Elvanse wirkt nicht?

Hallo,

ich vermute schon länger ADHS zu haben. Letzte Woche war ich dann beim Neurologen für eine Diagnostik. Mir ist nicht ganz klar ob jetzt ADHS festgestellt wurde oder nicht, aber ich habe auf jeden Fall ein Rezept für Elvanse adult 30mg bekommen. Gestern habe ich zum ersten Mal das Medikament ausprobiert und heute auch nochmal und konnte abgesehen von Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Mundtrockenheit) bis jetzt keinen Effekt feststellen. Bedeutet das, dass ich kein ADHS habe? Oder muss ich einfach noch etwas abwarten? (obwohl ich eigentlich gelesen habe, dass die Wirkung vom ersten Mal an eintreten sollte). Oder kann es auch sein dass die Dosierung zu niedrig ist? Das wäre natürlich doof, wenn Nebenwirkungen jetzt schon auftreten bei niedrigerer Dosierung.

Ich würde mich sehr freuen von euren Ideen und Erfahrungen zu hören! Danke schonmal im vorraus.

Mit den Worten unserer Neurologin: „Haben Sie Geduld.“ :wink:

Die Nebenwirkungen, die du nennst, können noch weggehen. 30mg sind die Dosis, mit der bei Erwachsenen begonnen wird, um sie dann zu steigern, wenn es noch nicht reichte, und damit der Körper sich gewöhnt. Ein paar Tage mit 30mg würde ich in jedem Fall weitermachen, bevor die Dosis erhöht wird.

Mein Kollege merkte mit 30 und 40 mg nix, mit 50mg dann ein bisschen, jetzt nimmt er 70mg. Zog sich aber über einige Wochen und die anfänglichen Nebenwirkungen sind weg.

Ich weiß, dass die Geduld und das Warten nervt. Magst du dir eine Aufgabe raussuchen, die sonst schwer fällt? Z.B. 5 Seiten konzentriert lesen oder sowas. Das kannst du morgens mal machen und dann 2h nach Einnahme von Elvanse nochmal, um einen Unterschied zu sehen (oder eben nicht).

Gibt es eine Absprache mit dem Neurologen, dass du dich mit Feedback melden sollst bzw. hast du einen nächsten Termin?

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Danke für die ausführliche Antwort!

Ich werde auf jeden Fall erstmal so weitermachen mit 30mg. Weißt du ob die Dosierung der Medikamente mit der Stärke der Symptome zu tun hat? Ich habe verglichen mit anderen glaube ich weniger starke Symptome, deshalb würde es mich eigentlich wundern wenn ich eine hohe Dosierung bräuchte.

Das mit der Uafgabe ist eine gute Idee! Ich habe gestern versucht einen relativ kurzen Text für die Uni zu lesen mit dem Medikament, es hat aber leider nicht so gut funktioniert. Ich schaue aber mal wie es sich diese Woche noch entwickelt.

Mit dem Neurologwn habe ich noch einen Termin, allerdings erst im September. Ich könnte aber denke ich auch anrufen wenn mir etwas auffällt oder ich Fragen habe.

Viele Grüße!

Bei uns war es damals so, dass pro 5-7 Tage eine Dosierung ausprobiert wurde. Dann habe ich unserer Neurologin Feedback per Mail geschrieben und sie schrieb, ob wir die Dosis erhöhen sollen und schickte ggf. ein neues Rezept.

Da es kein Medikament ist, dass einen Spiegel aufbaut, kann man schon nach ein paar Tagen beurteilen, ob es hilft. September wäre zu lang, um sich die ganze Zeit die (Nicht-)Wirkung von 30mg anzusehen.

Ich finde diese Grafiken sehr schön, um die „Gehirnchemie“ zu verstehen:

Wirkung von Methylphenidat (Ritalin, Medikinet,…)

Wirkung von Lisdexamphetamin (Elvanse)

Hier ist ein schöner Eindosierugsleitfaden:

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Die Grafiken sind echt sehr interessant zu sehen, das wusste ich so gar nicht.

Und alles klar, ich werde es dann noch bis Sonntag so ausprobieren und melde mich dann mal bei meinem Neurologen.

Danke für die Hilfe!!

Hi @Lala1 und herzlich Willkommen!

Erst mal abwarten und Tee trinken :tea: - am besten Früchtetee.
Keinen Schwarztee, Grüntee, Weißtee, auch keinen Kaffee, Cola, Energydrink…

Mein Arzt meint 1 Woche Anfangsdosis, dann steigern (natürlich nur, wenn es zu wenig ist :wink:), wieder eine Woche usw.

Bin immer wieder erstaunt, dass Ärzte die Patienten während der Eindosierung alleine lassen und erst Monate später wieder sehen wollen… Eigentlich sollte die Eindosierung engmaschig begleitet werden.
Hast Du denn gleich ein Rezept für 3 Monate bekommen? Keinen Plan, wie Du ggf. steigern sollst?

Ich glaube, die Stärke der Symptome entscheidet nicht die Höhe der Dosis.
Ich würde sogar annehmen, dass man bei stärkeren Symptomen vielleicht eher eine Wirkung der Medis merkt, weil man es deutlicher spürt, wenn die starken Symptome nachlassen. Nur meine Idee dazu.

Ja, ich habe auch auf etwas mehr Hilfe gehofft. Ich hätte eigentlich nach 8 Wochen nochmal einen Termin machen sollen, aber sie hatten in der Praxis bis Septwmber keinen Termin mehr frei… ich habe nur ein Rezept für eine Packung bekommen. Wenn ich jeden Tag eine Tablette nehme, reicht das also nur für einen Monat. Mir wurde aber gesagt ich kann auch noch zwischendurch anrufen und bekomme dann ein neues Rezept. Aber das dann eben ohne mit dem Arzt vorher nochmal gesprochen zu haben und über die Wirkung zu sprechen.

Das zweite was du gesagt hast klingt auch echt logisch. Also je stärker die Symptome desto schneller merkt man vllt eine Wirkung. Ich habe grade einfach Angst dass ich vllt doch kein ADHS habe und es vielleicht doch alles einfach daran liegt dass ich mich nicht genug anstrenge… :frowning:

Ich habe übrigens auch mal gehört dass niedrigere Dosierungen eher die konzentration verbessern und hohe Dosierung auch generell die Motivation mehr steigern. Hat da schonmal jemand etwas zu gehört?

Mit den Gedanken bist Du nicht allein. :adxs_trost: Lies Dich mal hier durchs Forum. So geht es fast allen kurz nach der Diagnose. Bisher habe ich noch von keinem gelesen, dass die Diagnose nicht zugetroffen hätte. :wink:

Sei nicht nur geduldig mit den Medikamenten, sondern auch mit Dir. Auch die Diagnose muss erst Mal „verdaut werden“.

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Ohh das ist so beruhigend!! Ich hatte eigentlich erwartet mich nach der Diagnostik sicherer damit zu fühlen, aber es ist irgendwie eher das Gegenteil passiert. Ich werde mir auf jeden Fall mal andere Beiträge dazu anschauen, danke!

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