Ergotheparie, Achtsamkeit, Routinen, Prokrastination, Neurofeedback

Hallo :slight_smile:
Da ich noch keine offizielle Diagnose habe, kann ich leider nicht medikamentös behandelt werden, obwohl ich denke/hoffe, dass Medikamente mir helfen würden.
Ich war bisher bei der Ergotherapie und habe dort auch Neurofeedback gemacht.
Ich bin nur sehr unsicher, ob die Behandlungen auch wirklich zu mir und meinen Beschwerden passen.

Mein Ergotherapeut hat von Anfang an das Thema Achtsamkeitstraining hoch aufgehängt. Er hat mir plausibel erklärt, dass das Gehirn sich verbrauchsabhängig verändert und Achtsamkeitstraining für jeden Menschen positiv ist, insbesondere für Menschen mit ADHS. Ich habe dann auch probiert, Achtsamkeitstraining durchzuführen und es ein paar Wochen lang zumindest mehrmals die Woche für 5 min geschafft. Leider bin ich überhaupt nicht gut darin, mir Routinen anzueignen. Ich hab es schon oft probiert, scheitere aber meist nach kurzer Zeit, so auch beim Achtsamkeitstraining. In einem Gespräch mit meinem Ergotherapeuten kam dann das Thema auf, welches Ziel ich mir der Ergotherapie verfolge und was ich tagtäglich dafür mache. Nun musste ich leider sagen, dass ich täglich nichts mache und eigentlich nur zur Ergotherapie und zum Neurofeedback gehe. Also hat er mich wieder auf Achtsamkeitstraining hingewiesen und ich probiere es wieder. Leider bin ich so unruhig, dass ich die 5 min nicht mal still sitzen kann, meine Gedanken rasen und es eine Qual für mich ist. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Kann es sein, dass Achtsamkeitstraining für mich momentan nicht geeignet ist, weil die Grundvoraussetzungen nicht stimmen?

Ein weiteres Thema ist Prokrastination: Phasenweise prokrastiniere ich den gesamten Vormittag im Home Office und schaffe es einfach nicht, mit einer Aufgabe anzufangen. Das liegt dann meist daran, dass ich mich zu unruhig und hibbelig fühle, es nicht schaffe, den Fokus auf etwas zu richten oder mir die bevorstehende Aufgabe zu schwierig und anstrengend vorkommt. Ein Rat meines Ergotherapeuten war, mir einen bestimmten Zeitraum täglich für Prokrastination zu blocken und die andere Zeit dann zu arbeiten. Das Prinzip dahinter verstehe ich, aber dennoch funktioniert mein Kopf so einfach nicht. Ich kann nicht steuern, dass ich 1 Stunde prokrastiniere und danach dann plötzlich die Ruhe und Energie habe zu arbeiten. Ist das ungewöhnlich oder versteht mich irgendjemand? :sweat_smile:

Mein Ergotherapeut hat schon relativ am Anfang geäußert, dass er der Meinung ist, dass ich wohl ohne Medikamente in einem angemessenen Zeitraum keine zufriedenstellende Besserung feststellen würde. Wie sind eure Erfahrungen? Sind Medikamente die Basis oder kann auch beispielsweise Ergotherapie ohne Medikamente etwas bewirken?

Zusätzlich hatte ich nun ca. 10 Termine Neurofeedback. Hat damit jemand Erfahrung gemacht? Kann Neurofeedback allein etwas bewirken? Wie viele Termine brauchtet ihr? Besteht hier nicht auch eine große Abhängigkeit von den Fähigkeiten des Therapeuten? Er entscheidet ja, welche Gehirnwellen wie beeinflusst werden sollen. Zwar fragt er mich immer vor und nach dem Training, wie ich mich fühle und wie ich mich nach dem letzten Termin gefühlt habe, allerdings ist das für mich immer sehr schwer zu beantworten. :frowning:

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Natürlich sind Achtsamkeitsübungen/Meditationen etc. bei ADHS hilfreich. Es scheitert aber oft an der Konzentration durch das ADHS es überhaupt durchführen zu können und mit ADHS Routinen aufbauen ist auch nicht einfach.

Ich habe irgendwann akzeptiert , das Meditationsübungen und Achtsamkeit nicht so gut bei mir funktionieren.
Ich habe mir dann gesagt, das jeder Versuch und jede halbe oder Viertel Meditation selbst wenn ich immer wieder abschweife immer noch mehr Wert ist wie keine. das hat mir etwas Druck genommen .

Achtsamkeit , Meditation etc… das konnte ich erst unter Medikation erfahrenen was es annähernd wirklich sein kann. ich mache manchmal Atemübungen und kann wenn ich hochgefahren bin nicht mal drei Atemzüge mitzählen und dann plötzlich merke ich wie die Medikation einsetzt und dann komm ich auch mal über zehn.

neurofeedback habe ich gemacht und es auch viel dafür genutzt unter welchen Bedingungen ich am besten in die längere Konzentration komme oder was es negativ beeinflusst. Das waren Termine gezielt direkt nach der Arbeit, morgens unter stressfreien Bedingungen, mit verschiedenen Fidgets und unter verschiedener Dosis .

