Gewöhnungseffekt bei Elvanse, alternative Medikamentation ??

Hallo zusammen, und schöne Grüsse aus dem Münsterland!

Ich stelle mich gleich mit einer Frage vor, ich hoffe das ist ok :slight_smile:

Ich bin 44 Jahre alt, komme aus dem Münsterland, und habe meine ADHS Diagnose nach langer Odyssee mit 40 Jahren erhalten. Ich bin dann in die Klinik Lüneburger Heide zum einstellen, zunächst mit Ritalin/Medikenet, mit nicht ausreichendem Erfolg, bzw. ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt. Danach Elvanse 30mg → 70mg, das war der Hammer, ich wusste nach 20 Minuten warum Menschen Bock auf leben haben, ich habe vor Ruhe und Klarheit in meinem Kopf vor Freude geheult!

Leider hielt das ganze nur ca. 3 Wochen, dann war ein kompletter Wirkverlust eingetreten. Eine Dosissteigerung auf 140mg (testweise) brachte die Wirkung auch nicht zurück… Lediglich eine Abstinenz von 2-3 Wochen führt dazu das ich 1-2 Tage einen durchaus durchschlagenden Erfolg wahrnehme, dann aber nur für ca. 3 Stunden…

Mittlerweile bin ich total verzweifelt… Ich bin gerade erneut stationär, und auf 450mg Bupropion eingestellt, mit mäßigem Erfolg.

Meine Frage an Euch liebe Weggefährten ist, ob jemand ähnliche Erfahrungen sammeln musste, und Optimalerweise ein weiteres Vorgehen empfehlen kann.

Ich mache gerade eine DBT Theraphie, bislang mit mäßigem Erfolg ( 6 Wochen dabei).

Freue mich Riesig auf Erfahrungen von Euch!

Liebe Grüsse Franz-Josef

Hallo Jupp,

erst einmal herzlich Willkommen im Forum.

Zu deiner Frage:
Was verstehst du unter „komplettem Wirkverlust“ ? Hattest du überhaupt keine Wirkung mehr (und das Umfeld hat es genauso empfunden) oder war es einfach nur anders?

Wenn man die richtige Dosierung gefunden hat, dann spürt man die Wirkung nicht sehr deutlich, aber man merkt an den eigenen Handlungen, der verbesserten Konzentration etc., dass durchaus eine Wirkung vorhanden ist.

Komm erst mal gut an und fühl dich wohl bei uns. Wenn du Fragen hast, immer gern raus damit :slight_smile:

Lg, Daydreamer

Danke Daydreamer!

Mit komplett meine ich komplett… also genau so als wenn ich nichts genommen habe. Bei mir war die Wirkung schon heftig, habe noch nie eine solche Ruhe ind Entspannung erleben dürfen. Alles war klar im Kopf!

VG Franz-Josef

Hallo Franz-Josef,

willkommen…
Spannende Sache, was Du da berichtest.
Aber komplett und absolut untypisch bei AD(H)S.

Ich habe schon von Leuten gehört, die ihr MPH oder AMP binnen Minuten verstoffwechseln, so dass die Wirkung keine Stunde anhielt, selbst bei mehreren hundert Milligramm an Einzeldosen.
Das ist ziemlich selten, gibt es aber. Bei denen ist das dann aber von Anfang an so. Also andere Baustelle.

Könntest Du mir bitte mal einen genaueren Bericht machen, wie Dein Werdegang war ?
Ich meine eine stichwortartige Chronologie: was für Diagnosen hattest Du früher (aufgrund welcher Symptome), wann bekamst Du die AD(H)S-Diagnose, wie wurde die ermittelt, wie wurdest Du eindosiert ?
Bitte möglichst tabellarisch, immer Datum vornedran und dahinter in Stichworten, was ist passiert.
Hast Du mal den Symptomtest auf ADxS.org gemacht ? Falls ja, würde mir Deine ID helfen, die im Testergebnis rot groß obendrüber steht. Dann könnte ich da mal reinschauen. Gerne auch als PN wenn Dir das hier im Forum zu öffentlich ist.

