Elvanse wirkt nicht wirklich - MPH in 2,5mg zu stark - Verzweifelt

Hallo liebes Forum,

ich lese fast jedes Thema im Subforum „Behandlung …“ aber irgendwie brauche ich trotzdem ein eigenes Thema für meine Erfahrung :slight_smile:

Ich nehme seit einem Jahr Elvanse 20mg. Die ersten zwei Wochen Schlaflosigkeit und Honeymoon, anschließend beides vorbei und gemerkt, dass die 20 zu viel sind. Äußerte sich in Zittrigkeit und allgemein war die Konzentration schlecht, weil alles vom Kopf recht anstrengend erschien.
Dann nochmals von unten angefangen. Zunächst fand ich 5mg recht angenehm, Konzentration war da und ich fühlte mich wohl. Nach kurzer Zeit stellte sich das aber ein und ich ging wieder 2,5mg hoch. War wieder sehr gut. Das wiederholte sich dann in den 2,5mg Schritten bis 15, die dann langsam wieder zu viel wurden. Gefühlt gewöhnte sich mein Körper innerhalb eines Tages an die jeweils höheren Dosen, zumindest von der Konzentrationsfähigkeit.
Fazit: Elvanse hilft mir sehr viel im privaten Bereich, ich entspanne mich total, Zwänge werden weniger, Antrieb für motivierende Dinge ist nun da und es wirkt antidepressiv.
Aber das Anfangen von Arbeit ist täglich immer noch ein Kampf und bringt mich wöchentlich zur Verzweiflung. Teilweise bin ich dann irgendwann soweit, dass es wieder recht gut klappt - aber eher aus dem Druck heraus endlich wieder was schaffen zu müssen - und dann die Woche darauf beginnt die Qual von vorne.

MPH Adult habe ich in 2,5mg hier. Wenn ich das nehme, bin ich ein anderer Mensch. Ich bin hochkonzentriert und habe keine Angst mehr, das Arbeiten anzufangen. Meine Reaktionsschnelligkeit steigt, ich kann zuhören und die Arbeit gelingt mir einfach. Auch ist mein Selbstbewusstsein wieder da. Als wäre ich endlich „aufgewacht“.
Die Wirkung schlägt aber recht schnell in pure Anstrengung über. Und das schon nach ca. 2-3 Stunden. Ich mache alles durcheinander, schaffe zwar viel, überanstrenge mich aber geistig. Nach 4-5 Stunden bin ich dann total verwirrt. Im Prinzip die ADHS Symptome, nur 5-fach verstärkt. Ich kann nicht mehr denken und bin total „down“. Meine Gesichtsmuskulatur ist auch komplett angespannt. Das merke ich dann erst am Abend, wenn ich langsam runterkomme.
Aus diesen Gründen habe ich es einfach noch nicht geschafft, MPH länger als 3 Tage zu nehmen, weil ich vor den Nebenwirkungen schon Angst habe.

Vor kurzem bin ich durch Zufall darauf gekommen, Nikotin zu probieren, weil es ähnlich wie MPH wirken soll. Das tut es bei mir auch tatsächlich (1 Zigarette am morgen zum probieren). Habe ebenfalls Antrieb für die Arbeit, bin entspannt und wach, habe mein Selbstbewusstsein zurück etc, damit wäre ich perfekt zufrieden. Und bei Nikotin gibt es eben auch nicht diese Verwirrung bzw. Anstrengung nach Ende der Wirkung. Daher hatte ich mich auch gefragt, ob eben die 2,5mg MPH zu viel sind. Aber Nikotin ist in Zigarettenform keine Lösung für mich. Ich war nie abhängig davon und möchte es auch nicht werden, war wie gesagt nur ein Selbstversuch.
Nikotinpflaster werde ich auch mal testen, das hatte @UlBre schon in meinem anderen Thread empfohlen.