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Hallo @M771 ich habe meine Diagnose jetzt mittlerweile schon seit ein paar Jahren, eine Adhs Medikation kann einem wirklich helfen, ist also vielleicht wirklich einen Versuch wert wenn Du das dann ausprobierst sobald Du eine Diagnose hast, eventuell auch schon bevor Du sie hast, aber das musst Du natürlich alles mit Deinem Arzt besprechen.

Mir persönlich helfen Achtsamkeits Übungen sehr gut und ich versuche meine Übungen so oft wie möglich zu betreiben.

So wie ich es hier „raus zu lesen meine“, glaubst Du das Achtsamkeits Übungen aus täglichem Meditieren bestehen?, falls das so ist, dann kann ich Dich trösten, denn Achtsamkeit Übungen bestehen keinesfalls nur aus täglichem Meditieren.

Im Gegenteil, im Prinzip kann man meiner persönlichen Meinung nach sogar auf das Meditieren verzichten, besonders dann wenn man es als Qual empfindet sich irgendwo zuhause still hinsetzen zu können.

Was einerseits für viele sowieso nicht möglich ist, weil bei den meisten Leuten zuhause irgend eine Störquelle ist, seien das Kinder, Tiere, Arbeit, Lärm oder was auch immer, und man mit Adhs sowieso nur sehr schwer still sitzen kann.

Deshalb kann man Achtsamkeit z.B. auch gut in Verbindung mit Sport oder körperlicher Betätigung betreiben, heisst man geht wo spazieren, z.B. im Stadtpark, oder an irgend einem Ort wo es einem gefällt und man sich dort wohl fühlt, und geniesst diesen Spaziergang dann ganz bewusst.

Ich persönlich nehme mir dann zu.B. die Zeit mich mal ganz darauf einzulassen das ich auf meinen Spaziergängen auf Kleinigkeiten achte, z.B. das mir plötzlich auffällt was dort wo ich gerade laufe, oder auf der Bank wo ich sitze, für Pflanzen wachsen, wie sie heissen oder wie sie riechen oder schmecken, denn wusstest Du z.B. das manche Wildpflanzen essbar sind?.

Oder dann beobachte ich die Vögel oder Eichhörnchen oder was auch immer gerade für Tiere in der Nähe sind, manchmal ist es auch eine Katze die über die Felder läuft.

Jedenfalls, eine „erzwungene Meditation“ kann sowieso nicht funktionieren, weil man sich dann verkrampft und innerlich auf etwas versteift, und dabei kommt dann meist das Gegenteil von Entspannung raus, sondern endet in der Regel mit Frust, weil man es nicht „schafft“ sich zu entspannen.

Von daher ist es besser wenn man sich etwas aussucht was man gerne macht, denn auch dann kann man sich entspannen, sei das spazieren gehen, wandern, Velo fahren, Yoga, Joggen, was weiss ich, es kann aber auch während des malen, basteln, nähen, stricken oder was auch sonst immer sein.

Hauptsache nicht während etwas wo man hell wach und hochkonzentriert dabei sein muss, aber das sollte wohl klar sein. :sweat_smile:

Ich persönlich habe z.B. einen schönen Tisch Kalender mit Lebensweisheiten und nachdenklichen Sprüchen, und solche Sachen helfen mir dabei in mich zu gehen, darüber nachzudenken was z.B. der heutige Spruch bei mir auslöst, oder mich dadurch mindestens einmal täglich kurz mit mir selbst zu befassen, und dann natürlich auch mich mit positiven Gedanken zu umgeben, was sich dann positiv auf mein inneres auswirkt, wodurch ich dann gelassener bin.

Natürlich funktioniert das alles auch nicht „immer“ oder ""täglich, und natürlich schon garnicht so Quasi auf „Knopfdruck“.

Aber wenn man darauf achtet das man sich so oft und soviel wie möglich mit positiven Energien umgibt, dann wirkt sich das normalerweise logischerweise auch positiv auf den gesamten Menschen positiv aus.

Z.B. sind auch innere Dialoge über Dankbarkeit für einem Menschen gut, oder positive Gedanken an einen lieben Menschen dem man positive Gedanken zusendet.

Wie auch immer, eigentlich gibt es soviele Möglichkeiten um achtsam mit sich umzugehen, mit der Zeit, je öfter man sowas macht, bekommt man ein Gefühl dafür, denn auch darum geht es, dass man ein Gefühl für sich selbst entwickelt, sich selbst besser spürt.

Jedenfalls, mir tut es gut und hilft, auch dann wenn man Medikamente braucht, dass steht in überhaupt keinem Widerspruch, den Achtsamkeits Übungen macht man für seine Seele. :heart:

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Hallo @M771
Achtsamkeit ist natürlich das A und O. Und tatsächlich fällt dies schwer, wenn man hypenervös ist. Aber deswegen trainiert man es ja :grinning:
Eigentlich trainiert man es, wenn man nicht im Stress ist - und versucht dann im Stress die Achtsamkeit nicht zu verlieren. @AbrissBirne beschreibt treffend in ihrem Posting, um was es in der Achtsamkeit auch noch geht.

