch bei der Eindosierung und komplett überfordert.

Angefangen habe ich mit 30 mg und es war, als wäre mir die Tür zu einer neuen Welt geöffnet worden. Die Impulsivität und emotionale Unausgeglichenheit wie ausradiert, Konzentration war oft bei den richtigen Dingen (wenn auch verbesserungsbedürftig) und lange erhalten, soziale Interaktionen haben mir das erste Mal seit Langem mal wieder wirklich Spaß gemacht. Mein Kopf war so viel ruhiger und klar, mein Körper konnte sich endlich mal wieder entspannen, weil ich nicht dauerangespannt war.

Was aber ganz doof war: Wirkung nur für ca. 5-6 Stunden und danach ein schlimmer Crash. Sehr depressive Verstimmung, unglaublich launig und komplett teilnahmslos, alles war egal. Mehr als mich Hinlegen konnte ich danach nicht tun.
Ich hatte auch das Gefühl, dass die Wirkung generell über den Tag geringer wurde, aber vielleicht lag das auch teilweise an der verringerten Nahrungsaufnahme durch die Appetitlosigkeit (bei 30 mg wusste ich noch nicht, dass Stimulanzien mit Energiezufuhr besser funktionieren). Vor allem habe ich das daran gemerkt, dass ich wieder vermehrt diese innere Unruhe gespürt habe und mich wieder alles mehr gereizt hat von 0 auf 100.

Steigerung auf 40 mg hat fast gar nichts gebracht, hat sich fast 1:1 angefühlt wie 30 mg, deswegen bin ich höher.

Dann Steigerung auf 50 mg, meine aktuelle Dosis. Wirkung habe ich vor allem verstärkt bei der Klarheit des Kopfes und noch mehr Ruhe verspürt. Mein Kopf ist quasi still, bis auf noch ein wenig (dauerhafte) Musik im Kopf. Es wirkt auch mittlerweile so um die 14 Stunden durch, was mir sogar einen Ticken zu lang ist, da ich dadurch nicht mehr gut schlafen kann.

Aber: Die Konzentration. Ich kann mich prinzipiell immer noch besser konzentrieren, um Einiges. Aber ich schiebe alles so unfassbar vor mich her, noch schlimmer als ohne Medikamente. Ich schaffe es trotz aller Bemühungen nicht, mich mal Hinzusetzen und aktiv zu lernen. Dauernd möchte ich lieber etwas anderes machen. Nicht so impulsiv wie vorher, sondern eher dass ich meinen Hyperfokus bewusst (?) in die „falsche“ Sache stecke (z.B. intensive Recherche zu Holzarten).
Wenn ich es mal schaffe zu lernen, dann greift auch die Konzentration sehr gut, aber dorthin zu kommen ist ein Kampf für sich. Wie gesagt, schlimmer als ohne Medikamente. Und war bei den 30 mg eben nicht so.

Zudem bei allen Wirkstoffmengen folgende Nebenwirkungen:

  • extreme Appetitlosigkeit
  • Herzrasen/erhöhter Puls + Kopfschmerzen
    Der Puls & die Kopfschmerzen haben sich immer nach paar Tagen wieder eingefunden, mit der Appetitlosigkeit weiß ich mittlerweile zu arbeiten. Also nichts dramatisches.

Meine Frage ist jetzt: Wie zum Geier finde ich meine richtige Dosis? Was ist normal, was ist nicht normal? Bin über- oder unterdosiert? Muss ich eventuell sogar noch höher? Wie finde ich denn dann die goldene Mitte?

Ich hatte auch schon überlegt, die Dosis über den Tag aufzuteilen, aber auch das überfordert mich komplett. Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll und mein Perfektionismus & meine Ungeduld werden mich da wahrscheinlich in den Wahnsinn treiben.

Mir ist bewusst, dass der Dauerzustand nicht diese „Honeymoon“-Phase vom Anfang sein kann, aber ich bin Hin- und Hergerissen, wo ich denn letztendlich zu landen habe.

Mein Arzt hat mir das OK gegeben, eigenständig nach Bedürfnis die Dosis zu steigern/senken. Er meinte auch, dass ich da auf mich selbst hören muss, um die richtige Dosis zu finden.

