Frage zur Dauer der medikamentösen Testphase (ADS) und evlt. Ursache dauernder Müdigkeit (mögliche Depressionen?)

Jo und hallo allerseits,

Ich hatte mich hier länger nicht gemeldet weils eigentlich nichts zu Neues zu berichten gab. Habe generell ein paar Fragen, da ich bei Terminen mit Psychologen meist nicht die Zeit habe viel zu sagen oder mir Dinge erst später einfallen.

Kurz: Nachdem ich jahrzehnte lang Loser durchs Leben ging, der sich die Zukunft verbaut und sich Symptome mit den Jahren langsam verschlimmerten bekam ich 2022 endlich die Diagnose ADS.
Seitdem gibt es allerdings keine Vorschritte. Ich habe zudem auch Autismus (diagnostieziert als ich ca. 16 war, wurde allerdings nie in irgendeiner Form behandelt) und vielleicht leichte Depressionen die zum ADS dazukommen, da ich nicht nur chronisch desinteressiert sondern auch dauerhaft müde bin. Wach(er) bin ich meist nur für ein Zeitfenster von etwa 5 Std., allerdings nachts und ich schlafe viel zu lange (10 Std mind., manchmal, vor allem wenn ich einen Job habe, bis zu 13 Std. pro Tag).

Mein Hauptproblem ist jetzt, dass die Arzttermine viel zu selten ist und ich mich nach einem Jahr immer noch in der medikamentösen Testphase befinde (bisher ohne Wirkung) und ich nicht weiß wie lange, vielleicht sogar wie viele Jahre, es noch dauern wird bis irgendeine Besserung eintritt oder ggf. überhaupt geklärt wird, ob Teilbereiche meiner Probleme vielleicht doch mit leichten Depressionen und nicht ADS allein zu tun haben.

Gehe ich zum Psychiater bekomme generell immer nur ein neues Med/Dosis verschrieben und werde heimgeschickt. Nach paar Tagen weiß ich, dass es 0 Wirkungen hat. Der nächste Arzttermin ist aber dann erst in 1-3 Monaten. Dann endlich höhere Dosis, aber wieder keine Wirkung etc. Mittlerweile bin ich alles was mit Medikinet möglich war durch und teste Elvanse, das aber bisher (40g) ebenfalls keinerlei Wirkung zeigt.
Das mit dem Schlaf und Antriebslosigkeit schieben die Ärzte bisher vor sich hin, weil sie von ausgehen dass es schon mit ADHS zu tun habe, allerdings kenne ich das erfahrungsmäßig eher nicht so. Oder sind übermäßiger Schlaf und totale Antriebslosigkeit bei ADS üblich?
Bei mir ist es halt so extrem dass ich nicht mehr arbeiten kann und es war in den letzten 10 Jahren schlimmer als vorher. Ich muss aber irgendwie arbeiten (leider, wegen des Geldes), zudem sitzt mir das Arbeitsamt im Nacken und Bock aufs Leben hat man auch nicht so recht wenn man eh auf nichts Lust hat, daher würde ich diesen Zustand sehr gerne endlich loshaben oder wenigstens bessern sehen.

Ich vermute halt stark dass die Müdigkeit Resultat des Desinteresses ist und kein eigenständiges Problem ist (hatte zwar extreme Anämie, die ist aber seit gut 5 Jahren behoben). Es gab die letzte Dekade ca. alle paar Jahre mal einen Fall wo ich für eine Weile doch noch so sehr an etwas interessiert war (Fachbuch, Serie oder Game), dass ich einen GRUND zum aufwachen hatte und während dieser Wochen lief es dann auch gut. Wurde früh wach, schlief relativ wenig und ich war kreativ and aktiver. Ging dann natürlich wieder von 100 auf 0, sobald ich mit der Sache durch war oder das Interesse nach x Wochen wieder flöten ging.
Das ist für mich der Beweis, dass es psychisch ist.


Meine eigentlichen Fragen nun:
Kennt irgendwer diese Kombination an Problemen? Sollte ich mir überhaupt noch Hoffnungen machen dass die Medikamente irgendwas bewirken wenn sie bisher nichts aulösten?