Ich habe eine Hypothese, möchte die aber im Moment noch nicht sagen, damit sie nicht Deinen Bericht beeinflusst.

Viele Grüße

UlBre

Hallo UiBre,

ich habe den Test gerade gemacht, meine ID lautet: 299.

Hier noch ein wenig zu meiner Person:
Grundschule
Realschule
Lehre als Elektriker
Fachabi
Studium an einer FH mit Abschluss al Dipl.-Ing.
11 Jahre Forschung und Entwicklung in einem Maschinenbau unternehmen (Burn Out)
2 Jahre Leiter der Elektrotechnik in einem Kohlekraftwerk
5 Jahre Leiter der Energiewirtschaft in einem grossen Unternehmen
Jetzt: Sabbath Jahr, bzw. Krankgeschrieben, geht gar nichts mehr…

Zur Krankheitsgeschichte:
Echte lang andauernde Probleme traten kurz nach antritt ins Arbeitsleben auf ( da war ich ca 27)
Das wurde nie besser, aber ich habe eisern durchgehalten, aus Angst das bei Stillstand alles zusammenbricht… was jetzt auch passiert ist.
ab 27 bis 40 ambulante Verhaltenstheraphie, mit zeitweise grösseren pausen
mit 39 1ter Klinik Aufenthalt wegen Depressionen, Burn Out.
Mit 40 durch Zufall ADHS Diagnose
Klinik Lüneburger Heide zum einstellen (Elvanse)
3 weitere Kliniken, aktuell wieder stationär, DBT Theraphie

Medikamente:
Zuerst diverse SSRI Präparate → keine Wirkung
Venaflaxin 225mg → geringe Wirkung ca. 8 Jahre genommen
Ritalin/Medikenet → geringe Wirkung, Gewöhnung
Elvanse → absolut gute Wirkung, wie ein neues Leben, allerdings Gewöhnung nach ca. 3 Wochen, höhere Dosen halfen nicht,
Wirkung setzt wieder nach längerer Abstinenz ein, dann aber Zeitlich deutlich verkürzt.
Bupropion 450mv → spürbare Wirkung, allerdings ehr in Richtung absoluter Anspannung, fühle mich immer noch als Beifahrer im Leben,
nehme alles ehr als Film war, es sei denn Elvanse wirkt, dann bin ich komplett bei mir.
Drogen → nope
Alkohol → reichlich zur Regulation, im Studium konnte ich nach 2 Bier deutlich besser lernen… Konsum komplett eingestellt, da
ich nicht mehr wollte mich selber geekelt habe.

So das wars erstmal :slight_smile: Hoffe das war genug Info :slight_smile:

Hast du schon mal Attentin probiert, als quasi Elvanse ohne Retardierung ?

Nein Attentin hatte ich noch nicht,
ich starte morgen mit Strattera, dafür wird das Bupropion auf 300 reduziert.

Ich hatte bei der Medikamentation noch Benzos vergessen… Habe mich daran auch gewöhnt, keine gute Wirkung mehr, die Wirkung war aber ehr anregend, hatte Motivation, wurde Ruhiger und Zielgerichteter, Druck und Angst waren deutlich weniger, also das unangenehme Engegefühl, konnte frei atmen… habe die ca 1 Jahr genommen, nacher auch bei grösseren Dosen keine spürbare Wirkung mehr…

Danke Dir.
Könntest Du bitte noch detailliert beschreiben, welche Dosen Elvanse Du genommen hast ?
Also tageweise die Aufdosierung und die jeweilige Wirkung ? Ich weiss, ist schwer, aber so in etwa ?

Hallo und herzlich willkommen,

Martin Winkler sagt, wenn so hohe Dosen gebraucht werden und die Wirkdauer so kurz ist, dann liege da mehr vor als ADHS. Ob seine Theorien so stimmen, keine Ahnung, da bräuchte es mal richtige Studien.

Jedenfalls wie kommt es denn dass du innerhalb von 3 Wochen Elvanse schon auf 70 mg warst??

