Fragen zur Eindosierung Medikinet adult (Kapsel)

Hallo, bin gerade etwas verunsichert:
Seit dem 25.2.23 (Samstag) bin ich in der Eindosierung.
Plan nach Absprache:

  1. Woche 10 mg
    2.Woche 20 mg
    3.Woche 30 mg

Ärztin meinte, wenn ich nach den ersten 5 Tagen nichts merke, könnte ich auf 10 mg gehen.
So war es dann auch, ich habe in den ersten Tagen jeweils nur wahrgenommen, dass meine Grundstimmung entspanntere , fast heiter zu nennen war ?! , obwohl ich ja kein Antidepressivum einnehme. Ich hatte nur gegen Abend Kopfdruck und war sehr müde.

Ich nehme heute also den 8. Tag 20 mg.

Die erste Woche auf der Arbeit (Pflegedienstleitung = Bürokram) lief gut wie noch nie, ohne dass ich genau benennen könnte, wie genau ich mich jetzt besser konzentrieren kann. Nervosität/Unruhe/Ängste /Handlungsunfähigkeit wurden weniger. Ich freute mich am Ende der letzten Woche, dass ich die kommende Woche arbeiten würde - sehr verwirrend für mich.

Jetzt ist es seit 3 Tagen so, dass ich mich auf der Arbeit wieder nervöser und gedrückter fühle, und mich schlechter konzentrieren kann. Heute sind mir gleich mehrere Fehler passiert und ich war - glaube ich - wieder sehr langsam. Auch starker Kopfdruck heute und gestern. Wenn die Wirkung nachlässt, fühle ich mich auch eher „gedrückt“ und unruhig. Und ich schlafe unruhig, schrecke öfter hoch.

Lange Rede- Wären 15 mg evtl. besser als Steigerung gewesen, oder ist das alles einfach normal (was ist schon normal, ja ich weiß) in der Eindosierungsphase und sollte nicht überbewertet werden?
Und wäre eine Steigerung auf 30mg doch genau richtig, weil doch nicht überdosiert mit 20 mg?
Meine Ärztin ist momentan noch im Urlaub, so dass ich mich mit meinen Fragen gedulden muss.

Ich würde mich über die eine oder andere Erfahrung/Einschätzung freuen.
Danke

Hej,

welches Präparat und wie häufig ?

Hallo,
Medikinet adult, im Moment 20 mg, morgens zum Frühstück

OK, das gibt - wenn’s gut läuft 5 bis 6 Stunden Wirkung. Nachmittags bist du dann unmedikamentiert.

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Ich bin ja noch in der Eindosierung, der Plan wäre jetzt auf 30 mg zu gehen, aber evtl. wäre 20- 10 dann sinnvoller?

Sobald du in eine Höhe kommst, bei der dir am Ende der Wirkzeit ein unangenehmes Gefühl aufkommt, der Rebound, solltest du Rückfrage halten, ob du eine - niedrigere - zweite Dosis nehmen darfst. Damit wird dann der Rebound abgemildert.

Hallo :slight_smile:

Bist du weiblich? Dann bitte unbedingt deinen Zyklus im Blick haben. Die Medikamente wirken kurz vor der Periode (3-5 Tage) und währenddessen bei vielen Frauen weniger stark oder auch gar nicht.

Hast du den Eindruck, dass sie weniger stark wirken?
Ich hätte gemeint, dass der Bedarf höher ist…

Stimmt, so kann man es auch ausdrücken. Also, was ich meine ist dass die reguläre Dosis nicht so wirkt wie gewohnt. Nachdosieren ist natürlich eine Option, die die TE mit ihrer Ärztin besprechen könnte.

Nimmst du mehr in dieser Phase? Ich nehme bisher immer die gleiche Dosis …

Hallo :slightly_smiling_face:
Ja, ich bin weiblich (frisch 52). Ich hatte bisher noch wenig zu diesem Thema hier gelesen. Das könnte tatsächlich eine Rolle spielen, danke!

Hallo Nono,
ich bin mir noch so unsicher mit meinen Einschätzungen und habe grad bei ADHSpedia zum Rebound Effekt nachgelesen. Könnte schon (gut) passen. Danke!

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Nach dem, was ich hier am Wochenende in Ruhe lesen konnte (Medikinet sei Dank) , geht es mir wohl schlicht wie vielen, die Medikinet neu anwenden: Unangenehmer Rebound, 2. Dosis nötig, kleinere Dosissteigerungen zu Beginn wären sicher besser, warum nicht gleich Elvanse.

Ärgere mich ein wenig, dass ich es nicht wie sonst gemacht habe: vorher alles lesen und gut informiert zum Termin mit dem Arzt latschen. Ich hatte es nicht getan, weil ich auch oft von Ängsten und schlimmsten Befürchtungen geleitet bin durch mehr Information. Keine Ahnung, ob das bei den Menschen ohne viel „H“ ausgeprägter ist. Meine Tochter ist da sehr ähnlich, auch ohne „H“.