Und jetzt sitze ich hier und zerbreche mir den Kopf über so viele Fragen :sleepy:

Bzgl MPH:
War ich nur nie richtig eindosiert und eingestellt, daher die Nebenwirkungen?
Soll ich den Versuch nochmals starten, MPH einzudosieren aber dieses Mal dabei bleiben?
Sind 2,5mg schon zu viel bzw. ist das überhaupt möglich?
Ist MPH das richtige für mich?
Wäre ein anderer Methylphenidat Wirkstoff besser geeignet?
Habe ich überhaupt ADHS weil MPH in der geringen Dosis schon so „unangenehm“ wirkt?!

Elvanse möchte ich aber auch eigentlich nicht mehr vermissen, weil es mir privat so viel hilft.

Ich habe schon gesehen, dass einige auch ATX mit Elvanse kombinieren. Vielleicht wäre auch das noch einen Versuch wert. Aber ist das das Richtige?

Oder ist einfach meine Arbeit die falsche, weil ich keinen Antrieb dafür habe? Aber auf der anderen Seite macht mir dieselbe Tätigkeit privat Spaß, einfach weil ich diese da nicht mit so viel Druck ausüben muss…

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Ich erwarte mir nicht, dass alle meine Fragen beantwortet werden, aber jede noch so kleine Info bzw. Erfahrung zu meinen beschriebenen Punkten würde mir weiterhelfen. Danke schon mal :slightly_smiling_face:

Hi,

bist Du Männlein oder Weiblein ?
Bei Weiblein könnte der Zyklus reinpfuschen, wenn Du eine dazu passende COMT-Genvariante hättest.
Im Zweifel mal die (Ein-)Dosierungsdtabelle hier im Forum suchen und runterladen und genau mitschreiben - auch für Männlein ist die beim Eindosieren hilfreich. Bei die Schwierigkeiten, die Du beschreibst, erst recht.

Was Du von Ritalin Adult beschreibst, klingt wie ein krasser Rebound. Nimmst Du das nur einmal am Tag ?
Dann wäre eine (geringere, z.B. halbe) 2. Dosis 30 - 45 Minuten vor dem erwarteten Wirkende der ersten Dosis vielleicht einen Verusch wert, das behebt den Rebound und verlängert die Tagesabdeckung. Oder unretardiertes MPH.

Nikotinpflaster oder Nikotindragees. Berichte mal, das klingt spannend… 1 Dragee wirkt dann aber auch nicht den ganze Tag durch…

Kühle, der sich wohl am intensivsten mit der Dosierung von Stimulanzien bei AD(H)S beschäftigt hat, sagt, dass es Betroffene gibt, bei denen 2,5 zu wenig Unterdosierung und 2,5 mg zuviel Überdosierung ausmachen können (bezogen auf eine Einzeldosis unretardiertes MPH). Nach allem, was ich hier im Forum inzwischen gesehen habe, unterschriebe ich das voll und ganz. Und es würde mich nicht wundern, wenn es einzelne wenige Betroffener gäbe, die noch empfindlicher sind.

Für AD(H)S-Betroffene ist es auf jeden Fall besonders wichtig, einen Job zu haben, der sie interessiert. Sehr viel wichtiger als für andere. Sonst wird das einfach nix mit dem guten Leben.

Sehr viel genauer kann ich Dir nichts sagen, dazu müsste ich viel mehr von Dir und über Dich wissen… Hast Du mal den ADxS.org-Symptomtest gemacht ? Falls ja, könntest Du mir Deine ID als PN schicken, dann kuck ich mal rein, falls Du magst.


Ich glaub, ich entwerf mal ein Formular, in dem jeder, der solchen Rat möchte, seine Features eintragen kann (Geschlecht, Alter, eingenommene Medis, Dosierung, spezielle Symptome, Komorbiditäten). Ratschläge sind einfach etwas gefährlich, wenn man nur einen Ausschnitt kennt. Ein hochtrabenderer Begriff wäre „Anamnesebogen“…
Was haltet Ihr davon ? Macht das Sinn ? Würdet Ihr das nutzen ? Oder gibt das zu viel preis ?
Oder vielleicht so, das man ihn via PN verschicken kann ?
Mir scheint einfach, dass wir zu oft herumrätseln und gut gemeint schlechte Ratschläge geben, weil wir nicht alles wissen, was wir wissen könnten. Wir wissen ja so schon viel zu viel nicht, weil wir keine Ärzte oder Therapeuten sind. Dann aber auch noch von unvollständigen Tatsachen auszugehen, macht es nicht besser…

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Hi Ulbre,

erst mal vielen Dank dass Du dir Zeit genommen hast, um mir zu antworten.

