Medikinet Eindosierung, komisches Gefühl

Hallo!
Ich bin die Neue :wink: habe bisher nur mitgelesen und viel gelernt, viele Beiträge zu „meinem“ Thema gelesen aber habe immer noch Fragen.
Ich bin 39, hab letzten November die Diagnose ADHS bekommen und für mich ist in den letzten Monaten so viel klar geworden, was mich mein Leben lang beschäftigt hat. Von der Diagnose wissen nur wenige, ich habe in den letzten Jahrzehnten gelernt, gut zu maskieren und nach außen so zu wirken, als hätte ich alles im Griff. Ging bisher gut, wenns auch extrem anstrengend war und ich oft am Burnout gekratzt habe.
Ich habe drei Kinder, Mann, Hund und Job, bin immer auf Achse oder manchmal total hirntot, viel dazwischen gibts nicht. Was mich am meisten stört, ist diese Starre, in die ich verfalle, wenn mehr als ein Mensch mit mir spricht (oder ein Geräusch im Hintergrund beginnt während eines Gesprächs. Da setzt das Hirn total aus) und der Stress, in den ich verfalle, wenn ein Ereignis bevorsteht, sei es nur „wir müssen den Bus erwischen“ oder Ähnliches.

Vor ein paar Wochen habe ich mit Medikinet unretardiert begonnen, habe 5mg verschrieben bekommen mit der Anweisung, langsam zu steigern.
Habe am Anfang garnichts gespürt, bei 10-10-0-0 habe ich extrem viel weiterbekommen, habe Dinge repariert, die seit Jahren darauf gewartet haben, war auch recht entspannt, das war vergangenes Wochenende. Gut gelaunt, vielleicht etwas klarer im Kopf und ein bisschen konzentrierter auf das was mir meine Kids erzählt haben. Die ständige Musik, die in meinem Kopf spielt und die endlosen inneren Monologe weiterhin da, wenn gerade nichts zu tun war, bin ich - wie immer - ziellos durch die Wohnung gelaufen.

Anfang dieser Woche 15-10-0-0, alles in Ordnung, ähnlich wie die Tage davor.
Am nächsten Tag ziemlich verpeilt, habe ich 20 eingeworfen, mich gewundert, warum ich so gestresst bin, dann nochmal die 10 mittags, dann ist es mir erst aufgefallen. Bis auf den Stress und das Zittrige aber keine Nebenwirkungen.

Gestern und heute dann wieder 15-10-0-0. Gestern extrem antriebslos, heute bin ich überhaupt unbrauchbar. Habe ewig gebraucht, bis ich in der Arbeit etwas weiterbringe, vergesse mitten in der Tätigkeit, was ich tun wollte, fühle mich wie ein Zombie, aber innerlich unruhig. Seit den 10mg am späten Vormittag fühle ich mich ganz komisch, wie high. Eine Art Tunnelblick, kribbelig, ich kanns nicht genauer beschreiben.

Ich habe nächste Woche Kontrolltermin bei der Psychiaterin, hätte bis dahin gerne noch ein bisschen die Dosis gesteigert. Aber nach der Reaktion heute weiß ich nicht, wie ich weitermachen soll.
Ist das normal bei der Eindosierung? Bei der Dosis bleiben, bis man sich daran gewöhnt hat? Kennt das jemand von Euch?

Auf Koffein verzichte ich eigentlich, habe aber gestern Nachmittag einen Kaffee getrunken. Gestern aber nichts davon gemerkt. Kann es sein, dass ich das heute noch merke?

Danke und liebe Grüße!

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Herzlich Willkommen in unserer Gemeinschaft! Es freut mich, dass du dich dazu entschieden hast, aktiv teilzunehmen und deine Erfahrungen zu teilen. Es klingt nach einer intensiven Reise, die du bisher durchgemacht hast, und es ist bewundernswert, wie du trotz der Herausforderungen, die ADHS mit sich bringt, dein Leben gemeistert hast.

Die Entdeckung und die Auseinandersetzung mit einer ADHS-Diagnose können eine Vielzahl von Emotionen und Erkenntnissen mit sich bringen. Es ist verständlich, dass du dich nun in einer Phase der Anpassung und des Experimentierens mit Medikamenten befindest. Es ist durchaus üblich, während der Eindosierungsphase unterschiedliche Reaktionen auf die Medikation zu erleben. Jeder Mensch reagiert individuell auf Medikamente, und es kann einige Zeit dauern, bis sich dein Körper an die neue Dosierung gewöhnt hat.

Es ist wichtig, die Veränderungen, die du bemerkst, mit deiner Psychiaterin zu besprechen, insbesondere wenn du dich unwohl oder unsicher fühlst. Sie kann dir dabei helfen, die richtige Dosierung und das richtige Medikament für dich zu finden. Vielleicht ist es sinnvoll, vorerst bei der aktuellen Dosierung zu bleiben, bis du deinen Kontrolltermin hast und deine Ärztin konsultieren kannst.

Was deine Erfahrung mit dem Kaffee betrifft, kann es durchaus sein, dass dies deine Symptome verstärkt hat. Koffein kann eine unerwartete Wirkung haben, insbesondere wenn es in Kombination mit Medikamenten eingenommen wird.

Ich möchte dich ermutigen, weiterhin offen über deine Erfahrungen zu sprechen und Unterstützung zu suchen, sei es hier in der Gemeinschaft oder bei deiner Ärztin. Du bist nicht allein, und es gibt Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen und dich verstehen können.

Alles Gute für deinen Kontrolltermin nächste Woche und für deine weitere Reise mit der ADHS-Diagnose Lieben Grüße.

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Danke, Constantin, für Deine nette Nachricht!

Ja, ich werde das alles morgen mit der Ärztin besprechen - bin gespannt, wie es weitergeht mit diesem oder einem anderen Medikament.
Momentan denk ich mir, ohne Medikinet ist’s besser gelaufen - aber kann ja vielleicht noch werden :wink:

Hi,

aber das hier hört sich doch schon gut an!

Vielleicht waren die 15 schon zu viel für dich? Wahrscheinlich werden ja nicht alle Symptome weggehen, aber wenn du z. B. durch das Medikament regelmäßig viel wegbekommst etc. macht es ja auch was mit deinem Selbstwertgefühl (z. B. Wegfall schlechtes Gewissen, weil xy immer noch nicht repariert wurde) und bietet dir mehr Gestaltungsspielraum im Alltag.

Also hört sich für mich jetzt nicht so an. Bin selbst noch in der Eindosierungsphase, für mich klingt das aber total gut haha :sweat_smile:

Hallo, ich habe auch im November Diagnose bekomnen, mit 55 jahren. Nehme seit dem medikinet adult . 20-20
Auf Kaffee habe ich seit ca mitte Dezember verzichtet. Hatte ziemliche unruhe auf Kaffee. Alkohol trinke ich auch nicht mehr. Anfangs Blutdruck hoch aber das ist mittlerweile gut. Muss halt aufpassen das ich zu den Medis auch esse. Ich habe mit 5 -0 begonnen aber relativ schnell erhöht. Daher hatte ich etwas struggel am Anfang. Bisher fühl es sich gut an. Merke das ich konzentrierter bin. Das Chaos im Gehirn besser sortiere. Allerdings habe ich herade Burnout/ Depressionen und werde mit einem Antidepressiva gerade eingestellt. Das Medikent hat die Verstimmung nicht reguliert. Bin gespannt ob dann das Medikent auch hilft strukturierter zu werden…

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