Und ich schließe mich Ulbre an, in dem Fall besser statt Retardmedis unretardierte Stimulanzien (MPH Generikum oder Attentin) probieren! Da ist Gewöhnung seltener als mit Kapseln.

Hallo zusammen, Danke für Eure Hilfe!

Was Elvanse angeht, und die Aufdosierung, kann ich das nur noch waage sagen, ich meine ich hätte eine Woche 30mg und dann 70mg bekommen, das weis ich aber nicht mehr genau… Herr Dr. Winkler hatte mir was ähnliches mitgeteilt, und da ist mit Sicherheit noch ein wenig mehr im Spiel… aber das ist für mich noch nicht ganz so erklärlich, das Elvanse dann erst so wahnsinnig gut funktioniert, und dann gar nicht mehr… Im Moment liege ich quasi nur noch flach, an arbeiten, oder am Leben teilnehmen, ist nicht zu denken, und am schlimmsten ist, das ich nichts mehr spüre, weder Partner, noch Tochter… Gerade was meine Tochter angeht, war Elvanse als es gewirkt hat, echt der Hammer, ich konnte Sie wirklich sehr nah spüren, Vater sein, und vor allem dabei sein, und nicht Beifahrer… Ich verzweifle zusehends… jeder Tag ist nur aushalten… das ist wie ein Alptraum, der nicht aufhört.

Zur Info, ich soll jetzt laut Klinik Strattera ausprobieren, dafür Bupoprion auf 300mg reduzieren… Mal schauen, ich erwarte erst mal nix :slight_smile:, da wird mann nicht entäuscht :slight_smile:

Bei mir war es ja ähnlich - wenn auch nicht so extrem. Daher hier mal meine Erfahrungen / Vermutungen, vielleicht hilft es ja weiter oder ist eine kleine Anregung:

Ich hatte vor 15 Jahren auch einen Burnout - und vor 2-3 Jahren wieder, da ich mich nie wirklich davon erholt hatte.
Ich wurde deutlich langsamer eindosiert als Du, trotzdem war es noch zu schnell - ich fühlte mich mit Medikamenten deutlich adhssiger als vorher.
Ich habe die Vermutung (<- unwissenschaftliche Einzelmeinung :smiley: ) dass jahrelanger chronischen Stress ähnliche Symptome hervorrufen kann wie ADHS.
Meist liegt dann beides vor: Stress UND ADHS. Nur dass man das nicht auseinanderhalten kann.
Es könnte also sein, dass die Medikation Deine ADHS-Symptome lindert, aber die Stresssymptome verstärkt.
Also wirkt das Medikament schon, aber Du hast nichts davon. Hinzu kommen dann Frust und Depressionen, der Teufelskreis der nicht enden will.

Ich hatte es jetzt so gemacht, dass ich mich aus dem Arbeitsleben zunächst zurückgezogen hatte - meinen „Resturlaub“ nach 20 Jahren Freiberuflichkeit genommen - und dann
zum einen meinen Stress gezielt reduziert hatte und
zum anderen in winzigen Schrittchen, 3-5 Gramm-weise, Elvanse eingeschlichen habe, um den dadurch verursachten Stress möglichst gering zu halten.
Momentan funktioniert es ganz gut. Allerdings merke ich nach wie vor bei jeder geringen zusätzlichen Stressbelastung, wie gar nichts mehr geht. Ich denke, ich habe da an der Stressfront noch einiges an Arbeit vor mir.

Diese Ruhe nach der Ersteinnahme, das ist wohl recht normal, dass die nach einer gewissen Zeit vorbeigeht. Bei mir sind es tatsächlich auch winzige Änderungen in vielen kleinen Bereichen, die in ihrer Gesamtheit dann eine Entlastung darstellen.

In jedem Fall wünsche ich Dir kompetente Unterstützung und dass Du dahinterkommst, was Dir tatsächlich fehlt!

und wenn du dann dies auch noch mit Verstand erfasst ist das doppelt übel :shock:
wie alt ist denn deine Tochter?