Ich bin männlich.

Noch ein bischen mehr relevanter Kontext:

  • Ich habe Medikinet immer morgens etwa 20 Minuten nach dem Frühstück genommen. Frühstück esse ich Porridge, also Haferflocken mit viel Obst (Apfel, Mango, Weintrauben, Blaubeeren, Banane).
  • Ich habe einen Reizmagen/Reizdarm mit zu hoher Säureproduktion. Ich wache täglich nachts um halb 5 mit aufgeblähtem Magen auch, weil kein Essen mehr vorhanden ist, aber natürlich auch wegen ADHS habe ich Schlafprobleme. Elvanse 1mg lässt mich dann wieder richtig gut einschlafen, Träume werden wieder greifbar - so wie ich es aus meiner Jugend kenne - und ich bin nach dem Aufwachen dann wieder entspannter.
    Mein übersäuerter Magen könnte da aber gut mit reinspielen, dass die 5mg retard eventuell nicht so wirken wie sie sollen (nur ein Gedanke).
  • Ich bin gegen irgendetwas in meinem Eiweispulver allergisch. Solange ich meinen Eiweisshake genommen hatte, war ich davon auch recht verwirrt und hatte depressive Verstimmung. Musste daher aufhören den zu trinken. Obs das Eiweiss selbst ist, kann ich nicht sagen (Normal hab ich mit Frühstückseiern bspw. kein Problem). Oder eher einer der Inhaltsstoffe bzw. Aminosäuren. Eventuell spielt das da auch mit rein?

Ja, ich habe es bisher nur einmal am Tag genommen, weil ich noch nie weiter als 3 Tage gekommen bin. Ich habe immer die Eindosierung wegen den genannten Nebenwirkungen abgebrochen. Es wäre zwar die gewünschte Wirkung wie Sie auch in der ersten Stunde nach Einnahme Auftritt, aber alles weitere danach macht mir Angst.
Was ich interessanterweise sagen muss, ist, dass ich vor einem Jahr mit Medikinet angefangen habe und bei 5mg keinerlei Wirkung verspürt habe. Ich kann mir das nur so erklären, dass ich damals die Nebenwirkungen als „normal“ empfunden habe, weil ich da noch kein Elvanse hatte und kannte und jetzt einfach entspannter bin. Als ich dann auf 10mg gegangen bin, konnte ich nicht mehr schlafen, daher dann abgebrochen und zu Elvanse gewechselt. Da konnte ich auch nicht schlafen, wusste dann aber, dass es die normale Gewöhnungsphase ist und ich da durch muss. Und ich blieb dann einfach bei Elvanse.

Ich kann mir aktuell nur vorstellen, dass meine optimale Dosis noch geringer als 2,5 mg ist. Es fühlt sich einfach nach 2-3 Stunden „zu viel“ an. Das ist aber natürlich nur eine Wahrnehmung. Was wirklich in meinem Körper passiert, kann ich natürlich nicht sagen.


Zum Thema Formular/Anamnesebogen: Gerne. Das würde sowohl dem Fragesteller als auch den Helfenden enorm weiterhelfen und man muss nicht so viel nachfragen. Es bringt einfach Ordnung in das Thema „was ist bei mir los, könnt ihr mir helfen“.


PS.: Ich finde die neue Forensoftware klasse. Ich bin auch echt dankbar, dass es das Forum und die Seite gibt und weiß, wie viel Energie da drin steckt. Sollte an irgendeiner Stelle Hilfe gebraucht werden (Ich bin seit 8 Jahren SW Entwickler - kein Problem damit das öffentlich zu sagen), dann trage ich jederzeit gerne - natürlich unentgeltlich - einen Teil zu diesem Projekt bei.