Wie ist das mit den Ärzten bei Euch?
Ist es normal dass alles auf Medikamenttesten begrenzt ist oder sollte ich zusätzlich einen Termin für eine Psychotherapie machen? Aber wie? All meine Ärzte sind Psychiater und Therapeuten, verschreiben aber lediglich Medikamente. Sie sagen bisher nur, Therapie bringe nichts weil all meine Probleme wohl ADHS-ausgelöst wären und dagegen nur medikamentös vorgegangen werde. Aber meine Lustlosigkeit macht mich halt noch müder und beides noch depressiver, wodurch ich noch müder werde, es ist also eine Art Teufelskreis aus dem man nicht rauskommt und ich glaube immer mehr dass ich mehr als nur Medikamente brauche.

Ich mache mir deswegen etwas Sorgen dass ich eventuell von allen aufgegeben werde sobald ich erstmal alle Elvansedosierungen durch bin, denn anscheinend gibt es in Deutschland für Erwachsene lediglich Elvanse und Medikinet als Behandlungsoption, das meinte jedenfalls einer der Ärztinnen. Gleichzeitig meint jene Ärztin auch, dass der Autismus wohl die Ursache für die Immunität gegenüber AHDS-Medikamenten sein könnte.

Gibts eventuell irgendwelche anderen Tipps, falls irgendwer ähnliche Probleme hatte?

Grüße erstmal, hoffe der Text war nicht zu lang!

Dann freut es mich dir sagen zu können, dass das nicht korrekt ist.

Es gibt bspw noch Ritalin (am längsten am Markt) und bspw concerta.

Beides auf mph Basis.

Zudem gibt es noch amphetaminsaft, der von der Apotheke hergestellt werden kann.

Zum Rest schreibe ich später was.

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Such dir bitte gezielt Therapeuten, die auf ADHS und ASS spezialisiert sind.

Die Zusatzausbildung zum Therapeuten machen einige Ärzte scheinbar so, was aber noch lange nicht heißt, dass die gut darin sind.
Siehst du ja aktuell, dass es im wesentlichen klassische „Pillendreher“ zu sein scheinen (ohne jetzt hier pauschal diskriminieren oder ähnliches zu wollen).

Ja, ADHS und Medikamente sind schon korrekt.
Jedoch haben auch Psychotherapien positive Effekte.

Entweder eine Verhaltenstherapie oder eben Tiefenpsychologie.

Sprich am besten mal mit deiner Krankenkasse, unter welchen Voraussetzungen die private Therapeuten übernehmen.

Leider sind die geeigneten Therapeuten Mangelware und auf Kasse nur schwer zu kriegen.

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Du hast gar nicht geschrieben welche Medikamente du wie genommen hast. So kann man dazu schlecht etwas sagen.

Ein Facharzt verschreibt dir Medikamente und hat nicht viel Zeit. Er ist kein Psychotherapeut.

Wenn du Psychotherapie möchtest solltest du dir einen Psychotherapeuten suchen.

Danke für Deine Antwort, ZappelPhilipp.

Ja das versuche ich, aber keiner will es machen. Die drei Ärzte bei denen ich bisher war sind alle „Psychiater und Therapeut“ und sind auch auf ADHS spezialisiert. Nur ist es immer dasselbe, ich gehe hin, bekomme Medikamente verschrieben und das wars dann leider.
Bitte ich gezielt nach einer Psychotherapie sagen alle ich solle einen anderen suchen oder empfehlen irgendwen anders. Die ersten sagten dies direkt so (ohne Begründung dafür, wieso es denn jemand anders sein müsse), die neuste Ärztin meinte ich solle die Therapie doch bei einer anderen irgendwo in Mörfelden machen, weil die zusätzlich auch noch ADHS-Neurofeedback Therapien mache, die laut meiner ersten Ärztin Humbug sind.

Ich bin sicher wenn ich mich bei der anzumelden versuche bekomme ich wieder eine Wartezeit von 8 Monaten und dann wird sie lediglich das Neuropfeedback probieren und mich an die nächsten verweisen, falls das auch nicht wirkt und ich eine Psychotherapie brauchen sollte.

