Jetzt erst voll im ADHS Verständnis angekommen

Hey, ich bin seit einem Jahr diagnostiziert (bin jetzt 45), habe ein ADHS Kind, vielleicht auch zwei (wird sich noch zeigen…) habe beruflich schon mit ADHS Menschen gearbeitet vor einigen Jahren und habe es erst jetzt gecheckt, während des Medikamentenwechsels. Ich hatte für den Kopf 4, wunderbare Wochen mit Atomoxetin, aber müsste das leider absetzen aufgrund von Wechselwirkung mit einem anderen Medikament. Jetzt seit ein paar Tagen in der Eindosierung von Ritalin Adult. Erst jetzt scheint das Atomoxetin so richtig weg zu gehen und das Ritalin noch nicht so wirksam, wie es vielleicht sein kann/wird. D.h ich hatte für ein paar Wochen zum ersten Mal in meinem Leben so etwas wie Ruhe in Kopf und Körper. So krass. Hahaha…und so krass JETZT den Unterschied zu sehen, wie sehr ADHS ich bin :slight_smile: es ist sooooo ein riesen Unterschied. Selbst mein Mann, der gerne so einem Krams ignoriert oder zweifelt, merkt so deutlich den Unterschied, was ADHS ist und wie es mit weniger Symptomen war. Ich bin fast schon empört, WAS ADHS Menschen ab erlangt wird oder wir uns selber abverlangen, weil wir von so vielen neurotypischen Menschen umgeben sind und denken, wir müssten auch so sein bzw den Preis dafür ignorieren, den es uns kostet diese Leistungen zu erbringen. Echt Krass. Habe es selber unterschätzt, „weil ich ja nunmal so bin und es einfach mein Charakter ist.“. Muss ich noch länger drüber nachdenken, war nur einer meiner Geistesblitze heute Morgen, den ich gerne mit Euch teilen wollte und auch gerne zur Diskussion stellen würde. Es geht mir nicht darum, dass ich mich jetzt selbstbemitleide, aber eben anerkenne, dass manche Dinge im Alltag einfach krass anstrengender sind. Und ja, manche auch leichter, aber auch dafür brauche ich Energie.

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Ganz genau so ging es mir auch zu Beginn der Medikation!
Ich dachte mir: WOW :exploding_head:

Wie habe ich 33 Jahre so leben können? Zu welchem Preis habe ich die Dinge geschafft, die ich erreicht habe?
Mir hat das auch geholfen, netter und fürsorglicher mit mir zu sein, weil ich endlich begriffen habe was ich alles schaffe und leiste.
Dann kam ein Trauerprozess: Ich habe auf mich zurückgeschaut und wie schwierig mein Leben oft war. Kindheit, Trauma, tausend Dinge. Und ADHS. Aber anstatt, dass zumindest ich auf meiner Seite stand, habe ich mich zusätzlich fertig gemacht. Darüber bin ich rückwirkend sehr traurig, obwohl ich natürlich weiß, wieso das so war.

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Ja, ein bißchen Trauer ist auch bei mir dabei, wenn ich zurück gucke. Aber ich Versuche es einfach jetzt bei meinem Sohn anders zu machen. Und mir selber hilft es auch sehr, einfach wertschätzender mir selber gegenüber zu sein.

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