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@xxiFear Ich habe mit dem Medikinet ähnliche Erfahrungen gemacht wie Du, bei mir waren 5mg retardiert, also 2,5mg Einzeldosis auch schon zu viel. Ich schreibe hier zeitnah ausführlich dazu, vielleicht können wir vergleichen. Das Elvanse wirkt nicht so antriebssteigernd, gerade bei der Arbeit, wie Medikinet, ich habe da öfter den komplett gelassenen „sch…egal“-Modus drin. Was früher im Stress ausartete und mich beim Medikinet soagr brutal ins straucheln brachte, geht mir jetzt einfach am Allerwertesten vorbei, ich finde das sogar angenehm und positiv. Später mehr…

Viele Grüße

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Hi @MaSc,

danke dir schon mal im Voraus für deine Erfahrung dazu. Es hat mich schon fast verrückt gemacht, warum ich darauf so enorm reagiere…
Aber ich erinnere mich noch an die Aussage des Arztes auf die Frage, warum manche Tage bei mir super laufen und manche nicht: „Ich vermute sie haben einfach ein ganz schwach ausgeprägtes ADHS“.
Mir ging’s bis Sommer diesen Jahres genauso wie dir, ich habe die Entspannung als so angenehm empfunden und mir gedacht: „Ja ist mir egal, dann ist es einfach so“. Aber mittlerweile habe ich ein neues Projekt und kann daher nicht mehr auf altes Wissen zurückgreifen, sondern muss etwas Neues lernen. Daher jetzt auch am verzweifeln weil ich meine Arbeit eigentlich echt gern mag. Aber ich kann verdammt nochmal nicht mehr denken, sobald das Thema mal leicht komplexer wird :frowning:
Bis später :upside_down_face:

VG

Hallo,

wenn ihr beide bisher „nur“ Medikinet Adult und noch kein anderes MPH ausprobiert habt, kann man kaum sagen, ob es am Wirkstoff MPH liegt. Ich empfehle daher wirklich, mal einen Versuch mit unretardiertem MPH zu machen. Vielleicht könnt ihr dann auch mit der Dosis höher gehen. (Und später eventuell auf Ritalin Adult umsteigen?)

Sorry falls ich etwas überlesen habe.

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Hi @Falschparker
natürlich vollkommen richtig. Es wäre natürlich auch von vornherein besser gewesen, gleich mit Medikinet unretardiert anzufangen.
Aber es ist ja nicht zu spät dafür :upside_down_face: . Habe schon einen Termin ausgemacht um mir das mitzunehmen.

VG und danke für deinen Input

@Falschparker das kann natürlich ein Ansatz sein. Ich kann eben nur vergleichen was ich kenne…ich sage auch nicht das es am MPH liegt, sondern nur das ich mit dem Medikinet retard nicht klar komme. Momentan bin ich mit dem Elvanse so glücklich, wenn es so bleibt, brauche ich nichts anderes mehr versuchen.