Ich stehe genau auch vor dem Problem mit dem Routinen aufbauen…
Für mich ist jede Tätigkeit am morgen leichter, auf jedenfall muss man ja noch fähig sein aus der Komfortzone zu kommen, damit es überhaupt gelingt eine Routine aufzubauen.
Aber offensichtlich : Routinen helfen sehr. Es ist viel einfacher in eine Routine reinzugehen, als aus der Unruhe, sich zu überlegen was man nun machen möchte…
Vielleicht würde es sogar helfen, ein Setting zu erstellen, wo Du so dann rein kommst, um das zu machen, was Du eigentlich möchtest. Ich gehe nun wieder vermehrt in meinen Büroraum. Und ich sehe dann Arbeiten, die ich tun könnte, und mache das oft auch.
Es wäre ja eigentlich einfach täglich ins Büro zu sitzen und die Post zu machen… halt eben am frühen Morgen, und das zur Routine machen. Dann ist zumindest die Post schon erledigt, und die anderen Sachen, die sonst so schwierig erscheinen, könnte man ohne Zeitdruck mal sichten und vorbereiten… (ich glaube es hat alles mit Ängsten zu tun, bei mir „Angste etwas nicht zu finden“, „Angst es ist mühsam“, der irrationale Gedanke, dass ich stundenlang an einer Tätigkeit sitzen werden u.s.w. )

Medikamente würden Dir sicher helfen. Ich würde da nicht zu lange warten.

Was Prokrastination anbetrifft, komme ich sicher an Piers Steel ran.
Es geht mir genau identisch, wie Du es beschreibst.

Aufkommende Nervosität und Level der Ängste erhöhen sich.

Ich kann den Vorgang bei mir genau beschreiben, seit ich in einer Selbsthilfegruppe Procrastination war - und da entdeckte, dass Leute auf AD(H)S diagnostiziert wurden… und mir das Buch: „Jetzt fange ich wirklich an“ überhaupt nicht half. Habe ich meine Prokrastinationsmuster genau analysiert.
Das Gesamtmuster ist komplex - ABER - das nicht-anfangen ist eines der grossen Knackpunkte.
Bei mir ist es so, dass ich bemerkt habe, dass ich i.a. nicht recht „klar“ und ruhig aufstehe, und im Laufe der Zeit sich der Neben verstärkt. Bis ich nicht mehr weiss, was ich möchte, muss, was wichtig ist - und es immer schwieriger wird anzufangen.

Natürlich kann man mit einem Mail anfangen, und das mag o.k. sein, aber auch ein Mail ist „Arbeit“, und es ist nicht gesagt, dass dann der Nebel weg ist.
Mir kann es helfen, z.B. zu Mailen, wenn ich nicht fähig bin, was anderes zu machen. Es gibt gewisse Tätigkeiten, wie tippen, die mir offenbar helfen, im Zentrum zu bleiben.
Das kann aber auch sein, wenn ich leichte Hausarbeit mache, wo ich in Bewegung bin, und meinen Gedanken nachgehen kann.

ABER - wenn ich einen Impuls habe - MUSS ICH mit der Erledigung anfangen.
Der Impuls verlischt oft schnell wieder.
Es kann mir aber effektiv helfen, mit etwas anzufangen und im Impuls auf das zu gehen, was ich eigentlich machen muss.

Was ich an mir gespürt habe, dass der Nebel auch mit diffusen Ängsten einhergeht. Es wird dann alles effektiv mühsamer. Alles scheint aufwändiger. Und ich spüre, dass ich i.a. vieles am Nachmittag nicht machen kann, was am morgen noch geht, und am frühen Morgen noch easy geht.
Zu diesen diffusen Gefühlen gesellen sich oft noch Nebengefühle wie „ich hab keine Zeit“. Ich hab auch immer irrationale Ängste, etwas anzufangen, wenn ein Endtermin da ist.
Das erhöht den Druck und die Unruhe.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass uns gewisse Arbeiten eben schon diffuse Ängste machen, und sich das gegenseitig kumuliert, bis zum Punkt, wo wir es nicht mehr schaffen, eine Arbeit anzufangen. Kommen bei mir dann oft noch Gefühle von „falsch“ „Schuld“ und „schlimm“ dazu.
Da wäre eben „Loslassen“ eine Fähigkeit, die nützlich wäre (Thema Achtsamkeit).

frühes anfangen hilft mir, wenn alles noch „klar“ ist.

Eine ganz interessante Erfahrung war: ich hatte total Mühe mit gewissen Arbeiten, wo meine Freundin bei mir weilte (wir wohnen aber nicht zusammen).
Es hing wohl mit einem Muster zusammen, dass ich es hasse, wenn mir jemand bei der Arbeit über die Schulter guckt.
Man glaube es nun nicht. Ich stehe immer früh auf. Ich stand dann um 4:00 auf trank meinen Kaffee in meinem HomeBüro, und es gelang mir das, was mir sonst nicht gelang, irgend eine Arbeit, die ich schon längstens hätte erledigen sollen (was vermutlich das Gefühl von externer Kontrolle aufbrachte).

