Für sich selbst da sein

Hallo
Ich spüre in letzter Zeit immer mehr, wie wenig ich für mich da sein und einstehen kann:
Beim Arzt muss ich mich zwingen, zu sagen, was ich habe, weil ich nicht (mehr) über meine Themen rede. Dann hab ich Angst, es wird mir nicht geglaubt.Es steht mir quasi nicht zu.
Kommt woher: Kindheit nicht ernst genommen mit Wünschen und wenn es mir schlecht ging, übergangen.
ADHS und Hochsensibilität wurde im Erwachsenenleben vom Umfeld also Ärzte, Umschulung, Psychologen und Familie, so getan, als ob es das nicht gibt und ich steigere mich rein.
Auch trotz mehrerer Diagnosen etc
Oh Gott, ich bin erwachsen aber ich fühle mich da immer noch wie ein Kind, das verheimlichen muss bzw. Angst hat vor Auslachen, Demütigungen

Liebe Grüße

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Ich glaube hier können das viele gut nachvollziehen… ich sehe ja auch schon einige Herzen unter Deinem Beitrag.

Ja man muss jammern, sonst wird einem nicht geholfen.

Die Schulassistenz meines Sohnes hatte die Frechheit, mich im Hilfeplangespräch zu fragen, weshalb ich meine Kinder immer so schlecht darstellen würde.

Ich habe auch nur sagen können, dass ich das selber furchtbar finde, aber dann auch gesagt, siehe oben, wenn ich das nicht unverblümt erzähle, kriege ich keine Hilfe.

Es ist ja zu Hause bei uns zB anders als in der Schule.

In der Schule sieht man an dem, was die anderen machen, was jetzt angesagt ist. Man kann sozusagen einfach hinterherdackeln.

Zu Hause hat aber jeder seinen eigenen Ablauf und jeder muss selber wissen, was er wann zu tun hat.

Wenn man aber Probleme mit Hyperfokus und Taskwechsel hat, ist es zu Hause einfach schwierig.

Ja das sind meine Erfahrungen mit dem Thema.

Sei unverblümt und schäm dich nicht, ganz ehrlich…

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Kann solche Gedanken und Gefühle natürlich verstehen, oft fragt man sich ja „rede ich eigentlich gegen eine Wand“, was ist da los wenn man nicht ernst genommen wird, wenn die eigenen Gefühle runter gespielt werden, oder man im schlimmsten Fall den Anstrich verpasst bekommt als sei man irgendwie nicht ganz dicht, oder wäre einfach zu sensibel, oder überempfindlich, was zwar manchmal vielleicht auch wirklich zutrifft, dennoch man ja oft auch garnicht wirklich daneben liegt, es aber viele Leute stört, sobald man über sein Seelenleben spricht, besonders dann wenn es einem nicht gut geht, wenn man vielleicht sogar verzweifelt ist, eigentlich irgendeine Art von Zuwendung oder Hilfe bräuchte, sehr viele Leute sich dann aber in Wahrheit davon überfordert fühlen, da sie in Wahrheit ja auch nicht alles können oder wissen.
Ich glaube das darin das Hauptproblem liegt, dass die an die man sich dann wenden soll, eigentlich selbst nicht genau wissen wie man mit solchen Problemen umgeht, eigentlich selbst in sehr vielem überfordert sind, vielleicht in der Theorie wissen was zu tun wäre, aber in der Praxis, und bei ganz individuellen Problemen auch nicht wirklich Bescheid wissen. Dann heisst es lesen sie mal das, machen sie mal diese Übungen, machen sie mal eine Therapie, probieren sie es vielleicht mal mit Medikamenten, alles vielleicht gut gemeint, aber trotz allem bleibt das wahre Verständnis für einen doch immer irgendwie sehr begrenzt.
Am Ende läuft es nach meiner eigenen Erfahrung eben immer wieder auf das selbe hinaus, hilf Dir selbst sonst bist Du verloren, so hart wie das klingt, aber ich persönlich habe es letztendlich egal um was es im Leben geht, nie anders erfahren.
Nur in ganz seltenen Fällen wo mir jemand wirklich sofort bei eigenen Angelegenheiten echt helfen konnte, wie zum Beispiel beim ausmisten alter Sachen, Büro arbeiten oder ähnliches, ansonsten muss man froh sein wenn jemand überhaupt sowas wie Verständnis und Interesse zeigt, bloss nicht jammern oder mal sagen, „Sorry aber ich kann das nicht“ oder „ich weiss nicht wie das geht, können sie mir helfen“, oder „es tut mir leid aber momentan geht es mir nicht gut, deshalb kann ich das gerade nicht erledigen“, in der Regel ist Verständnis immer sehr begrenzt und auch nicht von langer Dauer, wenn man so was von anderen erwartet, ist das eigentlich meistens schon zuviel, deshalb mache ich das eigentlich schon lange nicht mehr, oder nur noch selten, sondern probiere mir immer irgendwie so gut wie möglich selbst zu helfen und von anderen immer nur das Minimum zu erwarten, am besten ist es eigentlich garnichts von anderen zu erwarten, denn je höher die Erwartungen desto grösser die Enttäuschungen, und das erspare ich mir lieber.