@xxiFear so, jetzt habe ich Zeit um ausführlicher zu schreiben…

Ich habe im Juni 21 mit Medikinet retard angefangen, am ersten Tag mit 10mg, mir ging es direkt besser vom Kopf her, aber nach 6 Stunden war die Wirkung weg. Nach Rücksprache mit meinem Psychiater ging ich ab Tag 2 auf 2x 10mg hoch, eine morgens, eine mittags. Nach einer Woche hatte ich das Gefühl, das die Morgendosis nicht reicht und ging auf auf 20mg morgens und 10mg mittags. Schnell spürte ich, das ich überdosiert war und fragte bei meinem Arzt nach 5mg, da ich dachte 15mg wären optimal. Aber auch mit den 15mg war ich obendrüber, auch bekam ich hier im Forum die Rückmeldung, das Stimulanzien subtil wirken und nicht wie ein Kopfschmerzmittel, es braucht eben seine Zeit. Das lies ich mir mal durch den Kopf gehen und empfand die Aussage als richtig. So „kämpfte“ ich mich durch Mittagslöcher, Abendlöcher und Schlaflosigkeit in der Nacht. Irgendwann merkte ich, das ich mit Medikinet besser schlafen konnte und änderte meine Dosis in 10-10-5 um. Nach paar Tagen fühlte ich mich mir selbst fremd, ich erkannte mich selbst nicht mehr wieder. Im August ging ich mit dieser Dosierung in Reha und stellte mit den Ärzten dort gemeinsam um, ich fand meinen Schlaf auch ohne die Abenddosis wieder und nahm nach einiger Zeit 10-5-5-10 in 3-4 Stundenabständen. In der Reha schon äußerte ich meinen Verdacht, selbst mit den 10ern drüber zu sein und das ich mich mit den 5ern am wohlsten fühle, aber dennoch dauerhibbelig bin und Konzentrationsschwierigkeiten habe. Ein Umstellversuch wurde nicht mehr unternommen, denn ich fühlte mich brauchbar gut. Denn: Reha ist ein geschützter Rahmen, Strukturvorgaben, wenig Stress und viel Kuschelkurs…zu Hause kam dann das brachiale Erwachen! Wieder im Alltags- und Arbeitsstress merkte ich schnell, das mich das Medikinet triggert, also dosierte ich abermals runter auf 5-5-5-5, brachte eine leichte Verbesserung, aber dennoch mit viel Unruhe in stressigen Situationen. Ich hatte immer das Gefühl wie zu viel Kaffee intus und wenn es stressig wurde, bollerte mein ganzes System auf Hochspannung, auch wenn es nur eine normale Diskussion war. Ich merke gerade, ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen…für mich fühlte es sich so an, das wenn es mir nicht gut ging und/oder ich müde war, mich das Medikinet über meine Fähigkeiten hinweg antrieb, jedesmal wie ein Schlag auf den Hinterkopf, „Auf jetzt Bursche, Gas geben“!, dabei war ich schon total verzweifelt und echt am Ende…schlussendlich kam ich wieder in die suizidalen Gedanken rein, in denen ich mich schon vor dem Medikinet befand. Ich möchte mir nichts antun, aber die Gedanken waren immer wieder mal da. Bei mir steht auch eine PTBS im Raum, die ich gerade mit Hilfe einer Therapie versuche aufzumachen. Das Medikinet kam mir da wenig sensibel vor, immer dieser Vollgas-Drang. Wenn es mir gut ging, war es prima, dann konnte ich mitziehen, aber dieser Zustand ist bei mir eher selten. Auch wenn ich in Tests zu ADHS fast voll ausschlage, habe ich dennoch den Eindruck das ich „ADHS Light“ habe, denn: ich bin bis zur Diagnose 47 Jahre lang durch mein Leben gekommen, eher gut wie schlecht, einzig im Raum standen mein Chaos, meine fehlende Selbstkontrolle bzw. aggressives Verhalten und mein destruktives Denken über meine Vergangenheit im Kindes- und Jugendalter. Alles andere läuft gut, ich hatte auch mit Tätigkeiten in meinen Jobs nie Probleme, nur mit dem sozialen Umfeld. Nun gut, besser kann ich es nicht erklären…
Seitdem ich seit letzten Freitag Elvanse nehme, aktuell 20mg, spüre ich etwas für mich ganz Neues: eine angenehme Ruhe, auch auf der Arbeit, kein überdreht sein, kein Gefühl unbedingt mit irgendjemandem Stress anfangen zu müssen, ich bin einfach total relaxed und dennoch motiviert. Die Ruhe kenne ich so nur vom kiffen früher, aber da wurde ich immer faul und unmotiviert. Das ist mit Elvanse komplett anders und ich möchte hier auch kein Medikament mit einer Droge vergleichen, dennoch kann Cannabis eben auch gegen ADHS und andere neurodiverse Themen helfen. Das Elvanse wirkt auch anders wenn ich müde oder gestresst bin, es lässt mich in Ruhe und überdreht mich nicht, es funktioniert eher nach dem Thema: ok, dann machen wir heute eben etwas langsam, immer mit der Ruhe. Für mich: wo Medikinet der Holzhammer war, ist Elvanse eher das Kuscheltuch…es ist bei weitem sensibler im Umgang mit meinen Bedürfnissen. Ich wollte zuerst zum Medikinet noch ein Antidepressiva nehmen, ich bin froh mich anders entschieden zu haben. Auch hier haben mir einige Forenmitglieder mit ihren Beiträgen sehr geholfen…nochmals ein Dank an alle, die mir Rückmeldungen gegeben haben!
Soweit mal von mir…