Mein Trick ist nun, wenn ich wirklich was machen muss, dass ich sehr früh anfange. Das Anfangen ist i.a. das Problem. Manchmal reicht es, wenn ich vor dem vor dem Hundespaziergang anfange, die Sachen editiere, und dann gelingt es mir auch, nachher diese weiter zubearbeiten.
Sonst, wenn ich vom Hundespaziergang zurückkomme, tja, das ist sehr heikel, ob ich es dann noch schaffe, die Sachen anzufangen.

Interessanterweise klappt es bei mir grad gar nicht, so zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen. Aber auch umgekehrt.
Die Energie und die Freude hängt eben von diesem Nebel und den Ängsten ab.
Klar kann ich am Morgen bin Sachen beginnen, irgend mich in ein IT-Problem verstricken, was mich den ganzen Tag beschäftigt - ohne Problem.
Umgekehrt, kann es mich sehr viel Energie kosten, mit Küche aufräumen anzufangen, was ja auch wichtig sein mag, aber dann die ganze Energie draussen ist, für Erledigung, aber auch für das was ich eigentlich gerne mache.
Ich muss mir total meine Energie einteilen. Auf jeden Fall, wenn ich Sachen machen muss, ich ich machen MUSS.
Sonst kann ich ja meinen Impulsen folgen, und die Energie bleibt intakt (was aber auch nicht immer der Fall ist, wenn ich mich in IT-Probleme verstricke, die unlösbar sind - ich kann da zwar dranbleiben, aber ich bin dann völlig geschafft und es kann in grossem Frust enden).

allgemeine Energieschwankungen kommen bei mir noch dazu

Ich bin auch etwas von Schwankungen der Energie betroffen, die gefühlte Machbarkeit wechselt wie in einer Sinuskurve, mit dem Gefühle von Zweifel und Ohnmacht (v.a. was die typischen „Prokrastinationstasks“ anbetrifft…
Es gibt halt Sachen, wo mehr unterschwellige Ängste da sind, und die nicht-anfange ich halt.
Dann gibt es Sachen, die ziehen. Früher machte ich halt nur diese… das war einfach.
Es ist für mich schwierig beides unter einen Hut zu bekommen. Ich sehe das !Jetzt, wo ich das wirklich versuche, und versuche mir Techniken auszuarbeiten.

Beim Job ging es. IT machte mir Freude, und die wirklich langweiligen Sachen, waren zwar eine Qual, aber immerhin bekam ich nicht Probleme damit.

Ich habe ein Problem der Anhaftung i.a.
Vielleicht geht Dir da ähnlich.

Medikamente sind wohl der einfachste Weg

Es hat ein interessanter Aspekt, herauszufinden, seinen Widerständen und Ängsten auf die Spur kommen kann. Aber es muss gerade sein Hobby sein, wenn man das in Kauf nimmt.
Was Dich anbetrifft, ich denke dass Dir Medikamente helfen würden. Es gibt ja keinen Grund das nicht auszuprobieren… Ich würde an Deiner Stelle halt auf eine Diagnose drängen (hast Du Fragebögen von adxs.org schon gemacht?)

Aber ist es sinnvoll, sich mit Achtsamkeit und seinen Prokrastinationsmustern zu beschäftigen.
Bei uns ist das Ausweichen ein grosser Faktor. Aber Prokrastination ist ja ein Phänomen, dass die meisten Menschen bis zu einem gewissen Grad trifft.

Wäre interessant zu wissen, ob Du, und andere, pkto Prokrastination ähnlich empfinden wie ich es hier beschreibe.

Also alles Gute

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Wow, danke für eure Antworten! :slight_smile:

Den Ansatz finde ich sehr interessant. Hast du das dann von Anfang an so gemacht oder erst einmal eine Basis geschaffen durch „normale“ Termine, um halbwegs zu verstehen, wie du es schaffst, deine Hirnwellen zu beeinflussen?

Lustigerweise hat mein Ergotherapeut es mir so erklärt, dass Achtsamkeit tatsächlich das stille Sitzen und Fokussieren auf sich ist (z.B. wie sich der Atem in der Nasenregion anfühlt). :thinking:
Ich finde deinen Ansatz aber interessant. Wie du schon schreibst, gibt es sonst immer irgendwelche Geräusche, Gedanken oder Impulse, die mich ablenken. Die bewusste Beobachtung der Natur etc. könnte da tatsächlich schon eher „mein Ding“ sein.

Auch das fällt mir leider recht schwer. Ich habe schon öfter probiert, bewusst Dankbarkeit zu empfinden. Problem dabei ist dann, dass ich oft pessimistisch bin und auch das Grübeln anfange und schnell negative Dinge in den Kopf schießen. Mir fallen schon Sachen ein, für die ich dankbar sein könnte, aber ich kann nicht sagen, dass ich mich wirklich dankbar fühle.

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Hey @M771 Danke für Deine Antwort, dass es Dir schwer fällt dankbar zu sein verstehe ich, immerhin leben wir in einer kranken und kaputten Welt und es wimmelt überall von irgendwelchen Spinnern oder Spinnerinnen, von daher verständlich, da fällt es einem manchmal schon schwer wenn man für den ganzen Blödsinn was man z.T. so erlebt dann dafür auch noch dankbar sein soll.
Aber Hey, was will man machen?, und jetzt deshalb nur noch Trübsal blasen oder sich über irgendwen oder irgendwas aufzuregen bringt einem ja auch nichts, im Gegenteil das macht einen höchstens körperlich und seelisch krank, oder man wird verbittert und hasst die Menschheit.
Von daher hilft es einem schon wenn man sich so oft wie möglich auf das gute in seinem Leben besinnt, sei das auf gute Menschen die man liebt, oder ein Haustier das man liebt, dafür dankbar ist das man ein Dach über dem Kopf hat und nicht verhungern muss, was weiss ich, im Grunde ganz elementare Sachen, wie auch immer, dass muss jede:r für sich alleine raus finden.
Ich wünsche Dir jedenfalls das es Dir jetzt und in Zukunft in Deinem Leben gut geht und Gesundheit. :four_leaf_clover:

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Oh ja, das kenne ich! Das ist mit so vielen Dingen so, auch beispielsweise Sport. Es gibt dann manchmal den einen Moment, in dem ich denke, nun gehe ich ins Fitnessstudio und wenn ich dann zu lange warte, ist es wieder verpufft. Mit anderen Dingen ist es häufig ähnlich.

Bei mir ist es ähnlich, jedoch mit anderem Zeitpunkt. Früh morgens oder vormittags ist es häufig total schwer für mich, mit etwas anzufangen. Dann kommt manchmal eine gute Phase, gefolgt von einer weiteren Tiefphase und am späten Nachmittag komm ich dann teilweise erst in einen „flow“. Ich muss dann nur auch merken, wann ich in der Lage bin, bestimmte Dinge zu erledigen. Das Thema Angst spüre ich auch echt oft. Angst vor Überforderung etc. und wenn ich dann erstmal angefangen habe, frage ich mich manchmal, warum ich so es lange vor mir hergeschoben haben.

Das Thema der Probleme und Konsequenzen spricht mein Ergotherapeut auch oft an. Er ist der Ansicht, man muss Selbstakzeptanz üben und dass es ja keine Konsequenzen hat, wenn ich den ganzen Vormittag prokrastiniert, also ich werde deswegen nicht gekündigt etc. Ich sehe ein, dass teilweise mehr Selbstakzeptanz besser wäre, aber es geht ja auch darum, wie man sich fühlt. Es ging dabei auch um Vergesslichkeit (z.B. ohne Schlüssel gehen). Zu sagen, dass sowas keine ernsthaften Konsequenzen hat, weil man den Schlüsseldienst rufen kann und trotzdem nicht hungern muss, finde ich dann aber auch kurzsichtig. :frowning: Teilweise fühle ich mich dann mit meinen Problemen auch nicht ernst genommen.

Ich hoffe darauf, dass ich es zumindest ausprobieren kann. Einer meiner Ergotherapeuten hatte schon erwähnt, dass ich auch akzeptieren müsste, falls ich gar keine Diagnose (weder ADHS noch irgendetwas Anderes) bekomme trotz Leidensdruck, weil ich evtl. Anteile mehrerer Störungsbilder habe und vielleicht nichts für eine Diagnose reicht… Den Fragebogen habe ich selber ausgefüllt und von meinem Freund ausfüllen lassen und beides war ein ähnliches eindeutiges Ergebnis Richtung ADHS.

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Danke für Deinen Feedback, mir scheint, des geht Dir gefühlsmässig ziemlich ähnlich.

Das ist ein sehr guter Punkt.
Ich habe mir ja oft überlegt:
Nehmen wir an ich wäre unzufrieden. Was kann ich tun, dass ich zufrieden wäre?
Ich könnten !JETZT schlimmen gehen und mache es aber nicht, zuviele diffuse Ängste, zudem keine Sicherheit, dass es etwas nützen würde…
Es bleibt mir nichts anderes übrigen, als zu akzeptieren,dass ich es nicht aus dem Haus schaffe ODER selbstverständlich bin ich natürlich frei, schwimmen zu gehen (Aus Erfahrung weiss ich, dass es ich mich danach oft besser fühle, oder zuindest vergeht eine Zeit, wo ich mich sonst sehr unbehaglich fühle, ich versuche etwas).
Das Gefühl „ewas ist falsch“ oder "ich sollte verbunden mit unangenehmen Gefühlen, bis zu Selbsttadel kenne ich zu gut.

Hier kommen vielleicht „Gewohnheiten“ ins Spiel.
Ich werde mir was kochen, das ist o.k. Es gibt auch auch schlechte Gewohnheiten, wie noch eine Flasche Wein einkaufen. (Gewisses geht dann doch:-)
Sich vor TV zu knallen, ein Bier trinken oder hier noch etwas am Laptop rumdöggeln.

Da macht mich nicht zufrieden… Alledings bringt es eben nichts, wenn man sich zuerh selbst tadelt - wie gesagt, MAN IST FREI SICH ANDERS ZU VERHALTEN!
Vielleicht können Medikamente etwas helfen, aber es ist ja ein grundsätzliches Problem, was eigentlich nicht davon abhängt, ob man unter einer Medikation ist.
GAnz wichtig für mich ist, dass ich versuche, am Morgen, solange die Erledigungen einfacher sind, etwas zu erledigen - dann kann ich akzeptieren, dass ich am Abend „einfach kaum kann“.