Fühl Dich in den Arm genommen, wenn Du magst. :orange_heart:

Ich weiß nicht, wo Du gerade stehst. Ob Du trauern und gesehen werden möchtest, ob Du verstanden werden möchtest, wütend bist, oder ob es auch schon Zeit für Lösungsansätze ist von Leuten, die auch Ähnliches mitbekommen haben.

Egal was: Du darfst Dir wichtig sein.

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Ok mein erster Beitrag hier kam wahrscheinlich eine Spur zu desillusionierend rüber, dabei wollte ich eigentlich nur schreiben das ich solche Gedanken verstehe und man einfach nie aufhören darf an sich selbst zu glauben, am besten nicht zuviel zu grübeln, und lernen muss auf sich selbst zu vertrauen, auch wenn es nicht immer einfach ist, und dann noch das man nicht zuviel darauf gibt was andere von einem denken, man seinen eigenen Weg geht, aufhört sich vom Gutdünken, was auch immer, anderer abhängig zu machen, lernt selbstbewusst zu sich selbst zu stehen, auch zu seinen Ecken und Kanten. :four_leaf_clover::heart::sun_with_face:

Ja ich sag mir: „Hey, ich bin erwachsen und sogar älter, warum denke ich noch wie ein Kind“

Für sich Verantwortung übernehmen und Grenzen setzen.
Ich bin erstaunt, wie stark meine Erziehung da nachwirkt.
Ich muss mich heute noch von meiner Mutter abgrenzen, um mich nicht negativ von ihren Kommentaren beeinflussen zu lassen.

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Hallo meine liebe @MelaMela :yellow_heart:

Ich kenne dieses Gefühl auch sehr gut und sehe mich auch in ähnlichen Situationen wie du oft. Bei mir funktioniert es sehr gut wenn ich mich dann um mein inneres Kind kümmere. Kennst du die innere Kind Arbeit? Sei selbst das Elternteil das dein Kind braucht. Höre deinem inneren Kind zu, tröste ihn. Du weißt am besten was ihm gefehlt hat damals oder auch in der Jugend. Ich kann dir das Buch empfehlen von Stefanie Stahl „Das Kind in dir muss Heimat finden“. Ich höre mir das bei Audible an, das ist super :blush: Liebe Grüße :sunflower:

Inneres Kind, habe ich schon viel gelesen davon und war auch Thema in der Therapie.
Umsetzen und Reife dazu kommen leider erst später und langsamer

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Ich denke, das ist eine Folge der Rejection Sensitivity und des beeinträchtigten Selbstwerts.
Ich meine das so, dass AD(H)S unmittelbar die Selbstwahrnehmung manipuliert und dass das nicht die Folge von schlechten Erfahrungen (auch nicht aufgrund der typischen AD(H)S-Special-Effects) ist.
ATX kann da nach meiner Wahrnehmung etwas bewirken, was Stimulanzien nicht hinbekommen. Ich tendiere immer mehr dazu, grundsätzlich eine Komedikamentierung von ATX und Stimulanzien zu empfehlen. Stimulanzien beheben die Funktionsdefizite, ATX die Fühldefizite.