Viele Grüße

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Ähem - nö. Ich vermute, da steckt was anderes dahinter.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind nur durch sehr akribische Dokumentation von Nahrungsaufnahme und Symptomen feststellbar. Könnte sich lohnen, da zu graben…

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@MaSc Danke dir für deine ausführliche Erklärung. Das macht mir sogar bzgl. Medikinet noch mehr sorgen. Probieren möchte ich es aber dennoch. Nebenwirkungen werde ich akribisch dokumentieren.
Du hast vollkommen Recht, Elvanse wirkt genau so, dass man sich in all den schwierigen Situationen, bei denen man sich vorher geärgert hätte, plötzlich ganz gelassen denkt: „Ach, mir doch egal, dann ist es halt so“. Dast ist tatsächlich eins der besten Gefühle…
Ich wollte eigentlich auch nicht sagen, dass Elvanse überhaupt keine Vorteile hat. Im Gegenteil. Es macht einen so gelassen, dass man das nicht mehr missen möchte. Das leben läuft seit meiner Einnahme viel angenehmer. Es gibt mir aber leider nicht die Kraft, in der früh meine Arbeit zu beginnen. Sondern ich denke mir dann tatsächlich auch oft, dass ich es dann einfach später mache, ich schaffe dann schon mein Pensum. Das lässt mich aber jetzt mittlerweile auch verzweifeln.
Eventuell ists auch ne Einstellungssache bei mir…

@UlBre Du hast nicht ganz unrecht, es gibt definitiv eine Unverträglichkeit. An manchen Tagen hatte ich nur Gemüse zum Abendessen und es ging mir zumindest vom Magen und Darm her am nächsten Tag viel besser. Ich bin allgemein sehr empfindlich, was erhöhte Luftmengen im Magen und Darm angeht. Da fühle ich mich gleich unwohl.

Was ich damals dem Arzt aber erzählte - ich hätte da etwas genauer schreiben sollen - war, dass ich Montag bis Mittwoch immer in ein Loch falle und da nicht mehr rauskomme aus dem Prokrastinieren. Am Donnerstag hab ich dann irgendwann eine „Scheiß-Egal“ Einstellung, die mir den Druck nimmt, etwas schaffen zu wollen/müssen, dann klappt es plötzlich, weil mein Kopf irgendwie einfach ausschaltet mit den Gedanken. Freitag läuft dann immer gut, weil das Wochenende bevorsteht und das mir Motivation gibt… Dann bin ich am Wochenende recht gut gelaunt, freue mich auf die kommende Woche und weiß ganz genau, wie ich den Montag beginnen muss - ich denke an den Donnerstag und Freitag zurück an dem ich einiges geschafft habe - aber es funktioniert einfach nicht. Ich setze mich an den Schreibtisch, will anfangen, aber mein Kopf sagt mir, ich solle mich doch lieber ablenken. Und dann läuft die Woche wieder wie die zuvor.
Ich hatte mich auch echt schon mal gezwungen, mich nicht ablenken zu lassen. Dann gähne ich den ganzen Tag vor mir hin und würde mich am liebsten nochmal hinlegen, unabhängig davon, wie viel ich nun geschlafen habe.
Das hat dann definitiv auch nichts mit dem Essen zu tun. Das Essen gab mir allgemein nur zusätzlich zur restlichen Symptomatik eben ein gutes oder ungutes körperliches Gefühl. Es stellte aber keine meiner ADHS Symptome ab, es verstärkte sie aber teilweise.