Kann durchaus sein, dass ich nach dem Posting wieder fähig wäre schwimmen zu gehen, aber das Bad schliesst irgendwann…

Ich verstehe Dich sehr gut!!!

Ich erwähne manchmal das Buch von Brigitte Wogon „ich kann nicht wollen“.
Meistens liegt es halt an Sachen, wie versteckte Depression, AD(H)S u.s.w.
Ich würde drauf drängen, dass Du eine AD(H)S Diagnose bekommst,
Ich find’s trotzdem nicht so normal, wie iich mich fühle…
Anderseit ist es eine Möglichkeit aus seinem Leben halt genau das zu machen, was möglich ist. Wären wir im Rollstuhl, könnten wir auch nicht marschieren.
Ich bin froh, dass ich i.a. am Morgen gut drauf bin.
Mir wird auch immer gesagt, ich soll mal eine Abklärung machen, auch wenn die Wartezeitigen lange sind, und effektiv Dein Therapeut wohl recht hat, dass es vielleicht neben AD(H)S noch andere Gründe gibt, dass man sich so fühlt, wie man sich fühlt.

Eines könnte aber auch die Unfähigkeit sein, dass man seine eigenen Grenzen nicht akzeptiert, und deswegen zuzufrieden ist.
Die eigene Zufriedenheit ist auf jeden Fall das eigene empfinden (also die innere Bewertung). Anderseits ist es für mich auch gar nicht einfach, aus der Stimmung im !JETZT Befriedigunge zu finden, wie mein Tag heute verlief…

Was Dich betrifft, Du musst schauen, dass Du mit dem Leben klar kommst, insb. mit Job
Ich verstehe Dich wirklich extrem gut. Vielleicht nützt es ja auch, wenn man an den Mustern arbeitet… Man möchte natürlich möglichst schnell das Leiden verringern und Resultate sehen…

Ich wünsch Dir jedenfalls viel Glück, und die rechten unterstützenden und wohlwollenden Leute um Dich herum.
Es gibt vielleicht auch Selbsthilfegruppen, wo man reinkommt, noch ohne Diagnose.
Kommt mir gerade in Sinn, dass ich vom Selbsthilfezentrum kontaktiert wurde, selbst hier zu reagieren fällt mir schwer…

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Schön geschrieben Lieber @Päddi , wirklich ich fühle gerade wirklich total was Du hier finde ich gerade irgendwie wirklich schön formuliert hattest.
Ich selbst habe mir ja z.B. immer erst meinen eigenen A…tritt gegeben wenn die Uhr bereits auf 5 Minuten vor 12 oder noch später gestanden ist, und ehrlich gesagt ist das bis heute so, und hört wahrscheinlich auch niemals auf so lange ich lebe.
Doch ich will hier nicht in meine alten, oder zum Teil auch immer wieder neue Gedanken zum Thema Prokastiation mit anderen schwelgen, vor allem weil ich oft das Gefühl habe das dass alles sowieso letztendlich nichts nützt.
Immer wieder tauchen die selben Fragen auf, und ich spüre das ich unfähig dazu bin anderen wirklich irgendwie weiter helfen zu können.
Ich komme mir so oft so vor als spräche ich ständig gegen irgendeine Wand, dass ich anfange zu resignieren, dass mich die Motivation um meine Erfahrungen an andere weiter zu geben nur noch als sinnlos erlebe.
Also warum mache ich das eigentlich noch?, warum höre ich nicht einfach endlich damit auf in den sogenannten Social Media überhaupt noch irgend ein einziges Wort zu schreiben?.
Das sind Fragen denen ich mich persönlich stellen muss, welche hier gerade in Wahrheit total out of Order sind und wie gesagt nur mich selbst betreffen.
Deshalb kann und muss mir hier auch niemand auf meine Fragestellung an mich selbst eine Antwort geben, denn im Gegenteil, in Wirklichkeit kenne ich meine Antwort bereits selbst.
Wie auch immer, das Thema Prokastiation ist und wird immer ein wichtiges Thema bei Adhs sein, ganz egal was ich persönlich hierzu schreibe, denke oder fühle.
Und was soll ich noch schreiben wo doch im Grunde so viel darüber bekannt ist, dafür gibt es ja das Internet, dass man selbst nach seinen Antworten darin sucht.
Also warum zum 100 mal die selben Antworten beantworten?, ich bin so müde, habe genug von dieser Welt, kann niemand helfen, ich wüsste nicht wie.
Es gibt hier soviele wertvolle Adhs Menschen die ihr Wissen und ihre Erfahrungen an andere weiter vermitteln können, und ich muss endlich und endgültig mal lernen meine blöde Fresse zu halten, denn je weniger ich in Social Media unterwegs bin, desto besser geht es mir psychisch und seelisch.
Das einzige was ich noch machen kann ist allen lieben Menschen viel Glück und Gesundheit zu wünschen, und damit sollte ich es hier ein für alle mal entgültig bewenden lassen.