Seit Samstag bin ich nun mit 30mg Morgengabe unterwegs. Die letzten beiden Tage waren „klarer“ als die bisherigen und auch ohne Rebound.

Kann das überhaupt sein bei dieser neuen höheren Dosis und dann ohne 2. Gabe ?

Ich habe mich gestern in einem Museum an eine alte Rechenmaschine „Brunsviga“ mit an zwei unterschiedlich platzierten Anleitungen gewagt und bin nicht gescheitert, hätte ich früher nie gemacht - viel zu viel los auf den Anleitungen und auch noch umzusetzen. So habe ich über 50 Jahre gelebt?

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02.06.23 ( seit 28.2.23 Medikinet adult)

Eine Art Zusammenfassung der letzten 3 Monate:

Inzwischen bin ich angekommen bei Medikinet adult 20 - 20 - 5

Die letzte Dosis ist unretardiert (von 1A Pharma) und in der Hauptsache zum Abfangen des bei mir stark ausgeprägten Rebounds gedacht, sowohl bei 10 als auch 20 mg als jeweils zweite Dosis.

Der jetzt passende Abstand zwischen 1. und 2. Dosis scheint jeweils 4 Stunden zu sein, die letzte Dosis nehme ich mehr als 4,5 Stunden später ein.

Medikinet 10 mg schien bei mir unterdosiert zu sein mit unangenehmen Symptomen.
Die Wirkung während: unkonzentriert und fahrig, etwas deprimiert; als Rebound: Heulerei, Stimmungsabfall. Zunehmend aus dem Gleichgewicht, wenn die Wirkung der Kapsel raus war, Horror.

Medikinet 20, starker Rebound, hierbei:
stark ausgeprägte Unruhe, in der Wohnung umherlaufen ohne Handlungsplanung, „Duracell-Hase“, aggressiv auf jeden Anwesenden reagieren. Ich hätte einfach nur herumschreien können, inneres vibrieren selbst nach mehreren Stunden.

Die „Erkenntnis“ nach einigen Tagen Verzweiflung und Absetzen und neu probieren: der Abstand zur unretardierten Einnahme war schlicht zu kurz, wahrscheinlich fielen beide Wirkenden mehr oder weniger zusammen, seufz.
Die Erfahrenen hier wissen so etwas wahrscheinlich, bzw. mehr Lesen diesbezüglich oder fragen hätte früher helfen können…

Jetzt lebe ich seit fast 2 Wochen mit einer verbesserten Lebensqualität, ohne Rebound! Das Medikament hilft mir ebenfalls dabei, mit meinen Stimmungen besser zurecht zukommen, daher nehme ich es auch am Wochenende in der gleichen Dosierung.

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Ja, unbedingt… du willst ja nicht nur auf Arbeit besser drauf sein…

Aber sonst, wenn es so bleibt, dann ist das doch richtig gut…

Danke fürs Teilen deiner Erfahrungen

Eine weitere Woche mit gleicher Dosierung geht zu Ende.
Inzwischen schmeckt mir Kaffee fast nicht mehr und ich dachte früher auch, nicht ohne zu können. Ebenso das Glas Rotwein oder zwei, nach mehreren Wochen Pause schmeckt auch Rotwein fast nicht mehr. Ich mochte es so sehr, abends ein Glas zu trinken.

Eine deutliche Wirkung wurde mir vor ein paar Tagen bewusst: Handlungsplanung/-ausführung bei einer Patientin mit einem speziellen Lifter. Jetzt schaute ich ihn mir nach mehreren Monaten Pause kurz an und konnte in sinnvoller Reihenfolge damit arbeiten, angemessene Zeitdauer inklusive.

Vorher sah ich dieses „Ungetüm“ an und konnte immer wieder (!) auch wenn nur einige Tage zwischen Einsätzen lagen nichts abrufen.

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Und im Vergleich dazu konnte ich im Studium ohne Medikation mit den rund um mich verteilten Büchern und sonstigen Quellen immer filtern, wo was zu finden war und was ich damit wollte. Sind diese unterschiedlichen Filterschwierigkeiten einfach Dimensionen und immer unterschiedlich je Mensch mit ADHS ?
Oder ist das ein hinkender Vergleich mit den Dimensionen?
Oder spielt hier auch das Thema Hyperfokus eine Rolle? Ist ja (für mich) schließlich spannender Themen zu bearbeiten als einen Lifter zu bedienen.
Vielleicht kann jemand was entwirren?

Aufmerksamkeit ist bei ADHS nicht per se gestört, sondern motivationsabhängig. Bei hoher intrinsischer Motivation funktioniert sie einwandfrei, bei niedriger intrinsischer Motivation funktioniert die Selbstmotivierungsregelung nicht wie bei Nichtbetroffenen. Und dann kommen die Probleme…