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Dieses Problem habe ich überhaupt nicht, auch heute auf der Arbeit war ich wieder voll motiviert und ziemlich zackig mit allem fertig, aber ich lasse mich nicht mehr stressen und stresse mich auch selbst nicht, das ist für mich sehr angenehm. Auch privat arbeite ich gut und angenehm, kann aber auch die Bremse ziehen, wenn ich merke das der Akku leer ist. Das war mit dem Medikinet etwas anders, da konnte ich nicht so gut auf mich achten.

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Das stimmt total, aufhören kann ich mittlerweile auch. Das ging früher gar nicht. Da hatte ich sogar um 20 Uhr noch den Zwang, etwas schaffen zu müssen.

Vielleicht liegt es auch einfach an meiner Arbeit, dass es einfach nicht die richtige ist… Eventuell ergibt sich Anfang 2022 ein Positionswechsel. Wenn das wieder Motivation bringt, dann war’s wohl wirklich die aktuelle Tätigkeit.

Ich spüre, das ich alle paar Jahre Veränderung im Job brauche, Monotonie setzt mir schwer zu. Ich habe aus, vor allem, finanziellen Gründen vor Jahren meinen Traumjob aufgegeben. Seitdem merke ich aber auch, das mich die ewig selbe Leier anödet, dieses Unerfüllte zieht sich natürlich auch in den privaten Bereich mit ein. Ich hatte mal die Gelegenheit, anhand meiner Kenntnisse, in einen sozialen Beruf zu wechseln, ich habe sie aber vorbeiziehen lassen. Nun sitze ich mit knapp 50 in der Industrie fest, verdiene gut und kann mein Haus abbezahlen, aber richtige Freude an meinem Job verspüre ich nur selten…und das macht eben auch was mit einem! Ich fühle mich dadurch öfter „gefangen“ und ich hasse nichts mehr, wie wenn ich Ketten angelegt bekomme und seien es auch die, die man selbst gewählt hat…

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Danke, da sprichst du mir aus der Seele. Auch wenn ich meinen Job eigentlich liebe bzw. die ersten zwei bis drei Jahre geliebt habe, gehe ich mittlerweile bei der Monotonie ein.
Genau wie bei dir (nur anders rum, falls ich dich richtig verstehe), schätze ich auch die gute Bezahlung und die lässt mich auch einfach nicht den Beruf wechseln, weil ich weiß, welches Leben ich mir davon zumindest später leisten kann (eigenes Haus etc.).
Da bin ich gerade einfach gefangen… Vielleicht ändert sich ja zum Jahreswechsel etwas. Ansonsten muss ich wohl doch aus meiner Komfortzohne heraus und mir einen neuen Arbeitgeber suchen :slight_smile:

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Mein Traumberuf damals war Motorradmechaniker, ich habe es geliebt, aber es war grottenschlecht bezahlt, egal in welchen Firmen. Ich habe mich zur Werkstattleitung hochgearbeitet, aber die Kohle war immer knapp und das mit Frau und Kind, war mit ein Grund mich neu zu orientieren. Der andere Grund war, das ich ein Problem mit Authoritätspersonen habe, ich gehe da schnell an die Decke, wenn die mich triggern.
Also ging ich in die Industrie zur Logistik, wurde mit zwei Mechanikerausbildungen und Kenntnis in der Lagerlogistik mit sofortiger Zusage eingestellt. Von heute auf morgen verdiente ich mehr als das Doppelte und hatte keinen direkten Chef mehr vor der Nase sitzen, ich hatte es geschafft! Vorgesetzte ja, aber die waren/sind von den Vorgaben von oben genauso genervt wie ich, also ein viel entspannteres Klima, nicht mehr diesen Kleinbetrieb-Stress. Nach sehr kurzer Zeit kam das Erwachen…jeden Tag die gleiche Tätigkeit, kaum Abwechslung, viele Kollegen die ebenfalls mit dieser Problematik kämpfen…das schafft Unruhe und Streitigkeiten untereinander. Um dem Ganzen etwas zu entgehen, wechsle ich alle paar Jahre die Abteilung, entgehe dem totalen inneren Krampf, aber manchmal frage ich mich wozu ich das überhaupt mache…dann bin ich unmotiviert, gefrustet, antriebslos und das zieht sich eben auch ins Privatleben rein. Dann vermisse ich meinen alten Job, nach dem Motto: arm, aber glücklich!
In der ADHS-Reha wurde dieses Thema behandelt…

