Hat mein Psychotherapeut Fehler gemacht?

So eine hakelige Perspektivübernahme durch Neurodivergenz ist schon Kacke… wenn man es nicht weiß.

Ja es gibt Menschen ab einem gewissen Spektrum dieser Ausprägungen, denen möchte man jetzt nicht näher begegnen.

Ich mache den jetzt aber mal lieber nicht, ein paar böse Gedanken kommen mir täglich doch schon mal in den Kopf.

Gedanken sind keine Taten.

böse ist ja auch nicht mit bösartig gleichzusetzen. Ich glaube nicht an den personifizierten Teufel. Aber an Menschen die so wenig nach meinen Moralvorstellungen handeln, dass ich sie als bösartig erlebe und ich habe schon sehr bösartige Individuen in helfenden Berufen erlebt und zwar wirklich nicht aus Überforderung sondern aus sadistischer Freude am quälen anderer.

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Da hast du recht​:blush:

Geht es nicht immer um die eigene Perspektive und wie viel Toleranz an einer anderen Art der Moralvorstellung man tolerieren kann? Ich meine der psychopathische sadist der Menschen quält, würdest du doch bestimmt als bösartig beschreiben, oder? Der sadistische Psychopath sich und andere mit ähnlicher Ausprägung aber wahrscheinlich nicht. Seine Vorstellung von Moral unterscheidet sich einfach deutlich von deiner und die Moral macht ja der jeweilige Mensch aus sich und aus dem Umfeld seiner Gesellschaft, Kultur etc heraus.

Natürlich bestimmt von den Gefühlen die aus der Vorstellung der Handlung dann entstehen oder den Konsequenzen die ich fürchten muss.

Also ich mache etwas nicht weil ich mich zum Beispiel schäme oder weil ich Strafe erwarte.

Wenn ich mich aber schäme, mache ich es aus mir heraus nicht. Wenn ich Strafe erwarte, finde ich es an sich eventuell voll ok tue es nur nicht, weil ich auffliegen könnte und dann bestraft werde.

und anders Dumm muss nicht immer bösartig sein. Merz ist für mich aber beides.

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Wo er das nur her hat mit dem nicht in die Augen schauen können. Man weiß es nicht.

Du hast das echt gut beschrieben, das bringt es ziemlich auf den Punkt.

Aus meiner nicht betroffenen Distanz würde ich ihn als eine Art Naturkatastrophe bezeichnen, die unglaubliches Leid verursachen kann und vor dem Menschen geschützt werden sollten.

Dieses Wort „böse“ impliziert für mich Wut und eine stille Hoffnung, dass der Mensch irgendwann verstehen könnte, dass er böse ist, wenn man es ihm nur deutlich genug macht. Und das funktioniert vielleicht sogar ein bisschen, ist ja auch immernoch ein gern genutzter (wenn auch ziemlich trauriger) Baustein der Erziehung.

Bei mir bewirkt es eher das Gegenteil, ich werde dann kalt, blockiere und bin erst recht nicht so, wie mich jemand gern hätte. Es gibt für mich wirklich kaum etwas schlimmeres, als für böse gehalten zu werden. Und ich merke, dass es eine ganz ähnliche Wirkung hat, wenn ich andere für böse halte. Dann füge ich mir selbst leid zu, ohne damit irgendetwas zu bewirken - also doch, ich schütze mich (wenn die anderen böse sind, kann ich nicht der Fehler sein) und stoße sie von mir weg, was aber selten meine Absicht ist (also am Beispiel Mutter hätte ich mir eher gewünscht, dass sie mir näher ist).

Vielleicht ist meine Wut-/Hass-Reaktion, sobald ich etwas als „böse“ bewerte auch sehr persönlich, das weiß ich gar nicht :thinking: Denkbar ist natürlich auch, böse als ganz neutrales Label zu verwenden - als Synonym für "moralisch-anders-urteilend":roll_eyes:… Nee… funktioniert bei mir nicht :sweat_smile:

Meine theoretische Überzeugung niemanden für böse zu halten, weil es weder mir, noch sonst irgendwem hilft, scheitert selbstverständlich grandios an der Realität, weil sich Gefühle nicht so leicht überzeugen lassen… Naja, mal so mal so, wird besser würde ich sagen, je nach Regulationsstatus des Nervensystems

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:dagger: :parrot: :hook: :pirate_flag:
Yarrr! Im vergleich zu mir seid ihr doch nur kleine Entlein, die im Teich plantschen. Ich dagegen Versenke ganze Schiffe nur zum Spaß! Yarrr!

Gut, ich gestehe ohne Haken, Dolch und Flagge bin ich auch nur ein Entlein aber Böse kann ich schon auch sein aber eigentlich will ich das ja gar nicht. Ich mag Enten. :+1:

Enten können abstrakt denken, sogar schon die Küken.

Ich denke der Unterschied zu meinem bösartig und deinem Böse ist der, dass du Böse als etwas eigenständiges festes hinstellst, also tatsächlich wie so ne Art Dämon man hat ihn in sich und wird ihn auch nicht mehr los oder hat ihn eben nicht in sich und ich glaube daher auch eventuell dein Problem damit und die Angst selbst als Böse bezeichnet zu werden. Aber wer möchte das schon?

Für mich ist bösartig aber nichts was in einen fährt und was man ist, sondern es isr immer eine eigene Bewertung mit dabei was man als moralisch falsches handeln bewertet und wenn ein Mensch zu viele dieser Bewertungen bekommt ist er bösartig aber natürlich als Bewertung was der Bewertende aus seiner Wahrnehmung heraus für gutes und schlechtes Handeln hält.

Allerdings glaube ich diese Bewertung als personifiziertes Böse passiert aus folgendem Grund

Zum Beispiel würde ich aus meinem empfinden jemanden der die Todesstrafe vollstreckt irgendwie als Böse bewerten, weil ich das für mich überhaupt nicht einordnen kann, wie ein Mensch tatsächlich bereit sein kann, so einen job annehmen zu können wo er gezielt einen Menschen in einem bestimmten Moment tötet. Einige Texaner würden mir bei meiner Bewertung aber wohl überhaupt nicht zustimmen.

Und ich glaube hier ist der Unterschied zwischen Böse und das was ich als bösartig bewerte, denn das empfinden der ist Böse passiert, wenn man den Menschen nur in einer seiner Rollen sieht und nur die Informationen über diese Person besitzt und noch dazu die geprägten Moralvorstellungen so gar nicht in Einklang mit der Handlung bringen kann. Dann wird es zum personifizierten Bösen.

Wenn ich jetzt allerdings erfahre der Vollstrecker ist auch Familienvater und geht Sonntags gerne mit seinen Kindern Eis essen etc. Dann ist mir dieser Mensch gleich menschlicher. Aber er ist mir deswegen echt nicht viel Sympathischer, das wiegt es nämlich nicht auf. Ich würde ihn trotzdem noch als bösartig irgendwie bewerten aber den Dämon hätte er verloren.

Bösartig ist somit also, anders als Böse, nichts festes, sondern es ist flexibel und auch irgendwie ein Spektrum, was weniger werden kann, oder natürlich auch mehr.

Den Henker braucht es, weil die Bösartigen wollen, dass man ihn braucht. Einer muss den Job machen, den all die anderen wollen. Und in Texas sitzen sie sogar live dabei, spielen Vater, Mutter, Kind zuhause, nebenbei. Wird keiner dazu gezwungen.

Über den Unterschied von böse und bösartig hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das richtig verstehe: Böse beschreibt die Wesensart eines Menschen „du bist böse“ und bösartig eine spezielle Eigenschaft „Ich finde dein Verhalten/ deine Einstellung bösartig“?

Ich hätte jetzt gesagt, dass mein „böse=bösartig“ bedeutet, jemanden für sein Denken/Verhalten abzuwerten. Es hängt also in jedem Fall von meiner Bewertung ab, kann also nichts Feststehendes sein. Ich stelle für mich ja eher komplett in Frage, ob es etwas Böses / Bösartiges geben kann, weil ich nicht an richtig/falsch, gut/schlecht glaube sondern nur an anders - in der Theorie (!).

Der Unterschied wäre statt: „Ich finde es falsch, schlecht, wie du denkst“ zu sagen:„Es entspricht nicht meinen Werten/ macht mir Gefühle, die ich nicht haben will“. Das zweite ist neutral wie zu sagen, mir schmeckt Vanilleeis besser als Schoko, deswegen esse ich es immer - was das Schokoeis aber nicht böse/ verbannenswert macht.

Ob Werte neutral sind, ist total individuell. Schon bei der Geschmacksfrage finde ich es interessant, dass man oft nicht neutral ist, sondern z.B. den einen Musikgeschmack besser als den anderen empfindet und sich damit auf-/ oder abwertet.

Ich habe für mich herausgefunden, dass es mir besser geht, je weniger ich Dinge negativ / positiv bewerte und es deshalb eine schöne Aufgabe für mich ist, mehr Richtung Akzeptanz zu gehen - Es ist eben so. Schokoeis einfach nicht essen, mich im besten Fall dafür freuen, dass andere es mögen und nicht mit ihnen diskutieren, welches das bessere ist.

Eine klare richtig/falsch Bewertung könnte aus verschiedensten Gründen aber auch der nützlichere Weg sein - Merkt man wahrscheinlich wie beim Eis, was sich wann besser anfühlt

Macht mich übrigens traurig, dass du dich selbst für Böse oder Bösartig oder was auch immer hälst. Ich kenne Böse/ Bösartige Menschen die sind ganz anders, die will man nicht kennenlernen.

Ihr zwei schreibt soviel für mich merkwürdiges Zeug da komme ich nicht mehr hinterher das zu verstehen auch wenn ich Interessiert, vielleicht auch etwas Emotional befangen mitlese.

Ein Mensch besteht aus mehr als nur einer Persönlichkeitseigenschaft und eine Eigenschaft macht nicht das Wesen eines ganzen Menschen aus. Außer bei Menschen die tatsächlich durch und durch Bööööössseeeee sind… ich glaub ab da wird es dann aber wirklich pathologisch. Das wird sich auch nicht Therapieren lassen oder sonst was.

Hä? Ich halte mich kein bisschen für böse. Ich find mich ziemlich gut genug, so wie ich bin :slightly_smiling_face:

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Dann habe ich dich wohl falsch verstanden.