Vielleicht können wir ja hier aller ADHS-Manier Ideen sammeln wo du trotzdem was für sie tun kannst?

Wie sieht es aus mit einem kleinen Büchlein wo du jeden Tag die positiven Dinge/Fortschritte von ihr einträgst .
und dann wenn du sie wieder spüren kannst und es siehst , dann kannst du alles aus der Erinnerung nachholen wenn du es mit ihr gemeinsam liest :wink:

Ich finde Deine ganze Schilderung und Haltung so respekteinflößend…, wie lange Du gekämpft hast und wie smart und gezielt Du Dich jetzt um das Wiederaufstehen und -auftanken kümmerst.

Ich bin sicher, Deine Tochter hat diesen Respekt auch, mindestens. Insofern ist es sehr wahrscheinlich, dass das für Dich gerade viel schlimmer ist als für sie. Das sage ich aus sehr intensiver eigener Tochter-Erfahrung heraus. Die Phasen des Reparierens waren damals nie ein Problem, selbst verstolpert und 3 Schritte vor und 5 zurück nicht. Auch und gerade auf die Weise kann man ein elterliches Vorbild in Selbstakzeptanz sein.

So ein erstes Aufblühen nach der ersten Medikation scheint mir auch gar nicht so selten. Ich hatte vor der Diagnose auch ein Überbrückungsmedikament, das schon so ein bisschen wie ein kurzer Schauer in der Wüste war. Hatte meine Ärztin nicht verwundert. Und bei mir kam noch nicht mal dieser Wechselwirkungsmarathon mit anderen Medis und Diagnosen dazu, der es ja nochmal etwas komplexer machen kann am Start.

Es kann ja ein hilfreiches Indiz sein für Deine Ärzte oder so manchen Forumsdetektiv. Aber der Verlauf scheint mir nicht so ungewöhnlich, dass es eine Zusatzursache von Stress sein sollte. So ähnlich scheint mir das hier bei vielen von uns (mich eingeschlossen) mit diesem nagenden „Warum ging es denn bloß so lange irgendwie und jetzt geht es nicht mehr… Und wird es jemals wieder gehen …“. Das kostet unnötig Kraft und ist Zusatz-Stress.

Wenn man es mit einem stotternden Motor und einem kleinen Leck im Tank durch große Mühen und teilweise auf dem Seitenstreifen und mit Verdünnen des Zeugs im Reservetank noch bis zur Tankstelle mit angeschlossener Werkstatt geschafft hat… dann fragt man sich doch auch nicht, wie es sein kann, dass die letzten Meter noch gingen. Klopf Dir (und dem Auto) auf die Schulter, wie genial Du gefahren bist, dass Du nicht unterwegs liegengeblieben bist, sondern durchgehalten hast. Das machen viele andere Eltern nicht und nur das ist dann wirklich schwer zu vergeben.

Der Rest klärt sich in der Werkstatt, ganz sicher. Und vielleicht sind es genau die Fähigkeiten, die Du Dir jetzt bei den Mechanikern abschauen kannst, mit denen Du eines Tages Deiner Tochter helfen kannst.

Meine Tochter ist 6 Jahre,
und ja, das sich darüber bewusst sein, lässt einen doppelt verzweifeln… Probleme habe ich erst mit Start in das Berufsleben bekommen, also als Dipl.-Ing., Großraumbüro, 60 Dipl.-Ing.e , also jede Menge Möglichkeiten sich zu vergleichen… Selbstvorwürfe, weil man nicht 8 Stunden sitzen kann, sondern andauernd, im Netz surfen muss, rumlaufen muss, etc… Obwohl ich wohl einen richtig guten Job gemacht haben muss, war mir das nie bewusst, ehr im gegenteil…

