Kann ADS in der Kindheit zu ADHS im Erwachsenenalter werden?

Einen wunderschönen guten Morgen!

Mich interessiert brennend ob ADS in der Kindheit im Laufe der Entwicklung und dann im Erwachsenenalter zu ADHS werden kann? Wenn ich meine Zeugnisse lese war ich als Kind äußerst zerstreut, verplant, verträumt, usw..aber sehr unauffällig, wohlerzogen, brav, usw…Sehr starke Gedanken und Phantasiewelt.

In der späteren Entwicklung wirke ich auf mein Umfeld teilweise immer noch so, doch innerlich stehe ich unter Hochdruck, war schon wegen Angst und Panik öfter in stationärer Behandlung. Ich bin jetzt 51 habe aber schon knapp 30 Arbeitsstellen in meinem Leben gehabt, wechsle sehr schnell Hobbys, bin inzwischen auch manchmal impulsiv, schieße aus der Hüfte Entscheidungen usw..

Wie passen diese beiden Seiten der Medaille zusammen? Es befindet sich ja doch auf dem gleichen Spektrum, aber es sind doch unterschiedliche Ausprägungen. Kann man beides haben? Ich bin verwirrt. Eine Diagnostik steht in den nächsten Wochen an. Trotzdem würde mich das vorab schon einmal sehr interessieren.

Danke vielmals für Rückmeldungen!

Oliver

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Hallo Spontioli,

Wieso sollte das nicht zusammenpassen?

Ich dachte dass man entweder das eine oder das andere ist. Oft habe ich gelesen, dass das Verhalten in der Kindheit als Prüfstein für die Diagnostik gilt. Demnach könnte es also sein dass ADS möglich ist. Im Erwachsenenalter zeigt sich das alles aber genau umgekehrt, deswegen ADHS. Ich möchte einfach die Zusammenhänge verstehen :wink: lg

Manchmal dreht sich die Medaille ganz wild, kommt nun mal vor und die Diagnostiker finden dann hoffentlich raus warum und können helfen damit es einem besser geht. Stress hat sehr häufig was damit zutun.

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Guck mal hier. :+1:

Hey @spontioli

Das klingt ganz nach einer Form von AD(H)S. Ob mit oder ohne H ist eigentlich gar nicht so entscheidend.

Falls es dich trotzdem interessiert, hier eine ausführliche Auflistung der Symptome der einzelnen Subtypen:

ADHS-I (=ADS):

ADHS-HI (=ADHS):

ADHS-C (Mischtyp):

Für die Behandlung spielt der Subtyp aber keine grosse Rolle.

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Ich würde sagen nein. Der Übergang zwischen ADS u. ADHS ist ohnehin fließend, die Abgrenzung schwierig und teilweise Definitionssache.

Ob Auffälligkeiten in der Kindheit vorhanden waren ist eines von vielen Punkten, die man prüfen kann/soll laut Richtlinie. Nicht mehr, nicht weniger.

Gibt Fachärzte die gewichten und prüfen das kaum, für andere sind Zeugnisse eine entscheidende Basis.

Wobei mein Psychiater mit Fachrichtung ADHS auch sagt: welcher AD(H)Sler ist denn bitteschön so organisiert und hat 30 Jahre später noch seine Grundschulzeugnisse?

Welche Rolle spielt es für dich ob es eher ADS oder ADHS ist?

Ob es bei mir ADS oder ADHS ist, ist beispielsweise tagesformabhängig.

Ich wüsste aber nicht welche Relevanz das haben sollte.

Das kann im individuellen Einzelfall sicherlich so sein.

Die Regel ist aber wenn dann eher, dass jemand im Kindesalter eher ADHS hat und im Alter die Hyperaktivität bei vielen nachlässt. U.a. weil man mit der Zeit und dem Alter reifer wird und lernt damit anders/besser umzugehen.

So kenne ich es jedenfalls aus Sachbüchern und so hat es mir auch mein Psychiater erklärt.

