Medikinet Adult retard eindosieren

Meine Psychologin hat mir, aufgrund einer ADHS Diagnose meiner Psychotherapeutin Medikinet Adult 10mg retard verschrieben. Zusätzlich nehme ich seit längerem noch Duloxetin 60mg (SSNRI gegen Depression) jeden morgen sowie 75mg Thyroxin (Schilddrüsenunterfunktion, gut eingestellt und überwacht).
Ich habe im Moment auch ziemlich starke Allergiesymptome mit Asthma und nehme Allegra (Wirkstoff Bilastin, Antihistaminica) ein.

Sie hat mir ganz offen gesagt, dass sie sich mit ADHS nicht auskennt und ich mir am besten einen anderen Psychologen suchen sollte auf Dauer und mir sichtlich unglücklich das Medikament verschrieben, dazu erst einmal in der gelben Liste nachgeschlagen und mir dann vorgelesen dass ich mit 10 mg anfangen soll, das dann langsam steigern, abern nicht über 80mg und in vier Wochen wieder zu ihr kommen.

Also bin ich relativ auf mich alleine gestellt, darum meine Frage wie ich nun vorgehen soll.

Ich habe bisher

  • mit 10 mg morgens angefangen, furchtbare Kopfschmerzen bekommen, dank diesem Forum dann raus gefunden dass ich dazu etwas frühstücken muss ab dann nichts gemerkt.

  • Nach fünf Tagen habe ich auf 20mg gewechselt morgens und habe nichts gemerkt.

  • Dann habe ich nach zwei Tagen (ja ich weis, das war wahrscheinlich zu wenig) auf 30mg gewechselt, das fühlte sich zeitweise ziemlich unangenehm an, so als hätte ich zu viel Kaffee getrunken, ansonsten habe ich auch nicht wirklich was gemerkt.

  • Jetzt bin ich wieder zurück auf 1x 20mg am morgen und merke wieder nichts.

Wie geht man denn normalerweise vor bzw. was ist eure Empfehlung? Ich lese hier auch oft, dass man gerne Mittags noch eine Dosis nimmt.

Du solltest schon bei 20 mg irgendetwas verspüren, was es dir ADHS-bezogen leichter macht… Wenn nicht, hilft mehr auch nicht… Dann wäre vielleicht Elvanse besser… Methylphenidat wirkt unmittelbar. Das braucht keinen Spiegel wie ADs.

Wenn ich du wäre, würde ich nicht weiter herumprobieren und auch keine vier Wochen abwarten, wenn jetzt schon erkennbar ist, dass es nichts hilft.

Vielen Dank für die Antwort.
Naja ganz nichts ist übertrieben, ich fühle mich etwa so, als häte ich einen Kaffee getrunken, ein bisschen wacher, fokussierter. Da ich anfangs weiter Kaffee getrunken hatte, hab ich das nicht so gemerkt, seit ich den Kaffee weg lasse, merke ich das es wohl eben am Medikinet liegen muss. Ich werde auch nicht so müde wie normalerweise. Im Grunde einfach wie eine Tasse Kaffee.
Aber das sind halt die Sachen, die davor Kaffee auch gemacht hat und eigentlich auch nicht so schlimm sind. Meine Gedanken kreisen immernoch, ich hab zwei Ohrwürmer im Kopf, wippe mit mindestens einem Körperteil und so weiter, bin Impulsiv und hab Stimmungsschwankungen, ich dachte eigentlich dass es mir dagegen hilft, ansonsten wär ich einfach beim Kaffee geblieben :frowning:

Ich dachte auch das 20mg bei Medikinet Retard gar nicht so viel sind und es normal ist, da nicht groß was zu merken.

Es kommt auch ein bisschen darauf an, welche Wirkung man erwartet.

Manche merken direkt einen großen Unterschied, als hätte man eine Brille aufgesetzt und auf einmal „klare Sicht“.

Viele nehmen aber auch die Wirkung selbst nicht unbedingt wahr - man merkt aber nach einem Arbeitstag das man strukturierter war und am Ende nicht so erledigt ist. Ein gleichbleibendes Energielevel hat und auch mal die Tätigkeiten machen kann für die man eigentlich keine Motivation hat.

