Jobsuche.Arbeitsamt-ADHS-Behinderung

Hallo,

ich befinde mich seit eiiniger Zeit schon in einer blöden Situation, aus der ich es alleine nicht rausschaffe.
Jobsuche, Bewerbungen etc. bekomme ich nicht mehr hin. Resigniert. Gelangweilt. Emotional blockiert?

Das frustrierende ist nur ich bin recht schlau und habe einen guten Uni-Abschluss.
Aber seit meinem Abschluss, im Oktober 2019, komme ich nicht zu potte.
Und finde keinen Start in den Beruf.
Ich habe einen langen Weg hinter mir bis zu dem Abschluss… Ohne ADHS Behandlung.
Daher hat mein ADHS jetzt zu Beeinträchtigung in mehreren Lebensbereichen geführt.
Ich werde dieses Jahr 32.

Etwa 20-30 Bewerbungen ohne Glück hinter mir. Seit etwa 5 Monate keine Lust mehr mich zu bewerben.
Ich finde am Bewerben alles schwer.
Also auch die Vorstellung einer neuen Umgebung, neuer (vieler) Menschen.
Obwohl ich eigentlich gerne Neues will, da ich mich dann nicht so gelangweilt fühle.
Also etwas konträr zu meiner Hemmung für Bewerbung.

Hättet ihr konstruktive Vorschläge was ich machen kann.
Bspw. hat jemand Erfahung mit dem Arbeitsamt als Unterstützung?
Wenn man nach „Arbeitsamt ADHS“ gooogelt kommt man auf die Seite vom Arbeitsamt für „Menschen mit Behinderung“ ist das was,
wo ich einen Berater(in) hätte der sich die Zeit nimmt?
Weil Behinderung ist ja meistens was anderes mit gemeint, und nicht Akademiker mit Anlaufschwierigkeiten.

Oder andere hilfreiche Ideen wie ich mich wieder auf ein autonomes Leben freuen kann?
Lebe wieder bei meiner Mutter (weil kein Geld). Da muss ich eigentlich schnell wieder raus.

Ohne sinnvolle oder interessante Beschäftigung bin ich noch weniger fähig mein Leben bedeutungsvoll
oder nach meinem Maßstab wertvoll (der bescheiden Teil des Maßstabs :wink: ) zu gestalten.

Benötigst du den „nur“ Unterstützung um mit Stellensuche und Bewrebung voranzukommen oder auch grundlegend um zu schauen was du mit ADHS Überhaupt machen Kannst ?

Ich kann alles. Wenn es mich interessiert. Ich habe auch dank meines Studiums, Ausbildung und Lebenserfahrung starke nachweisbare Fähigkeiten erlernt.
Nur wenn es bedeutungslose oder langweilige Arbeit ist dann mache ich diese auch nicht (nicht lange!).
Ich brauche einen Trick wie ich an dem schwankenden Selbstwertgefühl vorbei, trotzdem mich bewerbe, oder so ähnlich :stuck_out_tongue: .

Zunächst solltest Du bei der Agentur für Arbeit anrufen (geht momentan alles über Telefon) und dich arbeitssuchend melden und erwähnen, dass Du bereits 30 Absagen erhalten hast. Du müsstest ja ein Recht auf ALGII haben, oder?
Es gibt ganz gute Angebote von der Agentur für ARbeit, gerade für Akademiker. Da bekommst Du ziemlich sicher ein persönliches Coaching für die Bewerbungen. Das schadet bestimmt nicht.

Wie sieht es denn mit einem Praktikum aus?
Ich bin nach einer Erziehungszeit und nach Beendigung eines Beamtenverhältnisses damals über ein unbezahltes Praktikum in die Automobilindustrie eingestiegen und die Karriereleiter hochgepurzelt.
Dann kann ich sehr empfehlen, Netzwerke aufzubauen und zu pflegen. Bist Du schon bei LinkedIn und Xing?

LinkedIn und Xing habe ich. Bringt nicht wirklich viel. Nur ein weiteres Portal bei dem man mit Zeugs überflutet wird. Zusätzlich zu den anderen 10 Portalen zur Jobsuche im Netz. Das wird mir immer sofort zu viel.

Praktikum scheint mir auch langsam Sinn zu machen. Aber wie soll ich mich da finanziernen.

Zum ALG2, ich war im Jobcenter und bin nie mehr dahin. Denke mir: „Wenn ich das mache, dann gebe ich mich ja direkt auf“ und die Atmosphähre und alles da war sehr unangenehm. Deswegen knabber ich lieber an meinem restlichen Geld und wohne z.Z. umsonst.
Deswegen gelte ich auch nicht mehr als arbeitssuchend. Ich dachte ich schaffe das schon. Und bald klappts. Doch dann kam Corona. Und es ging erstmal gar nix mehr.

Ich wünsch Dir alles erdenklich Gute für Deinen weiteren Lebensweg!

Wenn du sagst, du kannst alles, wenn es dich nur interessiert, dann wäre das doch die ideale Voraussetzung für eine Selbständigkeit.

Such dir eine Coach oder Bekannten deines Vertrauens der dich in Sachen Berwebung unterstützt .
Also eher so Terminierung , „Arschtritt“ und Seelensupport , einfach nur damit du wieder in die Pötte kommst, vielleicht reicht das .?

Ich hatte mal eine Phase, in der ging es mir genauso wie dir.
Ich habe mich dann gegenüber dem Arbeitsamt als ADSlerin geoutet und habe eine besonders geschulte Beraterin bekommen, die auf meine besonderen Bedürfnisse eingegangen ist.

Dort musste ich dann so eine Art Test machen und habe ein individuelles Coaching erhalten. Sie hat mich dann in ein Sonderprojekt zur beruflichen Wiedereingliederung von Frauen vermittelt. Das war wirklich klasse und hat mir sehr geholfen.

Danke.
Wie findet man so jemanden?

Mir fällt aber keine Geschäftsidee ein, die unsere übersättigte Gesellschaft bräuchte.

Unter den gegebenen Umständen - ohne Berufserfahrung: definitiv nicht. a) nicht als Berufsanfänger und b) schon gar nicht, wenn es einem schwer fällt sich für „ungeliebte“ Tätigkeiten zu motivieren.
Nach 20 Jahren Selbstständigkeit halte ich aber von den Empfehlungen an ADHSler, sich selbstständig zu machen, generell nicht viel.

20-30 Bewerbungen sind nichts. Das ist gerade mal ein Anfang. Hattest Du da schon was erwartet - vor allem nach Ausbildung und Studium und fühlst Dich dadurch gekränkt und frustriert?
Das wäre - gerade als Mensch mit ADHS - nicht ungewöhnlich, das sollte man sich aber klarmachen.
Weil - letztlich führt am Bewerben einfach kein Weg vorbei…
Da lassen sich bei Dir negative Vorannahmen heraushöhren, die Dich ziemlich blockieren. Nichts zu machen um nicht enttäuscht zu werden ist keine Lösung.
Dass das durch den Druck nicht leichter wird ist klar…

Da musst Du aber rauskommen, es hilft nichts. a) mit Coaching und b) evtl. über eine Verhaltenstherapie zum Durchbrechen schädlicher Denkmuster (hat bei mir hervorragend geklappt, auch vor der Diagnose).

Ich fühlte mich in meiner Berufstätigkeit immer sehr eingebunden, hatte gute, überschaubare kollegiale Verhältnisse, die ich seitdem (wie gesagt: jetzt schon lange selbstständig) immer vermisst hatte.
Wie in einer großen Stadt: da ist der Kiez, in dem man sich bewegt dann auch wieder fast dörflich…
Umso wichtiger für mich, mich jetzt auf alles zu bewerben, was ungefähr passen könnte - denn dann erhöhen sich die Chancen auf ein angenehmes Umfeld enorm. Mal abgesehen vom „Bewerbungstraining“ (ein Coaching sollte ich da aber auch machen, dachte nicht, dass ich mich so - hilflos fühle)

Momentan bewerbe ich mich auch - mit, wie ich meine, schlechteren Chancen als Du (erster Uniabschluss mit Ü50… Diagnose auf den letzten Metern, mitten in einem Burnout…) … Und muss auch übelst aufpassen, mich nicht frustrieren zu lassen.
Über Xing habe ich auch einige Suchen laufen, das sind aber m.E. nur die „Großen“, da passe ich aufgrund meiner Biografie schon nicht rein.

Am meisten verspreche ich mir davon, in meiner näheren (und später - ferneren) Umgebung die entsprechenden AG rauszusuchen und auf deren Seiten nach Anzeigen zu suchen bzw. mich initiativ zu bewerben.
Die Großen haben meist auch Bewerbungsportale die man „auffüllen“ kann.
Wenn dann diese Corona-piep endlich mal vorbei ist, dann über Veranstaltungen, Messen, Netzwerktreffen…

Momentan spiele ich auch mit dem Gedanken, über Zeitarbeit zu gehen…
Praktikum käme auch in Frage, aber die sind auch nicht deutlich leichter zu haben. (Außerdem werde ich da trotzig, die meisten (nicht-Pflicht-)Praktika oder Werkststudentenjobs ersetzen reguläre Arbeitsplätze)

Ich würde mal gezielt nach einem ADHS Coach googeln, dass Coaching kann ja auch online gehen.
Coaching ist natürlich kein geschützte Begriff !
Ich hatte mal ein Coaching im Rahmen meines Studiums , das bot die Uni für jeden an.

Wenn du ein gutenThrapeuten hast, könntest du den auch auf privat nach Coaching fragen .