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Die Erkenntnisse, die man sammelt, die AHA-ERlebnisse sind halt ein Prozess - alle stehen an einem anderen Ort.
Uns ist nun das Prokrastionationsverhalten klar - und es sind unterschiedlichste Aspekte, wie die im !JETZT gefühlte Notwendigekt, die Widerstände, die Ablenkungen - was halt aus meiner Sicht zu einem diffusen Brei führt, wo es schwierig ist, das anzugehen, was objektiv eigentlich Priorität hat…
Ich hab das lange nicht wahrgenommen, und dachte immer es sein ein Mangel meiner Bemühungen, im Grunde genommen ist das Gegenteil er Fall…
Kommt mir gerade in den Sinn, dass mir mal im Rahmen einer längeren Gesprächstherapie gesagt wurde: „Päddi Sie machen nicht zu wenig, sie machen zuviel“. Und es stimmt, immer bemüht, dass überall alles richtig ist… und nun auch mein eigenes Zeugs… wo ich nun besonders kämpfe…

Mir geht es ganz ähnlich, wenn ich versuche meine Erkenntnisse weiterzugeben, die z.T. für mich so neu sind… Für andere ist es wohl „kalten Kaffee“ und für andere „absolut nicht nachvollziehbar ( weil eine Basis fehlt - also meine fast 20 jährige Bemühung, die Dynamiken wie Tolle beschrieben hat, besser zu fühlen und zu steuern“. ).
Wir bleiben Menschen, Bei mir kommt das EGO hervor, dass ich Leuten Tipps geben möchte, aber wie Du im Zitat meinst…
Dennoch finde ich eine Diskussion hier im Forum gut, wenn man in einem Thema viel Erfahrungen hat… (Auch wenn ich nicht alles, und sofort, umsetzen kann, lerne ich gerne von anderen Leuten).

Was bei mir durchaus noch dazu kommt, dass ich gerne über diese Art von Themen schreibe und vieles auch zur eigenen Klärung mitdient.
Geht aber genau darum, dass man sich nicht zusehr in etwas reinsteigert, was einem fast mehr aufregt, als „gut tut“.
Wichtig ist, die Dosis jedes Engagement korrekt abzuschätzen… und ich denke mir besonders für uns AD(H)Sler

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Am Anfang war kennenlernen und ganz normal Sitzung für Sitzung wir haben dann festgestellt wie z.B Krach nebenan oder von der Straße oder Störungen mich beeinflussen und die Unterschiede zu verschieden Terminuhrzeiten. Wie wir wann genau mit dem experimentieren gestartet sind weiß ich nicht, dass meisste hatte ich dann als Idee reingebracht.
Hab z.B auch mal einen Film auf Englisch gehört.

Zu dem Zeitpunkt war ich aber auch noch hoch extrem reizempfindlich und mit ganz geringer Konzentrationsfähigkeit.
Mich hatte damals eine unerkannte PTBS in den BirnOut getrieben und mein Gehirn im wahrsten Sinne des Wortes lahm gelegt.

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Ich denke mir „Dankbarkeit“ muss man etwas anders definieren…
Denn ich bin auch der Meinung, dass man ja nicht dankbar sei kann, für etwas wo man sich beschissen fühlt.
Allerdings bin ich der Meinung dass man durchaus eine Wertschätzung lernen sollte, gegen Sachen, die im Grunde genommen gut sind, für uns gut sind. (auch wenn man das zweitweilig eben nicht spürt).

Da ja, unser Empfinden (somit unsere gefühlsmässige Wertung) aus dem unbewussten kommt, und - bei mir - ziemlich variabel ist, kann ich mich hier auf seinen „Wahrheitsgehalt“ überhaupt nicht verlassen.
Es gibt ja ein Prozess zum einen vom unbewussten in unser Bewusstsein, aber auch umgekehrt, gibt es ein Lernprozess vom Bewussten, was ins Unbewusste fliesst.
Von dem her, bin ich mir sicher, dass es Sinn macht, etwas Wertzuschätzen, was es Wert ist zu schätzen.
Kommt bei mir immer dazu, dass ich aus einer anderen Stimmung möglicherweise gewisses auch durchaus spüren kann, was ich nicht immer spüre.

Von dem her gesehen, denke ich schon dass es eine Art Dankbarkeit geben kann, für das wir haben, und dass wir doch so gut leben können, wie wir leben können. Auch wenn wir uns zeitweilig wirklich mies fühlen mögen.
Das Gefühl von mies ist ja nur die subjektive Realität eines Moments, und das Empfinden könnte auch anders sein.
Meiner Meinung nach geht das auch Hand und Hand, dass wir nicht alles glauben sollen, was wir „denken“ (damit meine ich das automatische denken, das i.a. vom unbewussten auskommt, die Ideen und Urteile die aufpoppen, incl die Urteile über uns selbst).

Ich bin der Meinung, dass ein wichtiger Punkt der Achtsamkeit, die Beobachtung unseres Denkens betrifft. Ich glaube, das ist auch in der Meditation da, wo es den Beobachter gibt, man konzentriert sich auf das !JETZT, der Ankerpunkt ist ja in den meisten
Meditation der Atem, oder die Beobachtung der Körperempfindung.
Gedanken kommen und gehen.
Ich finde es heute interessant, diese Gedanken i.a. zu beobachten: es sagt sehr viel aus über meine Stimmung,
Was ich zum Beispiel interessant finde: Wenn (ia. mit dem Hund) einen Spaziergang mache, manchmal spüre ich die Schönheit der Natur, ich höre den Wind, den Fluss, die Vögel - und fühle mich verbunden.
Allerdings gibt es ja auch Tage, wo das nicht zutrifft. Man sieht dann schnell, dass es an den eigenen Gedanken liegt.
Man kann ja dann immer noch die Natur zu tiefst wertschätzen.

