medikation Situation anpassen?

Passt ihr die Medikation der Situation an?

Z.b. im Wald spazieren eher weniger wie fürs Studium oder Schule lernen?

Ich merk da schon ein Unterschied. Wenn ich mehr nehme habe ich auch eher Lust auf was Gedankliches, kann aber schlechter entspannen.

Auch die Geduld für Kinder wird dann schlechter bei mehr, dann bin ich eher auf das „zu erledigen“ konzentriert.

LG Zoraya


Das trifft genau ins Schwarzen. :smiley:
Umso mehr man schläft desto weniger brauche ich.
Umso mehr Kontinuität in Sporteinheiten liegt desto weniger brauche ich.

Meine Frage an alle wäre, ob man zB samstags mal die Intention bei der Einnahme der Stimulanzien haben kann, dass es dich wach und handlungsfähig macht. Sprich gegen die Lethargie vom träumerischen Typus ist.
Normalerweise bin ich ein Mischtyp, aber durch eine geistig sehr fordernde Woche Plus abendliche exzessive Sporteinheiten werde ich total lahm und wirke objektiv geistig abwesend.
Darf man diese Intention haben oder wirkt es als wenn man die Medikation zum Zwecke dessen ausnutzt?

Tja, das sind dann diese Grenzfälle, wo man sich die Frage stellen kann, ob das schon in den Bereich des Neuro-Enhancement geht.

Grundsätzlich ist ja die Frage, ob es nicht gesund und normal ist, wenn man nach einer anstrengenden Woche mit viel Arbeit und Sport in den Seilen hängt.

Und ob es dann nicht ungesund wäre, sich mittels eines Mittels fit zu machen.

Ich denke, man sollte das auf dem Schirm haben, denn langfristig besteht imho die Gefahr des Burnouts, da ja die eigentlich Signale des Körpers ignoriert werden.

„Hirndoping“ mit Methylphenidat funktioniert bei mir nicht: Eine höhere Dosis hilft mir zwar, subjektiv schwierige Aufgaben in Angriff zu nehmen oder stressige bzw. belastende Situationen besser auszuhalten. Aber wenn ich müde und erschöpft bin, nützt bei mir auch keine Kampfdosis; dann versumpfe ich mit oder ohne Ritalin gleichermaßen.


Danke für deine informativen Worte.
Ich werde drauf Acht geben.


Wobei ich das wirklich mal mit meinem Arzt kommunizieren muss.
Er sagte mir, dass ich die Medis ausfallen lassen kann wenn ich zB 20km Fahrrad fahre oder 10km joggen gehe. (Am Wochenende)
Also die Intention von der ich gerade erzählte, meint damit, dass ich denke, dass ich nach der Medieinnahme wieder den Tag normal überstehen kann.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich richtig verstanden habe.

Also, dein Arzt sagt, du kannst die Medis ausfallen lassen, wenn du etwas mit demselben Effekt tust, z.B. Ausdauersport, richtig? Sehe ich auch so. So weit, so gut.

Und dann?

Also ich nehme am Wochenende ohne Großraumbüro weniger ein und passe es tatsächlich an die Umgebung/Reize etc. An.

Beim Vereinsfest mit Disco nehme ich auch eher die höhere Dosis und im Zyklusverlauf passe ich auch an. Vom Eisprung bis zur Periode brauche ich auch etwas mehr.


Genau, am Wochenende wenn ich es entsprechend kompensiere.

Wenn man aber samstags keinem Sport nachgeht, weil man viel zu platt/lethargisch von der Woche ist, was ja normal ist.
Dann aber die MPH Dosis nimmt um wach und handlungsfähig zu sein (subjektiv), was dann auch noch im Konsens mit der ärztlichen Aussage steht.
Würde das dennoch früher oder später zum Burn-out führen?
(Körpersignale werden übertüncht wie die EZB Staatsanleihen von faktisch bankrotten Staaten kauft.? :smiley:)
Sollte ich sowas mit dem Arzt besprechen?
Oder ist es begründbar mit ADS/, ohne Medikation auch mal SCT-artig?

Wenn du keinen Sport machst, kannst du die Medis natürlich nehmen - so meint es doch dein Doc sicher auch, oder?

Andererseits solltest du selbst darauf achten, wann du Erholung brauchst - ganz unabhängig von der Medikation. Es besteht schon die Gefahr, dass du dich mit den Medis fitter fühlst als du solltest und das kann natürlich irgendwann in den Burnout führen. Gerade als ADHSler ist man ja immer geneigt, Erholung zugunsten von Aktivität sausen zu lassen. Da ist es schon von Vorteil, wenn der Körper ab und zu „Pause!“ und nicht medikamentenverursacht „Weitermachen!“ sagt.

Was spricht denn dagegen, am Wochenende zwar die Medis zu nehmen, es aber trotzdem ruhig angehen zu lassen?

Oder keine zu nehmen und es ebenfalls ruhig angehen zu lassen?

Hallo!

Nein, mache ich nicht. Klar gibt es Situationen, in denen man es nicht so dringend braucht. Aber ohne Medikament gehe ich mir selbst (wenn es schlecht läuft) so auf die Nerven, dass es zu sinnvoller Entspannung gar nicht kommt.

Umgekehrt mehr nehmen bei herausfordernden Aufgaben- 1. das wäre wie schon jemand anders schrieb Doping. Was ich jetzt nicht unbedingt verwerflich fände, :sunglasses: aber 2. es funktioniert, jedenfalls bei mir, gar nicht! :lol:

Denn wenn ich mehr nehme, werde ich unruhig und kriege Herzklopfen. Also wozu sollte ich das tun?

