Med Cannabis statt ritalin

Servus zusammen,

Ich habe furchtbare Probleme aufgrund meiner Sicht (vor 8 Jahren Kokain) mein Medikinet weiter verschrieben zu bekommen. Meine neue Psychiaterin muss jetzt erstmal alle Berichte usw lesen und entscheidet sich dann.

Medizinisches Cannabis könnte ich von einem Spezialisten bekommen allerdings erstmal auf Privatrezept als Selbstzahler. Die hohen Kosten sind mir bewusst. Ich Frage mich nur ob meine nicht auszuhalten Innere Unruhe, Impulsivität und die Kon zentrationststörung sich dadurch bessert.

Bisher war das Medikinet das ich seit ca 6 Monate nicht mehr bekomme meiner Meinung nach nicht richtig eingestellt, da ich immer "in ein Loch " zwischen morgens und der Mittags Kapsel hatte ( war retadiert).

Also nochmal konkret zur Frage Hilft medizinisches Cannabis gegen die oben genannten Symptome?

Ich bin da skeptisch, aber ich habe schon gehört das es helfen kann aber bei manchen aber auch nicht.

Vielen Dank im vorraus.

Medizinisches Cannabis gegen ADHS - da gibt es auch Ärzte, die das komplett ablehnen… es ist sehr selten, dass man das verschrieben bekommt.

Wenn Du ein Loch hattest - dann nimm einfach die zweite Kapsel entsprechend eine halbe Stunde bevor das Loch kommt …

Meine Frage ist eher ob es ein sinnvolles Medikament ist. Ich habe einen Arzt der mir das verschreibt aber keinen Psychiater der mir Ritalin verschreibt bzw. sie muss noch entscheiden. Ritalin wäre mir aufgrund der Kosten deutlich lieber, allerdings muss es auch richtig eingestellt sein das ist glaube ich das Problem der unerwünschten wirkung.

Ja, es muss richtig eingestellt sein, also die Dosishöhe und der Abstand. Das ist ein Bisschen Ausprobieren, aber wenn du es raus hast erlebst du auch keine Lücken mehr.

Ein Grund, deswegen auf Cannabis umzusteigen wäre das nicht. Und wenn du vor 8 (!) Jahren süchtig warst - also dann müsste deine Ärztin doch vielen Patienten ihr Methylphenidat wegnehmen. Bei einer aktuell vorhandenen Sucht oder wenn es nicht lange zurückliegt und du labil wärest, okay. Die Ärztin muss einen Mischkonsum ausschließen, das wäre verständlich. Aber 8 Jahre ist ziemlich lange her. Hat sie denn Gründe dafür anzunehmen, dass du rückfällig würdest?

Es gibt nur einen einzigen User, glaube ich, der hier aus eigener Erfahrung dazu etwas sagen könnte.

Aber wie gesagt, es gibt ja Elvanse, das bei Erwachsenen inzwischen eher als das Mittel der ersten Wahl gilt. Das ist Lisdexamphetamin und wurde so verarbeitet, dass es sich erst im Körper umwandelt, sodass keine Missbrauchsgefahr besteht.

Elvanse wirkt in der Regel um die 12 Stunden.

Und dann gibt es ja noch viele andere Wirkstoffe…

Hi @Dave

das spricht dafür, dass Medikinet bei dir weniger lange wirkt als im Durchschnitt. Das gibt es durchaus. Such mal hier im Forum nach „Superschnellverstoffwechsler“. Da gibt es ein eigenes Thema dazu - da könntest du dich vermutlich gleich mit anmelden :wink: Üblich ist eine Wirkung vn 5-6 Stunden, aber es gibt eben auch Leute, bei denen das nur 3 oder 2 Stunden hilft. Die vertragen idR auch mehr, weil die es einfach nur schneller verstoffwechseln.

Zu Cannabis als Medikament: Ja, gibt es, funktioniert bei manchen auch, als allerallerallerletze Notlösung. Siehe ADxS.org.

Grundsätzlich:
MPH verringert das Suchtrisiko. Viele Betroffene haben früher Cannabis als Selbstmedikation verwendet. Dazu findest du einiges unter ADxS.org. Frühere Sucht ist definitiv kein Argument, MPH nicht zu verschreiben.
Viele Ärzte haben Angst, weil MPH und AMP BtM-pflichtig sind, Sie sind es aber nicht deshalb, weil Betroffene davon süchtig würden, sondern weil es ein paar so kranke Junkies gibt,m die alles einwerfen, was sie kriegen können, dass die auch versuchen, sich Stimulanzien verschreiben zu lassen, weil es die Kasse zahlt. Als Rauschmittel taugt das nicht wirklich - da gibt es hinter jedem Bahnhof wesentlich besseres Zeug für wesentlich weniger Geld. Der BtM-Charakter von Stimulanzien ist also nicht von den Betroffenen geprägt, sondern von Süchtigen, die so durch sind, dass sie jeden Weg gehen, um Drogen zu bekommen - selbst wenn die nicht drehen, wie AD(H)S-Medikamente.
Dazu, dass Stimulanzien bei Betroffenen das Risiko von Sucht verringern, findest du unter ADxS.org auch viel.
Im Zweifel: ausdrucken und deiner Ärztin auf den Tisch legen (falls sie keine Mails empfangen kann).

Also ich kann nur sagen,
dass mich Cannabis am Abend nirgendwo hinbringt,
ausser ins Bett.

Sieh lieber zu das Du die Abstände zwischen den Einnahmen richtig gesteuert bekommst, dazu noch etwas Sport und dann kannst Du Dir das Cannabis als gruppendynamisches Genussmittel in der Hinterhand halten.
ermahnenderzeigefingerdrogensindnichtgut

Frühere Sucht ist erst recht kein Argument, statt MPH Cannabis zu verschreiben. :adxs_rolleyes:

Das Thema Superschnellverstoffwechsler klingt interessant, werde mich wahrscheinlich dann auch Mal stationär einstellen lassen um die richtige Dosis zu finden wenn die Ärztin sich entschieden hat, aber bei btm gibt’s hier ein riesigen Aufschrei der Ärzte.

Ist auch absolut nicht in meinem Sinn ich denke nicht das es mir wirklich hilft und bei dem Kosten schon Mal gar nicht.

Ich hoffe auf eine positive Rückmeldung nach dem Sie meine ganzen Akten durchgelesen hat.

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Stationär einstellen ist bei ADHS-Medikamenten extrem unüblich und auch selten notwendig. Du kannst in deinem normalen Alltag am Besten die Wirkung des Medikamentes einschätzen und in Ruhe Dosis und Abstand ausprobieren. Manchmal ist Ritalin auch besser als Medikinet, oder Elvanse besser als beides.

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