Also soweit ich weiß, fliegt bei vielen der ganze scheiß erst richtig um die Ohren wenn die Äußeren Strukturen wegbrechen, also Auszug von zuhause, keine Regelschule mehr usw. der Stress nimmt zu und die ADHS Symptome dementsprechend auch. Wäre zumindest eine Begründung und dann wird man halt Kribbelig…

Die anderen Gründe könnten belastende Erfahrungen sein… in der Kindheit Jugend etc.

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Nein
Wieso sollte das werden? Die Diagnosen setzen an, daß Erwachsene Adhs schon in der Kindheit haben müssen bzw. es um diesen Nachweis geht sonst müssten es andere Erkrankungen sein.
Adhs wächst sich ja nicht aus oder verschwindet sondern wenn überhaupt hat man gute und schlechte Phase oder gefühlt symtomfteke Zeiten, doch wie möchte Adhs verschwinden, das ist ha keine Akkuterkrankung wie Grippe, Erkältung und co - früher wurde sowas behauptet, da in der Regel diese „Zappelphillipauffällugkeiten“ die die meisten Mädchen und Frauen nicht haben auch angeblich nie Adhs hatten.

Aber als Erwachsene erlernst du Verhaltensweisen, Benimmregeln etc. und entwickelst ja eigene Strategien nicht so aufzudallen, nicht so anzuecken und nicht unbedingt so ausgegrenzt zu werden etc. dadurch kam die Meinung/Behauptung das sich Adhs aufwachse ähnlich wie sonst ganz viele stereotype Behauptungen über Tiere und Empfindungen, Rassenlehre und all solch verheerende Behauptungswände aufgestellt wurden mit denen viel Untecht ausgeübt wurde, Entrevhtungshaltungen gelebt wurden und auch immer wieder Menschen suggeriert wurde, daß sie sich nicht genug anstrengen würden um zu leisten, sie gar nicht wirklich wollten sonst würde ihnen x und y ja gelingen und ganz viel mehr.

Selbst wenn es anetkannt wurde wurde auch nicht gut differenziert und alles in einen Topf mehr oder weniger geschmissen

Worauf beziehst du dich?

Richtig. Aber es ist ja absolut alltäglich, dass

a) das früher in der Kindheit niemand erkannt hat und es nicht als AD(H)S bemerkt und diagnostiziert wurde.

b) das man u.U. keinerlei vorzeigbaren „Nachweis“ hat aus Zeiten der Kindheit.

Nein, dieser Nachweis kann oftmals wenn AD(H)S im Erwachsenenalter diagnostiziert wird eben nicht erbracht werden. Dann muss man sich auf die Aussage des Patienten verlassen.

Und dass es - nur weil man aus der Kindheit keinen Nachweis mehr vorliegen hat (was eine bürokratische Formalie wäre) - es kein ADHS sein könne und eine andere Erkrankung sein müsse ist ja Mal völlig Gaga, meines Erachtens.

Bei nicht wenigen Patienten tritt im Erwachsenenalter durch Therapien, erlernten Umgangsstrategien mit dem ADHS und fortschreitender geistiger Reife und Ruhe (z.B. erklärbar durch weniger aktive Hormone wie Testosteron bei Jungen) eine deutliche Besserung der ADHS-Symptome auf.

Bei vielen sogar soweit, dass eine medikamentöse Behandlung im fortschreitenden Erwachsenenalter gar nicht mehr notwendig ist.

Siehe oben.

Richtig, du weißt es also ja doch. Das gleiche, was man auch über Verhaltenstherapien vermittelt bekommt.

Viele Erwachsene verzichten daher freiwillig auf ADHS-Medikamente, da der individuelle Schweregrat nur noch leicht wahrgenommen wird und der Leidensdruck nicht mehr vorhanden ist und auf Medikamenteneinnahme oft freiwillig und ohne Probleme verzichtet wird.

Das ist ja kein Mythos, das ist plausibel.