Danke erstmal für die Antwort. Medikinet nahm ich wie vorgesehen früh nachdem ich Essen reinwürgte (kann früh eigentlich nichts essen), danach noch mal gegen 14:00 kurz nach dem Mittagessen.
Elvanse nehme ich einfach so wenn ich aufwache, dazu wurde mir nichts mitgeteilt und anscheinend brauche ich dafür keinen vollen Magen.

Was die Therapeuten angeht waren alle Ärzte die ich besuchte zumindest angeblich sowohl Pychiater als auch Therapeuten. Ich weiß sogar dass die aktiv therapieren, weil ich andere sah, die zum Reden kamen und in einem Fall sogar eine Nachbarin habe, die meine derzeitige Ärztin besucht und stundenlang redet bzw. therapiert wird. Es ist also möglich. Irgendwie oder zumindest für manche.

Das ist gut zu wissen. Allerdings beweist es wieder dass kein Arzt hier Ahnung zu haben scheint. Alle sagen immer was komplett anderes. Die erste Arztin weigerte sich sogar mir irgendwas außer Medikinet zu geben, meinte am Ende sogar es habe mir geholfen und dass ich sei praktisch geheilt sei, dabei nahm ich das Medikament zu der Zeit seit drei Wochen nicht mehr, weil es keine Wirkung hatte.

Oh Shit…

Dann bleibt dir ehrlich gesagt nur ein Arztwechsel.

Ich habe etwas ähnliches durchgemacht.
Mein erster Psychiater hat versucht mich auf Teufel komm raus auf Medikinet einzustellen obwohl ich extreme Nebenwirkungen hatte…

Obwohl ich mehrfach um Wechsel auf Elvanse gebeten habe, verweigerte er mir das obwohl es mir von Tag zu Tag schlechter ging mit Medikinet. Wurde auch immer nur höher dosiert, egal was ich sagte…

Bin dann hinterher über eine Notfallsprechstunde zu einem anderen gekommen. Der war zwar auch nicht so viel besser, aber immerhin sorgte der (zum Glück !) dafür dass ich stationär eingewiesen wurde :wink:

Was ich damit sagen will ist:
Arztwechsel = andere Praxis eines für dich neuen Psychiater + suche einer separaten Therapeutin.

In der aktuellen Praxis wirst du allem Anschein nach nicht glücklich.

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Das Problem ist dass ich ja bereits dauernd am Wechseln bin.
Und Wechsel bedeutet auch immer 5-9 Monate auf den ersten Termin warten, nur damit ich dann wieder dasselbe Problem wie vorher habe.

Ich meine klar, werde natürlich versuchen zu wechseln, nur habe ich keine Hoffnung mehr dass es irgendwann mal was bringen wird. Und überhaupt ist der nächste Termin dann eh ewig hin, also wieder mindestens ein weiteres halbes Jahr ohne dass sich irgendetwas bessert.
Privat bekommt man halt wenig brauchbare Hilfen, die meisten glauben nicht an psychische Probleme oder glauben zumindest nicht dass ich irgendwas hätte. Gleichzeitig sagen mir aber Kollegen und Bekannte ich sei nicht normal, faul oder ein Arsch. Also wissen sie ja irgendwie dass ich nicht normal bin, dennoch versteht es keiner. Bestenfalls gibt es gutgemeinte Ratschläge wie dass ich mehr im Alltag unternehmen und Neues versuchen sollte, aber das versuchte ich oft genug, sobald etwas regelmäßig ist oder mehrmals passiert powerte es mich immer noch mehr aus und machte alles noch schlimmer. Und habe jetzt auch nicht das Geld jeden Monat in ein anderes Land zu fliegen oder sowas.

Klingt nach gewaltigem bullshit Bingo…

Kannst du nicht im Vorfeld erfragen ob entsprechende Kompetenzen vorliegen?

Hast du jeweils deine Diagnose vorgelegt?

Warum solltest du in ein anderes Land fliegen?
Sry aber die Behandlung muss auch hier möglich sein. Ist es auch.

Nur damit ich es richtig verstehe…

Du hast ADHS in Kombination mit ASS, korrekt?

