ich habe dieses Jahr - mit 34 Jahren - die ADHS Diagnose erhalten. In meinem Leben habe ich irgendwie immer alles hinbekommen. Schule gut, Arbeit gut.
Aber ich merke, es fehlt mir immer wieder extrem an Motivation. In der Schule habe ich kaum gelernt (es ging zum Glück gut) und auch auf der Arbeit klappt es nur unter Zeitdruck.
Sobald ich endlich mal Luft habe - Zack - Keine Lust mehr. Ich bin dann genervt und fange nichts mehr an…
Hallo Moni,
ich habe auch erst vor 4 Wochen meine Diagnose - mit 32 Jahren - erhalten. Schule und Studium geschafft, mit Zeitdruck hats dann immer gut geklappt. Ich arbeite jetzt ohne große Überwachung durch einen Vorgesetzten und wenn genug Druck da ist klappt auch alles. Prinzipiell macht mir meine Arbeit Spaß, aber es klappt einfach nicht gut. Ich mache Stunden nix auf der Arbeit um dann alles auf den letzten Drücker zu machen. Es nervt mich richtig, es ist einfach zu viel. In meiner Freizeit hab ich dann mittlerweile auch gar keine Lust mehr groß etwas zu unternehmen, würde Treffen am liebsten kurzfristig absagen. Mein Freund zieht mich da meistens mit und dann ist es auch schön. Aber ich würde auch gerne nochmal mehr Motivation haben, schöne Sachen zu machen. Ich denke bei mir strengt mich einfach die Arbeit zu sehr an, mein Kopf ist viel zu voll.
Ich habe nächsten Monat ein Gespräch, ob Medikamente in Frage kommen und werde eine Psychoedukation absolvieren. Ich hoffe, dass mir da etwas hilft.
Eine Strategie hab ich leider noch nicht gefunden, ich lese gerne fleißig mit Ich habe immer nach Produktivitätstools und -tipps gesucht. Nie hat etwas funktioniert. So bin ich irgendwann bei ADHS gelandet…
Schule lief top, Ausbildung und Weiterbildungen soweit auch.
Inzwischen bin ich Teamleiterin. Also alles super. Aber genauso wie bei dir, immer nur wenn es unter Druck ist und es eilig ist. Sobald endlich Luft da ist, ist bei mir die Luft raus.
Und genauso wie bei dir, schlägt sich das auf die Freizeit nieder. Nach der Arbeit will ich dann einfach nur liegen.
Deshalb bin ich auch zum Neurologen. Ich hatte Ritalin bekommen, aber das war so gar nichts für mich. Jetzt habe ich Elvanse und teste ab morgen. Mal schauen
Ich hoffe, du findest die passenden Medikamente, sodass sie dich im Alltag unterstützen
Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass das Elvanse ab morgen bei dir gut wirkt und du es gut verträgst!
Ja ich bin gespannt und hoffe, dass ich schnell etwas passendes finde.
Seit der Diagnose habe ich noch mehr das Gefühl mein Kopf ist viel zu voll. Jetzt wo ich weiß auf was man achten kann, fällt mir auch viel mehr meine Unruhe auf und auch andere Dinge.
Ich bin gespannt was ich im Januar in der Gruppentherapie dazu lerne und welche Strategien dort vorgeschlagen werden, die wirklich für ADHS taugen. Ich habe schon selbst recherchiert, dann wieder alles verworfen, neue schöne Notizbücher gekauft → “jetzt läuft alles anders” - nur um die dann doch nicht zu benutzen, weil ich muss es ja direkt 110% richtig machen, sonst bringt es nichts. Und dann kam wieder der Zeitdruck und dann wird die Aufgabe erledigt, aber wieder nicht alles richtig abgeheftet und dokumentiert… ach das kennst du aber vielleicht so ähnlich
ja das kenne ich zu gut! Als hätte ich den Text geschrieben
Ich hoffe, die Gruppentherapie hilft dir und du findest dort gute Tipps. Ich bin inzwischen auch an dem Punkt und sage mir “ach dann ist es halt so.” Manches akzeptiere ich dann einfach
Es wäre super, wenn du noch vor der Gruppentherapie mit Medikamenten beginnen würdest.
Erst dann, wenn der Dopamin- und Noradrenalinmangel beseitigt ist, kann dein Gehirn die vielen Reize und Infos angemessen verarbeiten und die neu gelernten Techniken im Alltag zur Verfügung stellen.
Vielen Dank für den Tipp. Tatsächlich habe ich jetzt für Anfang Dezember den Termin für die Medikamentenbesprechung und starte Ende Januar/Februar mit der Therapie. Vielleicht plane ich noch etwas mehr Zeit dazwischen ein.. ein guter Tipp, werde das im Dezember noch mit dem Arzt besprechen. Danke!
Schließe mich diesem Thread hier mal an - ich hab zwar leider nicht unbedingt viel mehr dazu beizutragen, denn alles was ihr hier bisher geschrieben habt, könnten genau so gut meine Texte sein, aber was solls!
Ich bin 27 und wurde vor ca. einem halben Jahr mit ADHS diagnostiziert, seitdem durfte ich EXTREM viel über mich lernen. Ich hab direkt nach der Diagnose eine Medikation mit MPH begonnen, die mich im ersten Moment wirklich aus den Socken gehauen hat, weil ich mir niemals vorstellen hätte können, dass das Leben SO anders sein kann (ja, da hatte ich sogar zum ersten Mal im Leben auch ein bisschen Motivation). Da ich aber dann nach einiger Zeit extreme Probleme mit Nebenwirkungen und heftigen Rebounds hatte, bin ich anschließend auf Elvanse umgestiegen.
Ich liebe es. Es erleichtert mir meinen Alltag sehr, ich bin weit ausgeglichener, entspannter, organisierter, vergesse praktisch nichts mehr und ich bin allgemein wirklich recht zufrieden. Nur die Motivation? Die Suche ich immer noch. Es fühlt sich an wie ein “ich will eigentlich” im Kopf, aber die Umsetzung ist nicht möglich. Selbst bei Dingen, die mir Spaß machen und ich weiß, dass ich sie nur für mich mache (z.B. Computerspiele spielen). Wenn ich mal dabei bin, etwas zu machen, kann ich Dank den Elvanse auch dran bleiben und es zu Ende machen. Aber etwas anfangen? Gefühlt ein Kampf gegen einen unbezwingbaren Gegner. Ein bisschen so als müsste ich mein Leben lang schon gegen den Strom schwimmen, anstatt mit ihm.
Wenn ich mal was finde, das mir hilft, melde ich mich wieder