Himmel Herrgott, eine, die`s begriffen hat. 
Das ist toll, Justine, von da an ist der Weg nicht mehr weit bis zu der Erkenntnis, dass der ADHSler eine flexible Dosierung braucht.
Deine Einschätzung ist richtig, Schlaf hat u.a. die stärkste Auswirkung auf Stimulanzien überhaupt.
Auch das Fressen spielt eine Rolle, also den ganzen Tag nichts gegessen: ganz andere Wirkung.
Bei zu wenig Schlaf ist die Wirkung der Stiumulanzien stark eingeschränkt, gefühlt scheint das Zeug überhaupt nicht zu wirken.
(Im Klartext: in jenen Fällen zu denen Stimulanzien ursprünglich entwickelt wurden, zum Vertreiben starker Übermüdungserscheinungen, wirkt es am allerwenigsten.)
Bei zu viel Schlaf, ist es umgekehrt, schon geringste Dosen Stimulanzien wirken depressivierend, und fickrig machend, koffeinähnlich.
Wie bei allen „Drogen“ ist das Setting entscheidend.
Am Strand von Jamaica (ver-)braucht Dein Hirn nicht halb so viel Amphetamin wie zu Hause beim Schreiben der Doktorarbeit.
Regelmässiger Sex mit dem richtigen Mann, genügend Stimuli (nicht Überstimuli) in der Umgebung, regelmäßige Belohnungen von aussen usw. sorgen für eine drastische Abnahme des Amphetaminbedürfnisses, je nachdem, wie viele Dopaminquellen Du Dir in Deiner Umgebung erschlossen hast.
Ein Tag mit viel Sport verbraucht die Hälfte an Amphetamin als ein Tag auf dem Sofa, der Tag auf dem Sofa aber immerhin deutlich weniger als der Tag am Schreibtisch.
Im Urlaub und in stressfreien Zonen, braucht man generell die Hälfte an Amphetamin.
Wenn Du verknallt bist, braucht Dein Hirn gar keine zusätzlichen Stimulanzien.
Playstationspielen verbraucht unglaublich viele Stimulanzien; Gartenarbeit so gut wie gar keine usw.
Hinzu kommen natürlich Deine Komorbiditäten.
Ist ja logisch, dass eine manische Depression in der Depression anders auf Stimulanzien reagiert, als in der Manie.
Bei einer unipolaren Depression gibt es auch erhebliche Stimmungsschankungen usw.
Bei einem Borderliner können die Stimulanzien am einen Tag, ein selbstverletzendes Verhalten unterdrücken, am anderen Tag einen regelrechten Hyperfokus darauf entwickeln.
Bei einem Alkoholiker kann ein und dieselbe Stimulanziendosis an einem Tag das Verlangen nach Alkohol überhaupt nicht aufkommen lassen und am anderen Tag einen erheblichen Suchtdruck auslösen usw.
Von der fuzzilogischen Wirkung von Stimulanzien auf die Weiber während ihres Zyklus`, will ich erst gar nicht anfangen zu schwärmen, da kennst Du Dich vermutlich besser aus.