Beides gesichert diagnostiziert?

Weiß leider nicht wie ich das mit den Kompetenzen rausfinden könnte. Gibt meist wenige Onlinewertungen und es gibt immer positive und negative und es ist schwer zu sagen wen man glauben soll, oder ob Patienten vielleich auch anders behandelt werden. Weiß von meinem Hausarzt dass er mir gegenüber deutlich aggressiver und ungeduldiger ist als bei anderen.

Ja. Und ja beides diagnostiziert. Allerdings ist das mit dem ASS schon gut 15 Jahre her, war aber ein Bereich der Uni-Klinik. ADHS diagnostierte halt eine Psychiaterin in dem sie mich IQ- und Konzentrationstests machen ließ. Ersteres zwei Mal hintereinander, um zu sehen wie stark meine Denkfähigkeit innerhalb von 20 Minuten abnimmt, wenn ich ähnliche Aufgaben machen soll.

Das mit dem Fliegen war nur auf den „Wechsel“ bezogen. Mir sagen viele ich sei nicht depressiv sondern solle nur mehr machen. Aber ich mache ja gerade deswegen nichts, weil ich auf nichts Lust habe. Ich hatte tatsächlich in den letzten 10 Jahren 1-2 Reisen bei denen es mir etwas besser ging weil wir jeden Tag fremde historische Städte besuchten. Aber das klappt auch nicht immer und wie gesagt hätte ich eh kein Geld für dauernd zu verreisen.

Warum solltest du auch verreisen…

Sry aber Streich diesen „Rat“ bitte aus deinem Gedächtnis. Das führt, außer dass es dir schlechter geht, zu absolut gar nichts.

Bzgl Kompetenzen:

Online Recherche ob etwas darüber zu finden ist, danach anrufen und explizit nachfragen.

Zusätzlich kannst du die Adressliste auf adxs.org anfordern…

Die könnte dir auch schon ein Stück weiter helfen :slight_smile:

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Jetzt bin ich bei 70mg Elvanse. Bisher weiß ich noch nicht ob es was wirkt. Das Schlafproblem besteht weiterhin, vorgestern 14 Std geschlafen, dann ganzen Tag darauf konzentriert früher ins Bett zu gehen und den Moment nicht zu verpassen. Ging dann früher gegen 2 Uhr (ist für mich früh, früher schlaf ich meist nicht weil ich nachts eher wach bin als tagsüber), dennoch wachte ich erst kurz um 12 auf, war aber so müde dass ich mich nicht mal bewegen konnte und schlief ein. Erst um 15 Uhr wieder wachgeworden und mich mit Mühen rausgezwungen.

Ich hatte von jemandem gehört dass ADHS Medikamente gegen solche Schlafprobleme helfen, allerdings scheints bei mir nicht zu wirken. Zumindest nicht mit 60mg, ab jetzt teste ich 70mg. Mal sehen obs irgendwann mal weniger wird.

Wenn man so lange schläft kann man halt nicht arbeiten. Routine macht alles schlimmer, arbeitete jetzt drei Jahre lang im selben Job und das forcierte frühe Aufstehen machte mich non-stop müde so dass ich oft schlief und nichts aß wenn ich heimkam und sich die schlafenszeiten komplett wirr verteilten.

Das einzige was ich merkte ist, dass ich mit der Einnahme eher online mit anderen reden kann. Normalerweise ignoriere ich alles weil ich keine Lust zum reden habe. Aber für größere Dinge reicht es nicht. Gedächtnis und Konzentration sind auch beide weiterhin katastrophal.

Vielleicht ist das mit dem Schlaf auch Zeichen einer Depression oder sowas. Aber beim Psychiater wird man nur weggeschickt sobald man das neuste Medikament verschrieben bekommt und wegen der ADHS Sache schicken mich auch alle nur zum Psychiater.
Angeblich sollen die Medimante ja „wacher“ machen aber ich bezweifle dass die überhaupt so lange wie bis zum nächsten Morgen wirken können.

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Hey du, hört sich sehr anstrengend an. Ich fühle sehr mit dir :people_hugging:

Bitte frag mal in einem Autismus Forum, ob es Tipps gibt. Schau mal hier zB aspies.de Selbsthilfeforum
https://www.autismus-board.de/

Du sagtest dass die Ärzte das Nichtwirken der Medis auf Autismus schieben. Keine Ahnung ob das stimmt…
Aber es gibt - auch hier - viele Adhsler mit ASS und umgekehrt.
Frag da mal nach … . oder auf Reddit!

Die Müdigkeit ist bei dir ja sehr ausgeprägt.
Könnte seiin, dass…

  • es zuviel Elvanse ist
  • es das falsche Medikament ist (Ritalin oder MPH unretardiert ausprobieren!)
  • es tatsächlich vom ASS kommt
  • es ein Mangel an Vitamin D, B12, Eisen, … oder erneut eine Anämie ist
  • es vom.Bludruck kommt
  • es eine Depression ist

Bist du zusätzlich zur Müdigkeit verzweifelt, traurig, alles fühlt sich hoffnungslos und dunkel an? Wenn ja: umbedingt zum Arzt gehen und therapieren lassen!

Hast du Freunde, Eltern, Geschwister die dich auffangen? Kannst du mit jemandem reden, dein Herz ausschütten?

Gehtst du raus an der frischen Luft spazieren? Machst du Sport?

Ist dein Schlaf beeinträchtigt? Schnarchst du? Hast du eine Schlaf Apnoe?

Mehr fällt mir spontan nicht ein. Hoffe es sind ein paar Gedankenanstösse dabei die dir helfen :slight_smile:

:heartpulse:

Hi @Kaptiastra,

erhebliche Schlafprobleme und eine stark erhöhte Tagesmüdigkeit waren meine Hauptsymptome.
Durch die Stimulanzientherapie gehört dies gottseidank der Vergangenheit an. Da mein aktueller Psychiater leider etwas gegen LDX hat, muss ich aktuell mit MPH auskommen.

Meine Experimentierphase ist noch nicht abgeschlossen, mit 80-100mg Medikinet adult ist zumindest diese massive, sehr einschränkende Müdigkeit vorbei.

Eine Dosis wirkt bei mir etwa 3-4 Stunden (bisher konnte ich nur das Ende nicht aber den Beginn feststellen), weshalb ich aktuell 40-20-20-10 oder 20 nehme.
60mg war für eine Einzeldosis zu viel - leichter Schwindel, unter 40mg bleibt die Müdigkeit aber vorhanden.
Mit Urolsäure als CES1A1-Inhibitor versuche ich die MPH-Dosis zu reduzieren.

(ADHS - vorwiegend unaufmerksam, atypischer Autismus)

VG und viel Erfolg - nicht aufgeben

Mittlerweile habe ich auch alles was Elvanse angeht durch. Tut halt absolut gar nichts. Probierte es jetzt auch mit Bupropion, da meine extreme Apathie wohl eher Depressionen als ADS als Ursache hat. Zudem wurde gesagt dass das Medikament auch gegen ADHS helfe.
Tut sich ebenfalls nichts. Nahm erst ~3 Wochen lang 150mg, dann einen Monat lang 300mg. Wenn sich überhaupt irgendwas tat dann nur dass ich noch apathischer wurde. Jedenfalls hockte ich die letzten Wochen nicht nur untätig herum und guckte ab und zu Anime, sondern hockte nur noch herum und konnte mich nicht mal zum Animegucken aufraffen. Schlafprobleme sind wie immer.

Denke der Schlaf (die Dauer, nicht die Schlafzeiten) ist einfach Symptom des Mangels an Interesse an allem, nicht umbedingt ein rein physisches Problem.
Mit oder ohne Meds ist halt alles wie immer, daher habe ich jetzt alles abgesetzt, da sinnlos. Wie vorher auch bin ich lediglich nachts, so ab 2 Uhr nachts minimal motivierter und kann dann zumindest Serien schauen, selten sogar zeichnen. Aber tagsüber geht das nicht.
Ich vermute dass zum Autismus und dem ADS noch ein verschobener Tag- und Nachtrhytmus dazukommt, wogegen anscheinend auch kein Medikment hilft.

Naja Hauptproblem ist einfach die Apathie und Sinnlosigkeit und die Tatsache dass ADHS Medikamente, wenn ich das richtig verstehe, Leute die normalerweise nervös sind „ausgleichen“. Das ist aber gar nicht das was ich habe. Ich bin nicht nervös sondern dauergelangweilt und/oder emotionslos.

Weiß auch nicht ob es noch irgendwas bringt weiterzumachen. Wenn keines der Medikamente bisher auch nur die geringste positive Wirkung hatte wieso sollten es andere haben, die ähnlich funktionieren?
Medikamentwechsel bringt soweit ich gelesen haben nur denen was die von bestimmten Meds profitieren, aber zu starke Nebenwirkungen dabei haben. Ich profitiere ja gar nicht erst von irgendwas. Vielleicht habe ich ja statt oder neben ADS noch etwas anderes, das der Grund dafür ist wieso mein Hirn abgekapselt und resistent gegen allerlei chemische Substanzen ist.
Ich spüre ja auch keine Schmerzen (auch als Kind nie), hatte noch nie im Leben Stimmungsschwankungen oder überhaupt Stimmungen die nicht von außen ausgelöst waren (sprich zB Trauer weil der beste Freund gerade starb). Hungergefühl hatte ich auch noch nie, Schläfrigkeit habe ich nur nach dem Schlafen und wenn mir langweilig ist, sonst auch nicht (zB wenn ich tagelang ohne Schlaf durchmache). Lachen und grinsen tu ich auch nicht es sei denn ich fake es, wobei das wohl wieder mit dem Autismus zu tun haben könnte.

Jedenfalls ist meine Theorie, dass mein Hirn einfach zu abgestumpft ist um irgendwas zu merken. Nur weiß ich nicht was das sein könnte, auslöst und wie es behoben werden könnte. Psychiater sind ja nutzlos, die diagnostizieren nicht die fragen nur kurz ob das neuste Medikament wirke, verschreiben was Neues wenn nicht und verabschieden sich. rinse and repeat forever.

Problem ist einfach, dass ich bisher noch kein Medikament gefunden habe dass überhaupt irgendwelche konkreten „Wirkungen“ hatte, daher habe ich nie eine Ahnung ob sich überhaupt irgendwas tut. Ich weiß auch nicht was andere da machen, wenn ich hier in den Foren und auch sonstwo auf Englisch lese geht es immer nur darum dass etwas „nicht mehr“ wirkt, oder wirkt aber zu viele Nebenwirkungen hat. Selbst jene, die sich beschweren, so dass man erst denkt dass es ihnen genauso ergehe, lassen dann immer wieder verlauten dass sie sich ja doch anders fühlen und besser konzentrieren können und es nur was anderes ist das sie stört.
Daher sind Foren einfach keine Hilfe. Ich vermute, dass die diejenigen die wie ich gar nichts merken einfach aufgeben und nichts posten, sodass der Filtereffekt eintritt der bewirkt, dass man nur noch diejenigen diskturieren sieht, die empfindlich auf Medikamente reagieren. Mit Ärzten kann man das halt auch nicht besprechen.

Warst du mal im Schlaflabor?

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bist du sicher daß du nicht eher nen energieproblem hast?

adhs oder autismus hat rein garnichts mit energieleveln zu tun, also, ja, man kann mal down sein, erschöpft und burn out haben, aber das ist nicht so systematisch und chronisch wie du das beschreibst. da kann man uimmer klar sagen, weswegen man jetzt down and out ist.

ohne energie funktionieren stimulanzien nicht, kannste knicken. energie musst du schon selber bereitstellen.

kläre die frage ob du MÜDE bist oder ERSCHÖPFT

müde: du schläfst und bist erholt.
erschöpft: du kannst so lange schlafen wie du willst, es bringt nix

erschöpfung: stimulanzien funktionieren dann nicht, sie können nicht. ist nicht möglich.
weil die stimulanzien energie abrufen, die du nicht bereitstellen kannst.

du bist dann einfach nur drauf, sonst nix.