Aufgewachsen bin ich auf einem kleinen Bauernhof, mit recht klaren und wenigen Regeln, und vor allem viel Selbstbestimmung sowie Freiheiten, ich glaube das die Tiere auch einen positiven Einfluss hatten, und das alles nicht so ernst genommen wurde, viel wurde relativiert, passt scho! Das hat geholfen, kriege ich aber nicht mehr hin… Zuviele Variablen, zuviele Konstanten der Verantwortung, bin umgefallen, und nach einem Jahr (Sabbath Jahr), ist alles irgendwie noch aussichtsloser… keine Bestätigung und Abwechslung im Job mehr, und extrem militante, dominierende, erdrückende , laute „Stille“, die Ruhe bringt mich um den Verstand, ich weiss aber nicht wie ich meine wilden Pferde wieder eingespannt bekomme, damit Sie in eine Richtung ziehen… momentan zerreißen Sie mich innerlich. Und das seit Monaten, es gibt keinen „Aus“ SChalter, kein entrinnen, und immer weniger Hoffnung, ein gelebter Alptraum. ICh wünsche mir einfach das Ruhe ist, ich morgens einfach nciht mehr aufwache, ich raus komme aus dem Geistigen Knast, und der Folter… Ich kann nichts mehr richtig Wahrnehmen, alles überdeckt überschneidet sich, Zukunft, Gegenwart, Vergangenheit, geben sich in ms die Klinke in die Hand, und bilden ein enges kämmerlein, in dem mann gefangen ist. Alles ist eins, nicht mehr zu differenzieren, übermächtig, erschlagend. Und mann bekommt alles mit, weiss was schief läuft, kann sich aber nciht entscheiden das Ruhe herrscht, nur einehmende Beschäftigung, schaft eine kurze Unterbrechung, sobald man wieder steht, ist alles beim alten…

Mein Körper spielt verrückt, und ich ersticke an Gedanken und Versuchen eben diese nicht zu haben… Junge, denk nicht soviel nach!!! Das wäre die Lösung, pragmatisch von meiner Mutter formuliert, so simpel, so unerreichbar, so ein wunderschöner Traum…

Neid auf das Umfeld, unverständnis das andere nicht sehen was vermeindlich klar ist, unterschwellige Agression aufgrund des permanenten aushaltens und dagegenhalten,sich dessen bewusst sein, und es nicht zulassen wollen, nicht verbittern, koste es was es wolle… funktionieren, Ohnmacht, Rückzug, allein unter Gesellschaft… Schwarz, nein schlimmer, transparent sieht man, es gibt keine Farben, keine Zustände mehr… Das Gefühl durchzudrehen, und sich selber dabei zu beobachten, als Zuschauer… , nicht glauben, das es kein schlechter Traum ist, sondern gelebte „Realität“…

Das wars erst mal an Worten, sorry… musste irgendwie raus, vielleicht kennt das ja jemand…

Ehrlich gesagt habe ich gar keine andere Wahl, nichts geht mehr… zu lange mit Workarrounds gearbeitet und ausgehlten, die Welle des aushaltens geritten, dominiert von der Angst still zu stehen, nicht zu funktionieren. Jetzt ist „Over and Out“ angesagt… Keine Ahnung ob es ne Lösung gibt… Hab schon einiges probiert, von Marathon, zur Abstinenz von allem, umziehen, Jobwechsel, Partnerwechsel, Kontaktsperre mit dem Elternhaus, also selbst auferlegt, Meditation, Thai Chi, Joga, Simplyfi your Live, dauerarbeit, Holzhaken… massiv Beischlaforientiert, nix ist nachhaltig…

Over ist ok. Out gibt es hier bei uns im Club nicht…

Fun fact konstruktiv herzlich gemeinten Klugscheißens, wirklich wahr:
[i]Over“ means „I have finished my transmission and expect a reply from you.“ „Out“ means I have finished my transmission and expect no reply from you. I am leaving the net."

The mutual exclusivity of the definitions causes experienced radio operators to grind their teeth when they hear, „Over and Out“.[/i]
<LINK_TEXT text=„https://www.phrases.org.uk/bulletin_boa … s/536.html“>https://www.phrases.org.uk/bulletin_board/60/messages/536.html</LINK_TEXT>

Also alles Roger, Auszeit und Time out sind auch ok. Aber out eben … nicht. „Leaving the net“ wäre doch schade, wenn die nächste Stellschraube schon die richtige sein kann.

