Medis (Intuniv) und Langeweile

Hallo,

es betrifft mehrere Kategorien, u.a. auch Medikamente, deswegen poste ich hier.

Es geht um meinen Sohn (9) mit ADHS und Verdacht auf Autismus, Diagnostik kommt im Herbst.

Früher war er sehr kreativ und leicht zu begeistern, dafür gab es immer wieder Konflikte und Ausraster. Seit März bekommt er Intuniv + Medikinet.

Vorteil: kein einziger Ausraster in der Schule
Nachteil: das kreative ist komplett weg, er langweilt sich, zu nichts zu begeistern, will nur zocken und TV gucken.

Meine Gedanken dazu:
1.kommt die Langeweile und Lustlosigkeit von Intuniv?
2. er ist älter geworden und deswegen schwieriger zu begeistern
3. Autismus kommt immer mehr zum Vorschein.

Ob es an Medikamenten liegt, können wir wohl nur durch Absetzen rauskriegen.

Vielleicht hat jemand Ideen dazu.

@grübeln wie lange nimmt Dein Sohn die Medikamente inzwischen?.
Und bitte nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt und eigenmächtig die Medikamente absetzen!.
Zuerst mal die Dosierung besprechen, oder einen eventuellen Wechsel des Präparates, aber auf KEINEN Fall die Medikamente eigenmächtig von heute auf Morgen absetzen.
Eine Einstellung erfordert Geduld und genaue Beobachtung.

Mit Medikamenten sind wir seit November am Gange, schon einiges ausprobiert.
Bis jetzt ist es die beste Kombi, bzw. mit kleinsten Nebenwirkungen, optimal ist es aber nicht.

Zum Arzt gehen wir sowieso, aber erst Mitte Juli. Er will immer wissen, was wir wollen. Das finde ich schwierig. Wir wollen die beste Lösung. Vielleicht muss man sich mit manchen Sachen abfinden…

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@grübeln möchtest Du mal genauer drüber reden inwiefern Du Veränderungen beobachtet hast, was Dir Sorgen bereitet?.
Und was sagt Dein Sohn, wie geht es ihm damit?.
Was sagt der Arzt/Ärztin, oder auch die Schule, Freunde, Familie, Bekannte, Dein Partner:in dazu?.
Was für Beschäftigungs Möglichkeiten oder Angebote existieren oder könnten helfen um Deinen Sohn vom PC oder TV weg zu locken?.

P.s. wie meinst Du das mit dem Arzt, dass er immer wissen will was ihr wollt?, meinst Du damit das er findet ihr kommt zu oft zu ihm?.
Wenn das so wäre, dann würde ich an eurer Stelle ehrlich gesagt in Betracht ziehen einen anderen Arzt/Ärztin zu suchen.
Immerhin geht es hier um euren 9 jährigen Sohn, es ist normal das man sich Sorgen macht und nur das Beste für sein Kind möchte, und wenn der/die das nicht versteht, dass ihr euch eine gute ärztliche Begleitung wünscht, dann kann man das mit dem/der wohl ehr vergessen, oder?.

Lass Dich nicht entmutigen, leider ist der Weg oft Steinig, muss man vielleicht öfters den Arzt/Ärztin, die Medikamente oder auch Therapie wechseln, bis man eine zufriedenstellende Lösung gefunden hat, aber wie gesagt, lass Dich nicht entmutigen.

Apropos Therapie, gibt es da ein Angebot, nützt ihr sowas, oder bekommt er nur Medikamente?.

Z.B. mochte er früher basteln, was spielen, schwimmen gehen, Freizeitpark, Zoo. Jetzt will er gar nichts davon, wirklich nichts.

Mit der Schule hatten wir länger keinen Kontakt mehr, was eigentlich ein gutes Zeichen ist. Früher hatten wir regelmäßig Anrufe wegen Konflikten bekommen.

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Hm :thinking: , natürlich ist er auch in einem Alter wo basteln und solche Dinge vielleicht von seinen Klassenkameraden als uncool ausgelacht werden oder so, habe das bei meinen eigenen Söhnen so miterlebt, plötzlich war es das wichtigste das sie mit anderen auf dem Pausenplatz beziehungsweise Sportplatz zum Fussball spielen abgemacht haben.
Und dann hat das angefangen mit den YouTube Videos gucken und rumkichern und solche Sachen.

Er hat 2 Jahre Verhaltenstherapie und ein Jahr Ergo hinter sich, bevor er Medikamente bekommen hat.

Der Arzt hat uns z.B. gefragt, ob wir Elvanse oder Straterra ausprobieren wollen. Weiß ich doch nicht, was besser ist. Die Empfehlung erwarte ich eigentlich von ihm. Er geht zu wenig auf unsere Schilderungen ein. Wenn die Autismus Diagnostik durch ist, werden wir wahrscheinlich wechseln.

Es ist nicht nur basteln. Kaum hat mein Mann früher das Werkzeug rausgeholt, schon wurde mitgemacht, gehämmert, Schrauben gedreht etc. Er hat alles mitgemacht, jetzt nichts.