Ach, am liebsten würde ich mir einfach Zeit lassen und auf meinen Körper hören. Aber ich werde noch verrückt. So ist das jedes Mal bei mir, wenn irgendetwas Neues bevorsteht und ich es noch nicht perfektioniert habe. Auch ein neues Medikament möchte ich erstmal noch nicht ausprobieren, da mir diese Veränderung noch mehr Panik machen würde.

Ich habe mir auch viel im Thread zum Vergleich von Über-/Unterdosierung durchgelesen, aber ich kriege das alles irgendwie nicht auf mich angewendet

Ich bedanke mich für eure Ideen!! Ich schätze es sehr, dass ihr euch meine Sorgen durchlest.

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erinnert mich insgesamt auch an meinen Werdegang, ähnliche Problematik bis auf nicht so krasse Appetitlosigkeit, aber ja Puls, Kopfdruck, Tinnitus habe ich auch seit September ca. echt komisch alles und diese exekutiven Dysfunktionen, Aufschieberitis und Hyperfokus nervt mich auch so langsam. Das hört sich, wenn ich deinen Text richtig interpretiere ähnlich „zwanghaft“ und getrieben an? So kommt es mir jedenfalls oft vor. Ich bin aktivierter und funktioniere schneller, aber die Konzentration und konstantes Arbeiten ist nicht so einfach. Ich lasse mich hier udn da auch zu sehr treiben und meine Laune (und das ist eigentlich fast das wichtigste) ist insgesamt schon eine deutliche Spur besser.

Bin aktuell bei 50mg, hin und wieder mal ± zum testen, aber nun überlege ich über mehrere Wochen auf 30-30 zu gehen, um diese Wirkdauer einerseits zu verlängern, aber dieses runterkommen erträglicher zu machen. Ein weiterer Punkt ist der Schlaf: Schlafprobleme waren bei mir immer schon da, aber wird noch schlechter. Wie ist dies bei dir?

Vielleicht solltest du mal 20-20 oder sowas probieren, wenn du denn schon mit 30mg bzw. 40mg gut klar kamst, aber die kurze Wirkdauer das Problem ist/um den Rebound nicht so scharf zu haben. Die 50mg so wie du es beschreibst, wirken bei mir so wie 60-70mg und das ist zu viel (auf einmal), das merke ich spätestens am Ende der Woche.

Es ist wirklich wie bei dir zum Haare raufen. Man will irgendwie voran kommen, aber gefühlt steht man immer noch/wieder am Anfang… wie lange pennst du denn so? Was machst du sonst so? Isst du auch genug (reichhaltiges, sprich gute Kohlenhydrate, viel Gemüse z.B. zusätzlich, glaube das ist bei mir auch deutlich spürbar: wenn ich mal 4-5 Stunden nichts/zu wenig esse, dann scheint die Wirkung schneller zu erlischen, dann fühle ich mich ähnlich wie du den Crash beschreibst aggressiver/unruhiger/depressiver/unzufriedener).

Glaube ich konnte dir jetzt nicht helfen und evtl. das folgende ebenso, aber glaube mir du bist nicht alleine!

Jaa genau so ist es!! Gut, dass du das Wort zwanghaft nutzt, das trifft es wirklich am allerbesten. Wow.

Unsere Situationen scheinen sich wirklich sehr zu ähneln. Ich bin insgesamt sehr dankbar, dass mir das Elvanse so sehr mit der Laune und emotionalen Balance hilft. Das war früher wirklich sehr beeinträchtigend und ist auch für mich einer der wichtigsten Punkte. Hilft mir auch generell und auch z.B. in meiner Beziehung, das ist mir sehr wichtig.

Aber du hast so Recht, dieses ganze Aufschieben und die exekutive Dysfunktion sind wirklich zum verrückt werden… Ich kriege wirklich kaum das gemacht, was mir wichtig ist. Ich habe jetzt auch öfters gelesen, dass man mit den Medikamenten halt diese „Disziplin“ lernen muss, seinen Fokus bewusst zu lenken. Aber es scheint wirklich unmöglich auf mich, eben wegen dieser Zwanghaftigkeit. Und es ist wie gesagt ohne Medikamente nicht so extrem. :frowning:

Auch gestern: kaum was (nützliches) gemacht bekommen, abends wieder der Crash & Schlafprobleme, heute morgen super depressive Verstimmung. Ich wache morgens auf und möchte das ganze Medikamenten-„Projekt“ einfach nur aufgeben… Dann zwing ich mich zu meiner Dosis und es geht wieder von vorne los.

