Korrelation hoher Bedarf MPH und LDX?

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich inzwischen weiß, dass ich hohe Dosen MPH brauche um klar zu kommen und meinen Tagesbedarf nur mit deutlich mehr als der vorgesehenen Tagesdosis decken könnte, möchte ich demnächst auf Elvanse wechseln und frage mich jetzt, wie ich da am besten an die Eindosierung rangehe. Es gibt ja momentan so ein bisschen zwei Tendenzen hier im Forum, einmal die langsame schrittweise Eindosierung und zum anderen die „klassische“ Vorgehensweise mit 30mg anzufangen und dann eventuell runter zu gehen, wenn es angezeigt ist.
Jetzt frage ich mich, ob ich aus meinem hohen Bedarf an MPH darauf schließen kann, dass ich auch eher viel Elvanse brauche oder ob es da gar keinen Zusammenhang gibt.

Dazu sei gesagt, dass ich Erfahrung mit illegalem Am* gemacht habe, allerdings nur 2 oder 3 mal und das ist knapp 20 Jahre her… Damals bin ich jedenfalls mit durchaus amtlichen Dosen sehr gut klar gekommen und wäre am liebsten sofort zum Dauerkonsum übergegangen (wen wundert’s), was mir dann allerdings so unheimlich war, dass ich es komplett wieder gelassen habe. Auch Schmerzmittel muss ich immer im oberen Bereich dosieren, Sedativa wirken paradox.

Meine Idee ist daher, lieber mit 30mg einzusteigen, aber mich würde es generell interessieren, ob man da vom einem Wirkstoff zum anderen Schlüsse ziehen kann?

Kukuck :slight_smile:

Ich habe mit MPH noch keinerlei Erfahrungen gemacht, da ich nach der Diagnose auf Wunsch gleich mit Elvanse 30mg 1x morgens begonnen habe, aber vielleicht hilft es ja trotzdem.

Auch ich habe vor vielen vielen Jahren kurzzeitig ein paar mal Speed ausprobiert und es dann aber aus Angst vor dem Gesetz und gesundheitlichen Schäden gelassen.

Elvanse wirkt im Vergleich aber vieeeeel entspannter und besser.

Auch verspüre ich überhaupt keinen Drang nachzulegen, wie es damals bei Speed der Fall gewesen wäre.

Denke, die Wirkung kann man daher nicht direkt miteinander vergleichen.

Elvanse Adult 30mg war für 5-7 Stunden schon ganz gut, aber reichte mir nicht.

Bei Einnahme um 07:15 hatte ich am frühen Nachmittag einen müden Punkt.

Gegen 15-16 Uhr ließ die Wirkung dann sehr deutlich nach.

Ab 17-18 Uhr kam dann oft nur noch Wortkotze, Schusseligkeit und sowas.
Zwischendurch auch mal kurzzeitig leicht verschwommenes Sehen.

Insgesamt ging es mir aber immer besser als davor ohne Medikament.

Einschlafprobleme hatte ich nur in der ersten Woche. Danach lag ich in der Regel gegen 22 Uhr herum im Bettchen, bin innerhalb von Minuten eingeschlafen und stand morgens um 7 Uhr gleich mit dem ersten Wecker auf, oder wurde manchmal auch etwas früher wach.

Blutdruck optimal bis normal.

Puls erhöht, aber der war bedingt durch psychischen Stress vorher schon höher.
Daher habe ich mich nicht verrückt gemacht.
Innerlich fühle ich mich trotzdem entspannter.

Nach 3 Wochen habe ich dann am 11.11. auf 50mg erhöht und bin damit bisher ganz zufrieden und komme besser durch den Arbeitstag.

Der müde Punkt am Nachmittag war in den ersten Tagen um 2-3 Stunden nach hinten verschoben.
Seitdem verspüre ich diesen Punkt eigentlich kaum noch, mache aber mittlerweile auch bewusster Pausen vom Bildschirm und ernähre mich gesund und regelmäßig.

Auch nach Feierabend bin ich leistungsfähiger.
Das milde Problem mit der Wortfindung und Schusseligkeit tritt erst später gegen 20-21Uhr ein.

Einschlafen klappt immer noch super, aber laut der Fitness Uhr hat sich der Schlaf etwas verändert (kürzerer Tiefschlaf, mehr Leichtschlaf).
Komme trotzdem mit dem ersten Wecker, oder auch mal 30-45 Minuten vorher sofort aus dem Bett und wandere dann gleich in die Küche und nehme die Kapsel ein.

