Kommende Diagnose und jetzt noch mehr Fragen!

Hallo !

Vor zwei Monaten schrieb ich hier einen Beitrag über meinen Verdacht auf ADHS. (

> Blockzitat

) Zunächst einmal bin ich diesem Forum sehr dankbar für die Informationen und die Motivation, das Thema weiterzuverfolgen! Ich hatte meinen Termin bei der Psychiaterin und sie meinte, dass ich es höchstwahrscheinlich habe (und machte eine Bemerkung, dass ich wie die stereotype ADHS-Person rüberkomme, haha). Ich habe eine Überweisung für eine Diagnose bekommen und es ging überraschend schnell, mein Diagnose-Termin ist in drei Wochen!

Ich habe mir zum ersten Mal in meinem Leben meine Zeugnisse aus meiner Kindheit angeschaut und musste einfach lachen! Hier sind einige Zitate von meinen Lehrern, auf Englisch, da es eine amerikanische Schule war:

K2 (4 Jahre): „…He rushes his work and talks too much…he needs to work on his self-control during circle time… he is very smart but struggles to finish on time“

K3 (5Jahre): „…He has difficulty concentrating and talks excessively…the tidyness of his work has improved but still talks excessively“

1 Klasse (6 Jahre): „…he gets easily distracted and talks to classmates during work times and often does not finish on time…he is a quick witted child and his questions are always intressting for his classmates. He lacks listening skills and often interrupts his classmates when they are talking…if he were to have self-control, this would help him get things done on time“

  1. Klasse (8-9 Jahre) „…you are too active and you have to learn to wait your turn to speak and participate“

Jetzt, wo ich gelacht habe und mich geärgert habe, dass mir das niemand vorher gesagt hat, bin ich letztendlich froh, dass ich diese Diagnose endlich mache. Allerdings habe ich einige Fragen und würde die Hilfe des Forums wieder sehr schätzen :slight_smile:

1.-Ich mache mir Sorgen wegen der sprachlichen Unterschiede bei der Diagnose. Ich spreche fast perfekt Deutsch, aber wenn die Tests auf Deutsch sind (z. B. IQ), werden die Ergebnisse nicht stimmen. Wie groß ist das Problem, wenn das Gespräch auf Deutsch ist, meine Zeugnisse aber auf Englisch sind und ich in einer lateinamerikanischen Kultur aufgewachsen bin? Was sollte ich meinen Arzt während der Diagnose darüber fragen?

2.- Ich lebe in einer Universitätsstadt, und Adhd-Medikamente werden von vielen Studenten missbraucht, und es gibt viele, die nur wegen der Medikamente eine Dianose machen. Ich habe Angst, dass der Arzt es so fehlinterpretieren könnte, da meine Probleme mit ADHS-Symptomen mit vielen Leistungen einhergehen (Studium an einer ausländischen Universität, Abi mit 97%, Bachelorarbeit 1,0, ich finanziere mich komplett selbst usw.). Wie kann ich dem Arzt erklären, dass ich die Diagnose nicht will, weil ich ein over-achiever bin, sondern weil ich das Gefühl habe, immer nur 1/3 von dem zu erreichen, was ich mir vorgenommen habe?

3.-Zum Schluss möchte ich noch eine persönliche Frage stellen: Glaubt ihr, dass eine ADHS-Diagnose dazu führt, dass man sich keine hohen Ziele mehr setzt? Ich bin ein wenig besorgt, weil ich mich selbst kenne, dass ich, sobald ich diese Diagnose erhalte, anfangen werde, meine Misserfolge mit ADHS zu entschuldigen und aufhören werde, fast unmögliche Ziele anzustreben. ist das in diesem Sinne kontraproduktiv?

noch einmal vielen Dank an alle in diesem Forum, es hat sich weniger überwältigend mit der Menge der Ressourcen hier!

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Da sehe ich überhaupt kein Problem. Zudem ist ein IQ Test nicht wirklich relevant dafür.

Auch da sehe ich überhaupt kein Problem. Es gibt viele Studenten die diagnostiziert werden.

Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil.
Bevor ich wusste wie ADHS funktioniert habe ich mir hohe Ziele nicht zugetraut, weil ich ja immer an sehr einfachen Dingen gescheitert bin. Zudem kann ich die Stimulanzien als Hilfe einsetzen.

Oder meinst du diese völlig unrealistischen Träumer Ziele die ADHSler auch manchmal haben? Diese Art von Zielen kenne ich fast nur so, das sie nicht wirklich verfolgt werden. Verrückte Ideen gibts zwar viele aber eben kein Durchhaltevermögen.

Ich kann das für mich nicht sagen und für andere die ich kenne auch nicht. Erlebe auf jeden Fall eher, dass Ziele durch die Medikation zum ersten Mal überhaupt richtig verfolgt werden.

Außerdem weißt du doch jetzt auch schon das du ADHS hast. Die Diagnose benötigst du um eine medikamentöse Therapie zu bekommen.

Hast du den Vortrag von Heiner Lachenmeier geschaut?

Falls nicht - empfohle ich den sehr.

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