Wie genau hast du vor, die Sache anzugehen, also z.B. in welchem Zeitraum würdest du die Dosen nehmen? Ich glaube auch, dass so eine Aufteilung ein guter Ansatz ist. Wünsche dir damit schon mal ganz viel Erfolg!

Vielleicht sollte ich auch wirklich mal darüber nachdenken, wie du meintest. Ich mache mir dort nur wiederum dann Sorgen, dass mir die „erste Dosis“ nicht ausreicht und ich mich wieder im Kreis drehe. Oder, dass ich die zweite Dosis nicht zum richtigen Zeitpunkt einsetze.

Aber einen Versuch wäre es trotzdem wert. Mich überfordern nur diese ganzen Optionen so sehr :persevere: Alles möchte man richtig machen, aber das braucht halt Zeit. Ach, die Ungeduld und der Perfektionismus wieder…

Magst du mir vielleicht ein wenig erläutern, woran genau du das merkst? Ich glaube nämlich, dass ich mich da auch sehe.

Da stimme ich dir vollkommen zu. Habe auch bei mir gemerkt, dass ich auf jeden Fall genug und vor allem regelmäßig essen und trinken muss. Mittlerweile achte ich da sehr drauf, besonders morgens versuche ich proteinreich und gesund zu essen. Hilft mir sehr damit, dass die Wirkung „gleichmäßig verteilt“ ist und generell die Nebenwirkungen ein wenig in Schacht gehalten werden. Aber leider nur bedingt.

Wie handhabst du das eigentlich mit der Einnahme und Frühstück? Ich esse meistens ca. 1 Stunde nach Einnahme. Wenn ich vor der Einnahme esse habe ich das Gefühl, dass die Wirkung nicht so gut ist.

Schlafen ist so eine Sache… Versuche meine 8 Stunden zu bekommen, aber momentan greift auch bei mir das Elvanse da sehr rein. Kriegst du denn durch die Schlafprobleme noch genügend Ruhe?

Doch, das hilft mir schon unglaublich sehr! <3 Danke dir vielmals, dass du deine Erfahrungen mit mir teilst. Es ist schön, da nicht alleine zu stehen und sich frustriert zu denken, läuft es nur bei mir so? Mache ich irgendwas falsch?

Wir schaffen das schon beide noch irgendwie, auch wenn es vielleicht noch was dauert und anstrengend wird. Alles Gute braucht halt Zeit! :blush: Dafür lohnt es sich dann hoffentlich umso mehr.

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es ist schon krass wie sehr man sich hier untereinander mit ähnlichem plagt. Aber ist geteiltes Leid auch halbes Leid? :confused:

heute hatte ich den 3. Tag innerhalb von ca. 1-1,5 Wochen an dem ich so ab 14-15 Uhr, sprich etwa 5-6 Stunden nach Einnahme, so richtig aggressiv war und diese Anspannung am Höhepunkt gewesen ist. Dann kamen auch noch Brustschmerzen und erhöhter Puls dazu, kam da so für ne Stunde oder etwas mehr kaum runter. Also irgendwas muss ich jetzt bald ändern, so geht es einfach nicht weiter, es ist auch dieser immense Stress auf Arbeit und generell fallen mir mehr Dinge auf, die mich auf gut deutsch anpissen… Aufschieben, zig Sachen (gleichzeitig), frustrierend, genervt, dabei echt gut aktiv und weniger passiv… aber trotzdem nicht zufriedenstellend. Würde auch so gerne einfach raus aus dem ganzen Stress und mich nur um mich und mein Wohlergehen kümmern… schwierig.