Komplett wirrer Text, sorry.

Du sprichst ja wieder rum erwachsenen Menschen die Tatsache ab, dass es erstens allgemein auch Menschen mit nur leichtem ADHS-Grad gibt. Und zweitens sprichst du Menschen ab, dass sie durch Therapien, Erfahrungen und Reife sich tatsächlich aus ihrem ADHS herausentwickeln können.

Natürlich ist es nie ganz weg, aber es gibt eben viele bei denen es dann nicht mehr Behandlungsbedürftig ist. Genauso wie es auch Menschen mit leichtem ADHS gibt die allgemein für sich selbst nie eine Behandlungsbedürftigkeit wahrnehmen und wünschen.

Möchtest du diese Menschen bevormunden?

Und was hat das pauschalisieren dieser Menschen damit zu tun, dass an anderer Stelle leider Menschen pauschal das Leiden zu unrecht abgesprochen wird?

Der genaue Subtyp spielt nunmal für viele Patienten keine Rolle - solange man AD(H)S generell bei ihnen diagnostiziert.

Hallo Oliver,

deine Frage ist hochinteressant. Normalerweise entsteht Hyperaktivität durch zu wenig Stimulierung des Striatums und nicht durch Angst oder „Hochdruck“ im Sinne von nervlicher Anspannung etc. Inzwischen habe ich viel Erfahrung mit Kindern mit Hyperaktivität sammeln können und würde mir ab und zu sogar wünschen, dass diese wenigstens gelegentlich ein bisschen Angst hätten. Sie sind so unvorsichtig, verletzen sich andauernd und sprechen jeden Gedanken aus, auch wenn beleidigend sein könnte. Konsequenzen scheinen ihnen oft egal zu sein. Das sagen auch andere Eltern dazu.
Soweit ich weiß, nimmt hyperaktives Verhalten im Laufe der Zeit ab, bei manchen mehr und bei manchen weniger. Das ist auch einer der Gründe, weshalb einige Psychologen tatsächlich der Überzeugung waren, dass sich ADHS im Übergang zum Erwachsenenalter auswächst.
Ganz so einfach ist es natürlich nicht, denn das was man bei Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS merkt ist ein Rückgang der offensichtlichen motorischen Hyperaktivität, welche bei Kindern sehr ausgeprägt ist. Vielleicht könnte auch aber auch eine Lässion so etwas später im Leben verursachen?

Vielleicht hast du sehr viel Stress im Moment? Etwas das außerdem so ähnlich aussehen kann, wäre das Restless-Legs-Syndrom, das fängt bei vielen erst mit 30 oder 40 Jahren an.

Viele Grüße

Einfache Antwort: Es gibt kein ADS, nur ADHS.

Das ist schon länger offiziell so in Deutschland, es wird auch schon längers kein ADS mehr diagnostiziert sondern nur ADHS, in anderen Ländern ist das schon seit Jahrzehnten so…aber in DE hält sich ADS irgendwie hartnäckig :sweat_smile:

Also ja, wenn du als Kind noch ADS Diagnostiziert bekommen hast, hast du jetzt als erwachsener ADHS :wink:Das H also die Hyperaktivität äußert sich bei jedem anders (es gibt 3 Typen von ADHS-lern, auch der Ruhigste Typ hat das H, es äußert sich oft nur nach innen…)

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Ich bin ein schlingeliger F90.0er ( Gesichert).

und

noch schlingeligerer F84.1 ( Gesichert) dazu aber eher Richtung F84.0. Bleibe ich bei und nicht Richtung F84.5. :partying_face:

UND
laut Helga Simchen liegt F98.8 und F84.5 recht nah beinander. Die kann natürlich Blödsinn erzählen oder ich was Falsch verstehen.