Medikinet adult unbedingt immer mit essen einnehmen.

Du merkst gar keine Wirkung und Nebenwirkungen nur Kopfschmerzen?
Coffein weggelassen?
Appetit ist wie immer?
Ausreichend geschlafen?
Auch ungefähr 6 Stunden nach der Einnahme kein Unterschied zu vorher?

Das Antihistaminikum kann sich auch auf deine Schlafqualität auswirken - Schlaf ist aber auch eine Vorraussetzung das es mit den Stimulanzien gut klappt.

Möglichst immer 3-5 Tage bei einer Dosierung bleiben und dann um 10 mg steigern. Wenn du gar nichts merkst könntest du bei einer Einnahme bleiben - vielleicht merkst du dann während des Arbeitstages doch, dass es während der Wirkzeit irgendwie leichter war.

Das langsame Eindosieren ist auch wichtig um möglichst keine Nebenwirkungen zu haben, auch wenn man anfangs keine Wirkung verspürt.

Am besten nochmal zurück auf 20 mg -

Entweder 20-0-0 oder 20-10-0.

Psychologen dürfen keine Medikamente verschreiben, vermutlich meinst du einen Psychiater.

Das stimmt leider nicht ganz. Da die Dosierung recht individuell sein kann spüren einige tatsächlich nur eine Verbesserung, wenn sie „ihre“ passende Dosierung gefunden haben.
Deshalb lohnt sich das schon erstmal schrittweise höher zu dosieren.

Vielen Dank für die Antwort.

Hmmmm warhscheinlich habt ihr recht, die Wirkung ist eben ein bisschen subtil, halt wirklich wie Kaffee. Ich weis ehrlich gesagt nicht ganz, was ich erwarten kann, ich dachte eben es hilft eher gegen die Nervostität und das „immer auf dem Sprung sein“-Gefühl.

ja das bringe ich immer durcheinander, es war die Psychiaterin.

Naja dann werde ich jetzt noch ein paar Tage mal 20-10-0 probieren und dann nochmal steigern, soll ich dann 30-20-0 machen oder 30-10-0?

Mal eine blöde Frage, warum eigentlich diese Eingewöhnung? Hlren manche Nebenwirkungen nach einer Zeit auf oder bekommt man generell weniger wenn man langsam hoch fährt? Oder ist es nur, damit man nicht die optimale Wirkung verfehlt?

Das kann es tatsächlich schon - wenn die Dosis allerdings zu hoch ist, kann genau das aber auch noch verstärkt werden.

Das hat zwei Gründe:

Zum einen findet so eine kleine Gewöhnung/ Toleranz statt. Der Körper muss sich daranj gewöhnen und die Nebenwirkungen sind dann geringer.

Dann ist es so, dass man die für einen selbst passende Dosierung nur finden kann, wenn man es langsam titriert.
Gerade bei Stimulanzien ist das sehr individuell und es gilt nicht der Grundsatz „viel hilft viel“.

Wenn man nicht klein anfängt verpasst man eventuell die Richtige Dosierung.

Arzt ist der Maßstab
Und klar: alle Hinweise und Informationen hier im Forum und bei ADxS.org dürfen nie dazu führen, ärztliche Anweisungen zu missachten, sondern dienen ausschließlich dazu, mit dem Arzt besser kommunizieren zu können.

Verstehe. Vielen Dank.

Also ich bin jetzt auf 30-20-0 gegangen mit meinem Medikinet Adult Retard.
Nachdem ich nun frühstücke und den Kaffee weg lasse, muss ich leider sagen, das ich immer noch nichts merke. Jedenfalls nichts, das nicht auch an der Tagesverfassung liegen könnte, ich fühle mich ganz gut, hab ein bisschen mehr Durst als sonst und auch öfter hunger, aber ansonsten ist, wenn es denn eine Wirkung ist, diese sehr sehr subtil.

Vielleicht lag die gefühlte Nervosität beim letzten mal einfach am Stress an dem Tag, Placebo Effekt oder weil ich eben auch Kaffee getrunken hatte dazu, es wundert mich jedenfalls schon ein bisschen dass es jetzt so komplett wirkungslos zu sein scheint.