Wie gesagt, wenn Du den Eindruck hast das die Kommunikation mit dem Arzt nicht die beste ist, und er auch mit den Medikamenten unsicher ist, beziehungsweise keine gute Empfehlung abgibt, weil er sich vielleicht nicht wirklich gut auskennt damit?, dann ist es wahrscheinlich eh das beste mal den Arzt zu wechseln.
Wegen Deinem Sohn würde ich natürlich das Gespräch suchen, heisst ihn fragen wie er sich mit den Medikamenten fühlt, ob er selbst den Eindruck hat das die Medikamente daran Schuld sind das er kein Interesse an seinen alten Interessen hat.
Und dann verändern sich die Interessen nach jeweiligem Altersabschnitt auch sowieso und ohnehin ziemlich schnell.
Da die Kinder heutzutage sozusagen von klein auf mit unseren technischen Errungenschaften wie PC und Handy aufwachsen spielen diese Dinge sowieso eine grösser Rolle für sie, als für unser eins im selben Alter, ohne das jetzt bewerten zu wollen, aber ist halt einfach Tatsache.
Habe nur selbst miterlebt, wie schwierig es mit meinen Kindern wurde, je älter sie wurden, sie noch für gemeinsame Aktivitäten und/oder irgendwelche Hobbys, ausser Sport und/oder Musik, bewegen zu können.
Denn sobald Kinder mal entdeckt haben, was ihnen die Welt der PC’s oder Handy’s ermöglicht, besonders die Vielzahl an Spielen, dann ist es mit Basteln und gemeinsamen Zoobesuchen meist recht schnell vorbei.

Und Kinder mit Adhs oder Autismus Spektrum, sind wahrscheinlich sowieso sehr empfänglich für PC, Handy oder Konsolen Spiele, eben wahrscheinlich deshalb weil man sich damit sehr leicht ablenken kann und/oder in Traumwelten abtauchen kann, aus dem Alltag ausklingen kann, sozusagen.
Und wenn wir mal ehrlich mit uns selbst sind, wissen wir ja aus eigener Erfahrung, wie leicht das für uns selbst ist sich damit abzulenken oder dem Alltag zu entfliehen, oder?. :wink:

P.s. aber ich kann Dich gut verstehen, Du machst Dir natürlich Sorgen, dass ist verständlich, besonders auch weil es ohnehin eine grosse Herausforderung ist ein Kind mit Autismus Spektrum „richtig“ zu erziehen, man fühlt sich damit oftmals Mutterseelen allein, weiss oft nicht mehr wo oben und unten ist, hat Angst Fehler zu machen, weiss nicht an wen man sich wenden kann, wer da wirklich kompetente Hilfe anbieten kann, kann gut verstehen wenn sich viele Eltern mit so einer Situation überfordert fühlen. :hugs:

Liebe @grübeln was ich Dir noch abschliessend sagen möchte ist, dass ich selbst einen Sohn mit Adhs und ASS habe.

Mein Sohn lebte wohl schon immer in seiner eigenen Welt, so sehr ich mich auch bemüht habe, und auch immer für den Rest meines Lebens probieren werde, einen Weg in seine Welt zu finden, bis heute, hat er mich doch immer irgendwie aussen vor gehalten.
Ich weiss, dass er das nie absichtlich gemacht hat, oder auch heute nicht absichtlich macht, ganz im Gegenteil!, er kann es einfach nicht anderst.

Diese Erkenntnis, ist alles andere als einfach für Eltern, denn man wünscht sich ja nichts sehnlicher als seinem Kind zeigen zu können wie sehr man es liebt, sich nur das allerbeste für sein Kind wünscht, Interesse an seinem Wohlbefinden hat.

Die Schwierigkeit liegt ja aber eben darin, dass das Kind aber oftmals weder sich selbst noch andere spüren oder richtig einschätzen kann, sich und seine eigenen Bedürfnisse deshalb nicht gut kommunizieren kann.

Deshalb weiss man oft nicht wie man das Kind „erreichen“ kann, was für das Kind selbst nötig ist um sich gegenüber sich selbst oder anderen öffnen zu können.

Leider hören diese gegenseitigen Annäherungsversuche wahrscheinlich nie auf.
In meinem Fall zum Beispiel, ist es doppelt schwierig, da ich ja mit meinem eigenen Adhs + Depressionen zu kämpfen habe.

Zum Beispiel ich nie wirklich gut zuhören konnte, oder es mir manchmal schlicht und einfach dann auch am nötigen Fingerspitzengefühl gefehlt hatte.
Jedenfalls kann ich absolut nachvollziehen wie schwer so eine Eltern Situation ist.

Ich habe mich oft allein und überfordert gefühlt, Verständnis von aussen dafür?, Fehlanzeige!.
Rückblickend hätte ich mir früher unbedingt rechtzeitig kompetente Hilfe so wie Entlastung, heisst das Kind auch mal fremd betreuen lassen sollen, habe ich aber nicht gemacht, dachte ich muss das alles alleine schultern, ausserdem hätte ich ohnehin niemand vertraut, aber das war rückblickend ein grosser Fehler.

Vielleicht wäre dann auch nicht die Ehe gescheitert, vielleicht aber am Ende doch?, aber das ist rückblickend nochmals ein anderes Thema, jedenfalls muss man um so mehr auch auf sich selbst achten, sich Erholungsphasen „leisten“, auch mal was abgeben oder an andere delegieren.

Das ich dann letztendlich einen Burnout hatte, weil ich eben nicht dazu bereit war, etwas „abzugeben“, ist von dem her, in Anbetracht meiner ohnehin „vorbelasteten“ eigenen Lebensgeschichte, im Grunde alles andere als erstaunlich.
Aber hinterher ist man ja immer schlauer.

@AbrissBirne Danke für dein Verständnis

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@grübeln von :heart: gerne. :hugs:
:sun_with_face: