Hausarzt weigert sich Rezept für Methylphenidat auszustellen

Hallo,

ich stehe leider vor einem Problem. Mein Hausarzt weigert sich, mir ein Rezept auszustellen. Meine aktuellen Medikamente reichen nur noch bis morgen und danach habe ich erstmal gar nichts mehr. Ich habe erst gestern auf 30mg dosiert (zuvor waren es 20mg) und ich würde nun gerne diesen Rhythmus einhalten, damit sich mein Körper an die 30mg gewöhnen kann.
Meinem Hausarzt liegen streng genommen sämtliche Berichte aus meiner Kindheit vor. Dort sind alle meine gesicherten ADHS-Diagnosen aufzufinden, sowie die empfohlene Maßnahme bzw. die Verordnung, dass ich eine medikamentöse Behandlung mit Methylphenidat einschlagen soll. Ich werde jedoch bereits bei den Sekretären meines Arztes abgewimmelt. Ich rief heute an und erklärte meine Situation. Sie machten sich noch nicht einmal die Mühe, es zu überprüfen, sondern sagten mir sofort, dass sie ohne etwaige Berichte nichts ausstellen dürfen – dabei haben sie sämtliche Berichte aus meiner Kindheit, die alles bestätigen.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich tun soll. Ich habe Angst, dass nun alles den Bach runtergeht. Denn momentan geht es mir echt gut mit Methylphenidat und ich bin endlich dazu in der Lage, mich zu konzentrieren. Außerdem kam es bisher zu keinen Komplikationen und ich habe Angst, dass bei erneuerter Medikamenteneinnahme nach einer Unterbrechung, es zu Komplikationen kommen könnte.
Ich verstehe einfach nicht, warum sich mein Arzt so quer stellt. Meine Alternative wäre mein ärztlicher Psychotherapeut, der mir auch das erste Rezept verschrieben hat. Allerdings ist seine Praxis etwas weit weg von mir. Ich erzählte ihm von meiner aktuellen Situation und er verschrieb mir nun ein neues Rezept, was er mir per Post zukommen lassen würde. Dies würde zwar bedeuten, dass ich bald wieder Medikamente habe, aber es sehr wahrscheinlich darauf hinausläuft, dass ich ab übermorgen vorerst keine Medikamente mehr haben werde.

Meine Mutter hat (aus unerklärlichen Gründen) eine Packung Medikinet 20mg zuhause. Dabei handelt es sich um ein retardiertes Präparat (mein aktuelles Medikament ist auch eine retardierte Version). Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob ich es einfach einnehmen kann. Ich habe Angst vor Komplikationen und es sind nur 20mg, anstatt 30mg. Außerdem ist diese Packung wohl einige Jahre alt. Umso mehr bin ich verunsichert, ob ich Medikinet einnehmen soll. Derzeit habe ich AL Methylphenidat 10mg (wovon ich jeden Morgen drei Kapseln einnehme) und ich bin mehr als nur zufrieden damit.

Atme mal tief durch. Du wirst die Situation so wie sie ist akzeptieren müssen.

  1. Durch Aussetzen kommt es nicht zu Komplikationen
  2. Dein bisheriger verordnender Arzt soll bitte einen aktuellen Arztbrief an deinen Hausarzt senden. Darin soll die aktuelle Medikation stehen. Für den Hausarzt wird wohl aktuell nicht ersichtlich sein was du aktuell nimmst, Berichte aus der Kindheit sind wohl uralt. Dann machst du einen Termin beim Hausarzt und besprichst die Vorgehensweise!
  3. Es sind wenige Tage „Unterbrechung“ bis du das neue Rezept hast.
  4. Wenn er das neue Rezept heute ausgestellt hat, sollte der Umschlag in 1-2 Tagen bei dir sein. Allerspätestens in 3 Tagen.
  5. Statt 3x10mg kannst du auch 2x10mg nehmen. Das Medikinet würde ich nicht nehmen, es hat einen anderen Wirkverlauf.
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Ich war bereits Ende 2023 bei meinem Hausarzt aufgrund der ganzen Situation. Ich erhielte eine Überweisung zum Psychiater und ich war auch im Januar 2024 beim Psychiater. Er wollte meine Laborwerte sehen, sowie auch mein EKG, bevor er mir Methylphenidat verordnet. Ich habe danach sofort Blut abnehmen lassen, sowie auch ein EKG gemacht, um die ganze Sache schnell hinter mir zu haben. Ich rief beim Psychiater an, da ich sämtliche Unterlagen nun vollständig hatte. Mir wurde mitgeteilt, dass ich erst am 09.04 einen Termin bekomme, damit er mir das Rezept verordnen/verschreiben kann. Das sah ich nicht ein, da ich Methylphenidat bereits zum damaligen Zeitpunkt brauchte. Meine Schullaufbahn war akut gefährdet. Seitdem ich Methylphenidat einnehme, funktioniert alles viel besser.
Also fragte ich einen ärztlichen Psychotherapeut, den ich kannte, ob er mir nicht helfen könnte. Er sah sich meine Laborwerte an, sowie auch das EKG. Er gab mir grünes Licht und verschrieb mir mein erstes Rezept.

Ich hoffe es. Ich bin ihm so oder so dankbar, dass er mir so sehr hilft.

Ich wollte mich eigentlich auf 30mg einstellen. Wenn ich plötzlich nur noch 20mg nehme, falle ich wieder aus dem Rhythmus raus. Ich könnte alternativ auch einfach die nächsten Tage nur noch 10mg nehmen. Allerdings wirken 10mg nicht so wirklich bei mir.
Ich lasse außerdem auch die Finger von Medikinet.

Ich hatte das Problem vor einigen Wochen auch mit meinen Hausarzt trotz wie vorher abgesprochen und zugesagt und vorliegenden Medikationsbericht vom Psychiater.

Im Rahmen der Gemeinschaftspraxis hat sich was geändert und ich falle nicht mehr unter „Notfall“ bei BTM.
Die Reglung besagt in Ausnahmefällen kann ein Arzt bei vorliegender Diagnose und bei Fachärztlicher Medikationsbegleitung ein BTM Rezept ausstellen. Die Betonung liegt auf „kann“.
Praxen können auf BTM Vergabe Rückwirkend überprüft werden und da will meine Praxis (mit vielen Ärzten) auf Nummer sicher gehen und ich bin da raus.

Hatte dann die Medikation anders eingeteilt bis ich das Rezept hatte.

Im Notfall kann man auch mal ohne , alleine der Druck und die Motivation dahinter und die kompensatorischen Fähigkeiten von Früher geben genug Dopamin frei :crazy_face:
Ist es zu riskant, kann man sich auch krankschreiben lassen .

Du bekommst doch zeitnah ein Rezept. von daher ist doch das Schlimmste „also kein Rezept“ schon mal abgewandt .

Im April ist schon der Termin beim Psychiater, du hast noch die andere Quelle.
Somit wird sich die medikamentöse Versorgung bei dir bald einpendeln.

Ich lebe auch noch … und wenn mich die Tips vom letzten Mal , wie „rechtzeitig kümmern“ „Vorrat haben“ sehr genervt haben und in dem Moment nicht hilfreich waren , so hoffe ich dass ich es nun hinbekommen dafür zu sorgen.

ADHS hat inklusiv , dass sich so eine Situation sehr dramatisch anfühlt und einen voll einnimmt.

Aus der Metaebene betrachtet war das rückblickend bei mir verschwendete Zeit und Energie .

Das Rezept ist unterwegs du hast alles wichtige richtig geregelt , mehr geht nicht.

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Hallo, deine Situation ist blöd und ich kenne mich zu wenig aus ,wie Hausärzte mit BTM agieren. Meine Idee wäre noch, einen Psychiater zu suxhen, der eine offene Sprechstunde anbietet. Zu der Zeit gehst du hin mit allen Unterlagen und Diagnosen und schilderst dein Problem. Ich denke, du brauchst, wenn ich es richtig verstanden habe, eh einen Psychiater in deiner Nähe. Vielleicht findest du ja einen bei dir ums Ecks

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