Was ich allerdings merke, ist dann der Rebound: Ich falle gegen Abend in ein sehr tiefes, fast depressives Loch für einige Stunden, ist nicht schlimm wenn man es weiß, aber ohne spürbare Wirkung dann jedesmal das Loch auszuhalten finde ich nicht sinnvoll.

Meine Frage ist nun, da meine Psychiaterin mir Medikinet Adul Retard 10mg mit 52 Stück gegeben hat und ich bei dieser Dosis in fünf Tagen keine mehr haben werde (das hat er super berechnet, der Kontrolltermin ist nämlich erst in drei Wochen und nichtmal mit zwei mal 10mg hätte das funktioniert), also ohnehin spätestens nächste Woche ein neues Rezept ausstellen lassen muss, ob ich gleich darum bitten sollte etwas anderes zu probieren oder noch weiter hoch gehen soll? Was meint ihr?

Ist denn 30-20-0 schon relativ hoch (Ich nehme ja auch noch Duloxetin (SSNRI), vielleicht brauche ich deshalb einfach eine höhere Dosis) oder ist da noch Spielraum nach oben?

Ich weis, man darf bis zu 80mg am Tag nehmen, aber das wird dann ja auch mehr Nebenwirkungen richtung Höchstdosierung haben oder?

Ausserdem habe ich eine Refluxösophagitis und nehme eigentlich deswegen bei Bedarf Protonpumenhemmer (PPI), was man explizit mit Medikinet laut Packungsbeilage nicht machen soll, ich lasse das im Moment deswegen auch und mach das schon länger auf natürlichere Wege (Basica oder Heilmoor).

Das mit dem Frühstücken, und auch der Verzicht auf Alkohol und Kaffee tut mir aber auch sehr gut für den Magen: Ich bekomme von Kaffee Bauchschmerzen, was mich aber nie dazu gebracht hat darauf zu verzichten.
Erst die Nebenwirkungen von Medikinet haben mir das, so zu sagen mit der Brechstange ausgetrieben.

Die Frage ist nur, ob mein Magensaft vom PH-Wert wirklich so verlässlich ist, da ich eben diese Refluxsache wegen häufigem Sodbrennen etc. habe, aber dann müsste ja theoretisch das Medikinet stärker wirken oder?

Vielleicht doch keine so gute Idee, einen Psychiater zu konsultieren, der offen zugibt keine Ahnung von ADHS zu haben…

Also ganz ehrlich - Medikinet adult ist für dich wirklich nicht das richtige Medikament!

Du solltest auf ein anderes Präparat wechseln.

Ab einem Magen-pH-Wert von 5,5 wird bei Medikinet adult die Wirkstofffreisetzung der retardierten Anteile beschleunigt. Vielleicht ist dann Ritalin einen Versuch wert. Die Freisetzung bei Ritalin adult erfolgt pH-unabhängig. Das wäre auch wieder Methylphenidat…

Ich bin aber nach wie vor der Ansicht, dass du eher Elvanse versuchen solltest. Irgendwie müsstest du bei der Dosierung einen Unterschied feststellen, ob nun unmittelbar oder im Nachhinein.

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Ja es macht schon Sinn, einfach mal Elvanse zu probieren, hat ja eigentlich nur Vorteile. Werde danach fragen, vielen Dank.

Sehe ich auch so. Falls das nicht klappen sollte kannst immer noch Ritalin oder Concerta versuchen.

Das einzige was mir übrigens als auf fällt, neben der ansonsten Wirkungslosigkeit ist, dass mir plötzlich eine Zigarette nicht mehr reicht.

Ich war niemals Kettenrauche, rauche seit Jahren genau zwei Zigaretten am Tag und normalerweise habe ich nach einer Zigarette erst wieder nach minimal einer Stunde verlangen, selbst bei größtem Stress.

Diese „paradoxe“ Wirkung erschließt sich mit überhaupt nicht, sollte das Verlangen nach Nikotin durch MPH nicht weniger werden, weil es als Dopamin-WIderaufnahmehemmer die Wirkung einer Zigarette verstärken müsste bzw. das Verlangen weg sein, weil das Dopamin ohnehin hoch genug ist?
Das habe ich auch oft schon hier als Erfahrung von anderen gelesen.
Senkt bei mir MPH den Dopaminspiegel?