Blutdruck immer noch optimal bis normal.

Puls immer noch erhöht (allerdings nicht höher als zuvor bei 30mg).

Das mit dem kurzzeitigen verschwommenen Sehen bemerke ich später am Abend schon mal, aber es belastet nicht und ich weiß dann halt, dass der Wirkstoff fast abgebaut ist.

Dieses Kieferpressen/Zähneknirschen, was hier öfter mal beschrieben wird, habe ich auch.
Allerdings auch schon vor dem Medikament.
Vielleicht ist es etwas mehr geworden.

Verspannt war ich halt auch vorher schon.
Würde nicht sagen, dass es mehr geworden ist.
Ich bemerke es aber schneller und kann dann bewusst Pausen einlegen, oder meditieren (damit bin ich noch am Anfang).

Am 08.12. gehts wieder zum Checkup und Nachgespräch.

Dann würde ich gerne auch mal 70mg testen, um einen direkten Vergleich zwischen den Dosierungen zu haben und um sicher sagen zu können, ob ich über- oder unterdosiert bin.

Kann das irgendwie noch nicht so gut einschätzen, da es mir einfach deutlich besser geht, als ohne Medikament und die Nebenwirkungen bisher ein Klacks waren.

Da hatte ich in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Anti-Depressiva deutlich mehr Nebenwirkungen.

Sagen wir, ich bin noch in der Kennenlernen-Phase mit mir selbst und beobachte meine Emotionen, Gedanken und Verhaltensmuster noch nicht so lange wirklich bewusst.

Das Umdenken hat erst wenige Monate vor der Diagnose begonnen, nachdem bei mir der Knoten bzgl. ADHS geplatzt ist und ist seit der Eindosierung mit dem Medikament dann nochmal intensiver geworden.

Fühle mich motivierter, klarer und selbstbewusster. Nicht unbedingt weniger impulsiv, aber bemerke es viel schneller und rede dann auch mit meinen direkten Arbeitskollegen und Managern offen darüber, sollte ich mal das Gefühl haben, dass ich etwas zu direkt war.

Was mir hilft sind Wanderungen im Wald.
Da kommt die Birne so richtig zur Ruhe.

Depressive Verstimmungen und überwältigende Anflüge von Angst sind seit dem Medikament ganz gut unterdrückt. Ich weiß, sie sind da, aber der Kopf geht anders damit um.Die Aufarbeitung der Vergangenheit kommt dann hoffentlich im Rahmen einer Therapie, sobald ich einen Platz gefunden habe.

Ich habe auch erst durch die Erfahrungsberichte anderer hier viele Macken an mir bemerken können, die mir vorher im Auto-Pilot-Modus gar nicht bewusst waren.

Freue mich immer, wenn andere hier ihre Denk- und Verhaltensmuster gut reflektieren können.
Dadurch macht es bei mir regelmäßig „klick“.

Bei der Entscheidungsfindung, welches Medikament ich möchte, hat mir, neben den Erfahrungsberichten im Forum, das hier geholfen (auch wenn sich die empfundene Wirkungsdauer von der des Herstellers unterscheidet):

Joa, da bin ich wohl wieder n‘ bissl vom Thema abgeschweift, aber habe jetzt keine Lust, das zu löschen.

:chipmunk: halt :grinning:

Tante Edit:
Den Kaffee sollte man bei der Eindosierung wirklich möglichst weglassen. Das putschte sich bei mir bloß gegenseitig auf. Dann wurde ich innerlich unruhiger.

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Hi,

auch wenn die Wahrscheinlichkeit erhöht sein dürfte, dass jemand, der MPH-Schnellverstoffwechsler ist, auch AMP-Schnellverstoffwechsler ist, ist das keineswegs zwingend.
Es gibt viele verschiedene Faktoren, die die Verstoffwechselungsgeschwindigkeit beeinflussen. Manche sind gemeinsam (Darmmotalität), anderer getrennt (Metabolisierungsgene).

Ich würde daher wieder eher langsam drangehen. Wenn sich aber das Muster wiederholt, kann man da vielleicht etwas schneller umschwenken…

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Ne da kannst du eigentlich keine Rückschlüsse ziehen. Komplett andere Substanz, anderer Wirkmechanismus, andere Verstoffwechslung. Fang einfach ganz klassisch bei 30mg an.

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