mein Sohn 10 Jahre, nimmt aktuell nur Intuniv 2 mg. Stimulanzien waren in der Vergangenheit keine Option für ihn. Seit Ostern ist er frei von Stimulanzien, und er möchte am liebsten auch weiterhin keine nehmen. Hatten elvanse medikenet und kinecteen.
Seine Schulbegleitung berichtet, dass er immer wieder unkonzentriert, abgelenkt und manchmal störend ist. An anderen Tagen geht es wieder deutlich besser. Die Lehrerin sieht es ähnlich, kommt aber gut mit ihm zurecht und meint, wir sollten ihn einfach nicht unter Druck setzen.
Wenn er alleine ist, ohne seine Begleitung, fällt es ihm schwerer, dranzubleiben. Er versucht dann auch, dem Lernen etwas auszuweichen und beschäftigt sich mit anderen Dingen. Er selbst sagt immer, es sei alles in Ordnung und er käme im Unterricht mit. Die Noten liegen aktuell im 3er-Bereich.
Vorher mit Elvanse waren die Noten bei 2, aber er war durch die Tabletten sehr gereizt oder depressiv – unabhängig von der Dosis. Wir wollen natürlich nicht, dass er sich im Unterricht quält. Ich kann mir vorstellen, dass es anstrengend ist, über längere Zeit unter Spannung mitzukommen.
Wir überlegen, es eventuell noch einmal mit Kinecteen zu probieren. Vielleicht fangen sich die Nebenwirkungen ja durch das Intuniv ab? Ich habe den Eindruck, dass mein Sohn auch Probleme mit seiner Wahrnehmung hatw und sieht den nutzen vermutlich nicht.
Über Eure Einschätzung würde ich mich freuen. Ein neuer Versuch ja oder Nein.
Wie wäre es, wenn ihr in Ruhe, ganz langsam und vorsichtig mit unretardiertem Methylphenidat hochdosiert und dann erst auf ein längerwirkendes umsteigt.
Wirkung und Nebenwirkungen sind dann zeitlich zur Dosis oft greifbarer , da es ja bei den längerwirkende ein an und abfluten über mehrere Stunden gibt.
Das kann zunächst auch sein, ist aber zeitlich greifbarer und mit jeder weiteren Gabe ja aufzufangen vor allem wenn man dann die Dosis reduzieren kann.
Unretardiertes Medikinet gibt es sogar als 5mg. Das heißt durch halbieren kommt ihr auf 2,5mg und durch vierteln auf 1,25 mg .
Die Erafhrungen mit unretardiertem Methylphenidat können später helfen um längerwirkendes zunergänzen. Wenn z. B. Kinecteen zu spät startet, dass man zusätzlich mit einer kleinen Dosis beginnt und später kann eine kleine Dosis helfen den Rebound abzupuffern.
Ich kenne mich nicht mit Intuniv aus weiß nicht zu welchem Abstand zusätzlich was eingenommen werden darf, aber auch da ließe sich dann feiner beobachten ob es einen Zusammenhang gibt.
Aber letztendlich entscheidet der Arzt und jeder handhabt es anders. Ziel wäre natürlich auf Dauer ein längerwirkendes, weil es unkomplizierter ist.
Adhs hat ja die Thematik das Eigen- und Fremwahrnehmung nicht immer zusammenpassen quasi Eigen- und Fremdwahrnehmungsstörung daher würde eure Beobachtung das ganz klar wiederspiegeln.
Hattet ihr ggf. Ritalin bzw. unretardiertes MPH ausprobiert? Vielleicht ist die Ermittlung des Bedarfes nit unretardiertem MPH oder mit Ritalin was nur 2 Dosen (sofort freisetzend und verzögert freisetzend) zumindest zu Beginn um sich ein Bild über den Bedarf der Dosis zu machen hilfreicher und würde dann vielleicht leichter die richtige Dosis bei Kinecteen finden oder wenn er Ritalin als angenehmer empfindet selbst eine zweite Kapsel nachnehmen mögen.
Das ist allerdings nur ne Idee.
Wenn er es nucht mochte und diese unbedingt meiden möchte dann müssen sie ja stark belastet haben die Nebenwirkungen und ich habe das bei anderen mehrfach miterlebt und auch bei mir das manches wirklich sehr unangenehm sein kann
Danke für eure Rückmeldung. Es ist halt schwer einzuschätzen. Für Zuhause bräuchte er meinetwegen die Tabletten nicht. Es ist zwar häufig auch sehr anstrengend weil er auch oft verpeilt ist aber wir kommen mittlerweile damit zurecht. Für mich wäre es nur für die Schule eine Option. Wir hatten bisher nur was Retardiertes. Ich werde die Ärztin mal fragen ob wir zb das medikenet auch mal testen können. Da hätte ich nur bedenken wenn die nach 4 Std nachlassen das er dann einen Rebound in der Schule hat?! Außerdem frühstückt er morgens schlecht das ist auch so ein Punkt .
„Deinetwegen“ bräuchte er zu Hause das Medikament nicht- das ist aber nicht das Kriterium. Wenn er eine schlechte Selbstwahrnehmung und sich nicht unter Kontrolle hat, braucht er das Medikament für sich und natürlich nicht für dich. Wobei ich dir natürlich nicht unterstelle, dass du es so gemeint hast.
Es ist nur eben so, von außen sieht die Symptomatik harmlos aus und normal, man kennt sein Kind ja auch genau so. Aber es ist eben nicht harmlos, was ADHS mit uns anstellt.
Und wenn ein Medikament jemand angespannt macht, ist es genau das Gegenteil von der Wirkung, wie sie sein soll. Das richtige Mittel, richtig dosiert und in dem richtigen Abstand gibt Überblick und Gelassenheit.
Ja deswegen bin ich ja auch im ständigen Austausch mit Lehrern und Schulbegleitung weil ich natürlich möchte das er zurecht kommt. Mein Sohn sagt immer es sei alles gut. Lehrer dürfen natürlich nicht sagen er braucht Tablette ist mir auch Klar. Aber ich kann es im Unterricht halt nicht einschätzen wie es für ihn ist wenn er immer sagt Mama es ist alles gut.