…genau so ist es, dies wurde auch dort erwähnt!
Ich spüre es ja selbst, einen tollen Job der Kohle und anderer Probleme wegen aufgegeben und seitdem ging es mir im privaten Bereich über die Jahre hinweg irgendwie immer mehr etwas schlechter.
In der Reha fragte ich nach, ob man sowas privat kompensieren könne, aber die Antwort war mehr als spärlich.
Ich erklärte meine Situation: fast 50, gut bezahlter und vor allem sicherer Arbeitsplatz, Haus abbezahlen, plus die anderen „Kleingkeiten“, die man sich so angeschafft hat, wenn das Gehalt passt. Da ist nicht mehr viel Möglichkeit um dem „Elend“ zu entrinnen…
In der Reha waren tatsächlich Einige mit top bezahlten Jobs, aber komplett ausgebrannt, unmotiviert und nervlich am Ende.
Was kann man dagegen tun, das fragte ich mich und tue es immer noch…wirklich nochmal von vorne anfangen, mit allen Risiken? Aktuell habe ich mich für die „Gefangenschaft“ entschieden, auch aus nicht ganz unbegründeten Zukunftsängsten, die auf mich zurollen könnten. Die Antwort der Reha-Therapeutin war, ich könne es im privaten Bereich versuchen zu kompensieren, mit Sport, autogenem Training, viel Gutes tun, usw. Aber ob mir das reicht, um die vielen unzufriedenen Stunden auf der Arbeit damit auszugleichen, das konnte sie mir auch nicht beantworten. Wie könnte sie auch? Sie erlebt ja Tag für Tag genau solche Menschen wie mich, wo es eben nicht gelingt. Die Frage wie es weiter geht, kann ich mir nur selbst beantworten…mit allen Konsequenzen!

Verkauf das Haus doch. Dann Teilzeit? Evtl ein erfüllendes Hobby suchen?

Ich verstehe nicht warum alle Menschen immer diesem Standardleben Haus, Thermomix, Labrador und VW Golf hinterherrennen.

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Zeugs, was man sich kauft, macht nicht glücklich.
Also kann man auch wieder lernen darauf zu verzichten.

PS

Vllt ist es auch gar nicht der Job, der dich langweilt sondern dass alles bis zum Eintritt der Rente besiegelt ist?

@Irrlicht das Haus habe ich gekauft um der Miete zu entfliehen, denn es ist egal, ob ich Betrag X in die Miete pumpe oder in die Abzahlung. Ich kaufe keine teure Kleidung, fahre nicht in Urlaub. Sowohl mein Auto wie auch mein Motorrad sind 20 Jahre alt und nichts besonderes. Aber: ich achte darauf, mich umweltschonend zu ernähren und zu kleiden, habe vier Haustiere die ich über alles liebe, das kostet eine Stange Geld. Auch ein Grund warum ich Hauseigentümer bin, setzt dich der Vermieter vor die Tür, findest du einfach nichts mehr!
Ich denke, Du urteilst vorschnell über mich…ich habe weder einen Golf, noch einen Thermomix und meine zwei Hunde habe ich als Welpen aus einer europäischen Tötungsstation rausgeholt. Mein einziger „Luxus“ ist eine teure Stereoanlage, aber die ist auch schon 20 Jahre alt. Ich kaufe seltenst unnötigen Kram, nur was ich wirklich brauche, eben tatsächlich minimalistisch. Mein restliches Geld geht in die finanzielle Unterstützung zum Studium meiner Tochter. So, jetzt hab ich mich sozusagen mal eben „nackig“ gemacht, aber ich möchte es erklärt haben.
Mit dem Punkt der Geisel bis zur Rente hast Du Recht, das geht mir öfter durch den Kopf, aber das Leben ist eben kein Ponyhof, das musste ich schon recht früh erkennen! Alles was ich habe, habe ich mir selbst hart erarbeitet! Teilzeit wird für mich ein Traum bleiben…

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