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:two_hearts:

Danke Ulbre, sehr schön ausgedrückt!!

Darf ich das in „meinen“ ATX/Atomoxetin-Thread rein kopieren?

Steht das eigentlich irgendwo auf ADxS.org?

Der Arzt meiner Jungs ist ja immer noch stur…

Welche Suchbegriffe/Syntax brauche ich?

OK, gefunden, „Medikamentenkombinationen bei AD(H)S“… schaue ich jetzt mal an…

Ja Mutter Tochter Beziehungen sind sehr oft sowieso nicht einfach, ich muss mich auch abgrenzen, ok eigentlich auch gegenüber meinem Vater und dem Rest der Familie, die sind alle sehr dominant, jedenfalls ist es besser wenn der Abstand gross genug ist. Und klar bei Familien Angelegenheiten geht es irgendwie immer um das innere Kind, dass verrückte dabei ist ja unter anderem, dass auch die Mutter oder der Vater Verletzungen aus der Kindheit in sich tragen, was uns dann aber selbst auch nicht immer bewusst ist, wir sehen nur uns selbst, unser eigenes verletztes inneres kleines Kind, dabei tragen andere, oder eben die eigenen Eltern das ja auch in sich. Insofern wird alles immer, meist unbewusst, Quasi an die nächste Generation weiter gegeben, sehr oft wiederholen sich dann manche Muster.

:adxs_wink:

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Danke, dass Du es hier nochmal verlinkst - ist ja schon recht aufschlussreich…

Grade beim Doc gewesen, wollte zum MPH wieder etwas AMP hinzunehmen, nur bis zum nächsten richtigen Termin in zwei Wochen… der Arzt will, dass wir jetzt sofort das MPH wieder raus nehmen, wenn wieder ATX gegeben wird…

:triumph::face_with_symbols_over_mouth::exploding_head:

Der muss irgendwas furchtbares erlebt haben, da kriegt er irgendwie eine Nervosität, wen die Frau xxx wieder damit anfängt, dass….

Such doch mal nen anderen Arzt… Ich mein - suchen und testen für einen mittelfristigen Wechsel wäre doch vielleicht ne Option?

Nee echt, wir haben ja schon mehrere Adressen hier erlebt…

Ich muss dem Arzt das mit den Krauses und so aus ADxS.org noch besser schmackhaft machen… heute war ja nur zwischen Tür und Angel…

Da musste aber auch mal die Ärzte verstehen! Da wähnt man sich Jahrzehnte am oberen Ende der Kompetenzkette, mit einem Wissen, das man sich in einer Zeit erworben hat, als Vinylplatten (oder Schellack) noch als der heißeste Scheiß ever galten und plötzlich organisieren sich die Patienten in konspirativen Online-Think-und Erfahrungs-Tanks und hyperfokussieren Fachwissen, das so fresh ist, dass es noch kein Floppy-Disk-Laufwerk einer Vintageneurologenpraxis von innen gesehen hat. Halbgötter-in-weiß-Dämmerung :wink:

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@ads66

Wie geil :slight_smile:
Darf ich das in ADxS.org zitieren ?

Kannst du gerne machen.

Wie denn, wenn ich nie weiss, was mein Gehirn in den nächsten 20 Minuten vor hat!
Auch ich fühle mich von den Menschen unverstanden.
Ich habe ein Syndrom dass es nicht gibt, mit Co-Morbiditäten, die peinlich für andere sind, bin sowieso selber Schuld (warum kannst du nicht einfach mal) mit dem Spruch am Ende „Du schaffst das schon“.
Das jammern habe ich mir aber abgewöhnt.
Wenn man mir nicht helfen kann, soll man mich wenigstens in Ruhe lassen.
Ich bin grade mit vielem Überfordert.
Jammert man, wird mir aber nicht geglaubt, sagt man nichts mehr und es „passiert“ etwas, kommt dann: " Ja, warum hat er denn nichts gesagt!"
Nee, lustig ist wss anderes.

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