Ich finde es auch gut, wenn man mal gemerkt hat, dass die eigene Stimmung quasi nur von den eigenen Gedanken abhängt.
Wichtig ist auch, dass man erkennt, z.B. wenn man sich körperlich nicht so fit fühlt, dass man das zwar immer spüren kann, aber es muss nicht notwendigerweise auf das mentale schlagen. Mir gelingt es manchmal diese Verflechtung aufzulösen, machmal :sweat_smile:
Sich so zu konditionieren, dass die Gedanken optimitsisch sind… das ist nun die grosse Kunst.

Es gibt ja Leute die behaupten, dass es möglich sei, sich in jede Stimmung zu versetzen.
Ein Ansatz ist im übrigen auch, dass man „sein bestes Selbst“ spüren kann, wenn man in die Bewegung geht.
Alles bracht sehr viel Übung, und die Frage ist immer, selbst wenn man in eine Stimmung kommen kann… kann man eine „gute“ Stimmung dann auch halten.

Ich bin oft behaftet in meinen Layern von „Nebel“. Das könnte mit AD(H)S zu tun haben, dass ich eigentlich immer einen Flash brauche um in eine Stimmung zu kommen, um etwas erledigen zu können.
Was ja ganz typisch für uns ist, wenn uns etwas Freude bereitet.
(Leider gibt es aber bei mir zur Zeit häufig Phasen, wo ich in einer gewissen Anhedonie verhaftet bin… das ist dann schwierig rauszukommen - ja wie kann man zufrieden sein, wenn man keine Freude und Befriedigung spürt???).
Sport kann einem da helfen, aber man muss fähig sein, ihn zu beginnen… aus einer Stimmung wo einem alles soweiso sinnlos erscheint.

Was ich zusammenfassend sagen möchte:
Ich versuche es an mir, dass ich grundsätzlich in ein wohlwollenderes Denken komme.
Wenn ich - i.a. in Phasen, wo ich „nicht so gut drauf bin“, die Vorurteile, Urteile und Wertungen zu spüren - und es ist dann quasi mein Denken… Also jedes Denken bringt ein Problem zu tage.
Wenn ich gut drauf bin, besteht mein Denken aus der Möglichkeit, etwas mit dem Augenblick anzufangen.
Da hab ich gesehen, dass ich durchaus z.T. in einem SEHR NEGATIVEN Denken verhaftet bin. Obwohl ich meine, dass ich grunsätzlich positiv eingestellt bin.
Deswegen finde ich der Begriff „positives Denken“ heikel. Gibt ja auch ein Buch „positives Denken ist schädlich“ oder so.
Man muss sich eben bewusst sein, dass man sein eigentliches Denken gar nicht so steuern kann.
Eine postitive Attitude finde ich allerdings eine gute Sache, wenn das irgendwie möglich ist. Da kann man meiner Meinung nach daran arbeiten (allgemein gesagt „wohlwollender und freundlicher denken“ ) und möglicherweise, hoffentlich geht das mal ins unbewusste.
Es ist allerdings ein langer Prozess…
Wir können im Grunde zu tiefst DANKBAR sein, dass wir so frei denken können, allerdings gilt es zuerst den Panzer unserer Prägung zu sprengen. Vorher sind wir total unfrei. Das empfinde ich so. Ich bin von meinen Gedanken jedenfalls sehr eingeschränkt, obwohl mir das „Problem“ bewusst ist, oder vielleicht weil ich mir des Problems bewusst bin, spüre ich dass das stimmt.
Das betrifft alle Lebensbereiche. Halt auch unser Prokrastinationsverhalten.

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Das Thema bei mir ist auch, dass ich das meiste irgendwie „schaffe“. Ich habe ein gutes Abitur gemacht, studiert und hab einen Job. Das war für einen Arzt quasi schon das Ausschlusskriterium für ADHS. Allerdings ist es so, dass alles furchtbar anstrengend für mich ist und ich irgendwie seit 15 (?) Jahren immer denke, irgendwann muss es doch mal leichter werden. Mein Ergotherapeut hat mein Bild beim Neurofeedback auch so beschrieben, dass ich den Stress zur Konzentration brauche, dadurch mein Gehirn immer übertaktet läuft und das natürlich anstrengend ist. In der Schule dachte ich, mit dem Studium wird alles besser. Im Studium dachte ich, dass danach dann alles besser wird, wenn ich arbeite… aber das Leben ist und bleibt für mich extrem anstrengend. Ich hab früher z.B. auch immer gedacht, dass ich mal Kinder haben will, was nun unvorstellbar für mich ist, weil ich die Kraft gar nicht hätte. Ich hab ja häufig nicht mal die Kraft, Freunden zu schreiben oder mich zu verabreden. Ich frag mich, wie andere Leute nach der Arbeit noch Energie für Verabredungen etc. haben.

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