hier musst du aber mentale erschöpfung von körperlicher erschöpfung unterscheiden.

in einem fall bringen die stims dem adhsler was, in dem anderen fall eben nicht.

du musst das ausknobeln.

sobald du das weißt, kannst du daran gehen, die ursache für dein problem zu finden.

typisch ist auch, dass du irgendwie knallwach bist, aber gleichzeitig voll im arsch. und das ist erschöpfung.

passiert wenn die mytochondrien aus irgendeinem grund keine energie machen. mytochondrien sind die kraftwerke der zellen.

in meinem fall wars insulinresistenz, also beginnende diabetis.

ps:

warum nimmst du medis, wenn dir das rein garnichts bringt außer nebenwirkungen?

das ist voll bekloppt.

du nimmst die doppelte dosis buprion, und wunderst dich daß du total drauf bist.

70 mg elvanse und du läufst rum wien zombie. und dabei willst du nichts essen.

lass den scheiß.

das ist natürlich kein medizinischer rat, ne.

klär das mit deinem medical provider.

aber kapiere eins: du versuchst hier ein körperliches problem mit medis zu klären, die kognitiv wirken. das wird nicht funktionieren.

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@Kaptiastra
Könnte das in Richtung ME CFS oder Long Covid gehen?
Oder erwas Hormonelles sein?
Oder Schhlaf Apnoe?
Bluttests hattest du alle durch, oder?
Bist du belastbar, also kannst du aus dem Stand ohne Atemnot 2-3 Stockwerke hoch flitzen?
Nimmst du andere Medis?
Hast du eine Arbeit mit gefährlichen Substanzen (Chemie) aktuell oder früher?

Ansonsten könntest du mal einen Kohlenmonoxid melder anbringen (kostet ca 15€), falls da was auffällig ist.

Sry für die vielen Fragen. Fällt mir gerade so ein, dass es ggf hilfreich sein kann :wink:

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@ppaul
Danke! Das ist wenigstens ein sinnigerer Rat, etwas das ich halt von Ärzten erwarten würde. Ich sprach selbst schon oft sowas ähnliches an, aber man wird nicht ernst genommen. Ich war zB seit frühester Kindheit untergewichtig (also so BMI 14), obwohl ich normal aß. Nachdem ich mit den Medikamenttestphasen anfing und nichts merkte wunderte ich mich ob da ein Zusammenhang bestehen könnte, im Sinne dass der Körper bzw. Proteine einfach Dinge die ich aufnehme nicht richtig verwerten. Nichts zwangsläufig verbunden, aber Koffein und Alkohol haben bei mir ebenfalls 0 Effekt auf die Stimmung, Empfinden oder Wachheit.
Problem: Keiner der Ärzte glaubt es also sagen einfach alle was ich sage stimme nicht und ich sollte halt mehr essen. Nur Schildrüse wurde getestet, ist aber normal. Zu meinen besten Zeiten, als ichs trainierte, aß ich bereits am Morgen zwei Brötchen mit fetter Wurst, Mittags zwei volle Teller Nudeln mit sonstigem Tier, Döner usw. und nahm dennoch nie zu, verschwendete aber das doppelte an Geld also ließ ichs irgendwann bleiben.

warum nimmst du medis, wenn dir das rein garnichts bringt außer nebenwirkungen?

Weil ich massive Probleme mit Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, Anhedonie etc. habe, ADS diagnostiert wurde und ich Leute mit ähnlichen Problemen kenne denen Medikamente tatsächlich sofort geholfen haben. Habe/hatte auch depressive Familienmitglieder.
Ich merke ja fast keine Nebenwirkungen, das ist nicht das Problem. Das Problem ist dass sie auch nichts bewirken.

du nimmst die doppelte dosis buprion, und wunderst dich daß du total drauf bist.

Ich habe in meinem Text ja deutlich gemacht dass ich das Problem schon immer hatte und es mit Buprion nur nicht besser wurde. Ich habe nirgends angedeutet dass ich Depressionen und co. erst jetzt bekommen hätte, nachdem ich mit den Medikamenten anfing.
Es ist andersrum, ich teste Medikamente um zu sehen ob eventuell etwas hilft, nachdem ich Dekaden lang glaubte nur extrem faul und zu dämlich zu sein um normal zu leben. Ich kann ja nicht wirklich auf Dauer arbeiten und nichts.