Ich mache es so und empfehle es auch jedem, dass ich seit vielen Jahren jeden Tag dieselben Dosen mit denselben Abständen nehme.

Außer natürlich, wenn ich extrem spät aufstehe und erst mittags frühstücke, dann ist der Rest des Tages nicht mehr lang genug logischerweise.

Also, ich habe das so jedenfalls nicht geschrieben. :wink:

Eine Dosisanpassung bei Stress hat für mich nichts mit Hirndoping zu tun; ebenso finde ich es völlig legitim, etwas mehr zu nehmen, um einen Abend in einer lauten Umgebung genießen zu können. Es geht ja nicht nur darum, ADHSler für den Job funktionsfähig zu machen, sondern insgesamt die Lebensqualität zu verbessern, und dazu gehört auch, an normalen Freizeitaktivitäten teilhaben und mal abends auf die Piste gehen zu können.

Hirndoping wäre für mich, wenn ich das Medikament benutzen wollte, um z.B. Schlafmangel auszugleichen. Aber das Schöne an Methylphenidat ist ja, dass genau das nicht funktioniert: Im besten Falle nützt die höhere Dosis einfach nichts, im schlechteren Falle protestiert eben der Körper mit fiesen Nebenwirkungen.

Darf ich fragen, wieviel die Unterschiede sind?
Zyklus hast du mal geschrieben 5 bis 10 mg mehr, ist es dann jeden Tag gleich oder in den zwei Wochen jeden Tag anders?
Also dosierst du nach, wenn du merkst, es ist zu niedrig oder weisst du das vorher schon?

Genau so 5 bis 10 mg Unterschied. In den zwei Wochen ist es dann ziemlich gleich. Klar kann es mal nicht hundertprozentig passen, aber es gibt auch sonst emotionale Tagesschwankungen.

Wenn ich am Wochenende weniger Reizen ausgesetzt bin sind es auch etwa 5 bis 10 mg weniger. Und die nehme ich dann an den Tagen mit langem Programm und viel drum rum eben mehr ein, sprich die Dosis, die ich sonst Mo bis Fr einnehmen würde.

Du musst aber trotzdem mit Attentin verlängern oder reicht dir das dann?

Ich habe den Eindruck, wenn ich mehr nehme ist es dann zuviel, mit mehr Wirkstoff kann ich es nicht verlängern.

LG zoraya

@zorayazia
Vielleicht wirkt es dann länger und du müsstest erst später nachnehmen?

Ich verlängere auch dann mit Attentin, manchmal je nach Dauer des Tages auch mit Elvanse.
Wie gesagt bei dem einen Vereinsfest mit Arbeitsdienst nehme ich die übliche Mo bis Fr-Dosis und die dann sogar zwei mal nacheinander plus Attentin oder Elvanse, je nachdem wie lange es geht und ob ich nachts um 3 noch 2 Std. Nach Hause fahren muss. Ich muss mit Wirkung einschlafen können.

Es ist leider nicht pauschal zu sagen. Immer in Absprache mit dem Arzt ausprobieren und schauen. Unsere Adhs Ärzte sind da zum Glück sehr entspannt und lassen uns freie Hand beim ausprobieren.

Das tut mir leid, ich habe jetzt niemand Bestimmten gemeint. :oops:

Ja sicher, aber deswegen nehme ich nicht in bestimmten Situationen mehr, sondern dasselbe, ob ich arbeite oder Freizeit habe.

Einen Zyklus habe ich naturgemäß nicht; :wink: ich habe aber in den verschiedenen Foren häufig gelesen, dass der Stimulanzienbedarf sich je nach Zyklusphase unterscheiden kann.


Hast du es denn schon einmal in den ganzen Jahren einige Tage hintereinander ohne Medikation ausprobiert, um diese Resonanz zu ziehen?

Hast du versucht dem mit Sport entgegenzuwirken?
Wenn nein, warum nicht?

Sorry, falls es wie ein Verhör rüber kommt. :smiley:

Nix passiert … du hast nur zufällig mich sinnentstellend zitiert. :wink:

Zyklus ist ein möglicher Grund für schwankenden Bedarf; daran kann es bei mir aber nicht mehr liegen. Vielleicht hängt es mit der individuellen ADHS-Ausprägung zusammen? Ich bin z.B. ein klassischer Mischtyp: Schnell auf hundertachtzig, hyperaktives Mundwerk und noch dazu reichlich verpeilt. Eine höhere Dosis hat bei mir kaum Einfluss auf Konzentration, Sorgfalt und Antrieb; ich werde davon auch äußerlich kaum ruhiger. Aber auf meinen Hauptbaustellen, Impulsivität, Neigung zum negativen Hyperfokus und Reizüberflutung, macht es einen gewaltigen Unterschied

Mich würde ja mal interessieren, welche Symptome bei anderen im Vordergrund stehen, wenn sie die Dosis erhöhen.

Also ich bin high, wenn man mir die Dosis erhöht und glücklich und zufrieden. Ich habe dann merklich keine Symptome mehr so ca. 2 Wochen lang bis sich die Toleranz eingestellt hat und es wieder von vorne losgeht. Deshalb gehöre ich zu dem Typ der immer mal wieder eine Pause zwischen den Einnahme Phasen braucht damit die Wirkung erhalten bleibt. Ich muss die Wirkung schon spüren damit es einen Effekt hat so etwas latent unterschwellige durch das man sich echter empfinden soll hilft mir wenig,denn wenn ich es nicht merke, das ich was eingenommen habe wirkt es auch nicht.