kenne ich, kenne ich…

auch hier, kenne ich alles auch, die ganzen Optionen schüren Unsicherheiten, Ungeduld und Perfektionismus spielt hier auch negativ mit rein. Also man sollte sowas schon eine zeitlang probieren, sprich minimal 10-14 Tage. Wann man dann die 2. Dosis nimmt ist die Frage und ja, 30mg ist mir dann auch erstmal zu wenig, vielleicht so nach 2-3 Stunden nachlegen würde ich sagen.

unter der Woche zu wenig Schlaf, früher war es meistens so, dass ich nach 1 maximal 2 Tage wenig Schlaf dann einfach nur ins Bett gefallen bin. Kenne ich so gar nicht mehr leider… dementsprechend quäle ich mich irgendwie durch die Woche und hole das am Wochenende nach. Also früher oder später geht das in die Hose…

vielleicht liege ich hier falsch, aber ich würde schon kurz vor dem Essen oder nach dem essen das Elvanse einnehmen. Es gibt aber auch Leute, die nur dafür aufstehen, es nehmen nochmal hinlegen und dementsprechend auch später essen.

also arbeitstechnisch habe ich unter der Woche nie wirklich genug/viel geschlafen. Meine 7-8 Stunden, die ich bräuchte schaffe ich nicht, eher so 5-6 Stunden. Ruhe ist da nicht wirklich unter der Woche leider, Schlafprobleme wie gesagt kenne ich mein lebenlang (auch als Kind…)

Achja und noch was zum Schluss, weil ich mir sicher bin, dass du ähnlich tickst:

als ich deinen Text gelesen habe dachte ich, Scheiße, warum können andere sich immer so gut artikulieren und sortiert und genau beschreiben was los ist… einfach so eine komische Selbstwahrnehmung und geringes Selbstwertgefühl spricht da für mich raus!

Am Ende wird alles gut?! :wink:

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Entschuldige bitte die späte Antwort, hier ging es in letzter Zeit drunter und drüber :face_with_spiral_eyes:

Ohje, bei dir scheint auch momentan einiges los zu sein. :frowning: Wie geht es dir mittlerweile mit dem Umgang von Stress und auch den doofen Nebenwirkungen? Vor allem in so einer Zeit empfinde ich auch diese erhöhte Reizbarkeit etc. als besonders anstrengend…

Bin jetzt auch immer noch bei den 50 mg. Teste das jetzt noch weiter, dann werde ich wahrscheinlich das Aufteilen versuchen :no_mouth: Hatte in der Zeit auch mal zwei Tage 60 mg versucht, aber das ging in die Hose. Ich war so extrem emotional und schnell gereizt, das hab ich diesmal nicht ausgehalten… Also zurück zu den 50 :confused:

Die Befürchtung habe ich leider auch, aber man weiß halt nicht, was man denn tun soll… Ich habe teilweise das Gefühl, dass ich mit den Medis meinem Körper die Wachheit vortäusche, aber irgendwann sind die Grenzen auch erreicht.

Weil du meintest dass du schon dein lebenslang Schlafprobleme hast, nehme ich mal an, dass du da schon vorher einiges für probieren hast müssen. Hat dein Arzt dir in die Richtung bisher noch keine Empfehlung geben können?

Genau, so handhabe ich das momentan. :smile: Bei mir war es zumindest so, dass wenn ich nicht bis zum Wirkungseintritt mit dem Essen gewartet habe, mir es teilweise schlechter geht. Aber da werde ich auf jeden Fall noch etwas Herumprobieren.

Huch, da hast du mich ertappt :smile: Danke dir!! Ich stimme dir zu, ich glaube ich habe leider viel zu oft eine verzerrte Selbstwahrnehmung… Finde auch sowas wie die eigenen Errungenschaften anzuerkennen immer sehr schwierig.

Bei mir ist es auch so, dass ich wegen dem ADHS mir sowieso schon seit der Kindheit immer „anders“ als die Anderen vorkam. Schon immer konnten die anderen Sachen, die ich nicht hinbekommen habe, nie hat mein Verhalten und meine Methoden irgendwie richtig reingepasst. Naja, mittlerweile weiß ich woher das kommt, aber denke mal auch das macht Vieles mit einem.

Auf jeden Fall! Sind schon so weit gekommen, da geben wir nicht auf! :muscle: