Hilfe bei Medikamentöse Einstellung beim Psychiater

Hallo zusammen,

vielleicht hat jemand hier eine Idee und könnte mir eventuell weiterhelfen.

In Kurzform um was es geht:

Ich bin 40jahre, komme aus Düsseldorf und bin vor 8 Monaten mit ADHS diagnostiziert worden und warte noch auf einen freien Platz für eine Autismus Diagnostik.

Bei mir wurden mehrere psychische Belastungen festgestellt wie z.B. Angststörung, Sozialphobie, mittelgradige Depressive Störung was sich meines Wissen aus der 39 Jahre undiagostizierten ADHS Symptome entwickelt hat.

Das Problem was ich habe ist, das ich innerhalb Düsseldorf und umliegend, keinen freien Platz finde für eine Medikamentöse Einstellung bei einem Psychiater für gesetzlich Versicherte. Ich bin auf etlichen Wartelisten seit teilweise Jahren schon aber niemand meldet sich und bei Nachfragen wird man nur vertröstet und man soll bitte von weiteren Nachfragen absehen…

Ich habe leider kein Auto, was mir die Suche noch zusätzlich erschwert.

Von Oktober - Dezember hatte ich eine medikamentöse Einstellung bei einer psychiatrischen Praxis aber mein Psychiater hat Ende Dezember dort aufgehört und es hieß man würde sich bei mir melden wie es weiter geht bzw. wer mich dort bei der Einstellung übernimmt. Da sich niemand meldete habe ich dort heute angerufen und mir wurde gesagt das keine freien Plätze da wären und ich soll’s im Februar nochmal versuchen…

Die medikamentöse Einstellung musste ich leider im Dezember auch abbrechen da ich heftige Nebenwirkungen hatte und kurz davor war ins Krankenhaus zu gehen. Als ich zu dem Zeitpunkt die Praxis versucht habe, telefonisch zu erreichen, meldete sich niemand und auch auf meine Email das es mir garnicht gut geht und ich nicht weiß ob ich die Tabletten weiter nehmen soll oder abbrechen soll, kam bis heute keine Antwort.

Ich verzweifle langsam wirklich weil man niergendwo ernst genommen wird. Auch die LVR Klinik lässt mich bis heute im Stich und alleine. Anfrage und Warteliste für eine zweit Meinung einer ADHS Diagnostik steh ich dort mittlerweile über 2,5 Jahre auf der Liste…. Anfrage für medikamentöse Einstellung bei ADHS seit 8 Monaten Warteliste und keine Antwort wann oder ob es stattfindet da sie UMSTRUKTURIEREN! Anfrage für Autismus Diagnostik die auf der Webseite angepriesen wird, erhält man nur absagen oder keine Antworten.

Auch Termine von psychiatrischen Praxen die ich wegen ADHS angeschrieben habe erhält man keine antworten bzw. Vorgespräche um dann gesagt bekommen zu hören das die Warteliste über 2 Jahre wäre.

Letztens hab ich mich gefreut das ich endlich bei jemand nach 1,5 Jahren einen wirklichen Termin und Platz habe und im Gespräch wird mir dann erzählt das wir ADHS mal außen vor lassen und uns lieber auf Verhaltensweisen konzentrieren…

Hat hier irgend jemand einen Tipp, eine Idee :light_bulb: wo ich mich noch melden kann um zeitnah einen Platz für eine Medikamentöse Einstellung bei ADHS zu erhalten für gesetzlich versicherte?

Mir geht langsam wirklich die Energie aus..:pensive_face:

Du Arme, das ist echt frustrierend :people_hugging:
Leider geht es viel zu vielen so wie dir…
Gib nicht auf und frag auf jeden Fall im Februar nochmal bei deiner alten Praxis nach,
am besten vielleicht besser persönlich vorbeigehen als anzurufen oder per E-Mail.
Hast du deinen Hausarzt gefragt?
Ich wünsche dir alles Gute! :four_leaf_clover:

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Hausärztin nimmt mich nicht ernst und ist eher genervt von mir wenn Sie mich sieht.

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Es gibt einige Hausärzte, die MPH verschreiben. Du brauchst aber einen Arztbrief von einem Psychiater, doch da fängt das Problem schon an. Es ist total schwierig, einen Termin bei einem Experten zu bekommen.

Eine Allgemeinmedizinerin erzählte mir mal, dass sie zwar Stimulanzien verschreibt, allerdings nur, wenn bereits zuvor eine längerfristige Behandlung mit MPH erfolgreich war.

Vorbehalte und Ängste sind nach wie vor sehr groß.

Vielleicht kannst du deine Hausärztin überzeugen?

Das Problem ist nur das ich erstmal die richtigen Tabletten brauch und die richtige Dosierung.

Ich war ja quasi erst in der Eindosierung die dann aber ziemlich nach hinten los ging.

Wiederum wurde mir beim Psychiater gesagt das die Eindosierung schwierig wird wenn ich vielleicht auch Autismus habe aber da die Wartezeit für eine Diagnostik über 3 Jahre dauert, weiß ich nicht genau wie das weiter gehen soll.

Es ist schrecklich. Ich versuche seit einem Jahr ohne Erfolg einen Psychiater/Neurologen mit Kassenzulassung zu finden-ohne Erfolg. Ich gehe als Selbstzahlerin in eine Privatpraxis, das ist finanziell echt hart, aber ich bin so dankbar dafür, dass ich diese Möglichkeit überhaupt habe.

:people_hugging::people_hugging:

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Wenn nicht sogar einige Kliniken ihr Angebot in diesem Bereich komplett einstellen werden.

Das ist alles sehr entmutigend :people_hugging:

Was ist eigentlich passiert bei der Einstellung?

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Hallo, berufsbedingt hatte ich vor kurzem Kontakt zu einem Hausarzt, der für meinen Probanden über 116117 ein Termin direkt online vereinbart hat. Er sagte, die Chancen auf eigene Faust einen Psychiater, zumindest bei uns im Kasseler Raum, zu finden, geht gegen 0. Du hättest vielleicht die Möglichkeit den Hausarzt zu wechseln oder eigenständig über 116117 online versuchen einen Temrin zu vereinbaren, natürlich mit dem Haken weiten Weg auf sich nehmen zu müssen. Mein Proband h Satz damit innerhalb von 4 Wochen einen Termin in Göttingen bekommen.

Alles Gute!

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Habe ich auch schon drüber nachgedacht aber bei über 1000€ Unterhalt den ich monatlich zahle bleibt nicht mehr viel über :pensive_face:

Was passiert ist?

Hmmm gute Frage, denke man hat zu schnell die Dosis zu hoch gepusht ohne wirklich mal Zeit zu geben.

Hab ja quasi jede Woche erhöht bekommen weil ich nichts gemerkt habe wobei ich teilweise auch nie wirklich weiß wie es sich anfühlen soll wenn die Tabletten wirken….

Man hört nur immer überall „wow, seit dem ich die Tabletten nehme ist alles so ruhig im Kopf usw.“

Aber ob es wirklich sooooo krass spürbar ist weiß ich nicht.

Auf jedenfall hatte ich immer das ich sehr zittrig war, sehr aufgekratzt als wenn ich ne Dampflok bin die mit 130% Gas gibt und ein Tag war es so extrem das Atemnot hinzu kam und ich teilweise nicht wusste ob ich gleich umkippe.

Meine Werte waren zu dem Zeitpunkt: 169 zu 127 mit einem Puls von 117 und das in der Ruhe Phase.

Hab ich schon durch vor Monaten. Leider niemand dabei gewesen aber danke :blush:

Bin 3x mit 3 verschiedenen Dringlichkeits Codes bei der 116117 auf der Warteliste.

Sie melden sich wenn was frei wird aber meinen das es teilweise sehr lange dauern kann.

Warte jetzt seit August auf Rückmeldung🤷🏻‍♂️

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Du arme. Ich glaube, bei manchen ist eine niedrige Dosis besser.

Als Kassenpatient habe ich ca. 4 Jahre auf meinen Termin bei einem richtigen Facharzt der sich mit Erwachsenen-ADHS auskennt gewartet. 2019 hatte ich meinen ersten Termin bei einem Neurologen/Psychiater, der nur wenige Patienten mit ADHS und ASS behandelte und diese hauptsächlich wegen komorbider Epilepsie. Er wollte aber keine BTMG-Rezepte ausstellen, außerdem war mir eine umfangreiche Diagnostik wichtig, weil unsere Kinder sehr auffällig sind. Dann ging die Suche weiter. Von geschätzten 20 Anfragen pro Jahr wurde max. eine überhaupt beantwortet, viele mit Wartezeiten über Jahre oder man solle wiederholt anrufen, weil das Terminvergabesystem nicht so weit in die Zukunft reicht. Manche haben mir auch gesagt, dass sie nur noch weibliche Patienten aufnehmen, weil man mit Männern immer nur Probleme bekäme.

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Das ist traurig zu hören :pensive_face: vor allen wenn man bedenkt wie vielen es da draußen genau so geht und man jahrelang nur um Hilfe fleht.

Ganz schlimm finde ich, das man wirklich teilweise Jahre auf einen Termin wartet um dann zu hören zu bekommen das man keine BTM Rezepte ausstellt oder man dies und jenes nicht macht und man einfach abends nen Kamillentee trinken soll und dann wird das schon wieder.

Dafür wartet man dann mehrere Jahre um dann wo anders wieder von vorne zu beginnen. :pensive_face:

Ja mir geht es ähnlich damit. Ich würde auch gerne wissen ob es wirklich nur ADHS ist oder AuDHS aber man hat wirklich keine Chance irgendwo jemand zu finden der dieses Thema ernst nimmt und sich auch Zeit für einen nimmt.

Meist hat man das nur als Selbstzahler weil dann das Portmonee gefüllt wird.

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Niedrige Dosis hab ich schon bei meinen Sohn getestet damals. Selbe nicht Wirkung bei mir.

Umsonst würde ich auch nicht arbeiten wollen. Privatärzte rechnen halt nach der GOÄ – Gebührenordnung für Ärzte ab.

Das Problem ist eher das System
  • Kassensitze sind begrenzt, weil die Anzahl der Vertragsärzte durch eine starre Bedarfsplanung reguliert wird. Diese reagiert nur langsam auf demografische Veränderungen und steigenden Behandlungsbedarf.

  • Es besteht eine historische Fehlverteilung:
    Kassensitze konzentrieren sich in attraktiven Regionen, während andere Gebiete unterversorgt bleiben oder Sitze unbesetzt sind.

  • Die Kassenmedizin ist wirtschaftlich und organisatorisch möglicherweise unattraktiv:

    • gedeckelte Budgets

    • geringere Vergütung im Verhältnis zum Zeitaufwand

    • hohe Bürokratie und Regressrisiken

  • Zeitintensive Fachgebiete (z. B. Psychiatrie, Neurologie, ADHS-Diagnostik) sind im EBM strukturell unterfinanziert.

  • Die Privatbehandlung (GOÄ) ermöglicht:

    • Abrechnung nach tatsächlichem Aufwand

    • längere Gespräche und gründlichere Diagnostik

    • bessere Planbarkeit und geringere Zwangsstrukturen

Viele Praxen erhalten also entweder keinen Kassensitz oder entscheiden sich teilweise oder vollständig für privat. Nicht unbedingt aus Komfortgründen, sondern um wirtschaftlich tragfähig arbeiten zu können.

Ergebnis: Ein stark reguliertes System mit Fehlanreizen führt zu regionaler Unterversorgung und begünstigt private oder gemischte Praxismodelle.

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