Edit: Und jetzt mach ich schnell wieder alle Schubladen zu. Freut mich trotzdem immer wieder, reinzugucken und zu sortieren. :grin:

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Heute wird das so nicht mehr unterschieden. Auch ADSler haben das H, nur eben innerlich sozusagen. Das H bezog sich hauptsächlich auf die körperliche Hyperaktivität. Es gibt auch Mischtypen.

Deine Arbeitsstellen und Hobbys usw. deuten da sowieso eher auf eine hohe Impulsivität hin.

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Hätte ich aber etwas netter am Anfang Formulieren können und nicht direkt nur Quellen um die Ohren hauen. Tschuldige @CirillaVonCintra

Außerdem habe ich das vom @SneedleDeeDoo gelernt mit dem ADS, das war mir nämlich auch neu, dachte damals selber das gibt es wirklich nicht mehr, der hatte das mal woanders angesprochen mit der F98.8, dass es das wohl gibt.

Bei mir war das auch so und hat mich vor der Diagnose auch etwas irritiert, weil ja die Lehrbuchbeispiele immer die mögliche Veränderung der Symptome von ADHS in Richtung ADS beschreiben.

Ich hab dann tatsächlich kurz hintereinander beide Diagnosen bekommen. Von meiner Psychotherapeutin gab’s wegen fehlender Hyperaktivität in der Kindheit „nur“ ADS. Ich war allerdings auch ihre erste Patientin mit AD(H)S. Die Einschätzung eines Psychologen mit langjährigem Schwerpunkt ADHS war dagegen „eindeutig Mischtyp“, also ADHS. Für ihn zählt auch innere Unruhe und die weniger deutlichen körperlichen Ausprägungen wie Fußtippen, mit den Händen rumnesteln, auf den Stuhl rumrutschen, Nägel knabbern, Stifte abkauen, Haare drehen, … zur Hyperaktivität. Sowas hab ich auch als Kind schon viel gemacht. Wie war das bei dir?

Aber warum das „H“ mit den Jahren bei mir immer deutlicher erkennbar geworden ist, weiß ich auch nicht. Zunehmender Stress, Ängste und anderer Ballast den ich so eingesammelt habe spielen sicher eine Rolle.

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Genauso ist es!
Das habe ich rückblickend auch als Kind schon viel gemacht. Darüberhinaus hätte mich -auch heute noch- wahrscheinlich jeder ausgelacht, wenn ich mich als hyperaktiv bezeichnet hätte :wink:
Ausserdem habe ich irgendwo mal gelesen, dass bei Erwachsenen, egal welche Ausprägung in der Kindheit vorlag, oft ein Mischtyp vorliegt.

Wenn du deine Diagnostik noch vor dir hast, solltest du dich VORHER ganz intensiv mit deiner Kindheit beschäftigen, damit du dann einschätzen kannst, ob es bei dir zutrifft oder nicht.
Ich konnte mich in der Diagnostik -unvorbereitet und aufgeregt- nur ganz vage an meine Kindheit erinnern und habe dadurch die Diagnose im ersten Anlauf nicht bekommen.

Viele Grüße, Nicky

Mein Stand ist, dass es ADS so nur noch in Deutschland gibt, weltweit ist ADS schon längst Geschichte und es gibt nur ADHS. Im neuen ICD-11 soll ADS wohl auch raus sein

EDIT: Habs gegoogelt

6A05 Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung

  • 6A05.0 Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung, vorwiegend unkonzentriert

  • 6A05.1 Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung, vorwiegend hyperaktiv-impulsiv

  • 6A05.2 Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung, kombiniert

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Grad durcheinander, hatte mich bei etwas verlesen.

Es stimmt schon, dass die Subtypen in Zukunft nicht mehr nach dem alten Schema diagnostiziert werden sollen. Das heißt aber nicht, dass ADHS nicht auch ohne sichtbare Hyperaktivität vorkommen würde. Es gibt viele ADHSler, deren Hauptproblem Unaufmerksamkeit, ein schlechtes Arbeitsgedächtnis ist, die ständig in den Default-Mode fallen und öfter unter Ängstlichkeit leiden.

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