Covid kann nicht sein, da ich das schon immer hatte und es dann vor ca. 10 Jahren extrem wurde. Allerdings habe ich diesen „Brainfog“ den heutzutage auch Long-Covid-Patienten kennen. Nur hatte ich den halt schon lange davor.

Oder erwas Hormonelles sein?

Nicht dass ich wüsste. Leute mit Hormonproblemen reden eigentlich immer davon dauernd Stimmungsschwankungen zu erleben. Ich hab eher das Gegenteil, das Fehlen von Emotionen und dergleichen. Hatte zeitlebens auch nie eine Libido, aber kann mit Liebeskram sowieso nichts anfangen also wars mir immer egal.

Schlafapnoe habe ich nicht. Denke dass meine Unfähigkeit aus dem Bett zu kommen ist zumindest teilweise darauf zurückzuführen dass ich nicht aus den Träumen raus will, weils einfach interessanter ist als irgendwas das man im realen Leben erleben kann und extrem variationsreich. Daher penn ich meist willentlich wieder ein bzw. döse 5 Std. lang vor mich hin, weil das fiktiv Erlebte tatsächlich interessant ist lol

Und ne, andere Medikamente nehme ich nicht, bis auf Eisentabletten. Ich esse zwar fast nur Fleisch und co. aber habe ohne Tabletten dennoch eine massive Blut- und Eisenarmut die laut Arzt lebensgefährlich war. Mit Eisen gehts und ist dann fast im Normalbereich.

Belastbar bin ich eigentlich schon. Dahingehend scheint es keine Auffälligkeiten zu geben. Mit 40kg natürlich nicht gerade dafür gebaut eine gefüllte Mülltonne zu heben, aber gibt keine wirklichen Probleme. Immunsystem auch spitze, letzte Erkältung war 2011 und noch nie Grippe oder sowas gehabt.

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Hattest du denn als Kind ADHS Symptome? Seit wann hast du das mit der Müdigkeit?

Könnte es auch eine Narkolepsie sein?

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@Justine
ADHS Symptome ja ganz klar. Aber meine Familie war nicht wirklich gebildet, daher glaubte man nicht an geistige Probleme und so war ich war halt immer nur rebellisch, dumm oder faul oder sowas. Selbst wenn sie es geglaubt hätten hätte keiner gewusst was ADHS ist oder es erkannt.

Das mit der Müdigkeit fing an sich an als ich generell die Motivation verlor. Langsamer Prozess. Als Kind ist halt noch alles „neu“ und obwohl mich damals schon alles sehr schnell langweilte und ich immer Neues oder Extremeres brauchte gabs immer noch genug. Und da ich Kind und irre war glaubte ich an irren Kram der mir einen Lebenssinn gab.

Irgendwann nachdem ich 20 war wurde ich dann auch nüchterner und rationaler, dazu kommt der reguliertere Alltag. Beides tötete langsam jeglichen Lebenswillens und die Motivation. Dann kam verstärktes Mobbing in verschiedenen Jobs dazu, viele Tode in der Familie und bester Freund und Vater die fast zeitgleich kaputtgingen und andere Probleme die mir zusätzlich Pläne versauten wodurch ich irgendwann alles was ich tat abbrach und auch Hobbies nicht mehr nachgehen konnte.
Dann drei Jahre lang noch einem weitern Job mit Mobbing nachgegangen bis ich komplett lustlos war und jeder Tag Arbeit zu viel war, da bat ich den Chef mich fristlos zu feuern weil ichs keine Woche mehr geschafft hätte. Je weniger Interesse desto schlimmer auch meine Konzentration und Merkfähigkeit, beides ist praktisch nicht mehr vorhanden.
Naja dann erstmal fast ein Jahr lang handlungsunfähig und dann wurde mir erstmals bewusst dass Geisteskrankheiten vielleicht doch kein Aberglaube sind und den Rest kennt man aus dem Thread.

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