Hut ab vor Deinem Werkzeugkoffer. 4 der Tools habe ich auch schon probiert, 3 andere hatte ich eigentlich noch hoffnungsvoll auf der To-do-Liste vor mir her prokrastiniert.

Klingt für mich ein bisschen wie „Läuse und Flöhe“ iSv ADxS und hochbegabt / twice exceptional. Ja, ist eine Herausforderung. Hat sich der große Flohzirkusdirektor sicher was bei gedacht, denke ich (meistens).

Ich freue mich jedenfalls sehr auf Deine nächsten Beiträge. Du hast dem Forum eine Menge zu geben.

Over. Nicht out. Hier nicht.
(Und sollte Dein Nickname einem Jupiter Jones-Text nachempfunden sein… wobei ich hoffe, dass das reiner Zufall ist: Nein, Angst vor dem Versagen bleibt nicht als einziges Gefühl. Da kommen auch wieder andere. Safe. Der ehem. Sänger kann da … ein Lied von singen. Auf das Leben.)


Ich denke, das kennen wir alle in der einen oder anderen Form.

Du sitzt jetzt ganz tief im Loch. Bei Leuten wie uns bedeutet das gerne mal, dass sich da auf ein ADHS Depressionen, Burnout und Ängste stapeln, die Stück für Stück und Scheibchen für Scheibchen abgetragen werden müssen. Der Weg zurück in das alte Leben wird vermutlich versperrt sein - aber aus Dir selbst heraus wird eine neue, für Dich deutlich besser lebbare Alternative entstehen, die aber dann im Einklang mit Deinem Naturell ist.
Du weißt ja jetzt worum es geht, damit ist der erste große Schritt schon getan.

Mir fiel spontan ein Gedicht von Schiller ein, das die von Dir so drastisch geschilderte Phase wie ich finde gut wiederspiegelt:
<LINK_TEXT text=„http://www.zeno.org/Literatur/M/Schille … s+im+Joche“>Schiller, Friedrich, Gedichte, Gedichte (1789-1805), Pegasus im Joche - Zeno.org</LINK_TEXT>

Was Dein Töchterchen betrifft - wenn sie momentan in guten Händen ist, und spürt, dass Du sie liebst und es nicht an ihr liegt (und auch nicht an Dir), dass es Dir schlecht geht, dann wird sie das unbeschadet überstehen. Meine Kinder sind ja jetzt groß - und waren schon deutlich älter, als ich meine Diagnose erhielt.
Trotzdem kommen sie gut zurecht, weil sie genauso froh und erleichtert waren wie ich, als sie die Diagnose bzw. die Erklärungen für unsere „Schieflage“ - mein Mann hat ADS, wir waren ziemlich „dysfunktional“ - bekamen.
Wenn man sich doch fast 20 Jahre an die Wand wirtschaftet, dann braucht das Zeit, sich neu einzustellen. Du solltest Dir selbst das wert sein, Dir diese Zeit zu geben!

Hallo Hibbelanna,
Danke für die lieben Worte, das hat gut getan… und ja da hast Du recht, es wird und muss sich was ändern, der Raubbau geht halt nicht mehr… und das ist auch gut so. Ich hoffe sehr das auch ich so stark und flexibel genug bin, das von Dir geschilderte umzusezten… Was meine Tochter angeht, hat Sie mit einer sehr liebevollen starken Mutter einen guten halt, und ich hoffe das Sie gut auf die Beine kommt. Was mich halt total runterzieht, ist das ich sie einfach nicht spüren kann, das aber sehr wohl funktioniert, wenn ich nach einer längeren Pause auch nur eine geringe Menge Elvanse zu mir nehme, dann spüre ich Sie, und mich, und uns als Familie. Ich bin einfach sauer das ich dieses wunderbare Gefühl des miteinander erlebens so weit weg ist…
Sie ist jetzt 6, und ich habe das Gefühl, ich war nicht dabei, das macht mich halt sehr traurig… mal mehr und mal weniger.